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Titel: Hinweise des Tages

Datum: 2. September 2026 um 8:31 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
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  1. Es ist überlebensnotwendig, potenziell kriegsauslösende „Beweise“ kritisch zu hinterfragen
  2. Ohne uns: Für einen Ausstieg aus der Logik des Krieges
  3. Rüstungs-Ethik statt Feindesliebe – Der intellektuelle Bankrott der deutschen Ukraine-Debatte
  4. Wie deutsche Politik und Medien das Töten normalisieren
  5. In Kirgistan probt der Nicht-Westen den Aufstand gegen die alte Ordnung
  6. Das sind Volkswagens Pläne für seine Werke weltweit
  7. „Davon kann keiner leben“ – wo der Kanzler mit der Realität konfrontiert wird
  8. 16,8 Milliarden Euro Mehrkosten: Iran-Krieg trifft deutsche Haushalte immer härter
  9. Frankreich: Die Wut der Feuerwehrleute
  10. CDU-geführtes Kanzleramt schleuste Agenten in Eichmann-Prozess
  11. Feiern zum 57. Jahrestag der Fatah-Septemberrevolution
  12. Das weltweite Schattenfinanzsystem
  13. Diese Welt ist nix für Kinder
  14. Zu guter Letzt: Klingbeil verhindert Foto mit russischem Finanzminister – Weißes Haus verteidigt Einladung

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Es ist überlebensnotwendig, potenziell kriegsauslösende „Beweise“ kritisch zu hinterfragen
    Friedrich Merz – als selbsternanntes Oberhaupt einer europäischen Koalition der Willigen – ergriff (nach vier Wochen Bedenkzeit!) die Gelegenheit beim Schopf und nutzt die Leipziger Drohne für eine „geopolitische“ Zuspitzung. Sie dient ihm als Mittel zum Zweck. Zum einen ist sie Gelegenheit, um von innenpolitischen Schwierigkeiten abzulenken, zum anderen bietet sie die Chance, die Gangart gegenüber Moskau zu verschärfen.
    Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Entwicklungen in der Ukraine (wiederholte Entlassungen in der ukrainischen Regierungs- und Armeeführung, sich häufende Korruptionsskandale, aufbrechende innerukrainische Richtungskämpfe, zunehmende Angriffe Russlands auf die militärische und zivile Infrastruktur) haben auch den letzten Ukraine-Optimisten vor Augen geführt, dass sich das Land – ohne massive Unterstützung von außen – nicht mehr lange halten kann, ja dass die ukrainischen Militärs Schwierigkeiten haben, überhaupt noch genügend Soldaten für den Krieg zu mobilisieren.
    Die im Westen hochgelobten, letztlich aber hilflosen Versuche der Ukraine, Russland mit weitreichenden Drohnen- und Raketenangriffen empfindlich zu schwächen oder mit geheimdienstlichen Sabotageaktionen und Attentaten zu verunsichern, haben das Gegenteil bewirkt: Russland wird seine Anstrengungen verdoppeln.
    Quelle: Wolfgang Michal in der Freitag

    dazu: Ob Dobrindt und Wadephul am Ende lachen?
    Wenn die heutige Pressekonferenz eines gezeigt hat, dann eine verschärfte Bereitschaft zur Eskalation seitens der Bundesregierung. Die Aussagen, warum die Drohne in Leipzig russisch sein solle, machte vor allem Innenminister Alexander Dobrindt. Und die entscheidende Passage ist folgende:
    “Es wurden Tatmittel wie die Drohnenkonfiguration, diverse Bauteile, Sprengstoff und Zündtechnik verwendet, die aus anderen hybriden Operationen Russlands und dessen Krieg gegen die Ukraine uns bekannt ist.” (sic) (…)
    Interessant ist natürlich, dass nach Dobrindts Aussage die Technik des Drohnenbaus professionell war, die “Ausführung des versuchten Anschlags” aber “dem Bereich von Low-Level-Agenten zuzuordnen” sei. Das ist übersetzt die Behauptung, die Drohne sei samt Sprengladung gar nicht örtlich von denen gefertigt worden, die sie dann eingesetzt haben. Eine etwas erstaunliche Behauptung, wenn man bedenkt, dass jede zusätzliche Instanz ein zusätzliches Risiko bedeutet.
    Mehr Argumente dafür, dass das ein “hybrider Angriff” Russlands gewesen sei, liefert Dobrindt nicht. Beweise für einen “Auftrag russischer staatlicher Stellen”? Das wäre so 20. Jahrhundert … Also beinahe vier Wochen nach dem angeblich so bedrohlichen Vorfall besteht die Argumentation immer noch aus – nichts.
    Quelle: Dagmar Henn auf RT DE

