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NachDenkSeiten – Die kritische Website
Titel: Videohinweise am Mittwoch
Datum: 19. Mai 2021 um 17:02 Uhr
Rubrik: Videohinweise
Verantwortlich: Redaktion
Hier finden Sie in der Regel am Mittwoch und am Samstag einen Überblick über interessante Videobeiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie anschauen wollen. Die Videohinweise sind auch auf unserer YouTube-Seite als spezielle Playlist verfügbar. Auch für die Rubrik „Musik trifft Politik“ gibt es eine eigene Playlist (CG: Christian Goldbrunner)
Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Beiträge einverstanden sind. Sie können uns bei der Zusammenstellung der Videohinweise unterstützen, indem Sie interessante Fundstücke an die Adresse [email protected] schicken. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.
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Ein Kommentar von Frank Blenz: Möchte nicht jeder ein perfektes Passfoto? 1984, Der kleine Lord, Die Welle, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Sie kennen diese Filme, fantasievolle, wichtige Werke, in denen gesellschaftliche Zu – und Missstände, Utopien, Visionen derart komprimiert dargestellt werden, dass sie ein Millionenpublikum begeisterten und bis heute begeistern. Mehr noch: zum Nachdenken inspirieren und ermutigen, vielleicht die Welt etwas besser zu machen. Gerade herrscht wieder eine Phase unseres Gesellschaftsdaseins, in welcher wichtige Filme wichtig wären. Ein (noch) unbekannter Film aus den Niederlanden (Regie Jonathan Elbers) erfüllt all diese Kriterien, der Streifen wertvoll und wichtig. Schlimm genug, die Geschichte „Der Club der hässlichen Kinder“ verläuft beängstigend nah an der aktuellen Realität.
Das Wichtigste vorab: Der Film „Der Club der hässlichen Kinder“ ist noch bis zum 23.Mai 2021 in der ARD-Mediathek zu sehen. Eins ist garantiert, finde ich: Dem Zuschauer bleibt die Spuke weg. Unbedingt ansehen !
Die Story wird in der Vorbesprechung bei ARD folgend angekündigt: Was heißt hier “hässlich”? Ist doch eigentlich relativ, aber um Paul herum sind seine Segelohren ständig Thema. Der Außenseiter mit Mütze wird zum meistgejagten Jungen, als alle “hässlichen” Kinder des Landes in ein Camp sollen. Verfolgt von Agenten erhält Paul unerwartet Hilfe von Sara. Sie starten eine Rebellion. Für alle Mutigen, die ihre Meinung sagen, wird “hässlich” zum Ehrentitel. Doch dann schlägt die Regierung zurück.
Die Geschichte konkreter: Die finale Verschwörungstheorie: Jagd auf hässliche Kinder. Präsident Isimo beschließt, alle hässlichen Kinder einzufangen und abzuschieben. Nach einem Fotoshooting werden Paul und ein paar andere „hässliche“ Klassenkameraden auf einen „Schulausflug” geschickt. Im Bus merkt Paul bald, dass dies nicht nur ein angenehmer Ausflug ist, sondern dass die Kinder an einen geheimen Ort gebracht werden sollen. Er schmiedet einen Plan und kann entkommen. Doch seine Flucht wird bemerkt und ein Kopfgeldjäger wird hinter ihm hergeschickt, um ihn wieder einzufangen. Kann Paul seinen Verfolger abschütteln und, was noch wichtiger ist, kann er sowohl die anderen Kinder befreien als auch den Präsidenten besiegen?
