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Titel: Hinweise des Tages

Datum: 23. April 2026 um 8:47 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
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  1. Kriege entstehen nicht aus Lust und Laune – Immer geht es um Interessen
  2. Trump verlängert Waffenruhe einseitig: Geopolitisches Patt mit Folgen für Weltwirtschaft
  3. Die „europäische Führungsrolle“ der Bundeswehr
  4. Zur Ökonomie des Drohnenkrieges: Startups, Tod und Palantir
  5. Verblödungsmaschine
  6. Haltungsjournalismus nutzt der AfD
  7. Keine grüne Modernisierung? Dann wenigstens eine autoritäre
  8. EU stellt App zur Alterskontrolle vor. Um „Jugendschutz“ geht es dabei nicht: Nackte Lügner
  9. Öffentliche Investitionen: Weiterhin breite Mehrheit der Bevölkerung für massive Erhöhung
  10. Mehr Morde, mehr Vergewaltigungen, 80 Messerattacken am Tag: Die Wahrheit hinter Dobrindts Kriminalstatistik
  11. Anthropics KI-Modell Mythos: Das Ende des Internets, wie wir es kennen?
  12. Er war alles, was man nicht wollte
  13. Kaufhauskette zahlt keine Miete: Galeria wird zur Mietnomadin
  14. Todesverdachtsfälle nach Corona-Impfung: Paul-Ehrlich-Institut erkennt kein Risikosignal
  15. Bewerbung für Olympische Spiele: Gegenargumente unterschlagen

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Kriege entstehen nicht aus Lust und Laune – Immer geht es um Interessen
    Die Aussagen des US-Präsidenten nur als Blasphemie zu begreifen, wäre zur kurz gegriffen. Sie beinhalteten all das, wovor der Papst während der diesjährigen Osterfeierlichkeiten warnte: Vor einer sich ausbreitenden Gleichgültigkeit, einem Verlust von Mitmenschlichkeit, dem Willen zur Dominanz und zum Krieg, statt auf Frieden durch Dialog und Ausgleich zu setzen.
    Es gelte immer das, was der US-Präsident zuletzt sage, lautete eine Kommentierung einer späteren verbalen Drohgebärde Trumps, bei der es um die Auslöschung des Iran als Zivilisation ging. Schließlich habe er danach Emissäre nach Pakistan geschickt.
    So wird die Verfallszeit politischer Erklärungen extrem beschleunigt. Man könnte das auch, um einen Gedanken „der Kuttner“ (auf Facebook veröffentlicht) zu klauen, ganz anders bezeichnen: Auskotzen ohne nachzudenken.
    facebook.com/reel/1078978828357324
    Wer sich auf eine derartige Achterbahn einlässt, hat zwei Optionen: Entweder das gedankenlose Auskotzen zu allem wird zum eigenen Programm oder man versteht bald gar nichts mehr und vermutet, im Irrenhaus gelandet zu sein, womöglich in Shutter Island, wo nichts so ist, wie es scheint.
    Quelle: Petra Erler

    dazu auch: Die Nation ohne Rücksicht
    Ein „Worst-of“ der historischen Fehlleistungen der USA zeigt, warum wir dem Land auch unter Donald Trump nicht trauen können.
    Die illegalen Kriege der USA nach 1945 sind vielen Menschen mittlerweile ein Begriff. Hierzu hat besonders der Historiker Daniele Ganser mit seinem gleichnamigen Buch einiges beigetragen. Doch nicht erst, seit die Vereinigten Staaten sich im 20. Jahrhundert zum Imperium gemausert haben, findet sich die Spur der Rücksichtslosigkeit in ihrer Geschichte. Im Grunde ist die Tendenz zur militärischen Auseinandersetzung bereits seit ihrer Entstehung zu beobachten. Schon die Besiedelung des nordamerikanischen Kontinents trägt diese Handschrift, die sich bis in die Gegenwart zieht und aktuell im Iran zu beobachten ist. Uwe Froschauer wendet sich in diesem Artikel direkt an Donald Trump und prangert dessen offensichtliche Bereitschaft zur Eskalation an.
    Quelle: Manova