    Anmerkung Christian Reimann: Keine günstige Energie mehr und mit die höchsten Strompreise der Welt. Als ob das nicht bereits genügend Probleme in Deutschland sind, werden auch noch die Lieferketten auf hoher See gefährdet. Und ganz nebenbei auch noch die Konfrontation mit dem bisher wichtigsten Handelspartner China gesteigert. Jahrelanger Wahnsinn wird immer noch gesteigert.

    dazu auch: Russland weist Vorwürfe zu Leipziger Drohnenvorfall zurück
    Russische Regierungsvertreter haben die Schuldzuweisung Deutschlands nach einem versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle im vergangenen Monat zurückgewiesen. Die russische Botschaft in Deutschland teilte in einer Stellungnahme mit, die deutschen Vorwürfe seien eine »absurde« und »unbegründete Provokation«. Die angekündigten Maßnahmen kämen einer beispiellosen Eskalation in den russisch-deutschen Beziehungen gleich, hieß es weiter. Sie würden nicht ohne Folgen bleiben. Für diese trage die Bundesregierung die volle Verantwortung.
    Der russische Präsident Wladimir Putin hat die deutschen Strafmaßnahmen gegen Russland bei einer Pressekonferenz in Bischkek in Kirgisistan als »schweren Fehler« bezeichnet. Die bisher vorgelegten Belege bezeichnete er als »gefälscht«. Deutschland habe Beweismittel untergeschoben, um Russland für den Vorfall verantwortlich zu machen. Mit den Vorwürfen gegen Russland versuche die Bundesregierung, von innenpolitischen Problemen und den sinkenden Umfragewerten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) abzulenken. Er lieferte keine Belege für seine Aussagen.
    Quelle: Zeit Online

    und: Wollen täten sie schon: Sanktionen gegen Russlands »Schattenflotte«
    Die Erklärungen deutscher Offizieller zu dem Drohnenvorfall auf dem Leipziger Flughafen Anfang August sind geprägt von Widersprüchen und Vorbehalten. Der Kanzler kündigt »entschiedene Reaktionen« an, aber »abgestimmt« sollen sie schon sein. Allein vorzupreschen traut sich die Merz-Regierung offensichtlich nicht so ganz. Die Bundesregierung sei sich »weitgehend einig« über das geplante Vorgehen, so Merz. Das deutet darauf hin, dass die von ihm behaupteten, aber nie öffentlich vorgelegten Beweise für eine Urheberschaft Russlands an dem Drohnenfund nicht einmal in den eigenen Reihen so richtig überzeugen. Kein Wunder. Wie windig die bisher bekanntgewordenen »Erkenntnisse« sind, ist an dieser Stelle schon dargelegt worden. So blasen sie einerseits die Backen auf, wollen das aber andererseits mit »Ruhe und Überlegung« (Regierungssprecher Steffen Kornelius) tun. Und Außenminister Johann Wadephul erklärt in Algier, die BRD sei »ein Stabilitätsfaktor«, aber einschüchtern lasse sie sich auch nicht.
    Das Gegenteil ist wahr. Merz und Wadephul wissen sehr gut, dass eine Eskalation im Sanktionskrieg gegen Russland die Lage destabilisieren wird.
    Quelle: junge Welt

