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NachDenkSeiten – Die kritische Website
Titel: Hinweise des Tages
Datum: 2. September 2026 um 8:31 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
Verantwortlich: Redaktion
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dazu: Ob Dobrindt und Wadephul am Ende lachen?
Wenn die heutige Pressekonferenz eines gezeigt hat, dann eine verschärfte Bereitschaft zur Eskalation seitens der Bundesregierung. Die Aussagen, warum die Drohne in Leipzig russisch sein solle, machte vor allem Innenminister Alexander Dobrindt. Und die entscheidende Passage ist folgende:
“Es wurden Tatmittel wie die Drohnenkonfiguration, diverse Bauteile, Sprengstoff und Zündtechnik verwendet, die aus anderen hybriden Operationen Russlands und dessen Krieg gegen die Ukraine uns bekannt ist.” (sic) (…)
Interessant ist natürlich, dass nach Dobrindts Aussage die Technik des Drohnenbaus professionell war, die “Ausführung des versuchten Anschlags” aber “dem Bereich von Low-Level-Agenten zuzuordnen” sei. Das ist übersetzt die Behauptung, die Drohne sei samt Sprengladung gar nicht örtlich von denen gefertigt worden, die sie dann eingesetzt haben. Eine etwas erstaunliche Behauptung, wenn man bedenkt, dass jede zusätzliche Instanz ein zusätzliches Risiko bedeutet.
Mehr Argumente dafür, dass das ein “hybrider Angriff” Russlands gewesen sei, liefert Dobrindt nicht. Beweise für einen “Auftrag russischer staatlicher Stellen”? Das wäre so 20. Jahrhundert … Also beinahe vier Wochen nach dem angeblich so bedrohlichen Vorfall besteht die Argumentation immer noch aus – nichts.
Quelle: Dagmar Henn auf RT DE
Anmerkung Christian Reimann: Keine günstige Energie mehr und mit die höchsten Strompreise der Welt. Als ob das nicht bereits genügend Probleme in Deutschland sind, werden auch noch die Lieferketten auf hoher See gefährdet. Und ganz nebenbei auch noch die Konfrontation mit dem bisher wichtigsten Handelspartner China gesteigert. Jahrelanger Wahnsinn wird immer noch gesteigert.
dazu auch: Russland weist Vorwürfe zu Leipziger Drohnenvorfall zurück
Russische Regierungsvertreter haben die Schuldzuweisung Deutschlands nach einem versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle im vergangenen Monat zurückgewiesen. Die russische Botschaft in Deutschland teilte in einer Stellungnahme mit, die deutschen Vorwürfe seien eine »absurde« und »unbegründete Provokation«. Die angekündigten Maßnahmen kämen einer beispiellosen Eskalation in den russisch-deutschen Beziehungen gleich, hieß es weiter. Sie würden nicht ohne Folgen bleiben. Für diese trage die Bundesregierung die volle Verantwortung.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die deutschen Strafmaßnahmen gegen Russland bei einer Pressekonferenz in Bischkek in Kirgisistan als »schweren Fehler« bezeichnet. Die bisher vorgelegten Belege bezeichnete er als »gefälscht«. Deutschland habe Beweismittel untergeschoben, um Russland für den Vorfall verantwortlich zu machen. Mit den Vorwürfen gegen Russland versuche die Bundesregierung, von innenpolitischen Problemen und den sinkenden Umfragewerten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) abzulenken. Er lieferte keine Belege für seine Aussagen.
Quelle: Zeit Online
und: Wollen täten sie schon: Sanktionen gegen Russlands »Schattenflotte«
Die Erklärungen deutscher Offizieller zu dem Drohnenvorfall auf dem Leipziger Flughafen Anfang August sind geprägt von Widersprüchen und Vorbehalten. Der Kanzler kündigt »entschiedene Reaktionen« an, aber »abgestimmt« sollen sie schon sein. Allein vorzupreschen traut sich die Merz-Regierung offensichtlich nicht so ganz. Die Bundesregierung sei sich »weitgehend einig« über das geplante Vorgehen, so Merz. Das deutet darauf hin, dass die von ihm behaupteten, aber nie öffentlich vorgelegten Beweise für eine Urheberschaft Russlands an dem Drohnenfund nicht einmal in den eigenen Reihen so richtig überzeugen. Kein Wunder. Wie windig die bisher bekanntgewordenen »Erkenntnisse« sind, ist an dieser Stelle schon dargelegt worden. So blasen sie einerseits die Backen auf, wollen das aber andererseits mit »Ruhe und Überlegung« (Regierungssprecher Steffen Kornelius) tun. Und Außenminister Johann Wadephul erklärt in Algier, die BRD sei »ein Stabilitätsfaktor«, aber einschüchtern lasse sie sich auch nicht.
Das Gegenteil ist wahr. Merz und Wadephul wissen sehr gut, dass eine Eskalation im Sanktionskrieg gegen Russland die Lage destabilisieren wird.