  2. Trump verlängert Waffenruhe einseitig: Geopolitisches Patt mit Folgen für Weltwirtschaft
    In letzter Minute hatte US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe am Dienstagabend verlängert – allerdings nur einseitig. Teheran hat keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten und bereits zuvor die Teilnahme an der zweiten Runde der Verhandlungen in Pakistan wegen der US-Seeblockade abgelehnt.
    Mohammad Bagher Ghalibaf, Berater des Parlamentspräsidenten und Verhandlungsführer mit den US-Amerikanern, erklärte als erste Reaktion, dass Trumps Verlängerung der Waffenruhe eine List sei, um “Zeit für einen Überraschungsangriff zu gewinnen”. Es bleibt von daher auch unklar, ob sich Iran an die von Trump verlängerte Waffenruhe gebunden fühlt. Iran werde die für den globalen Ölmarkt wichtige Straße von Hormus nicht freigeben, solange die US-Blockade andauere, meldete die Tasnim News Agency. Notfalls werde sie mit Gewalt durchbrochen, schrieb das Medium der iranischen Revolutionsgarde. Damit reagierte die IRGC auf Trumps Statement, dass die Seeblockade Irans weiterhin bestehen bleibt.
    Quelle: RT DE

    Anmerkung Christian Reimann: Hauptverlierer dieser Entwicklung könnten insbesondere Deutschland und die EU sein. Die Bundesregierung sollte endlich den Weg der Diplomatie mit Russland gehen und für günstige Energieträger sorgen.

    dazu: Trumps „Grand Bargain“: ein Deal ohne Gegenseitigkeit
    Washington verlangt von Teheran Verzicht, Gefolgschaft und strategische Selbstentkernung – und nennt es Verhandlung. Der eigentliche iranische „Grand Bargain“ sah seit Jahren etwas anderes vor: Gegenseitige Zugeständnisse statt einseitiger Unterwerfung.
    Quelle: Globalbridge

    dazu auch: Kriegsziel verfehlt
    Von Anfang an ging es im Krieg gegen Iran auch um China – nicht für Israel, aber für die USA. Der insbesondere zu Beginn verfolgte Plan der Trump-Regierung, in Teheran ein prowestliches Regime zu installieren – entweder per Regierungssturz oder auch mit einer „venezolanischen Lösung“, also per außenpolitischer Umpolung mit Hilfe einer Person aus den Reihen des alten Regimes –, zielte ganz offen darauf, der Volksrepublik nach Venezuela einen zweiten bedeutenden Kooperationspartner abspenstig zu machen. Wäre das gelungen, dann hätte Peking nicht nur Einfluss am Persischen Golf verloren, sondern auch Öl. Zuletzt hatte China rund 12 Prozent seines Ölimports aus dem Iran bezogen, 4 Prozent aus Venezuela; es ging also insgesamt um 16 Prozent der gesamten chinesischen Einfuhr. Noch deutlicher wurden die Dinge, wenn man einen Blick auf die Vorräte warf. „Venezuela und Iran besitzen 31 Prozent der Ölreserven weltweit“, erklärte der ultrarechte US-Senator Lindsey Graham im März auf „Fox News“: Dass Washington all dies unter seine Kontrolle bringen könne, sei „Chinas Albtraum“.
    Quelle: unsere zeit