  2. Ohne uns: Für einen Ausstieg aus der Logik des Krieges
    Wir leben in Zeiten einer naiven Hoffnung. Während die Nachrichten täglich vom Schrecken des Krieges künden, wird er uns gleichzeitig als Ausweg aus den Problemen unserer Gegenwart verkauft. Fünf Jahre Stellungs- und Abnutzungskrieg in der Ukraine, aber auch 25 Jahre „Krieg gegen den Terror“ oder der Horror von Gaza: Die bestens dokumentierte Sinnlosigkeit des Krieges kann der Hoffnung auf seine Heilungskräfte scheinbar nichts anhaben. Sein Schrecken hat sich stattdessen zum Argument verkehrt, ihm kriegstüchtig beizutreten – und wer diese Logik kritisiert oder bezweifelt, gilt als Nestbeschmutzer:in der demokratischen Zukunft, als naive:r Friedensaktivist:in oder gar als Putinist:in. Wie konnte es so weit kommen?
    Der Krieg, das merken wir Tag für Tag, ist weit mehr als ein Schlachtfeld der Körper und Maschinen. Er ist eine Art und Weise, die Welt zu denken, und begründet einen Horizont dessen, was möglich und notwendig scheint. Er wird uns als einzig denkbarer Ausweg aus einer sich unserem Einfluss entziehenden Lage präsentiert, in der sich alles auf eine militärisch zu schaffende Sicherheit reduziert. Wir sollen für Aufrüstung, Wehrdienst und Kriegstüchtigkeit sein, denn einzig die Vorbereitung auf den Krieg soll die ersehnte Sicherheit wieder herstellen können. „Wir sind für Frieden, doch erst müssen wir gewinnen“ heißt es lakonisch bei den Berliner Rappern von K.I.Z. Doch was, wenn der Sieg trotz aller Siegesgewissheit nicht kommt – und der legitime Wunsch nach Sicherheit die Eskalation nur weiter befeuert?
    Quelle: medico

    dazu: Der Herbst des Protests
    Rund 200 Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs haben am gestrigen Dienstag eine Art Startsignal für den sich abzeichnenden Herbst des Protests gegen Militarisierung und Krieg gegeben. Bis Ende des Jahres sind in Deutschland sowie in zahlreichen weiteren Staaten Europas Proteste aller Art angekündigt, die sich gegen die umfassende Hochrüstung des Kontinents, gegen den mit ihr unmittelbar verbundenen Abriss der Sozialsysteme und gegen die immer konkreteren Kriegsvorbereitungen auch in der Bundesrepublik richten – von Schulstreiks über Aktionen von Hafenarbeitern bis hin zu Großdemonstrationen. Am gestrigen Dienstag begann in Köln unter dem Motto „Rheinmetall entwaffnen“ eine Aktionswoche gegen die hemmungslos eskalierende Militarisierung. Wie diese die Bundesrepublik transformiert, zeigt beispielhaft eine Ankündigung von Deutschlands größtem Rüstungskonzern: Rheinmetall teilte in der vergangenen Woche mit, man werde in Kooperation mit dem Bundesland Hessen die Stadt Kassel und die umliegende Region zum Defence Hub Nordhessen machen. Kassel war bislang für die Kunstausstellung documenta und als Museumsstandort bekannt.
    Quelle: German Foreign Policy

  3. Rüstungs-Ethik statt Feindesliebe – Der intellektuelle Bankrott der deutschen Ukraine-Debatte
    Die Berichterstattung über die Außenpolitik des Vatikans krankt seit Beginn des Ukrainekriegs an einer spürbaren Verengung. Selbst in der etablierten katholischen Presse greift eine einseitige, stark westlich geprägte Informations- und Kommentierungskultur um sich. Wenn sich hochrangige Diplomaten wie Erzbischof Paul Gallagher und der russische Außenminister Sergei Lawrow austauschen, wird dies hierzulande meist durch eine rein geopolitische Brille gefiltert. Dabei geht die eigentliche Kernbotschaft des Heiligen Stuhls oft verloren. Es bedarf daher einer grundlegenden Klarstellung: Papst Leo XIV. ist aus tiefster christlicher Überzeugung prinzipiell gegen jede Form des Krieges, was auch die offiziellen Kanäle von Vatican News fortlaufend betonen. Sein oberstes Ziel ist das sofortige Ende des Blutvergießens in der Ukraine – eine Kernforderung, die auch von Gallagher unmissverständlich auf dem diplomatischen Parkett vertreten wird.
    Quelle: Globalbridge
  4. Wie deutsche Politik und Medien das Töten normalisieren
    Erich Fromms Begriff der Nekrophilie wirft ein verstörendes Licht auf die zunehmende Entwertung menschlichen Lebens.
    Die dünne Decke der humanistischen Zivilisation zeigt tiefe Risse. Wo das kalkulierte Töten offen eingefordert, technokratisch bemäntelt oder medial ästhetisiert wird, bricht sich eine Geisteshaltung Bahn, die das menschliche Leben systematisch entwertet. Um diese moralische Enthemmung zu verstehen, erweist sich die psychologische Analyse von Erich Fromms Vermächtnis als erhellendes Erklärungsmodell. Seine Unterscheidung zwischen Biophilie – der leidenschaftlichen Liebe zum Lebendigen – und Nekrophilie – der pathologischen Fixierung auf das Tote, Starre und Mechanische – dient als dringendes Warnsignal für die Gegenwart.
    Quelle: Infosperber
  5. In Kirgistan probt der Nicht-Westen den Aufstand gegen die alte Ordnung
    Beim SOZ-Gipfel in Bishkek verurteilen China, Russland, Indien und Co. die Angriffe auf den Iran und die Sanktionspolitik scharf. Man wirbt um eine neue Weltordnung.
    Zwei Tage lang gehörte die kirgisische Hauptstadt jenen, die eine Alternative zum Westen aufbauen wollen. Zum 25-jährigen Bestehen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) kamen Staats- und Regierungschefs aus 21 Ländern zusammen. Ein Bündnis, das nach eigenen Angaben für mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung steht, wobei die zehn SOZ-Mitglieder – China, Indien, Pakistan, Russland, Belarus, Iran, Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan – zusammen mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren. Die Organisation steht zudem für 23 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.
    Quelle: Berliner Zeitung

