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Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
- Roland Popp: „Selten haben sich Europas Eliten so einseitig gegen Russland positioniert“
- Katholische Diplomatie
- Westliche Dystopie: Was ist Realität, was Märchen? Ein Friedens-Narrativ fehlt
- Ukraine braucht 30.000 neue Soldaten im Monat – und 1000 Drohnen pro Tag
- „Ernsthafte Tötungsabsichten“: Experte warnt nach Waffenfund in Berlin vor Russlands Schattenkrieg
- Israel-Deal für VW Osnabrück auf der Zielgeraden – Unterschrift noch vor der Kommunalwahl?
- „Wir sind EINE Menschheit! Wir leben alle auf EINEM Planeten!“ – Zum vierten Jahrestag des Todes von Michail Gorbatschow
- Deutschland trägt eine Mitschuld an den Folgen der Atomtests: Internationaler Tag gegen Atomwaffentests
- Geheime Lobby-Treffen mit Exxon: Reiche setzt Wünsche der US-Gaslobby um
- Sanktioniert auf Druck der USA? Bundesregierung hält “NATO-Beweise” im Fall Doğru geheim
- Spanien bittet Frontex um Hilfe in Ceuta
- Grossbritannien: Ist die Thatcher-Ära aus?
- KI-Bücher im Online-Buchhandel sorgen für Ärger bei Autoren
- Alle reden über mehr „KI-Kompetenz“ in der Schule – warum ein Bildungsforscher das Konzept für problematisch hält
- „Tarifrevolution“ bei der IG Metall
- Stabil bleiben – Sozial gestalten
- Konzert für Frieden und Völkerfreundschaft mit jungen Musikerinnen aus Valjevo/Serbien und der Pianistin Darja Samofalova
Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.
- Roland Popp: „Selten haben sich Europas Eliten so einseitig gegen Russland positioniert“
Gerade reiste CIA-Direktor John Ratcliffe nach Moskau. Medienberichten zufolge soll er Putin vor einem Angriff auf NATO‑Gebiet gewarnt haben. Militärhistoriker Roland Popp ordnet die Lage ein – und kritisiert Brüssel scharf. Ein Gespräch […]
Es scheint, hinter den Türen gibt es viel Bewegung. Gerade reiste CIA-Direktor John Ratcliffe nach Moskau. Medienberichten zufolge soll er Putin vor einem Angriff auf NATO-Territorium gewarnt haben. Wie ordnen Sie das Treffen ein?
Die Amerikaner befinden sich nun selbst in einem längeren, nicht enden wollenden Krieg mit dem Iran. Insofern werden Drohungen die Russen kaum überzeugen. CIA-Direktoren werden sehr selten für diplomatische Missionen eingesetzt. Deshalb wird spekuliert, dass es sich bei Ratcliffs Reise um einen ähnlichen Vorgang wie bei der Reise des damaligen CIA-Direktors William Burns Ende 2021 handelt, der kurz vor der Invasion dem Kreml erklärte, dass die USA wüssten, was geplant sei, und eine Warnung aussprach. Nun wird spekuliert, dass Ratcliff den Kreml vor einem militärischen Abenteuer im Baltikum warnte. Ich habe dabei allergrößte Zweifel. Mir ist strategisch überhaupt nicht klar, was irgendeine, auch eine begrenzte russische Operation im Baltikum bringen sollte, außer die Siegchancen der Russen in der Ukraine zu minimieren.
Quelle: der Freitag
dazu: Trump: Russland „wird kein Nato-Gebiet angreifen“
US-Präsident Trump rechnet nach eigenen Angaben nicht mit einem russischen Angriff auf ein NATO-Mitgliedsland.
Zugleich wies er im Weißen Haus Medienberichte zurück, wonach CIA-Direktor Ratcliffe bei seinem Besuch in Moskau russische Regierungsvertreter vor einer solchen Attacke gewarnt habe, etwa im Baltikum. Der Kreml nannte entsprechende Medienberichte Panikmache.
