Kategorie:
Fremdenfeindlichkeit, Rassismus

Leserbriefe zu „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr soll weichen.“

In diesem Beitrag hat sich Jens Berger dem Phänomen des „Mohrenstreits“ innerhalb der zu Beginn des Sommerlochs neu entflammten Rassismusdebatte angenommen. Seiner Ansicht nach treibt die Diskussion „seltsame Blüten“ – insbesondere in Berlin und Coburg – und er stellt fest, dass nun die Enkel der Nazis schaffen könnten, was ihren Vorfahren nicht gelungen war: „den Mohren in Wort und Bild aus dem Stadtbild zu vertreiben“. Das ist so, schreibt Jens Berger weiter, „als würde unsere Gesellschaft und unsere Geschichte besser, wenn wir alle paar Jahre Straßennamen ändern und Denkmäler entfernen, anstatt aus der Geschichte zu lernen und Dinge, die nicht stromlinienförmig unserer Gesinnung entsprechen, als Stolpersteine zu begreifen, die zum Nachdenken anregen können“. Abschließend regt Jens Berger dazu an, diese Stolpersteine zu erhalten, damit künftige Generationen auch noch daraus lernen können. Einige Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten haben schnell auf diesen Artikel reagiert. Wir bedanken uns sehr für die eingereichten Leserbriefe. Es folgt nun eine Auswahl. Zusammengestellt von Christian Reimann.

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr soll weichen.

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr soll weichen.

Zu Beginn des Sommerlochs treibt die neu entflammte Rassismusdebatte seltsame Blüten. Selbsternannte Anti-Rassisten haben jetzt ihren gerechten Zorn auf das „M-Wort“ fokussiert. Der Mohr soll weichen – Straßen- und Apothekennamen, Stadtwappen und sogar Kanaldeckel, die teils seit Jahrhunderten den Mohren im Namen tragen oder abbilden, werden nun als rassistisch empfunden und passen offenbar nicht mehr in unsere ach so aufgeklärte Zeit. Die Berliner Verkehrsbetriebe sahen sich bereits genötigt, eine U-Bahn-Station umzubenennen und in Coburg tobt ein erbitterter Streit um den Schutzpatron der Stadt, den „Coburger Mohr“. Die Enkel der Nazis schaffen es womöglich sogar, woran ihre Groß- und Urgroßmütter und -väter gescheitert sind – den Mohren in Wort und Bild aus dem Stadtbild zu vertreiben. Gerade so, als würde unsere Gesellschaft und unsere Geschichte besser, wenn wir alle paar Jahre Straßennamen ändern und Denkmäler entfernen, anstatt aus der Geschichte zu lernen und Dinge, die nicht stromlinienförmig unserer Gesinnung entsprechen, als Stolpersteine zu begreifen, die zum Nachdenken anregen können. Von Jens Berger.

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Leserbriefe zu „Die ewige Gelbe Gefahr“ und „Bewegung gegen Rassismus: Bilder werden gestürmt, Systeme werden verschont“

Walther Bücklers analysiert hier das Verhältnis des Westens – insbesondere die mediale Berichterstattung – zu China. Er kommt zu dem Ergebnis, dass auch die deutschen Medien dabei helfen, China als einen Feind der EU und der NATO darzustellen.
Tobias Riegel hat in seinem Beitrag auf die Oberflächlichkeit der Bewegung gegen Rassismus hingewiesen. Symbole, z.B. Bücher, Denkmäler und Filme, werden kritisiert, aber das Wirtschafts- und Rechtssystem nicht infrage gestellt.
Zahlreiche Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten haben schnell auf diese beiden Artikel reagiert. Für die eingereichten Leserbriefe bedanken wir uns. Es folgt eine Auswahl der Antworten. Zusammengestellt von Christian Reimann.

Bewegung gegen Rassismus: Bilder werden gestürmt, Systeme werden verschont

Bewegung gegen Rassismus: Bilder werden gestürmt, Systeme werden verschont

Filme und Bücher werden verdammt, Denkmäler gestürzt, das Grundgesetz wird von der „Rasse“ befreit: Es scheint, als solle in einem „Kampf gegen die Sprache“ alles fallen, außer dem zugrundeliegenden Wirtschafts- und Rechtssystem. Die Wut über aktuelle Polizeigewalt und die Fixierung auf Symbolik und Historie sind nachvollziehbar – aber auch ablenkend und oberflächlich. Von Tobias Riegel.

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US-Unruhen: Hysterie und Heuchelei

US-Unruhen: Hysterie und Heuchelei

Die Reaktionen auf die Unruhen wegen Polizeigewalt in den USA führen in starke Widersprüche: Zum einen ist Rassismus kein neues US-Phänomen und man kann es nicht abwählen. Zum anderen ist die Moral in den unterschiedlichen Lagern des Landes keineswegs eindeutig verteilt. Es stellt sich zudem die Frage: Ist US-Präsident Donald Trump wirklich das größte politische Übel, das für die USA denkbar ist? Von Tobias Riegel.

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Blutsverwandt: Kriegswille und Rassismus

Blutsverwandt: Kriegswille und Rassismus

Zwischen Hanau und Syrien: Rassismus im Innern und Deutschlands Kriegshandeln im Ausland entstammen demselben Denken. Die Tagesschau unterscheidet nicht zwischen echter und nur politisch korrekter Trauer über die Opfer von Gewalt. Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.

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Nach Hanau war schon vor Hanau

Nach Hanau war schon vor Hanau

Was in Hanau geschah, war gewiss nicht die Tat eines isolierten Einzeltäters, sondern vielmehr das Resultat jenes menschenfeindlichen Diskurses, der seit Jahren in Deutschland stattfindet und mittlerweile zum Alltag gehört. Von Emran Feroz.

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Nach der schlimmen Tat von Hanau: Die Spalter rufen zur Einheit auf

Als Reaktionen auf Anschläge und Rechtsruck müssten Sozialpolitik und Strafverfolgung massiv gestärkt werden. Aber diese Investitionen sind teuer. Statt dessen bieten die für Spaltungen verantwortlichen Politiker nun Floskeln von der „Solidarität“ an. Aber die Zeit der warmen Worte ist vorbei – Appelle werden die Gesellschaft nicht zusammenhalten. Von Tobias Riegel.

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Leserbriefe zum Artikel vom 30. Januar über den Kampf gegen Antisemitismus

Der Artikel Der Kampf gegen den Antisemitismus wäre wirksamer und glaubwürdiger, wenn Netanjahu und andere den Antisemitismus nicht anheizen würden löste ein geteiltes Echo aus. Einige haben es so verstanden, wie es von mir gemeint war, dass nämlich die Politik Netanjahus – zum Beispiel – Wasser auf die Mühlen der Antisemiten in Deutschland und anderswo sei und der Kampf gegen den Antisemitismus dadurch erschwert werde. – Andere Leserbriefschreiber wenden sich gegen meinen Artikel. Aus meiner Sicht haben sie aber leider mehr aus meinem Text herausgelesen, als ich geschrieben hatte. Das macht den Gedankenaustausch schwierig. Wie dem auch sei, hier werden solche und solche Leserbriefe wiedergegeben. Auch unter den Kritikern sind Freunde unserer Arbeit. Bitte bleiben Sie das. Albrecht Müller