    dazu: Wachsende Attraktivität
    Selten ist ein Staatenbündnis so stark divergierend eingeschätzt worden wie die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ), die am Montag und am Dienstag im kirgisischen Bischkek zu ihrem 25. Gipfeltreffen zusammenkam. Manche sehen in ihr eine Art asiatische NATO, ein östliches Gegenstück zum transatlantischen Militärpakt. Wäre sie das, dann hätte sie Iran offen zu Hilfe eilen müssen, als das Land am 28. Februar von den USA und Israel überfallen wurde. Dies aber hat sie bekanntlich, abgesehen von einer verbalen Verurteilung des Angriffs, nicht getan. Iran kann zwar auf eine gewisse Unterstützung von Russland und von China zählen, den beiden zentralen Gründungsmitgliedern der SOZ. Sie erfolgt jedoch nur bilateral, nicht durch das Bündnis. Daran änderte sich auch in Bischkek nichts.
    Dennoch: Die SOZ ist auch nicht der zerstrittene Haufen, zu dem manche ihrer Gegner sie erklären.
    Quelle: junge Welt

  6. Das sind Volkswagens Pläne für seine Werke weltweit
    Im Strategiepapier zur Zukunft des Konzerns stehen vier deutsche Werke auf der Streichliste. Es gibt auch Chancen auf neue Standorte – aber nicht in Deutschland.
    Quelle: WirtschaftsWoche (Bezahlschranke)

    dazu: Werke sollen „leerlaufen“ – VW‑Vorstand beschließt Ende von vier Produktionsstätten
    VW stellt laut einem Medienbericht die Produktion an vier deutschen Standorten ein – der Vorstand beschließt das „Leerlaufen von Werken“. Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität seien nicht länger sichergestellt. […]
    So soll die Produktion in Emden und Zwickau im Jahr 2031 enden, in Hannover 2032 und in Neckarsulm 2034, berichtete die „Wirtschaftswoche“ am Dienstag aus einem Papier für den Aufsichtsrat. Dem Magazin zufolge kann der Vorstand das „Leerlaufen von Werken“ am Aufsichtsrat vorbei umsetzen.
    Laut „Wirtschaftswoche“ soll das Dokument die Entscheidung des Aufsichtsrats am Ende dieser Woche vorbereiten.
    Quelle: Welt Online

  7. „Davon kann keiner leben“ – wo der Kanzler mit der Realität konfrontiert wird
    Bei seinem ersten Auftritt in den ostdeutschen Wahlkämpfen bemüht sich Merz, ein schwaches Abschneiden seiner CDU von seiner Arbeit zu entkoppeln. Kurz darauf stellen ihn zwei Fischer zur Rede. […]
    Stattdessen hofft der Kanzler vage auf „ein gutes Ergebnis“ für die CDU und betont dann noch schnell, dass sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in Sachsen-Anhalt und Berlin „zuerst Landtagswahlen“ anstünden. Subtext: Mit ihm, dem Chef der Bundesregierung, werden die absehbar bestenfalls mittelmäßigen Ergebnisse nichts zu tun haben. Doch diese stille Hoffnung konterkarieren schon im nächsten Moment die Inhaber des Fischrestaurants, Robert und Paul Keppler.
    Quelle: Welt Online