Quelle: Deutschlandfunk
Anmerkung Christian Reimann: Moskau und Washington schweigen, aber die medialen Spekulationen reißen nicht ab. Immerhin verfügt die US-Regierung noch über funktionierende Kommunkationskanäle zu Russlands Regierung. Daran mangelt es insbesondere der Bundesregierung. Mit Unterstützung zahlreicher Medien und „Experten“ treibt sie stattdessen die Konfrontation gegen Russland voran.
dazu auch: Finnischer Präsident weist Warnungen vor russischem Nato-Angriff bis 2029 zurück
“Wenn jemand eine solche Kristallkugel hätte – wunderbar. Aber ich sehe dafür einfach weder Belege noch Fakten”, sagte Stubb der “Bild”-Zeitung. Er glaube nicht, dass Russland “jemals das mächtigste Militärbündnis der Welt, die Nato, angreifen wollen würde”.
Quelle: Web.de
und: Gesundes Militärempfinden
Der Besuch des CIA-Chefs John Ratcliffe am Dienstag in Moskau lässt den medialen NATO-Flohzirkus auch am Freitag tanzen: Nichts Genaues weiß keiner, um so wilder ist das Geplapper. Also schreibt die in düsterer Russophobie versumpfte FAZ einfach bei Wall Street Journal und Politico ab und titelt auf Seite eins: »CIA-Direktor soll Moskau vor Angriff auf NATO gewarnt haben.« Das einschränkende »soll« ist der erreichbare Gipfel an Seriosität, hindert aber nicht am Wiederkäuen.
Quelle: junge Welt
- Katholische Diplomatie
Am Dienstag, dem 25. August, reiste der vatikanische Staatssekretär für die Beziehungen zu den Staaten, Erzbischof Paul Richard Gallagher, nach Moskau. Ein bemerkenswerter Besuch. In Russland wurde er von Sergej Lawrow, dem russischen Außenminister, empfangen. Das erste Treffen dauerte mehr als eine Stunde. Der vatikanische Gesandte soll in Russland bis zum 28. August weilen.
Es war das erste Mal seit der direkten russischen Intervention in der Ukraine im Februar 2022, dass der vatikanische Staatssekretär für die Beziehungen zu den Staaten Russland besuchte. Der letzte Besuch von Erzbischof Paul Richard Gallagher in Russland fand im Jahr 2021 statt.
Nach dem äußeren Eindruck zu urteilen, verlief der jüngste Besuch in Russland positiv.
Quelle: Globalbridge
Anmerkung Christian Reimann: An dieser „katholischen Diplomatie“ könnte sich vor allem der katholische Bundeskanzler Merz orientieren.
- Westliche Dystopie: Was ist Realität, was Märchen? Ein Friedens-Narrativ fehlt
Im britischen Nationalarchiv wurden 2022 Dokumente aus den Jahren 1995 bis 1999 freigegeben, die sich mit der Frage der Nato-Erweiterung beschäftigen. Aktuell sind sie nicht online, sondern müssen vor Ort eingesehen werden. Marc Curtis von Declassified UK hat das getan. Sein Bericht lässt keinen Zweifel daran, dass auch die britischen Regierungschefs (erst John Major, dann Tony Blair) genau wussten, dass die Erweiterung der Nato für Russland ein neuralgischer Punkt war, oder wie es der US-Botschafter Burns in seinem berühmten Bericht „Njet means njet“ formulierte, als es um die Nato-Einladung der Ukraine ging: Es war „die röteste aller roten (russischen) Linien”. Es ging nicht um pathologische russische Hirngespinste. Nein, die Briten analysierten im September 1999 messerscharf:
“The underlying reason for this disquiet (which is genuine) is a feeling that the United States and Nato are a law unto themselves. The idea that the West takes little account of Russian interests and that the process of Nato enlargement is intended to constrain Russia still further.”
Übersetzung: Der eigentliche Grund für diese (durchaus berechtigte) Besorgnis ist das Gefühl, dass die Vereinigten Staaten und die NATO sich über jedes Gesetz hinwegsetzen. Die Vorstellung, dass der Westen den russischen Interessen kaum Rechnung trägt und dass der Prozess der NATO-Erweiterung darauf abzielt, Russland noch weiter einzuschränken.
Das war zu einer Zeit, als Russland politisch, ökonomisch und sozial am Boden lag, und im Westen mit Vorliebe gedacht wurde, man könne Russland und seine Reaktionen irgendwie „managen“, kurz, Russland unter die westliche Knute zwingen. Auch das geht aus der Berichterstattung über die freigegebenen britischen Dokumente eindeutig hervor.