  3. Die „europäische Führungsrolle“ der Bundeswehr
    Das Bundesverteidigungsministerium legt erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine ausformulierte Militärstrategie für die Bundeswehr vor. Das Papier, dessen Hauptelemente Verteidigungsminister Boris Pistorius am Mittwoch öffentlich vorstellte, bekräftigt das Vorhaben, die Bundeswehr solle bis 2035 zur „stärksten konventionellen Armee in Europa“ werden. Auch müsse sie „ihre europäische Führungsrolle festigen“. Von einer nicht bloß „innovativen“, sondern künftig „technologisch überlegenen“ Streitmacht ist die Rede. Entsprechend sieht ein neues Fähigkeitsprofil für die Bundeswehr nicht bloß eine massive Aufrüstung mit weitreichenden Waffen, sondern auch eine „Nutzung von Automatisierung und autonomen Fähigkeiten“ in der künftigen Kriegführung vor. Damit ist unter anderem ein breiter Einsatz von KI durch die Truppe gemeint. Spätestens im Jahr 2035 soll die Bundeswehr gemeinsam mit der Reserve eine Stärke von gut 460.000 Soldaten erreichen. Die Reserve ist dabei auch als „Brücke“ in die Zivilgesellschaft zugunsten einer sozialen Militarisierung konzipiert. Mit den Maßnahmen will die Bundesrepublik auch militärisch zur Zentralmacht Europas werden. Dies festigt ihre Dominanz über den Kontinent.
    Quelle: German Foreign Policy

    dazu: Den Feind markieren
    Verteidigungsminister Pistorius stellt »erste Militärstrategie« der Bundeswehr vor. Sie richtet sich vor allem gegen Russland […]
    Die sogenannte internationale Rechtsordnung sei so sehr in Frage gestellt wie »wahrscheinlich seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie«, behauptete Pistorius. »Die Welt ist unberechenbarer geworden und ‌ja, man muss auch sagen, gefährlicher«, sagte der Minister weiter, meinte damit aber offenbar nicht die »Partner« USA und Israel, die mit ihren Kriegen Westasien endgültig ins Chaos stürzen wollen. Nein, die angeblich »erste deutsche Militärstrategie« (so nachzulesen auf der Website des Ministeriums) richtet sich wie alle anderen Strategien des deutschen Imperialismus der vergangenen 130 Jahre in der Hauptsache gen Osten.
    Quelle: junge Welt