    dazu: Merz zieht Grenzen zur Linken und wird ausgepfiffen
    Bundeskanzler lehnt eine direkte Regierungsbeteiligung der Linken ab und warnt vor Wutbürgern. Beim Wahlkampfauftritt an der Ostsee wird er ausgepfiffen.
    Quelle: taz

    dazu auch: Merz plant Auftritte als Außenkanzler: Ein Manöver, um dem Chaos daheim auszuweichen?
    Der Bundeskanzler plant einen Herbst voller Auslandstermine, von der Arktis bis nach Asien. Kritiker sehen darin auch ein Ausweichen vor dem innenpolitischen Chaos.
    Bundeskanzler Friedrich Merz plant seinen großen außenpolitischen Auftritt, während hierzulande diesen Sonntag eine Wahlserie beginnt. Zunächst wählt Sachsen-Anhalt, zwei Wochen später folgen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Dazwischen reist der Kanzler zum Arktis-Gipfel nach Finnland. Danach fliegt Merz zu einer hochrangigen UN-Woche nach New York, es folgen ein EU-Gipfel in Brüssel und eine Reise nach Asien. Offenbar ist es der Auftritt auf internationalem Parkett, mit dem Merz als Außenkanzler in Erinnerung bleiben möchte.
    Zu Hause jedoch bröckelt der Rückhalt. Jüngsten Erhebungen der ARD zufolge sind rund 85 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit unzufrieden, nur etwa 13 Prozent zufrieden. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern liegt die AfD den Umfragen zufolge deutlich vorn, in Sachsen-Anhalt sogar mit weitem Abstand vor der Union.
    Quelle: Berliner Zeitung (Bezahlschranke)