Quelle: Petra Erler
- Ukraine braucht 30.000 neue Soldaten im Monat – und 1000 Drohnen pro Tag
Präsidialamtschef Kyrylo Budanow hält ein schnelles Kriegsende für unrealistisch. Wolodymyr Selenskyj droht zugleich mit einer Ausweitung der Angriffe auf russische Häfen.
Die Ukraine muss nach Einschätzung ihres Präsidialamtschefs Kyrylo Budanow jeden Monat mindestens 30.000 Menschen mobilisieren, um ihre derzeitige Position im Krieg gegen Russland zu halten. Präsident Wolodymyr Selenskyj gab zugleich ein weiteres Ziel aus: Die ukrainischen Streitkräfte sollen täglich 1000 Drohnen für Langstreckenangriffe gegen Russland einsetzen.
„Wir können nicht weniger als 30.000 Menschen pro Monat mobilisieren. Das ist die Mindestzahl, die wir benötigen, um das zu halten, was wir haben“, sagte Budanow in einem ukrainischen Fernsehinterview. Über seine Aussagen berichteten der Kyiv Independent und die Ukrainska Pravda.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 gilt in der Ukraine das Kriegsrecht. Weil sich immer weniger Menschen freiwillig melden, ist die Mobilisierung zu einem der politisch heikelsten Themen des Landes geworden. Berichte über Zwang bei Einberufungen und Übergriffe durch Mitarbeiter der Rekrutierungszentren sorgen für wachsende Kritik.
Quelle: Berliner Zeitung
- „Ernsthafte Tötungsabsichten“: Experte warnt nach Waffenfund in Berlin vor Russlands Schattenkrieg
Rund um Müggelheim ist viel Moor, viel Wald und viel Nichts. Mehr als genug Raum, um ein paar Waffen so zu verstecken, dass niemand sie jemals finden wird, der sie nicht finden soll. Sicherheitsbehörden haben sie dann aber doch gefunden, nach einem Tipp: Am Rande von Berlin, nahe dem Müggelsee, entdeckten Polizisten zwei Pistolen sowie Munition in einem geheimen Waffendepot.
Schon im Oktober habe der Verfassungsschutz von dem Waffenversteck erfahren, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) jüngst bei einer Pressekonferenz. Seitdem mehren sich Hinweise, dass die Waffen im Auftrag russischer Geheimdienste hinterlegt worden waren, Dobrindt sprach von einer möglichen Beteiligung „fremder Mächte“.
Quelle: Merkur.de
Anmerkung Christian Reimann: Zahlreiche „Experten“, Medien und Politiker scheinen sich einig bzw. sicher zu sein, dass Russland hinter dem „Waffenversteck“ stecken könne. Das „Versteck“ umfasse lediglich „zwei Pistolen sowie Munition in einem geheimen Waffendepot“. Belege für eine Beteiligung Russlands werden nicht geliefert, dafür sprießen die Spekulationen um so schriller. Irgendetwas soll wohl bei den Bürgerinnen und Bürgern durch diese fragwürdige mediale Berichterstattung hängen und die „Bedrohung Russlands“ aufrechterhalten bleiben.
- Israel-Deal für VW Osnabrück auf der Zielgeraden – Unterschrift noch vor der Kommunalwahl?
Volkswagen-Anteilseigner Katar wird durch neue Konstruktion ausgetrickst (…)
Wie die „Bild“-Zeitung am Freitag (28. August) unter Berufung auf Bloomberg berichtet, steht eine Einigung inzwischen kurz bevor. Bereits im September könnte demnach eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet werden.
Ein wichtiges Datum ist dabei der 4. September. An diesem Freitag kommt der Volkswagen-Aufsichtsrat zusammen. Bei der Sitzung soll auch die Zukunft des Osnabrücker Standorts und die mögliche Zusammenarbeit mit Rafael eine Rolle spielen.
Sollte dort tatsächlich grünes Licht gegeben werden und die anschließend notwendigen Schritte schnell erfolgen, wäre sogar eine Unterzeichnung noch vor der Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl in Osnabrück am 13. September denkbar. Zwischen der Aufsichtsratssitzung und dem Wahlsonntag liegen lediglich neun Tage. Einen bestätigten Termin für die Vertragsunterzeichnung gibt es bislang allerdings nicht.