Quelle: junge Welt
dazu: Der Herbst des Protests
Rund 200 Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs haben am gestrigen Dienstag eine Art Startsignal für den sich abzeichnenden Herbst des Protests gegen Militarisierung und Krieg gegeben. Bis Ende des Jahres sind in Deutschland sowie in zahlreichen weiteren Staaten Europas Proteste aller Art angekündigt, die sich gegen die umfassende Hochrüstung des Kontinents, gegen den mit ihr unmittelbar verbundenen Abriss der Sozialsysteme und gegen die immer konkreteren Kriegsvorbereitungen auch in der Bundesrepublik richten – von Schulstreiks über Aktionen von Hafenarbeitern bis hin zu Großdemonstrationen. Am gestrigen Dienstag begann in Köln unter dem Motto „Rheinmetall entwaffnen“ eine Aktionswoche gegen die hemmungslos eskalierende Militarisierung. Wie diese die Bundesrepublik transformiert, zeigt beispielhaft eine Ankündigung von Deutschlands größtem Rüstungskonzern: Rheinmetall teilte in der vergangenen Woche mit, man werde in Kooperation mit dem Bundesland Hessen die Stadt Kassel und die umliegende Region zum Defence Hub Nordhessen machen. Kassel war bislang für die Kunstausstellung documenta und als Museumsstandort bekannt.
Quelle: German Foreign Policy
dazu: Wachsende Attraktivität
Selten ist ein Staatenbündnis so stark divergierend eingeschätzt worden wie die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ), die am Montag und am Dienstag im kirgisischen Bischkek zu ihrem 25. Gipfeltreffen zusammenkam. Manche sehen in ihr eine Art asiatische NATO, ein östliches Gegenstück zum transatlantischen Militärpakt. Wäre sie das, dann hätte sie Iran offen zu Hilfe eilen müssen, als das Land am 28. Februar von den USA und Israel überfallen wurde. Dies aber hat sie bekanntlich, abgesehen von einer verbalen Verurteilung des Angriffs, nicht getan. Iran kann zwar auf eine gewisse Unterstützung von Russland und von China zählen, den beiden zentralen Gründungsmitgliedern der SOZ. Sie erfolgt jedoch nur bilateral, nicht durch das Bündnis. Daran änderte sich auch in Bischkek nichts.
Dennoch: Die SOZ ist auch nicht der zerstrittene Haufen, zu dem manche ihrer Gegner sie erklären.
Quelle: junge Welt
dazu: Werke sollen „leerlaufen“ – VW‑Vorstand beschließt Ende von vier Produktionsstätten
VW stellt laut einem Medienbericht die Produktion an vier deutschen Standorten ein – der Vorstand beschließt das „Leerlaufen von Werken“. Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität seien nicht länger sichergestellt. […]
So soll die Produktion in Emden und Zwickau im Jahr 2031 enden, in Hannover 2032 und in Neckarsulm 2034, berichtete die „Wirtschaftswoche“ am Dienstag aus einem Papier für den Aufsichtsrat. Dem Magazin zufolge kann der Vorstand das „Leerlaufen von Werken“ am Aufsichtsrat vorbei umsetzen.
Laut „Wirtschaftswoche“ soll das Dokument die Entscheidung des Aufsichtsrats am Ende dieser Woche vorbereiten.
Quelle: Welt Online
dazu: Merz zieht Grenzen zur Linken und wird ausgepfiffen
Bundeskanzler lehnt eine direkte Regierungsbeteiligung der Linken ab und warnt vor Wutbürgern. Beim Wahlkampfauftritt an der Ostsee wird er ausgepfiffen.
Quelle: taz
dazu auch: Merz plant Auftritte als Außenkanzler: Ein Manöver, um dem Chaos daheim auszuweichen?
Der Bundeskanzler plant einen Herbst voller Auslandstermine, von der Arktis bis nach Asien. Kritiker sehen darin auch ein Ausweichen vor dem innenpolitischen Chaos.
Bundeskanzler Friedrich Merz plant seinen großen außenpolitischen Auftritt, während hierzulande diesen Sonntag eine Wahlserie beginnt. Zunächst wählt Sachsen-Anhalt, zwei Wochen später folgen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Dazwischen reist der Kanzler zum Arktis-Gipfel nach Finnland. Danach fliegt Merz zu einer hochrangigen UN-Woche nach New York, es folgen ein EU-Gipfel in Brüssel und eine Reise nach Asien. Offenbar ist es der Auftritt auf internationalem Parkett, mit dem Merz als Außenkanzler in Erinnerung bleiben möchte.
Zu Hause jedoch bröckelt der Rückhalt. Jüngsten Erhebungen der ARD zufolge sind rund 85 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit unzufrieden, nur etwa 13 Prozent zufrieden. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern liegt die AfD den Umfragen zufolge deutlich vorn, in Sachsen-Anhalt sogar mit weitem Abstand vor der Union.
Quelle: Berliner Zeitung (Bezahlschranke)
Anmerkung André Tautenhahn: Der deutsche Finanzminister, ein Held der Haltungsakrobatik, kritisiert die gastgebenden Amerikaner für deren Einladungspolitik und hat offenbar gar kein Problem mit dem brutalen Krieg der USA gegen den Iran. Washington kann auf der Welt umherbomben, wo und wie es will, es ist offenbar kein Krieg unter US-amerikanischer Beteiligung denkbar, der in den Augen einer deutschen Delegation zu so etwas wie einer unnormalen Situation führen könnte. Dafür verkündete Klingbeil stolz, er habe den russischen Finanzminister Siluanow in den Sitzungen direkt angesprochen und aufgefordert, den Krieg zu beenden. Was Klingbeil wohl dem amerikanischen Kollegen gesagt haben mag? Hat er ihm vielleicht zum Diebstahl von 65 Milliarden Barrel venezolanischen Öls gratuliert, nachdem es in der Straße von Hormus nicht so gut läuft für seinen Chef?
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