  4. Zur Ökonomie des Drohnenkrieges: Startups, Tod und Palantir
    Der Krieg in der Ukraine entfaltete sich schnell als Abnutzungskrieg, in dem monate- und jahrelang mit enormem Materialaufwand um wenige Kilometer gekämpft wird – bei zugleich massenhafter Verstümmelung und Vernichtung von Menschenleben. Nach unterschiedlichen Schätzungen gehen mittlerweile 70 bis 90 Prozent der Tötungen und Verwundungen auf den Einsatz unbemannter Systeme zurück. Während nach dem ersten Jahr des Krieges davon ausgegangen wurde, dass beide Konfliktparteien je etwa 10.000 Drohnen pro Monat verbraucht hätten, gehen die Schätzungen für die ukrainische Seite mittlerweile von etwa 5.000 bis 9.000 Stück pro Tag aus.
    Quelle: unsere zeit
  5. Verblödungsmaschine
    Die Debatte über ökonomische Fragen bewegt sich in Deutschland zwischen kindlicher Naivität und esoterischem Wunderglauben. So sind sich Journalisten, Politiker und Experten einig, dass „Reformen“ am besten „schmerzhaft“ sein müssen, um zu wirken. Warum es immer die Durchschnittsverdiener und Armen sind, an deren Schmerzen das Land genesen soll, bleibt ein Geheimnis.
    Nun, da 108 „interne“ Konzeptseiten mit Kahlschlagsplänen für Alleinerziehende, Familien, Kinder, Jugendliche, Pflegebedürftige, Rentner und Menschen mit Behinderung öffentlich geworden sind, springt der Rechtfertigungsapparat erneut an. Um noch einen draufzusetzen erklärt Kanzler Merz, dass die gesetzliche Rente nur eine „Basisabsicherung“ sei, die nicht zum Leben reichen muss. Die Medienwelt zitiert ihn brav. Da drängen sich Fragen auf: Ist die ganze Maschinerie verblödet? Oder ist es eine Verblödungsmaschinerie?
    Quelle: unsere zeit
  6. Haltungsjournalismus nutzt der AfD
    Der vielleicht größte Schaden des Falls CORRECTIV liegt nicht einmal in der juristischen Niederlage selbst. Er liegt darin, dass wieder einmal genau jener Verdacht bestätigt wird, der den Journalismus seit Jahren zersetzt. Der Verdacht nämlich, dass zu viele Redaktionen nicht mehr zuerst wissen wollen, was ist, sondern vor allem zeigen möchten, auf welcher Seite sie stehen.
    Das Landgericht Berlin II hat CORRECTIV im März 2026 mehrere zentrale Aussagen zum Potsdamer Treffen untersagt. Im Kern ging es um die Behauptung, dort sei ein „Masterplan“ zur Ausweisung deutscher Staatsbürger besprochen worden. Nach Darstellung des Gerichts war diese Einordnung rechtswidrig. In der inzwischen bekannt gewordenen Begründung ist von „im Wesentlichen unwahr“ sowie von „unklar, ungenau und unvollständig“ die Rede. CORRECTIV ist in Berufung gegangen. Rechtskräftig ist das alles also noch nicht. Aber publizistisch ist der Schaden längst eingetreten.
    Denn das Problem ist größer als ein misslungener Text. Es geht um ein journalistisches Klima, in dem die Wirkung oft wichtiger geworden ist als die saubere Beweisführung. Die Recherche sollte offenkundig keinen Sachverhalt aufdecken. Sie sollte ein politisches Signal auslösen. Genau das tat sie auch. Das Land demonstrierte, Theater inszenierten den Stoff, die moralische Wucht war enorm. Nur stand diese Wucht am Ende auf einem Fundament, das erkennbar brüchiger war als die öffentliche Aufladung.
    Quelle: Ruhrbarone
  7. Keine grüne Modernisierung? Dann wenigstens eine autoritäre
    Joe Kaeser galt jahrelang als Gesicht des grünen, inklusiven Kapitalismus. Jetzt fordert der ehemalige Siemens-Chef eine Minderheitsregierung der Union und nimmt eine Kooperation mit der AfD in Kauf. […]
    Am Montag dann veröffentlichte The Pioneer ein bemerkenswertes Interview, das Gabor Steingart mit dem Manager geführt hat. Jetzt klingt es, als spreche dort ein völlig anderer Mann.
    Die Union, so Kaeser, stecke in einer taktischen Sackgasse. Sie könne derzeit nur mit der SPD koalieren und brauche den Mut, sich von diesem Koalitionszwang zu befreien. Es werde sich zeigen, ob sie bereit sei, „mit einer Minderheitsregierung das Land durchzuschütteln“. Dann endlich gebe es einen Riesenaufruhr. Die Brandmauer, antwortet er auf Nachfrage, werde „in Flammen aufgehen oder auch nicht“.