Grau, uniform. Menschenleer gentrifizierte Straßen. Die ersten Szenen im Film schon sind verstörend. „Möchte nicht jeder ein perfektes Passfoto?“ Die Frage steht als Überschrift für eine bildnerische Erfassung von Kindern in einer Turnhalle. Die stehen streng in Reihe. Einem Jungen fällt die Mütze vom Kopf, seine abstehenden Ohren werden sichtbar. Grund genug, als anders als die Norm angesehen und so als „hässlich“ definiert zu werden. Und kommt es noch schlimmer. „Hässliche Kinder werden umsorgt“, kündigt der Präsident dieses Landes an. Die Wortwahl, die Verniedlichung, das Verschweigen der wahren Absichten – die Jagd auf die hässlichen Kinder nimmt ihren Lauf mit Wucht und all das erinnnert den Zuschauer geradezu unheimlich an das Reden und Handeln realer Entscheidungsträger und Machthaber und Medien. Dass der Film beim Kinderfernsehsender KIKA gezeigt wurde (23.4.2021), wirkt wie ein Hoffnungsschimmer in trostloser Massenmedienlandschaft. Hoffnung, Mut und Inspiration – das Handeln der jungen Protagonisten im Film sind wunderbar. Paul muss flüchten, seine Mitschülerin Sara versteckt ihn. Beide gründen im Untergrund den Club der hässlichen Kinder. Ihr Engagement wird mehr und mehr wahrgenommen, eine Widerstandsbewegung gegen die Diskriminierung der hässlichen Kinder nimmt Fahrt auf. Wie im wahren Leben geschieht das folgende: Demonstrationen der Kinder werden niedergeschlagen. TV-Nachrichten verbreiten Meldungen über die Kinder und bezeichnen diese als „Terroristen“. Weiter heißt es in den Nachrichten: “Unserem Land geht es ausgesprochen gut.” Und: “Leider gibt es noch einige, die zweifeln, dass der Präsident für eine strahlende Zukunft sorgt.”
Der Widerstand gibt aber nicht auf. Pauls Vater, ein Journalist, nimmt sich der Kinder-Revolution an, ihm gelingt eine Internet-Reportage über die Zustände im Gefangenenlager, das „Auffrischcamp der hässlichen Kinder“ genannt wird. Wie Märchen endet schließlich der Film: Es gelingt, das Treiben des Präsidenten zu entlarven und den Machthaber abzusetzen.
Hierzu die beiden Dokus:
Die Wütenden – Wenn Kinder das System sprengen
“Systemsprenger” bringen mit ihrer Aggressivität alle an die Grenzen. Die Not dieser schwer traumatisierten Kinder wird oft nicht erkannt. Eltern und Lehrer reagieren zu spät. Und was dann?
Quelle: ZDF, 37 Grad, 18.05.2021
Schrei nach Liebe
Wie Kinder zu Systemsprengern werden – Film von Liz Wieskerstrauch
Notunterkunft, Kinderheim, Wohngruppe: Luca war schon überall. Er kommt nirgendwo klar, schlägt oft um sich – und sucht nur Halt, ein Zuhause. Luca ist ein sogenannter Systemsprenger.
Quelle: ZDFzoom, 17.05.2021
Anmerkung CG: Der Spielfilm ist ein preisgekrönter Film aus dem Jahr 2019, doch er erscheint angesichts der derzeitigen Situation für Kinder aktueller denn je. Das Verhalten der sogenannten Systemsprenger ist meist ein Schrei nach Aufmerksamkeit, Halt, Zuneigung, Liebe und signalisiert oft Gewalterfahrungen und Traumatas in der Kindheit. Man wagt es sich kaum auszumalen, was unsere ‘überkorrekte’ Gesellschaft, aber vorwiegend die Regierung in den letzten Monaten durch überzogene Lockdown-Maßnahmen vielen Kindern und Jugendlichen, gerade aus einkommensschwachem Milieu angetan haben an psychischer Gewalt und an Vereinsamung, durch erzwungene Distanz und bewusst mittels sog. ‘Panikpapier’ geschürter Angst und verstärkt auftretender, oft unerkannter oder zu spät erkannter Gewalt im häuslichen Umfeld.
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Anmerkung Albrecht Müller: In diesem Gespräch mit dem Schweizer steckt sehr viel Wahres. Es steckt aber auch die Illusion darin, dass die Schweizer Demokratie einschließlich der Abstimmungen ohne Medienbegleitung und Medienbeeinflussung funktionieren würde. Auch in der Schweiz gibt es Zeitungen und andere Medien, die die Menschen zu beeinflussen versuchen und das teilweise auch mit Erfolg.
