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Titel: Hinweise des Tages
Datum: 26. März 2026 um 8:51 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
Verantwortlich: Redaktion
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dazu auch: Nur die Mauer lässt sie leben
Die Abschiedstournee der Sozialdemokraten läuft auf Hochtouren. Sie ahnen wohl auch, dass die Brandmauer ein Bauwerk auf Zeit ist.
Die 25,9 Prozent, die die Sozialdemokraten letzten Sonntag bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz erreicht haben, täuschen sicherlich nicht darüber hinweg: Die Genossen sind auf Abschiedstournee. Die 5,5 Prozent, die sie bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg vor drei Wochen einfuhren, sind da schon deutlich aussagekräftiger. Es ist vorbei — noch nicht ganz natürlich, eine unbändige Kraft hält die Partei noch am Leben. Es ist aber nicht die eigene Kraft, sondern die, die die Union aufbringen muss, um nicht aus Versehen mit jemandem zu koalieren, mit dem sie keine Koalition eingehen soll. Nur aus dieser Kraftanstrengung Dritter nährt sich die SPD noch.
Quelle: Roberto J. De Lapuente auf Manova
und: Unterschriftensammlung: SPD-Mitgliederbegehren zum Bürgergeld klar gescheitert
SPD-Linke wollten die Reform des Bürgergelds per Mitgliederbegehren stoppen. Das erforderliche Quorum von 20 Prozent haben sie jedoch deutlich verfehlt.
Der Widerstand der SPD-Linken gegen die geplante Reform des Bürgergelds ist gescheitert. Ein Mitgliederbegehren fand nicht ausreichend Unterstützung der Basis. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurden statt der erforderlichen 69.891 Unterschriften lediglich 2901 Stimmen eingereicht. Das nötige Quorum von 20 Prozent der Mitgliedschaft kam in der dreimonatigen Frist nicht zusammen. Die Frist lief in der Nacht zum Dienstag ab.
Quelle: DER SPIEGEL
Anmerkung unseres Lesers J.A.: Das Mitgliederbehren wurde von der Ex-Juso-Vorsitzenden Franziska Drohsel und den Jusos initiiert, die laut Wikipedia 75.000 Mitglieder haben. Die Jusos sind mit dem Thema vertraut und Internet-affin. Wenn die es nicht schaffen, in mehreren Wochen mehr als 2.900 Stimmen zusammen zu kriegen, dann ist nicht nur die SPD, sondern sind auch die Jusos sozialpolitisch am Ende. Wie ist das möglich?
Anmerkung unseres Lesers J.A.: Das ist Regieren im Fieberwahn bzw. getrieben von Machthabern aus Wirtschaft und Finanzbranche. Merz und Klingbeil machen keinen Hehl daraus, dass sie die Landtagswahlen in BaWü und Rheinland-Pfalz abgewartet haben, um ihre radikalen Ideen zur weiteren Enteignung der Arbeitnehmer aus dem Schrank zu holen. Das ist dann ein wildes Sammelsurium von angebotsorientierten Ideen – Einkommensteuersenkungen, Mehrwertsteuererhöhung, Abschaffung von Ehegattensplitting und beitragsfreier Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse -, lauter Ideen, die schon in den letzten Wochen probeweise durch die Gazetten gereicht wurden. Fast alles daran ist arbeitnehmerfeindlich, sozialstaatsfeindlich und die Wirtschaft schädigend, aber Hauptsache “Reformen”, Klingbeil und Merz voll auf einer Wellenlänge. Kein Wort davon, dass die Löhne viel zu niedrig sind; kein Wort, oder nur eine verschämte Spekulation, zur höheren Besteuerung von Firmengewinnen; die ganze Chose unter dem verlogenen Label “Modernisierung”. Wenn die Parteimitglieder der SPD es nicht schaffen (was absehbar ist), diesen nächsten Angriff auf die Mehrheit der Menschen zu verhindern, dann war’s das mit der Partei.
dazu: Steuererhöhungen: Chaos bei Reformvorschlägen – auch Merz tappt in die Habeck-Falle
Mehrwertsteuer, Ehegattensplitting, Mitversicherung: Erste Vorschläge der Regierung sickern durch – und lassen am richtigen Reformkurs zweifeln. […]
Immer wieder begeht die Politik den gleichen Fehler einer wirren und unabgestimmten Kommunikation punktueller Reform-Details. Das zeugt auch bei der Merz-Koalition von einer schlechten Organisation und Führung von Fraktionen und Regierung. Man könnte es auch die „Habeck-Falle“ nennen, in die auch Merz tappt, im Andenken an den katastrophalen „Heiz-Hammer“ der Ampelkoalition. Was bleibt nun beim Bürger hängen?
Bei diesen ersten Reformhäppchen der Regierung Merz entsteht der Eindruck, dass man die Kleinen hängt und die Großen wieder einmal laufen lässt:
Anstatt bei Pharmaindustrie und Ärzten die Kosten bei Medikamenten und Verschreibungswut zu kürzen, holt man sich das Geld nun bei den gesetzlich versicherten Familien.
Anstatt die Mineralölkonzerne bei den Spritpreisen zu deckeln und Übergewinnsteuern einzutreiben, holt man sich nun das Geld beim Verbraucher über die Mehrwertsteuer.
Anstatt Steuerhinterzieher zu belangen und Steuerschlupflöcher zu stopfen, müssen nun Familien bei der Einkommensteuer draufzahlen.
Quelle: Berliner Zeitung (Bezahlschranke)
dazu auch: Klingbeil “ein guter Mann”: “Neue Agenda-Politik”: Schröder gibt der SPD Ratschläge
Mit seiner Agenda-2010-Politik mutete Gerhard Schröder seiner SPD einst viel zu. Jetzt fordert der Altkanzler erneut “echten Willen und Mut” zu einem wirtschaftsfreundlichen Reformkurs. In der Personalfrage an der Spitze seiner Partei schlägt sich der 81-Jährige auf die Seite von Co-Chef Klingbeil.