Quelle: Hasepost
Anmerkung Christian Reimann: Mit „Tricks“ wird aus dem Volkswagen-Standort ein Rüstungsstandort mit allen (militärischen) Risiken, die damit verbunden sein können. Denn wenn dort tatsächlich Rüstungsgüter zum Beispiel für den Krieg in der Ukraine produziert werden und zum Einsatz kommen sollten, könnte Osnabrück ein Ziel für eine militärische Antwort aus Russland werden. Oberbürgermeisterin Pötter hofft vermutlich auf einen positiven Effekt für die erwähnte Kommunalwahl, bei der auch sie zur Wahl steht. Der Ruf als Friedensstadt würde dadurch komplett ruiniert. Bitte lesen Sie dazu auch bzw. erneut VW-Standorte: “Keine Gespräche mit chinesischen Herstellern” mit einer Anmerkung.
dazu: Aus für Lokbau in Kassel wird konkreter: Rheinmetall will Alstom-Werk übernehmen
Die Übernahme des Lokomotivwerks von Alstom durch den Rüstungskonzern Rheinmetall wird konkreter. Betriebsrat und IG Metall kündigten im Gespräch mit unserer Zeitung Protest gegen die mögliche Übernahme des Standortes mit seinen 900 Beschäftigten an. Rheinmetall betreibt in unmittelbarer Nachbarschaft im Industriepark Mittelfeld bereits ein Werk und sucht Flächen und Personal, um seine Panzerproduktion auszubauen.
Quelle: HNA
dazu auch: “Wollen kein Zentrum der Kriegsindustrie werden”
Rheinmetall investiert mehr als 260 Millionen Euro in Kassel und am Flughafen in Calden, das Land Hessen weitere 25 Millionen. Wirtschaft und Politik begrüßen den Ausbau. Doch es gibt auch scharfe Kritik – vor allem am Einsatz von Steuergeld und an der Rolle des Flughafens. (…)
Laut Rheinmetall sollen schon bald die Bagger rollen. Ende 2027 soll das neue Logistikzentrum auf 30.000 Quadratmetern am Kassel Airport in Calden fertig sein. Zudem fließen Millionen in den Ausbau des bestehenden Rheinmetall-Werks in Kassel, in ein Schulungszentrum und in ein Drohnen-Testzentrum in Calden.
Der Jubel darüber ist bei vielen Vertretern aus Politik und Wirtschaft groß. Es gibt aber auch kritische Stimmen.
Quelle: hessenschau
und: Protest gegen israelische Rüstungsansiedlung in Sangerhausen: Springer hetzt, OB relativiert
Das Bündnis “Keep Elbit Out” will die Ansiedlung des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems im Süden Sachsen-Anhalts verhindern. Es hat ein Bürgerbegehren eingereicht und ruft zu einer Demonstration am Samstag in Sangerhausen auf, wo der Konzern bauen will.
Der Axel-Springer-Verlag reagierte darauf mal wieder mit einer Hetzkampagne. Sangerhausens Oberbürgermeister Torsten Schweiger verharmloste: Elbit wolle dort nur Zubehör für Drohnen und Waffensysteme bauen. Die werden nicht nur in Palästina eingesetzt, sondern wohl auch in der Ukraine. Von seinem Jobversprechen ruderte er nun auch zurück: Statt 400 könnten es nur 250 Arbeitsplätze werden. Jobs waren das Hauptargument, mit dem die Stadtratsmehrheit, darunter CDU und AfD, ihre Zustimmung rechtfertigte.
Quelle: RT DE
- „Wir sind EINE Menschheit! Wir leben alle auf EINEM Planeten!“ – Zum vierten Jahrestag des Todes von Michail Gorbatschow
Seit Gorbatschows Tod, am 30. August 2022, habe ich zu diesem Datum jedes Jahr an den Ausnahmepolitiker erinnert, jenen Chef einer Supermacht, der nichts weniger als eine atomwaffen-, nein: gewaltfreie Welt anstrebte. Es ist auch dieses Jahr nötig. Um daran zu erinnern, wie weit wir alle schon einmal waren. Und um zu zeigen, zu welchen Prinzipien wir wieder zurückfinden müssen, wenn die Menschheit überleben will.