  8. 16,8 Milliarden Euro Mehrkosten: Iran-Krieg trifft deutsche Haushalte immer härter
    Der Iran-Krieg treibt Energiepreise und Inflation. Für deutsche Haushalte summiert sich der Kaufkraftverlust bereits auf Milliarden – besonders Menschen mit wenig Einkommen trifft der Schock immer härter.
    Der Iran-Krieg ist Tausende Kilometer entfernt. Seine Folgen sind jedoch an deutschen Tankstellen, in den Heizkostenabrechnungen und zunehmend auch in den Preisen anderer Waren spürbar. Eine neue britische Analyse beziffert den Kaufkraftverlust der Briten auf durchschnittlich umgerechnet rund 2800 Euro je Haushalt bis Ende 2027.
    Auch für Deutschland zeigen aktuelle Daten: Der Energieschock frisst hier bereits massiv Kaufkraft weg und trifft nicht alle Menschen gleich stark. Laut ifo Institut verursacht der Konflikt zusätzliche Konsumausgaben von 16,8 Milliarden Euro.
    Quelle: Focus Online
  9. Frankreich: Die Wut der Feuerwehrleute
    Frankreich brennt. Doch Präsident Emmanuel Macron brettert mit dem Jet-Ski über die Wellen. Jetzt regt sich Widerstand.
    29 Tage kämpften 1000 Feuerwehrleute bis zur Erschöpfung, um die Dörfer der Provence zwischen Aix und Draguignan vor den Flammen zu retten. Das gelang nicht überall, und sie riskierten dabei Kopf und Kragen: In einem kritischen Moment umzingelte springendes Feuer rund vier Dutzend der roten Camions und ihre Crews. Ein Wasserbombardement aus der Luft rettete sie in letzter Minute.
    Quelle: work
  10. CDU-geführtes Kanzleramt schleuste Agenten in Eichmann-Prozess
    Der BND startete laut einer Studie eine Operation zum Prozess gegen den Nazi-Verbrecher Eichmann, um die NS-Karriere von Hans Globke zu verschleiern.
    Der für die Auslandsaufklärung zuständige Bundesnachrichtendienst (BND) hat 1961 während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem einen eigenen Agenten in die Verteidigung des angeklagten Nazi-Verbrechers eingeschleust. Das soll aus einer Studie des Historikers Klaus-Dietmar Henke hervorgehen, über die am Samstag die »Süddeutsche Zeitung« berichtete. Es soll sich um den 2025 verstorbenen Juristen Dieter Wechtenbruch handeln, der als Assistent des Eichmann-Verteidigers Robert Servatius arbeitete und gleichzeitig seit 1960 als BND-Agent mit der Kennung V-7461 und dem Decknamen »Laqueur« tätig war.
    Quelle: nd
  11. Feiern zum 57. Jahrestag der Fatah-Septemberrevolution
    Wie erwartet, strömten in diesem Jahr in der Nacht zum 1. September in vielen Städten und Orten Libyens riesige Menschenmengen auf die Straßen und Plätze, um an den Revolutionsfeiern teilzunehmen, zu denen auch die Tochter Aischa al-Gaddafi, Tochter des ermordeten Revolutionsführers Oberst Muammar al-Gaddafi und Schwester von Saif al-Islam, aufgerufen hatte. Einen zusätzlichen Grund für den hohen Mobilisierungsgrad waren der Protest gegen die Ermordung von Saif al-Islam Gaddafi Anfang des Jahres sowie die sich ständig verschlechternden Lebensbedingungen, steigende Preise, Strom- und Treibstoffknappheit sowie Trinkwasserprobleme.
    Quelle: Gela-News
  12. Das weltweite Schattenfinanzsystem
    Das Hawala-System, ein informelles System für Barzahlungen über große Distanzen abseits von Banken, ist längst zu einem der wichtigsten Finanzierungssysteme für Kriminelle geworden. Auch in Österreich spielt Hawala eine zunehmend wichtige Rolle, insbesondere in der Schlepperkriminalität. Das zeigt eine investigative Recherche des ORF im Verbund mit anderen europäischen öffentlich-rechtlichen Sendern.
    Quelle: ORF
  13. Diese Welt ist nix für Kinder
    Kinder und Jugendliche sind Objekte, Zielpersonen von Beeinflussung und Manipulation für fremde Zwecke. Haben sie das Glück, bei souveränen, kritischen Eltern aufzuwachsen, lernen sie Widerstand gegen die ununterbrochene Einwirkung auf Gedanken und Gefühle. Ansonsten sind sie schutzlos dem Druck fremder Interessen ausgesetzt. Staatliche Institutionen sollten eigentlich junge Menschen vor Ausbeutung jeder Art schützen; dafür haben wir ein Grundgesetz, eine UN-Kinderrechtskonvention und ein Kinder- und Jugendhilfegesetz. Doch was, wenn sie es nicht tun?
    Quelle: Ossietzky 17/2026
  14. Zu guter Letzt: Klingbeil verhindert Foto mit russischem Finanzminister – Weißes Haus verteidigt Einladung
    Russlands Finanzminister darf am G-20-Treffen teilnehmen. Vizekanzler Lars Klingbeil kritisiert das scharf – und organisiert einen europäischen Foto-Boykott. Das Weiße Haus und Donald Trump reagieren anschließend auf den Vorfall. […]
    Das Signal, Siluanow zu empfangen, sei irritierend, sagte der Vizekanzler am Rande des Treffens. Er hätte angesichts des „brutalen Krieges“ Russlands gegen die Ukraine auf mehr Klarheit der gastgebenden Amerikaner gehofft. „Es gibt keine normale Situation gerade mit Russland“, betonte Klingbeil.
    Quelle: Welt Online

    Anmerkung André Tautenhahn: Der deutsche Finanzminister, ein Held der Haltungsakrobatik, kritisiert die gastgebenden Amerikaner für deren Einladungspolitik und hat offenbar gar kein Problem mit dem brutalen Krieg der USA gegen den Iran. Washington kann auf der Welt umherbomben, wo und wie es will, es ist offenbar kein Krieg unter US-amerikanischer Beteiligung denkbar, der in den Augen einer deutschen Delegation zu so etwas wie einer unnormalen Situation führen könnte. Dafür verkündete Klingbeil stolz, er habe den russischen Finanzminister Siluanow in den Sitzungen direkt angesprochen und aufgefordert, den Krieg zu beenden. Was Klingbeil wohl dem amerikanischen Kollegen gesagt haben mag? Hat er ihm vielleicht zum Diebstahl von 65 Milliarden Barrel venezolanischen Öls gratuliert, nachdem es in der Straße von Hormus nicht so gut läuft für seinen Chef?


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