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Titel: Hinweise des Tages II

Datum: 26. Juni 2026 um 16:45 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
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Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Frieden ist Krieg
  2. Operationsplan Deutschland offenlegen – Bundeswehr stuft Teile herunter
  3. EU will Schutzstatus für wehrfähige Ukrainer beenden
  4. Kontrollverlust in der Ukraine: Warum Militär-KI uns bereits entglitten ist
  5. Die Arktis – ein neuer Schauplatz für geopolitischen und wirtschaftlichen Einfluss
  6. Eine authentische Friedenserziehung erfordert ein diversifiziertes Friedenskonzept
  7. Verheerendes Erdbeben
  8. Einladung für Taliban ist ein «Schlag ins Gesicht der Frauen»
  9. Peter Thiels Geheimclub, offen wie ein Scheunentor
  10. Zeltstadt Berlin
  11. VW will 100.000 Jobs streichen – vier Werke auf der Kippe
  12. Ford korrigiert KI-Strategie mit Ingenieuren
  13. Leben ohne Social Media: „Nach zwei Wochen verbessert sich die psychische Gesundheit“
  14. Anwaltsverbände schreiben Brandbrief an Ursula von der Leyen
  15. Veranstaltungshinweise der Woche

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Frieden ist Krieg
    Trumps »Board of Peace« interessieren Israels Angriffe in Gaza nicht. Statt dessen fordert das Gremium die vollständige Entwaffnung der Palästinenser und kopiert damit Tel Avivs Position
    Nicht Frieden in Gaza, sondern Unterwerfung war von Anfang an das Ziel des »Friedensrats«. Das im Januar gegründete »Board of Peace« des US-Präsidenten Donald Trump versucht, jede Möglichkeit einer palästinensischen Staatlichkeit zu untergraben. »Die bisherigen Verhandlungen konzentrierten sich überwiegend auf Versuche des Boards, Änderungen durchzusetzen, denen die Palästinenser nie zugestimmt hatten.« Zu diesem Schluss gelangt das US-Nachrichtenportal Drop Site News auf Grundlage von zwei am Mittwoch geleakten Dokumenten, die einen Einblick in die jüngsten Verhandlungen bieten. Das erste sind die von der palästinensischen Delegation vorgeschlagenen Anpassungen an der Roadmap des »Friedensrats«; das zweite ist das Antwortschreiben von vergangener Woche von Nikolai Mladenow, dem »Hohen Vertreter« des exklusiven Gremiums, dem Trump auf Lebenszeit vorsitzt und in das sich eingeladene Staaten durch Zahlung von einer Milliarde US-Dollar einkaufen können.
    Quelle: junge Welt
  2. Operationsplan Deutschland offenlegen – Bundeswehr stuft Teile herunter
    Im Operationsplan Deutschland soll stehen, wie sich die Bundeswehr zusammen mit der Nato auf den Krieg gegen Russland vorbereitet. Genaues weiß man nicht, weil dieser Plan weitestgehend geheim ist. Inzwischen hat sich zumindest begonnen herumzusprechen, dass es ihn gibt. Er soll 1000 Seiten umfassen und wird als OPLAN Deutschland abgekürzt, als stelle allein der Name schon eine Legitimation dar. Da zivile Stellen und Infrastrukturen in den geplanten Krieg einbezogen sein sollen, aber mit Geheimnissen eine Zusammenarbeit zwischen Militär und zivilen Behörden nur schwer möglich ist, wurden die Fragen zu dem Plan und seinen Inhalten in den letzten Monaten drängender. Motto: Was sollen wir im Kriegsfalle tun, wenn ihr nicht sagt, was ihr vorhabt?
    Quelle: Overton Magazin

    Anmerkung unseres Lesers J.S.: Ein ausgezeichneter Artikel über die militärischen Planungen Deutschlands, den Oplan. Gruselig die Gedankenwelt dieser Leute. Sie glauben tatsächlich, einen Krieg führen zu können. Sie schwadronieren von 800.000 Soldaten, die über das Land ziehen und andere Fantasiegebilde. Ein Albtraum, den sie realisieren zu können glauben. Es kommt nicht in den Sinn, dass dann alles in Schutt und Asche liegt. Siehe Ende des WK 2. Dann als ungesicherte Basis dieser Gruselfantasien die “Hybride Bedrohung”. Mehr Gefühl als Wissen. Zusätzlich behaupten “unsere Dienste” eine Gefahr durch Russland. Von US-Geheimdiensten, deren Feststellungen und Aussagen, z.B. General Grynkewich, dass Russland keinen Angriff plane, haben sie nix gehört. Dieser ganze Wahnsinn wird durch die Regierung auch noch angefeuert. Unerträglich das alles.