„Sieger ist nicht, wer Schlachten in einem Krieg gewinnt, sondern wer Frieden stiftet!“
(Michail Gorbatschow)
Quelle: Leo Ensel auf Globalbridge
- Deutschland trägt eine Mitschuld an den Folgen der Atomtests: Internationaler Tag gegen Atomwaffentests
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Atomwaffentests am 29. August fordert die ärztliche Friedensorganisation IPPNW die Bundesregierung auf, sich entschieden für das Verbot von Atomtests und die Unterstützung der Betroffenen einzusetzen. Weltweit leben unzählige Menschen mit den langfristigen gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgen der radioaktiven Verseuchung ihrer Heimat. Die wenigsten wurden entschädigt oder erhalten eine ausreichende medizinische Versorgung.
„Der Internationale Tag gegen Nuklearversuche gibt den Betroffenen der jahrzehntelangen Testreihen eine Stimme und erinnert daran, dass Atomtests keine abgeschlossene Geschichte sind. Ihre Folgen wirken über Generationen fort“, erklärt Dr. Lars Pohlmeier, Vorsitzender der IPPNW. „In Deutschland müssen wir endlich den Menschen zuhören, die bereits heute mit den Folgen leben.“
In der Geschichte der Atomwaffentests steht Deutschland nicht nur an der Seitenlinie.
Quelle: IPPNW
dazu auch: Im Zeitalter der Atomwaffen (III)
In Berlin werden Überlegungen angestellt, mit den Nuklearstreitkräften Großbritanniens zu kooperieren. Dies berichtet die Tageszeitung The Telegraph. Dies könnte Deutschland Einfluss auf, vielleicht gar Mitsprache über den Einsatz von Atomwaffen verschaffen. Im ersten Schritt ist im Gespräch, die Nuklearstreitkräfte des Vereinigten Königreichs nichtnuklear zu unterstützen – etwa durch die Entsendung von Patriot-Luftabwehrbatterien an die schottische U-Boot-Basis Faslane, wo nuklar bewaffnete Atom-U-Boote stationiert sind. Darüber hinaus könne man auf lange Sicht die US-Elemente der britischen Nuklearstreitkräfte – beispielsweise die Trident-Raketen – durch deutsch-britische Waffensysteme ersetzen. Grundlage der Überlegungen ist der Ausbau der deutsch-britischen Rüstungskooperation, der sich vor allem seit dem vergangenen Jahr beschleunigt und umfassende Investitionen deutscher Waffenschmieden im Vereinigten Königreich umfasst, von Rheinmetall bis zu Helsing. In Rüstungskreisen ist schon von einem „goldenen Zeitalter“ der deutsch-britischen Zusammenarbeit in der Herstellung von Waffensystemen aller Art die Rede – von Panzern bis zu KI-gesteuerten Drohnen.
Quelle: German Foreign Policy
- Geheime Lobby-Treffen mit Exxon: Reiche setzt Wünsche der US-Gaslobby um
Das Wirtschaftsministerium unter Katherina Reiche hat sich mit Exxon über die Abschwächung der europäischen Lieferkettenrichtlinie ausgetauscht und im Anschluss Lobbywünsche des Konzerns umgesetzt. Das hat eine Recherche der Frankfurter Rundschau gezeigt. Eine weitere Recherche von ZDF Frontal deckte auf, dass Reiche die Kontrolle des Lieferkettengesetzes bereits jetzt geschwächt habe. LobbyControl kritisiert Reiches Vorgehen als weiteres Zeichen für ihre problematische und einseitige Nähe zur Gaslobby – sowohl zur deutschen als nun auch der US-amerikanischen – sowie für einen höchst fragwürdigen Umgang mit geltendem Recht.
Quelle: pressenza
- Sanktioniert auf Druck der USA? Bundesregierung hält “NATO-Beweise” im Fall Doğru geheim
Der deutsche Journalist Hüseyin Doğru muss sich vor europäischen Gerichten gegen EU-Sanktionen wehren. Die Bundesregierung will das wohl verhindern. Angebliche Beweise erklärt sie zur NATO-Geheimsache, verweigert seinem Anwalt ihre Herausgabe – und verstrickt sich zunehmend in Widersprüche und Lügen.