Altkanzler Gerhard Schröder rät seiner Partei, der SPD, zu einem konsequent wirtschaftsfreundlichen Reformkurs, ähnlich wie bei seiner Agenda-2010-Politik – und dazu, sich von der Doppelspitze mit zwei Vorsitzenden zu verabschieden. Mit Blick auf die SPD-Niederlagen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sagte er der “Süddeutschen Zeitung”: “Wir haben die Wirtschaft vernachlässigt, wir haben uns zu sehr mit Nebenthemen beschäftigt.” Und: “Eigentlich braucht das Land jetzt eine neue Agenda-Politik, aber das kann nur klappen, wenn die SPD das mit echtem Willen und Mut angeht.”
Nur missmutig Reformen und kleinen Schritten zuzustimmen, sei der falsche Weg, betonte der 81-Jährige.
Quelle: n-tv
Anmerkung unseres Lesers J.A.: Schröder behauptet einfach mal so, seine desaströse Politik, die die deutsche Volkswirtschaft, die Infrastruktur und die Gesellschaft ruiniert hat, auch mitverantwortlich ist für die Wiederkehr des Faschismus in die deutsche Politik, sei erfolgreich gewesen. Von der Denkfigur ausgehend fordert er dann eine Wiederholung bzw. Verschärfung unter der Prämisse, dieser Wahnsinn zulasten der Arbeitnehmer und der Binnenwirtschaft, aber (wieder einmal) zugunsten des Großkapitals, sei “gesellschaftlicher Fortschritt” und “mutig”. Während Schröder (und Lafontaine) die Bundestagswahl 1998 noch mit über 40 Prozent gewonnen hatten, erreichte die Partei nach Schröder und dank der “Agenda 2010” nie mehr als 26 Prozent, 2025 unter Scholz/Klingbeil sogar nur 16,4 Prozent. Seit zwanzig Jahren verwalten wechselnde Parteivorsitzende nur noch den Niedergang und die immer weitere Rechtsentwicklung der SPD, und Schröder will endlich den Deckel drauf machen: nach den nächsten “Reformen” wird die Partei 2029 mit der 10-Prozent-Marke ringen und könnte 2037 aus dem Bundestag fallen. Klingbeil ist tatsächlich der richtige Mann, den letzten Sargnagel einzuschlagen.
und: SPD-Chef Lars Klingbeil: Ein Brechreiz bei den Arbeitern
Eins muss man ihm lassen: Gerhard Schröder hat dieses Land verändert. Durch seine Agenda 2010 verantwortet dieser Mann den größten Sozialabbau der bundesdeutschen Geschichte, Stichwort: Hartz IV. Zudem hat seine rot-grüne Regierung in den 2000er Jahren durch die Liberalisierung der Finanzmärkte den Finanzspekulanten Tür und Tor geöffnet. Nicht zu vergessen: Der »Genosse der Bosse« hat in seiner Regierungszeit den Spitzensteuersatz und die Körperschaftsteuer gesenkt. Bis heute prallt Kritik an dieser Politik an dem früheren SPD-Kanzler ab. Mehr noch: Jetzt empfiehlt Schröder seiner nach den vergangenen Landtagswahlen strauchelnden Partei eine »neue Agenda-Politik«.
Offenbar lebt dieser Mann auf dem Mond und hat nicht mitgeschnitten, was die Sozen als aktueller Juniorpartner der Merz-CDU zuletzt verzapft haben. Der Tiefpunkt: die Abschaffung des Bürgergeldes, was faktisch eine Rückkehr zum von Schröder so geliebten Hartz-IV-Sanktionsregime ist. Und genau hier liegt das Problem: Die Sozialdemokratie hat sich nie von der Agenda-Politik abgewendet. Sie wird zu Recht nicht mehr als politische Vertretung der »kleinen Leute« angesehen. Wie auch? Zu oft hat man in jüngster Vergangenheit mit der Union zusammen Politik gemacht; und zu oft konnte man dabei nicht erkennen, wer von beiden wer ist. Typen wie Parteichef Lars Klingbeil erzeugen bei vielen Arbeitern und Angestellten inzwischen verständlicherweise einen Brechreiz. Das war unter Parteichef Oskar Lafontaine anders – auch wenn der nur noch ein Schatten seiner selbst ist.
Quelle: nd
dazu auch: Skandal durch Andeutung: Wie belastbar sind die Vorwürfe gegen Christian Ulmen wirklich?
Leser, Medien und Politik reagieren auf einen vermeintlichen Deepfake-Skandal. Doch die entscheidende Frage bleibt: Beruht die Aufregung auf belastbaren Aussagen oder auf geschickten Andeutungen?
Ganz Deutschland ist in heller Aufregung: Der Spiegel-Bericht vom 21. März 2026 „Du hast mich virtuell vergewaltigt“ hat bei Lesern, Medien und Politikern den Eindruck hinterlassen, Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes verdächtige ihn, sexualisierte Deepfakes erstellt und verbreitet zu haben – also Fotomontagen, bei denen ihr Gesicht so in pornografische Inhalte hineinretuschiert worden sei, dass der Eindruck entsteht, sie selbst sei in diesen Szenen zu sehen.
Der Bericht wirft Fragen auf. Darunter, ob Christian Ulmen und die deutsche Öffentlichkeit Opfer einer irreführenden Spiegel-Inszenierung geworden sind? Und in welchem Licht erscheinen die damit begründeten Strafrechtsverschärfungen?
Quelle: Ostdeutsche Allgemeine
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