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NachDenkSeiten – Die kritische Website
Titel: Hinweise der Woche
Datum: 22. März 2026 um 9:00 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
Verantwortlich: Redaktion
Am Wochenende präsentieren wir Ihnen einen Überblick über die lesenswertesten Beiträge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages für Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werktägliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)
Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.
Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
Vorbemerkung: Ursprünglich hatten wir geplant, in unserer Wochenübersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beiträge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine dafür nötige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beiträge vorzuenthalten. Daher möchten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beiträge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.
dazu auch: Bomben als „Himmelsgeschenke“: Die irritierende Lust am Krieg
„Bitter“ ist die neue Süße, stellt unser Autor fest: Seit Beginn des Iran-Kriegs ist in der Debatte und in den Medien eine Konfliktbegeisterung gewachsen. […]
Mit Krieg ist es wie mit Ernährung. Irrtümer allenthalben. Eier steigern den Cholesterinspiegel. Tiefkühlgemüse hat weniger Vitamine. Sprengköpfe machen tot und traurig. Auch so ein Vorurteil. Deshalb schleicht durch manche Schlagzeilen immer noch ein negativer Unterton. „Dieser Krieg ist bitter, aber nötig“ (Zeit). „Wieder erledigen Amerika und Israel die Drecksarbeit“ (FAZ). „Mehr Drecksarbeit, weniger Gerede vom Völkerrecht“ (Spiegel). Was heißt hier „Dreck“? Doch neben sauertöpfischer Zustimmung wächst endlich auch eine Konfliktbegeisterung, die den Anforderungen der Gegenwart entspricht. „Bitter“ ist die neue Süße.
Der Spiegel sieht „Gründe, sich mit den Iranerinnen und Iranern zu freuen“. Schließlich freuen „die“ sich alle. Bild beobachtet, „wie die Bevölkerung bei jeder Bombe, die die Mullahs und ihre Gebäude trifft, jubelt“. Denn „die Bevölkerung“ weilt entweder in sicherer Entfernung, ist kugelfest oder halt hart im Nehmen. Die FAZ weiß über „Iraner“: „Sie sind glücklich über diesen Krieg.“ Bild zitiert eine in den USA lebende Exilantin. Ihr ist angesichts der Feuerbälle, „als würde man Flügel entfalten und fliegen“. Spaßbremse, wer da nicht mitfliegt.
Quelle: André Mielke in der Berliner Zeitung (Bezahlschranke)
Anmerkung unseres Lesers D.A.: Dieser Artikel von André Milke widerspiegelt mit einem fast unerträglichem Sarkasmus Berichterstattungen von so manchen Medien, wobei ich mich frage, welche diabolische Hand die Feder dieser Autoren geführt hat.
dazu: US-Antiterror-Chef tritt aus Protest gegen Iran-Krieg zurück
In den USA hat ein hochrangiger Vertreter des Sicherheitsapparates aus Protest gegen den Iran-Krieg mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Der Leiter des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums (NCTC), Joseph Kent, schrieb am Dienstag im Onlinedienst X, der Iran sei »keine unmittelbare Bedrohung« für die USA gewesen. Er könne diesen Krieg nicht guten Gewissens unterstützen, so der frühere CIA-Mitarbeiter. Es sei offensichtlich, »dass wir diesen Krieg wegen Drucks aus Israel und seiner einflussreichen amerikanischen Lobby begonnen haben«, schrieb Kent in seinem auf X veröffentlichten Rücktrittsbrief an Trump.
Quelle: junge Welt
dazu auch: Der Krieg, der die amerikanische Rechte spaltet
Tucker Carlson bricht ein konservatives Tabu: Der Krieg gegen Iran sei nicht Amerikas Krieg, sondern Israels.