Quelle: RT DE
- Spanien bittet Frontex um Hilfe in Ceuta
Spanien bittet die europäische Grenzschutzagentur Frontex um Unterstützung bei der Registrierung von Migrantinnen und Migranten in seiner nordafrikanischen Enklave Ceuta.
Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska richtete gestern ein entsprechendes Gesuch an die Generaldirektorin für Migration und Inneres der Europäischen Kommission, Beate Gminder.
Hintergrund sind massenhafte Ankünfte von Migrantinnen und Migranten vor knapp einem Monat: Ende Juli waren mindestens 72.000 Menschen über die Grenze gelangt. Dabei kamen auf spanischer Seite 82 Migrantinnen und Migranten ums Leben, Marokko bestätigte zudem 14 weitere Todesfälle.
Nach Angaben der Behörden halten sich derzeit noch zwischen 5.000 und 8.000 Menschen in Ceuta auf. Spanien fordert zehn zusätzliche Frontex-Beamte zur Unterstützung an.
Quelle: ORF
- Grossbritannien: Ist die Thatcher-Ära aus?
Seit Margaret Thatchers Wahlsieg von 1979 setzten alle britischen Regierungen beim Service public auf neoliberale Rezepte. Das könnte sich jetzt ändern. Der neue Labour-Regierungschef Andy Burnham will mehr Service public in England. So soll beispielsweise der vom Konkurs bedrohte Wasserkonzern Thames Water verstaatlicht werden. (…)
Die Privatisierung der Bahn, des Nahverkehrs, der Energie- und der Wasserversorgung führten zu einem Desaster. Die privaten Investoren dieser öffentlichen Dienste waren primär an schnellen Gewinnen interessiert und nicht am Service public. Deshalb sagte Burnham in der britischen Zeitung «The Guardian», dass «Milliarden und Abermilliarden aus der Wasserwirtschaft abgezogen wurden, ohne dass dieses Geld wieder in die Infrastruktur geflossen ist». Dasselbe sei auch bei der Eisenbahn und der Energiewirtschaft geschehen. Diese Selbstkritik ist bemerkenswert, hatte doch Burnham den New-Labour-Kurs seiner Mentoren Blair und Brown mitgetragen. Ob es tatsächlich zu einer Vergesellschaftung von Thames Water kommt, ist offen. Die betroffenen Kapitalisten wehren sich.
Quelle: work
- KI-Bücher im Online-Buchhandel sorgen für Ärger bei Autoren
Digitale Inhalte, die mit KI erstellt wurden, sichtbar geringe Qualität haben und meistens auf Masse produziert werden – das ist sogenannter “AI slop” oder auf Deutsch: KI-Schrott. Auch immer mehr Onlinehändler werden davon überschwemmt, zum Beispiel mit Begleitheften, die zu tatsächlich existierenden Ratgebern vermarktet werden. Welche Folgen hat das für Autorinnen und Autoren? Und was ist mit dem Urheberrecht?
Quelle: MDR
- Alle reden über mehr „KI-Kompetenz“ in der Schule – warum ein Bildungsforscher das Konzept für problematisch hält
Künstliche Intelligenz stellt Schulen vor eine eigentümliche Situation: Sie können versuchen, die neue Technik aus Lernprozessen herauszuhalten – oder Schülerinnen und Schüler möglichst schnell für den Umgang damit fit zu machen. Der Bildungsforscher Thomas Knaus hält beide Antworten für unzureichend. Gerade weil KI immer stärker beeinflusst, wie Menschen kommunizieren, recherchieren und Wissen produzieren, ohne dass der Einzelne ihre Entscheidungen vollständig nachvollziehen kann, müsse Bildung weiter ansetzen. Und das stellt auch die verbreitete Vorstellung infrage, die Antwort der Schule müsse vor allem in der Vermittlung von mehr „KI-Kompetenz“ bestehen.
Quelle: News4Teachers
- „Tarifrevolution“ bei der IG Metall
Im Herbst startet die nächste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Die Unternehmen haben wie stets „nichts zu verteilen“. Die Antwort der IG Metall: Verstehen wir, aber es gibt auch Firmen, die machen viel Gewinn. Also mehr Lohn dort und, klar, weniger bei dem großen Rest. Über eine fatale Logik.