  3. EU will Schutzstatus für wehrfähige Ukrainer beenden
    Auf Bitte der Regierung in Kiew will die EU-Kommission den automatischen Schutzstatus für ukrainische Männer zwischen 23 und 60 Jahren beenden. Die Mitgliedstaaten müssen noch zustimmen, Deutschland hat seine Position bereits deutlich gemacht.
    Die EU-Kommission will ukrainische Männer im wehrfähigen Alter von einer Regelung für einen automatischen Anspruch auf Schutz in der EU ausschließen. Der Vorschlag sehe vor, “dass neu ankommenden Personen kein vorübergehender Schutz gewährt werden soll, wenn sie die Ukraine aufgrund ihrer militärischen Verpflichtungen nach ukrainischem Recht nicht verlassen dürfen”, sagte EU-Innenkommissar Magnus Brunner.
    Quelle: tagesschau
  4. Kontrollverlust in der Ukraine: Warum Militär-KI uns bereits entglitten ist
    Wenn Drohnen die Funkverbindung kappen und selbstständig töten: Stehen wir vor einem “Flash War”? Interview Karl Hans Bläsius. (Teil 1) […]
    Die KI wird in zunehmendem Maße in alle Phasen der Kriegsführung hineinwirken. Entscheidungsprozesse können mit Hilfe von KI erheblich beschleunigt werden, und dies wird die Aufklärung, Planung und die Durchführung von Aktionen betreffen. Die Beschleunigung solcher Prozesse kann erhebliche militärische Vorteile bringen.
    Allerdings ist mit Nutzung der KI die Erwartung verbunden, dass alles schneller und besser wird. Schneller können Entscheidungen getroffen werden, aber diese müssen nicht notwendig besser sein. Denn Entscheidungen fallen in unsicherem Kontext. Die zu verarbeitenden Informationen sind vage, unsicher und unvollständig.
    Quelle: Telepolis
  5. Die Arktis – ein neuer Schauplatz für geopolitischen und wirtschaftlichen Einfluss
    Die ganze Welt hat es zu spüren bekommen, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Schließung einer wichtigen Route für die Handelsschifffahrt hat. Gibt es weitere wichtige Routen für die Handelsschifffahrt? Ja, es gibt eine, die in den nächsten Jahren an Bedeutung massiv gewinnen wird: die sogenannte North-East-Passage. Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Alexander Kouzminov hat die Situation unter die Lupe genommen.
    Quelle: Globalbridge
  6. Eine authentische Friedenserziehung erfordert ein diversifiziertes Friedenskonzept
    Bevor ich das Thema der Friedenserziehung anspreche, das für ProMosaik unter einem interkulturellen und interreligiösen Gesichtspunkt von wesentlicher Bedeutung ist, möchte ich versuchen, den Begriff des Friedens in einer Mosaikkultur zu definieren. Ein guter Ansatz ist meiner Meinung nach der etymologische Ansatz in Form eines multiperspektivischen Polylogs, indem man verschiedene etymologische Ansätze zusammenführt und miteinander verbindet.
    Quelle: pressenza
  7. Verheerendes Erdbeben
    Zehntausende Tote in Venezuela befürchtet. Regierung ruft Notstand aus. Hilfszusagen trotz der US-Blockade auch aus Kuba
    Nur ein halbes Jahr nach dem Überfall durch Donald Trumps mordende Soldateska wurde Venezuela von mehreren verheerenden Erdbeben heimgesucht, die zu den stärksten der vergangenen Jahre gehören. Die ersten beiden Erdstöße hatten das Land gegen 18 Uhr Ortszeit mit der Stärke 7,2 und 7,5 in einem Abstand von nur 39 Sekunden erschüttert.