Ein Gespräch in der Show von Tucker Carlson zeigt, wie eine politische Gewissheit der amerikanischen Rechten gerade zerbricht. Carlson, lange der einflussreichste Moderator von Fox News und heute Betreiber eines eigenen digitalen Mediennetzwerks, spricht mit Saagar Enjeti, Co-Moderator der populären Online-Politiksendung «Breaking Points». Was wie eine gewöhnliche aussenpolitische Debatte beginnt, entwickelt sich schnell zu etwas anderem. Es geht um mehr als Iran, mehr als einen Krieg. Es geht um Verrat. Um die Frage, ob Donald Trump, der «Make America Great Again»-Messias, die Bewegung verkauft hat. Ob die Maga-Bewegung am Ende nur eine weitere amerikanische Erlösungsfantasie war.
Quelle: Infosperber
und: Trump: Regierungs-Insider sauer wegen planlosem Iran-Krieg – “es war ein Chaos”
Donald Trump hat sich den Verlauf des Kriegs im Iran anders vorgestellt, auch wenn er das nicht zugeben will. Das legen nun ein weiteres Mal Berichte seiner Mitarbeiter:innen nahe. Sie zeichnen ein chaotisches Bild der Arbeit im Weißen Haus dieser Tage.
Quelle: watson
sowie: Wachsender Widerstand gegen Trumps Kriegskurs in den USA
Quelle: NachDenkSeiten
dazu: Die globale militärische Dominanz der USA bröckelt
Dass die Ära der globalen militärischen Dominanz der USA langsam zu Ende geht, zeigt der Krieg in der Ukraine schon seit Ende 2023. Wer sich nicht weigerte, das zu sehen, sah es schon länger. Dass die USA und Israel sich möglicherweise am Iran die Zähne ausbeißen könnten, zeichnete sich seit Juni vergangenen Jahres ab. Überraschend kommt jetzt aber, dass ausgerechnet das Vorprellen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu die Erosion beschleunigte, vielleicht sogar einen Erdrutsch in Gang setzte, der weltweit Auswirkungen haben könnte.
Quelle: Globalbridge
dazu auch: Wie sind Trump und die US-Politik insgesamt nun zu bewerten?
US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin haben versucht und weitgehend auch erreicht, die diplomatischen Kontakte zwischen den USA und Russland zu öffnen und wieder zu beleben – auch wenn diese im Ukraine-Krieg noch zu keinen konkreten Resultaten geführt haben. Aber welche Auswirkungen hat nun der Angriffskrieg der USA und Israels auf den Iran, einen zumindest wirtschaftlich nahen Verbündeten Russlands, auf die Beziehungen zwischen den USA und Russland? Für Russland ist das keine einfach Situation.
Quelle: Globalbridge
dazu auch: Nuklearprogramm „vernichtet“: US-Geheimdienstchefin widerspricht Trumps Begründung für Angriff auf Iran
Erneute Uneinigkeit in der US-Regierung: Nachdem US-Präsident Trump vor einer großen Bedrohung durch das iranische Atomprogramm warnte, sagen die Geheimdienste nun, dieses sei seit letztem Sommer vernichtet.
Quelle: Tagesspiegel
und: Amnesty-Chefin Hashemi über Iran: “Man hat jetzt den schlechtesten möglichen Outcome erreicht”
Angesichts der starken Angriffe auf zivile Infrastruktur kritisiert Shoura Hashemi jenen Teil der iranischen Diaspora, der den Krieg immer noch feiert – und der sich zunehmend radikalisiert
Vor knapp zwei Wochen begann der völkerrechtswidrige US-israelische Angriff auf den Iran. Seitdem hat sich der brutale Konflikt auf den gesamten Nahen Osten ausgeweitet – mit zahlreichen zivilen Opfern. Für die Österreich-Geschäftsführerin von Amnesty International, Shoura Hashemi, ist der Jubel über den Krieg pietätlos. Die Menschenrechtsexpertin hat in der Vergangenheit mit ihren Vorwürfen gegen das Vorgehen von Israels Regierung im Gazastreifen für Aufsehen gesorgt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Angriffe fürchtet Hashemi, dass der Bevölkerung im Iran nun ein härteres Regime droht. Ein Gespräch über die zutiefst gespaltene iranische Diaspora und die verhaltenen Aussichten für den Iran.