Sonderlich einfallsreich waren die deutschen Unternehmer noch nie. Vor jeder neuen Tarifrunde das gleiche Lied: Wir leiden unter zu hohen Arbeitskosten, Sozialabgaben, Energiepreisen! Hinzu kommen zu viele staatliche Vorschriften, zu viele unlautere Konkurrenz aus dem Ausland und deshalb zu wenige gewinnbringende Aufträge! So geht auch dieses Mal die berechnende Klage. Die damit verbundene Botschaft an die Gewerkschaften ist ebenfalls nicht neu – „zu verteilen“ gibt es wenig bis gar nichts.
Da zeigen sich die Interessensvertretungen der abhängig Beschäftigten seit Jahren wesentlich kreativer. Mal sind es flexible Arbeitszeiten, mal Freizeit statt Geld oder umgekehrt, mal müssen die Arbeitsplätze in der Industrie mit einem Industriestrompreis gerettet werden, mal sorgen ordentliche Löhne, dafür, dass die Unternehmen mehr von ihrem Zeug verkaufen können, mal retten sie sogar die Demokratie.
Der neueste Vorschlag der IG Metall beweist dies einmal mehr: Es soll einen Aufschlag auf das Gehalt geben, zusätzlich zum Tarifabschluss. Da wundert sich jeder, der die traditionell verantwortungsbewussten Tarifabschlüsse der IG Metall kennt.
Quelle: Overton Magazin
- Stabil bleiben – Sozial gestalten
Statt darüber zu sprechen, wie unser Sozialstaat gerechter finanziert und gestaltet werden kann, wird nur darüber diskutiert, wo gekürzt werden soll. Fragen wie die nach einer stärkeren Beteiligung der Reichsten an der Finanzierung unseres Gemeinwesens, kommen in dieser Erzählung nicht vor. Diese Debatte ist gefährlich und hat vor allem für Arbeitnehmende gravierende Folgen: mehr arbeiten, länger arbeiten, später in Rente, weniger soziale Sicherheit und Rechte. Die im Bundestag Anfang März 2026 verabschiedete „neue Grundsicherung“ ist Ausdruck und warnendes Beispiel für diese Politik.
Quelle: ver.di
- Konzert für Frieden und Völkerfreundschaft mit jungen Musikerinnen aus Valjevo/Serbien und der Pianistin Darja Samofalova
Dienstag, 1. September Antikriegstag: Konzert für den Frieden, Beginn 20 Uhr, Festsaal des Rathauses in Pfaffenhofen an der Ilm
Musik steht für Offenheit, Verständnis, Toleranz und dem Wunsch nach einem friedlichen Miteinander. Bei ihrem Konzert möchten die jungen serbischen Künstler ihre Zuhörer auf eine Reise durch verschiedene Länder, Kulturen und musikalische Sprachen mitnehmen: von der serbischen Musiktradition über die europäische Klassik und Romantik bis hin zu den Klängen Spaniens, Frankreichs, Ungarns, Brasiliens und Argentiniens. Die ausgewählten Stücke zeigen, dass Vielfalt keine Trennung bedeutet, sondern eine Quelle der Schönheit und Inspiration ist. […]
Gestalten werden das Programm Tara Ljujić, Flöte, Hana Perić, Violoncello, Anastasia Đuričić, Flöte, Duo „Chéri“, Flöte und Violoncello, Lena Ranković, Violine. mit der Pianistin Darja Samofalovic.
Die Pianistin Darja Samofalovic hat ihr Masterstudium 2015 an der Musikhochschule in Belgrad und ihr Doktorstudium als Stipendiatin der russischen Föderation an der an der russischen Musikakademie “Gnesini” in Moskau abgeschlossen. Bei nationalen und internationalen Wettbewerben erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den 2. Preis beim Internationalen Wettbewerb junger Pianisten (Sabac, 2005), Sonderpreis Lyra beim Jugendmusikfestival von Montenegro (2009), 1. Preis beim Internationalen Wettbewerb junger Pianisten Davorin Jenko (Belgrad 2015 und 2021), den 3. Preis beim 6. Internationalen Jugendakademie-Wettbewerb (Rom, 2026).
Veranstalter: Freundschaft mit Valjevo e.V.
Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Quelle: Freundschaft mit Valjevo e.V.