    »Zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns Berichte über 32 Todesopfer und mehr als 700 Verletzte vor«, teilte die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez kurz darauf in einer Sendung des Fernsehsenders Venezolana de Televisión (VTV) mit. Sie fürchte jedoch, dass die Zahlen noch steigen werden. Der Bundesstaat La Guaira nördlich von Caracas sei ein einziges »Katastrophengebiet«. Angesichts der »Tragödie« rief Rodríguez den Notstand aus. »Ich rufe Ärzte, Krankenschwestern und das gesamte Gesundheitspersonal auf, sich an ihre Arbeitsplätze zu begeben, damit wir die Menschen versorgen können«, erklärte sie in der landesweit ausgestrahlten Ansprache.
    Quelle: junge Welt
  8. Einladung für Taliban ist ein «Schlag ins Gesicht der Frauen»
    Die Taliban verweigern Frauen Menschenrechte. Dennoch lud die EU sie ein. Eine afghanische Politikerin kritisiert dies scharf.
    Die EU-Kommission verhandelt mit den Taliban über die Abschiebung abgelehnter afghanischer Asylbewerber. Nach Angaben der EU ist dies keine diplomatische Anerkennung des Regimes.
    Quelle: Infosperber
  9. Peter Thiels Geheimclub, offen wie ein Scheunentor
    Eine Schweizerin legt die Mitgliederliste von Peter Thiels privatem Zirkel «Dialog» frei. Die Daten lagen ungeschützt im Netz.
    Die Luzerner «Hacktivistin» Maia Arson Crimew hat die geheimste Adressliste des Silicon Valley geknackt, wobei das ja so eine Sache ist mit dem Knacken. Crimew – halb Journalistin, halb Aktivistin, 64’000 Follower auf X und Bluesky – ist, wenn ich es richtig verstanden habe, einfach mal wieder irgendwo reinspaziert, quasi in eine offene Tür. Dahinter lag das Mitgliederverzeichnis der Gesellschaft «Dialog», jenes sehr privaten Zirkels, gern mit den Bilderberg-Konferenzen oder dem WEF verglichen, die der Milliardär Peter Thiel 2006 mitgegründet hat.
    Quelle: Infosperber
  10. Zeltstadt Berlin
    In Berlin leben mehrere Tausend Menschen auf der Straße, viele davon in Zelten. Die Behausungen prägen bisweilen das Stadtbild — sofern sie nicht zwischenzeitlich geräumt werden.
    Ob Parkbänke, Straßenbahnhaltestellen oder Treppenhäuser: In Berlin wird die zunehmende Verelendung vor allem angesichts der Vielzahl an Obdachlosen sichtbar. Zwar gibt es Notunterkünfte und weitere Hilfsangebote, doch stößt die bestehende Infrastruktur sichtlich an ihre Grenzen. Viele Betroffene nisten sich daher in Zelten ein, wenngleich die Gesetzes- und Ordnungshüter oftmals dagegen einschreiten. Manche Obdachlose ziehen ein Zelt dennoch einer Notunterkunft vor — und das aus guten Gründen. Ein Beitrag zur Sonderausgabe „Armut in Deutschland“.
    Quelle: Manova
  11. VW will 100.000 Jobs streichen – vier Werke auf der Kippe
    VW plant offenbar einen größeren Stellenabbau als bisher bekannt. Weltweit will der Konzern aus Wolfsburg 100.000 der rund 657.000 Arbeitsplätze streichen. Vier Werke könnten schließen, unter anderem in Niedersachsen.
    Betroffen könnten unter anderem die Werke in Hannover und Emden sein. Auch das Werk in Zwickau (Sachsen) sowie das Audi-Werk in Neckarsulm (Baden-Württemberg) stehen auf der Kippe. Wenn die dort aktuell gebauten Modelle auslaufen, soll die komplette Produktion gestoppt werden. Ein entsprechendes Sanierungskonzept hat VW-Chef Oliver Blume nach NDR Informationen Führungskräften präsentiert. Zuerst hatte das ” Manager Magazin” berichtet und sich auf Insider berufen.
    Quelle: NDR