Quelle: der Standard
dazu auch: Das Ende der Empathie: Warum wir das Handwerk des Friedens verlernt haben
Die Generation der Kriegskinder ist aus den Parlamenten verschwunden – und mit ihr das tiefe Verständnis für das Leid, das militärische Konflikte verursachen. Im Gespräch mit ÉVA PÉLI wirbt der Krisengebiets-Experte und Berater Christoph Polajner für strategische Vernunft, die Wiederentdeckung der europäischen Identität und einen gemeinsamen europäischen Raum.
Quelle: Hintergrund
und: Die Rückkehr des Faustrechts: Deutschland ist der Verlierer des Iran-Kriegs
Die Missachtung des Völkerrechts durch Großmächte untergräbt die internationale Ordnung. Warum die jüngsten Entscheidungen der USA und Israels eine gefährliche Eskalationsspirale auslösen könnten.
Das Völkerrecht war für mächtige Staaten selten handlungsleitend. Doch das Tempo, mit dem die USA und Israel das internationale Recht mit Füßen treten, ist brandgefährlich.
Wenn die USA nun abermals nach Belieben Regierungen stürzen, ferne Länder bombardieren und umpflügen, dann kehrt das Faustrecht in die internationalen Beziehungen ungebremst zurück. Zwischen 1776 und 2026 hat die Weltmacht USA rund 400 militärische Interventionen in anderen Ländern durchgeführt – die meisten haben mehr Probleme verursacht als gelöst.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Hybris der EU-Spitzen – allen voran EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Bundeskanzler Friedrich Merz –, mit der sie internationale Rechtsnormen verächtlich machten und den Angriffskrieg anfänglich rechtfertigten, aufmerksam verfolgt. Er wird dies in der Ukraine zu seinem eigenen Vorteil nutzen.
Quelle: Johannes Varwick und Fabio De Masi in der Berliner Zeitung (Bezahlschranke)
dazu: Gewalt, Vernichtung und Annexion im Westjordanland: Im Schatten des Iran-Kriegs
Es war eine Hinrichtung: Am vergangenen Wochenende starb eine ganze palästinensische Familie im Westjordanland im Kugelhagel der israelischen Armee. Der 35-jährigen Mutter, dem 37-jährigen Vater sowie ihren fünf und sieben Jahre alten Kindern wurde während einer Autofahrt im Norden des Westjordanlands in den Kopf geschossen. Zwei weitere Kinder des Paares wurden verletzt. In einer gemeinsamen Erklärung gaben die israelische Armee und Polizei an, das Fahrzeug der Familie als „unmittelbare Bedrohung für ihre Sicherheit“ wahrgenommen zu haben. Das palästinensische Außenministerium hingegen betonte auf der Plattform X, von einem „isolierten“ Vorfall könne keine Rede sein. Vielmehr habe man es mit einer „umfassenden und systematischen“ Vorgehensweise Israels zu tun.
Quelle: unsere zeit
dazu auch: Eugene Doyle: Francesca Albanese zum Schweigen bringen – „Nicht in unserem Namen“: Gedanken zu Gaza
Die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese steht erneut im Mittelpunkt einer Hetzkampagne wegen einer Rede, die sie letzte Woche auf dem Al-Jazeera-Forum gehalten hat und die von der pro-israelischen und gegen die Vereinten Nationen gerichteten NGO „UN Watch“ „manipuliert“ wurde, um fälschlicherweise zu behaupten, sie habe Israel als den „gemeinsamen Feind“ bezeichnet. Albanese antwortete – wie die Originalaufzeichnung der Rede zeigt –, dass sie sich auf „das System, das den Völkermord in Palästina ermöglicht hat“ als den „gemeinsamen Feind“ bezog. Albanese gab in ihrer Ansprache keine derartige erfundene Aussage ab, sondern kritisierte vielmehr die Untätigkeit des Westens während des Völkermords in Gaza. Dies ist ein Rückblick auf das Jahr 2023, als Eugene Doyle, Mitwirkender beim Asia Pacific Report, Albanese in Neuseeland traf.