    Quelle: Über Rechts
  8. EU stellt App zur Alterskontrolle vor. Um „Jugendschutz“ geht es dabei nicht: Nackte Lügner
    Nur wenige Stunden haben Fachjournalisten und Sicherheitsexperten gebraucht, um EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) nackt dastehen zu lassen. Am Mittwoch vergangener Woche stellte sie zusammen mit EU-Digitalkommissarin Henna Virkunnen die Alterskontroll-App der EU vor. Die sei „technisch fertig“, behauptete von der Leyen bei der Gelegenheit, und funktioniere auf „jedem“ Gerät. Das Online-Magazin „netzpolitik.org“ kam kurz darauf zu einem abweichenden Schluss: „Die App ist noch nicht fertig und läuft nicht auf jedem Gerät.“ Zwei Tage darauf meldete „Heise“, Hacker hätten keine zwei Minuten gebraucht, um den „Goldstandard“ zu knacken – so hatte ein EU-Beamter die App in einem Presse-Briefing bezeichnet.
    Worum geht es – und woher die Eile der EU?
    Quelle: unsere zeit
  9. Öffentliche Investitionen: Weiterhin breite Mehrheit der Bevölkerung für massive Erhöhung
    Die Bevölkerung ist sich weitgehend einig darin, dass der Staat mehr Geld in die Infrastruktur stecken muss – auch wenn dafür neue Kredite nötig sind. Das ergibt eine neue Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung auf Basis repräsentativer Umfragedaten.
    Der Investitionsstau in Deutschland ist unübersehbar: Züge fallen regelmäßig aus, Schulunterricht auch, Krankenhäuser und Brücken sind marode, die gesetzlichen Klimaziele wurden zuletzt nur knapp erreicht. Um gegenzusteuern, hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr das „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ in Höhe von 500 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Damit hat sie einem weit verbreiteten Bedürfnis Rechnung getragen: Schon 2021 sprach sich eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung für zusätzliche öffentliche Investitionen aus. Laut der neuen Untersuchung des IMK hat diese Zustimmung nicht nachgelassen – im Gegenteil: Trotz des Sondervermögens hat der Anteil derjenigen, die noch mehr staatliche Ausgaben befürworten, mit Blick auf die meisten Bereiche der öffentlichen Infrastruktur und unabhängig von der Parteipräferenz zugenommen. Kredite zur Finanzierung dieser Ausgaben befürworten 59 Prozent, weitere 20 Prozent sind in dieser Frage unentschieden. Bevorzugt werden allerdings Umschichtungen in staatlichen Haushalten.
    Quelle: Hans Böckler Stiftung
  10. Mehr Morde, mehr Vergewaltigungen, 80 Messerattacken am Tag: Die Wahrheit hinter Dobrindts Kriminalstatistik
    Weniger Straftaten, mehr Morde – Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) präsentierte heute bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2025 neue Zahlen zur Kriminalität in Deutschland. Sie zeigen: Hinter der scheinbaren Erfolgsmeldung stecken auch bittere Wahrheiten. Während die Gesamtzahlen laut Statistik sinken, wächst die Sorge vor schwerer Gewalt, Messerattacken und einem hohen Anteil von Migranten unter den Tatverdächtigen.
    Quelle: Merkur
  11. Anthropics KI-Modell Mythos: Das Ende des Internets, wie wir es kennen?
    Das KI-Unternehmen Anthropic hält sein neues Modell Mythos unter Verschluss – es kann Sicherheitslücken in kritischer Software autonom aufspüren und ausnutzen.
    Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat sein jüngstes Sprachmodell mit dem Namen “Mythos” nicht öffentlich freigegeben. Der Grund: Interne Tests ergaben, dass das Modell in der Lage ist, eigenständig Schwachstellen in weit verbreiteter Software zu finden und auszunutzen – darunter das quelloffene Betriebssystem Linux, auf dem ein Großteil der modernen IT-Infrastruktur basiert.
    Statt einer breiten Veröffentlichung erhielten im Rahmen des Programms “Project Glasswing” bislang nur ausgewählte Unternehmen wie Amazon, Apple, JPMorgan Chase und rund 50 weitere Organisationen Zugang, um Mythos zur Absicherung ihrer eigenen Systeme einzusetzen, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Was bedeutet das für die digitale Zukunft?