    dazu auch: Unternehmen wollen vermehrt Jobs streichen
    Obwohl deutsche Unternehmen optimistischer auf die wirtschaftliche Lage schauen, planen sie, Arbeitsplätze abzubauen. Besonders betroffen sind Industrie und Handel.
    Quelle: Zeit Online

  12. Ford korrigiert KI-Strategie mit Ingenieuren
    Automatisierte Systeme haben unzureichende Ergebnisse geliefert. Nun programmieren erfahrene Fachkräfte die KI-Werkzeuge bei Ford um.
    Der US-Automobilhersteller Ford Motor Co. ändert seine Strategie bei der Qualitätssicherung, wie Bloomberg berichtet. Nach anhaltenden Problemen mit der Fahrzeugqualität setzt das Unternehmen demnach wieder verstärkt auf die Erfahrung von Fachkräften statt auf rein automatisierte Systeme.
    In den vergangenen drei Jahren stellte Ford rund 350 erfahrene Ingenieure ein, darunter viele ehemalige Angestellte sowie Experten von Zulieferern. Diese Spezialisten sollen die jüngeren Mitarbeiter schulen und die Werkzeuge für künstliche Intelligenz umprogrammieren, da die digitalen Systeme die Qualitätsmängel nicht wie gewünscht beheben konnten.
    Quelle: Golem
  13. Leben ohne Social Media: „Nach zwei Wochen verbessert sich die psychische Gesundheit“
    Wie wirkt Social Media auf die Psyche? Die Psychologieprofessorin Julia Brailovskaia über die Mechanismen von Plattformen und was Abstinenz bringt. […]
    Wir können natürlich keine Welt schaffen, in der Social Media nicht existiert. Aber wir können die Nutzungszeit der Teilnehmenden reduzieren. Gleichzeitig fördern wir bei ihnen Offlineaktivitäten, die zu positiven Emotionen führen. Und wir sehen schon nach zwei Wochen, wie sich die psychische Gesundheit verbessert und die emotionale Bindung an Social Media zurückgeht. Positive Indikatoren wie Glück und Lebenszufriedenheit gehen derweil hoch. Das gibt uns Hinweise darauf, dass tatsächlich kausale Zusammenhänge zwischen Social-Media-Nutzung und psychischer Gesundheit bestehen.
    Quelle: taz
  14. Anwaltsverbände schreiben Brandbrief an Ursula von der Leyen
    Seit Monaten bremst die EU-Kommission den Ratifizierungsprozess einer Europaratskonvention zum Schutz von Anwälten aus. Jetzt wendet sich ein deutsch-französisches Bündnis von Anwaltsorganisationen direkt an die Kommissionspräsidentin.
    Der Unmut bei den Anwaltsorganisationen ist riesengroß: Obwohl viele Staaten – darunter Deutschland – die Konvention des Europarates zum völkerrechtlichen Schutz der Anwaltschaft längst unterzeichnet haben, bremst die EU-Kommission den finalen Ratifizierungsprozess bei dem Vorhaben.
    Das Übereinkommen, das wichtige Vorgaben zum Schutz des Berufsstands vor staatlicher Repression und Drangsalierung enthält, muss von acht Ländern – darunter mindestens sechs Mitgliedstaaten des Europarates – ratifiziert werden. Erst dann kann es überhaupt eine völkerrechtlich verbindliche Wirkung entfalten.
    Quelle: LTO
  15. Veranstaltungshinweise der Woche
    1. Gabriele Krone-Schmalz spricht auf der Abendveranstaltung der Kampagne “Stopp Air Base Ramstein”
      Gabriele Krone-Schmalz hält anlässlich des alljährlichen Friedenscamps am 26. Juni 2026 um 19:00 Uhr im Veranstaltungszentrum Gartenschau in Kaiserslautern einen Vortrag mit dem Thema “Das Feindbild Russland, der Krieg in der Ukraine und die US Air Base Ramstein – wie kommen wir zu Frieden in Europa?”. In der anschließenden Diskussion beantwortet sie auch Fragen aus dem Publikum. Für Samstag ist eine große Demonstration in Ramstein geplant. Von Redaktion.
      „Die militärischen Auseinandersetzungen nehmen zu und insbesondere die Medien in Deutschland
      bauen das Feindbild gegen Russland in altbewährter Manier aus“, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative „Stopp Air Base Ramstein“. Gabriele Krone-Schmalz halte mit ihren Büchern, Vorträgen, Talkshowauftritten und Interviews dagegen.
      Die Kampagne Stopp Air Base Ramstein existiert seit 2015.

    Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie auf eine interessante Veranstaltung hinweisen wollen, dann schicken Sie uns bitte die nötigen Informationen mit dem Betreff „Veranstaltungshinweise“ an [email protected]. Die Veranstaltungshinweise erscheinen wöchentlich am Freitag im Rahmen der Hinweise des Tages II.


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