Quelle: Seniora.org
dazu auch: EDIP: Wie die EU Europa zur Kriegswirtschaft umbaut
Eine umfassende Analyse des «European Defence Industry Programme» und der «European Defence Industrial Strategy»
Europa befindet sich in einer tiefgreifenden Zäsur: Während zivile Industrien abwandern, soziale und infrastrukturelle Haushalte gekürzt werden, läuft parallel eine massive militärische Aufrüstung. Doch diese Aufrüstung erscheint nicht lediglich als Antwort auf geostrategische Bedrohungen – sie ist Teil einer viel weitergehenden strategischen Logik: Europas Wirtschaft wird von Friedens- auf Kriegswirtschaft umgeschaltet. In diesem Prozess spielen zwei EU-Instrumente eine Schlüsselrolle: die European Defence Industrial Strategy (EDIS) sowie das European Defence Industry Programme (EDIP).
Quelle: Globalbridge
und: Die nukleare Abschreckung – unsere neue Maginot-Linie?
Die jüngsten Äußerungen von Emmanuel Macron zur nuklearen Abschreckung wurden sowohl in den Medien als auch in der Politik weithin als Ausdruck realistischer Entschlossenheit angesichts der Bedrohungen unserer Zeit begrüßt. Vor dem Hintergrund der Kriege in der Ukraine und im Iran, globaler strategischer Rivalitäten und sich wandelnder Allianzen gilt die Bekräftigung der französischen „Schlagkraft“ als Garant für Glaubwürdigkeit und Schutz. So wird es zumindest dargestellt.
Doch hinter dieser scheinbaren Selbstverständlichkeit lohnt es sich, die Doktrin der nuklearen Abschreckung genauer zu hinterfragen. Ist sie eine angemessene Antwort auf die heutigen Realitäten oder wird sie zu unserer neuen Maginot-Linie – beruhigend im Erscheinungsbild, strategisch jedoch überholt?
Quelle: pressenza
Anmerkung unseres Lesers F.K.: Wer hätte das gedacht, wobei doch immer die Arbeitslosen von der Politik als Schuldige und Hemmnis genannt werden.
dazu auch: Das Märchen vom Sozialtourismus
Rechtspopulisten behaupten, der deutsche Sozialstaat ziehe bedürftige Menschen aus aller Welt an. Forschende zeigen, warum das nichts mit der Realität zu tun hat.
Eine der zentralen Erzählungen der AfD ist, dass Ausländerinnen und Ausländer nach Deutschland kommen, um Sozialleistungen zu beziehen. Zudem stellten sie die „überwältigende Mehrheit“ der Bürgergeldbeziehenden. So behauptete etwa die AfD-Chefin Alice Weidel, 62 Prozent der leistungsbeziehenden Familien hätten „keinen deutschen Pass“. Dass viele Behauptungen „sowohl konzeptionell als auch empirisch haltlos“ sind und Rechtspopulisten Daten politisch instrumentalisieren oder falsch interpretieren, zeigen Florian Blank vom WSI und Eike Windscheid-Profeta aus der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung sowie Jutta Schmitz-Kießler von der Hochschule Bielefeld in einer aktuellen Analyse.
Quelle: Hans Böckler Stiftung
dazu: Die falsche Empörung
Um den Opfern der Epstein-Enthüllungen gerecht zu werden, reicht nicht die Bestrafung der Verbrecher. Es braucht einen fundamentalen Sinneswandel.
Der Epstein-Skandal bringt es an den Tag: Wir haben uns in viel mehr getäuscht, als viele Menschen bisher glaubten. Viele derjenigen, die die Geschäfte der Welt lenken, sind in die abscheulichsten Verbrechen verstrickt, die sich ein Mensch überhaupt nur vorstellen kann. Doch ist das wirklich neu? Wussten wir das nicht? Wussten wir nicht, dass Macht über andere nicht von Korruption, Lüge und auch Mord zu trennen ist? Wussten wir nicht, dass seit Menschengedenken Kinder gequält werden? Warum überrascht es uns jetzt so? Was ist der eigentliche Skandal?
Quelle: Manova
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