    Quelle: Telepolis
  12. Er war alles, was man nicht wollte
    Die ­Filmschaffenden ­Stina Werenfels und ­Samir würdigen mit «Hirschfeld – unbekannter ­Bekannter» einen Mann, der in der Schweiz vergessen ging, auch weil man ihn ­vergessen wollte.
    «Hochwürden haben gesagt, man muss das annehmen. Und ich habe es angenommen. Jetzt ist es an Euch, Hochwürden, Euren Jud anzunehmen.» Der neue Film von Stina Werenfels und Samir beginnt mit «Andorra» von Max Frisch. 1961 im Zürcher Schauspielhaus aufgeführt. «Hirschfeld – Der unbekannte Bekannte» erzählt die Geschichte von Kurt Hirschfeld, Jude, Kommunist, Immigrant. Und als Intendant der Mann, dem das Zürcher Schauspielhaus seinen Ruf als Zentrum des kulturellen Widerstands gegen den Faschismus verdankt. Und der in Vergessenheit geriet, wohl auch, weil man ihn vergessen wollte. Seine Tochter Ruth Hirschfeld fasst das Verhältnis Zürichs und der Schweiz zu ihrem Vater so zusammen: «Man wollte ja eigentlich nicht einen Juden und einen Deutschen und schon gar keinen Kommunisten in der Schweiz.»
    Quelle: work
  13. Kaufhauskette zahlt keine Miete: Galeria wird zur Mietnomadin
    Mehrere Vermieter beklagen, im April keine Mietzahlungen von der Kaufhauskette Galeria erhalten zu haben. In mehreren Orten drohen Filialschließungen.
    Die Warenhauskette Galeria hat offenbar Probleme, ihre Mieten zu zahlen. Laut einem Bericht der Immobilien Zeitung beklagen mehrere Vermieter, dass Mietzahlungen für April nicht eingegangen sind. In einigen Fällen soll Galeria zudem um eine Stundung gebeten haben.
    Betroffen ist unter anderem die Filiale am Berliner Alexanderplatz, deren Immobilie der Commerz Real gehört. Die April-Miete sei bislang nicht gezahlt worden, sagte ein Unternehmenssprecher. „Wir beobachten das mit Sorge. Bisherige Kontaktversuche sind ins Leere gelaufen. Es ist niemand erreichbar, so dass wir uns fragen, wie es jetzt weitergeht“, sagte er.
    Quelle: taz
  14. Todesverdachtsfälle nach Corona-Impfung: Paul-Ehrlich-Institut erkennt kein Risikosignal
    Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erkennt in den 1223 Todesverdachtsfallmeldungen in einem Postmarketing-Bericht des Pharmakonzerns Pfizer kein Risikosignal. Der Bericht umfasst die ersten drei Monate nach der bedingten Zulassung des Impfstoffes Comirnaty von BioNTech/Pfizer (1. Dezember 2020 bis 28. Februar 2021). Helmut Sterz, ehemaliger Cheftoxikologe von Pfizer, sagte bei seiner Anhörung vor der Corona-Enquete-Kommission im März bezugnehmend auf diesen Bericht: „Spätestens da hätte man Comirnaty wieder vom Markt nehmen müssen“. Das PEI ist die in Deutschland zuständige Bundesbehörde für die Zulassung und die Überwachung der Sicherheit von Impfstoffen. Das Institut teilt Multipolar auf Anfrage mit: „Hätte es ein Risikosignal gegeben – wie später beispielsweise ein Signal von Myokarditis, wäre dem nachgegangen und darüber transparent berichtet worden.“
    Das PEI hebt gegenüber Multipolar den Zeitraum hervor, auf den sich der Bericht bezieht.
    Quelle: Multipolar
  15. Bewerbung für Olympische Spiele: Gegenargumente unterschlagen
    In Kiel sowie an Rhein und Ruhr wird für eine Olympiabewerbung gestimmt. Doch die Wahlbeteiligung ist sehr niedrig
    Mit zum Teil deutlichen Mehrheiten haben die Wählerinnen und Wähler in der Region Köln/Rhein-Ruhr für eine Bewerbung zur Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 gestimmt. »Was für eine Klarheit, was für ein breites Bürgervotum der Menschen für Olympia hier bei uns in Nordrhein-Westfalen«, zeigte sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Sonntag abend in Köln geradezu berauscht.
    Für Details wie jenes, dass lediglich 1,4 von vier Millionen Stimmberechtigten – also gerade mal ein Drittel – an den Abstimmungen teilgenommen hatten, war im Wüstschen Siegesrausch aber kein Raum.
    Quelle: junge Welt


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