Die Geschichte vom Covid-Gesetz
Wie ist das Covid-Gesetz eigentlich entstanden?
Am 13. Juni entscheiden die Schweizer Stimmbürger über das Covid-Gesetz.
Quelle: Freunde der Verfassung, 23.04.2021
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Der Rote Platz #89: Israel – Ewiger Krieg ohne Sieg
In der aktuellen blutigen Konfrontation Israel – Palästina hat Bundespräsident Steinmeier der israelischen Seite seine „uneingeschränkte Solidarität“ zugesichert, die palästinensische ging leer aus. Diese Einseitigkeit kritisieren Wolfgang Gehrcke und Christiane Reymann. Ein Konflikt – zumal einer, der so tief geht und so lange andauert wie der im Nahen Osten – kann nur bearbeitet werden, wenn die Interessen beider Seiten Berücksichtigung finden. Sonst gebiert Krieg nur immer neuen Krieg.
Quelle: weltnetzTV, 17.05.2021
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Artikel zu Hans-Jochen Vogel sind auf den NachDenkSeiten unter dem Schlagwort zu finden oder über die Suchfunktion, hier.”
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HG. Butzko: “So viele Hände hab ich gar nicht, wie ich mir die ganze Zeit waschen sollte.”
Anmerkung CG: Leider jetzt erst entdeckt. Sehr sehenswert, Highlight ab Minute 7 bis 25.
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Uwe Steimle [ab Min. 4, transkribiert CG]: “Ich war tief berührt, gerade habe ich ein Lied gehört, nur mit Klavier – wo es sonst immer dröhnt bei Rammstein. Herr Lindemann hat ein einfaches Lied aufgenommen, er singt es in russischer Sprache, hat schon über 3 Millionen Aufrufe. […] Das ist so bewegend und hat mich so berührt, […] ich finde – und deswegen verneige ich mich vor Ihnen Herr Lindemann – Sie haben mit diesem Lied, mit dieser Kunst, mit der Musik mit der Völkerverständigung mehr getan für den Frieden, als die gesamte Außenpolitik Deutschlands in den letzten fünf Jahren. Danke.”
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Songtext in der Videobeschreibung.
Kommentar von Roland Rottenfußer: Der Begriff ist etwas aus der Mode gekommen. In Orwells „1984“ heißt es, künftige Generationen würden das Wort „frei“ vielleicht gar nicht mehr verstehen können. Hier wird der aus der Geschichte bekannte Begriff von vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern des Rappers intoniert. „Der Virus heisst Angst, lebendiges Koma. (…) Wo Angst regiert, Gefühl stagniert, Freiheit verliert.“ Es ist kein reines „Corona-Lied“, aber visuell dominieren in dem Video teilweise Masken. Dazu gibt es Seitenhiebe auf Kommerzkultur und Profitgier. Durch die kulturelle Diversität der Auftretenden wird überdies der Eindruck erweckt, die ganze Welt schreie nach Freiheit. Wäre schön.
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Anmerkung von Norbert Heitkamp: Im Zusammenhang mit #allesdichtmachen habe ich die drei “Kultur“-Strophen aus diesem Lied gesungen und vor einigen Tagen online gestellt. „… grad die höhere Kritik ist doch in unserm Staat beliebt“ singt Walter Mossmann in seinem Lied. Mossmanns Text von 1976 ist aktueller denn je. Er findet sich unter dem Video.
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rasmes – Impfen, impfen, impfen (5 Millionen Dosen!) – Angela Merkel Remix
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Anmerkung: In dieser Rubrik wollen wir Ihnen Songs mit politischen und gesellschaftskritischen Texten vorstellen, die vielleicht noch nicht jeder Leser kennt oder die nicht in Vergessenheit geraten sollten. Wenn auch Sie Musiktipps für uns haben, mailen Sie uns Ihre Empfehlungen bitte an unsere Mailadresse für die Videohinweise videohinweise(at)nachdenkseiten.de mit dem Betreff: Musik.
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