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Titel: Leserbriefe zu „Appell von Militärs an jeden Bürger, sich auf „Verteidigung“ vorzubereiten – militärisch-politischer Verlautbarungsjournalismus vom Spiegel“
Datum: 21. Februar 2026 um 16:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich: Redaktion
In dieser Medienanlyse diskutiert Marcus Klöckner über den Offenen Brief des Generalinspekteur der Bundeswehr und des britischen Generalstabchef und die Berichterstattung des „Spiegels“ dazu. Die beiden Militärs würden die Aufrüstung Europas fordern. Obwohl der Spiegel-Artikel nachrichtlich, sachlich, nüchtern angesetzt sei, habe er eine schwere journalistische Schlagseite. Die journalistischen Unzulänglichkeiten würden bereits in der Dachzeile beginnen. Das Präsentierte sei kein objektiver Journalismus. Jedoch: „In Zeiten, in denen Politiker, Militärs und Experten immer wieder vor dem Angriff eines als feindlich betrachteten Landes reden, brauchen Staat, Land, Demokratie und Gesellschaft die ‘Vierte Macht’“. Wir danken für die interessanten E-Mails hierzu. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
Hallo Herr Klöckner,
es ist ja nicht nur der Spiegel, auch die hiesige “Heimatzeitung” Augsburger Allgemeine berichtet derartig einseitig, was eine Schande für den Journalismus darstellt. Nicht genug damit, es werden Leserbriefe veröffentlicht, bei denen es, wie der Schwabe sagt, der Sau graust. Ich hatte in der Vergangenheit immer wieder berichtigende Leserbriefe geschrieben, die so gut wie nie veröffentlicht worden sind, so daß ich dies aufgegeben habe. Ich kann nur hoffen, daß mich mit meinen 89 Jahren der Tod ereilt, ehe der unausweichliche (Atom)-Krieg ausbricht, wenn nicht ein Wunder geschieht und in der Politik Einsicht einkehrt. Man könnte ja meinen, der Geldmangel erfordere ein Umdenken., doch mit diesem Kanzler offensichtlich nicht.
Fritz Schmidt
2. Leserbrief
Guten Tag,
diesen Appel, samt dem Medium Spiegel kann man getrost in der Toilette entsorgen.
Denn genau dort gehört er hin. Zu dem kriegstreibenden, britischen General möchte ich mich
nicht äußern, außer das England sein Weltreich immer, freundlich ausgedrückt, mit der militärischen Inbesitznahme gegründet hat. Der deutsche Topmilitär ist natürlich nicht top, denn er scheint vom Friedensgebot des Grundgesetzes noch nichts gehört zu haben. Da davon auszugehen ist, dass die Fakten über die Bevölkerungsstruktur und das militärische Kräfteverhältnis Europa zu Russland, dem General bekannt ist, ist seine Lageeinschätzung auch freundlich genannt, eine Täuschung der Bevölkerung. Es ist Mittel zum Zweck, die Menschen willig für kriegerische Handlungen und einen Krieg mit Russland zu machen. Der deutsche Journalismus und dessen Auftragsschreiber, nebst den anderen, publiken Medien, wie der auftragsferne ÖRR und weitere, verbreiten diese Kriegspropaganda in der Öffentlichkeit.
Von kritischer Analyse und Recherche keine Spur. Eben so wenig der klare, deutliche Ruf, die Ermahnung zu Frieden und diplomatischen Lösungen.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
3. Leserbrief
Guten Tag Herr Klöckner,
geboren wurde ich im Jahre 1960, politisch-grün-friedenssozialisiert in den 70er / 80er Jahren ( Demos in Bonner Hofwiesen usw. ). Die Jahre 1989 ff. inkl. Gorbatschows Perestroika-Politik stimmten mich so friedensfroh, ja glücklich. Ich dachte: Endlich ist dieser Ost-West-West-Ost Antagonismus zu Ende!
Sprachlos, schockiert, entsetzt, deprimiert sehen Sie mich, weil Europa nicht 40 Jahre später – und nicht 100 Jahre nach dem Ende des verheerenden Zweiten Weltkrieges wieder vor einem gesamteuropäischen Flächenkrieg steht, welcher das Zeug zum militärischen Weltkrieg hat. Und wieder ist Europa der Ausgangspunkt.
manova.news/artikel/die-welt-unglucksquelle
Fassen kann ich das alles nicht, so gar nicht, auch wenn ich Historiker bin qua Studien.
Ferner nehme ich seit 2022 eine zunehmende Verherrlichung des Kriegs als ‚normalste Sache der Welt‘ wahr … Das alles erinnert sehr an die Kriegsbegeisterung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Auch sehe ich seit dem Jahre 2000 ( verstärkt seit den Jahren 2015 / 2022 ), wie die Hirne der Menschen vor allem auch durch die Medien ( ÖRR insbesondere ) vollkommen vergiftet werden. Begrifflichkeiten, Maßstäbe usw. werden strategisch umgedeutet, Kriegsmahner / Pazifisten übelst ausgegrenzt … Tja, mir fällt nichts mehr ein als schiere Verzweifelung.
Ohne weitere Worte, Roland Weinert.
4. Leserbrief
Ein Lobeslied auf Marcus Klöckner!
Es ist Faschingsdienstag, der Tag des “Fettigen Essens”. Das war ein wahrer Festschmaus – Luther würde rufen: “Das hat mir wohl geschmacket” ! Im Ernst jetzt: Ich bin ein Uraltpauker und also nicht mehr “vorne” am Pult. Den aktiven Kollegen sei geraten, mit diesem Text eine Deutschstunde zu gestalten – auch Ethik/Rhetorik/Geschichte stünden zu Diensten.
Der Spiegel steht mir schon lange nicht mehr zu Diensten. Das einmal gewesene Sturmgeschütz der Demokratie hat ja 1962 (Manöver Fallex) gewaltig gewarnt: “Wir sind nur bedingt abwehrbereit!” Das waren noch Zeiten! FJS ließ Augstein und Ahlers verhaften und musste alsbald zurücktreten. Das beträfe den Geschichtsunterricht und die Gemeinschaftskunde.
Jetzt leben wir in einem ganz anderen Staat – und zwar in “Unseredemokratie”. Und “wir” sind erneut nur bedingt abwehrbereit! Der Spiegel zitiert in einem offenen Brief den mahnenden Generalinspekteur Breuer, dass wir alle -also jeder Bürger- uns auf den Angriff Russlands vorzubereiten haben. Ich bin schon zu lange aus dem Geschäft, als dass ich wüsste, wie heutzutage Krieg, Militarismus, Friedensbewegungen et al “kultusministerlich” begleitet werden. Unterrichtshilfe steht jedem Lehrer (*die Lehrerin sei nicht vergessen) hier in den NDS zur Verfügung. Breuer ist der Topmilitär von “Unseredemokratie” und wird sehr wahrscheinlich an die Spitze der NATO rücken.
Wer Argumente für einen hochwertigen Unterrichtsverlauf sucht, kann hier in den NDS jede Menge Material finden. Zum Beispiel:
Die Bundesrepublik hatte schon einmal einen Vorsitzenden des NATO-Militärausschusse und damit auch des NATO-Russland- Rates – von 2002 bis 2005. Sein Name: Harald Kujat! Das wäre doch der TOP-Experte, den der Spiegel hätte zu Rate ziehen können. Er liefert hochbrisante Argumente, die jedermann -und damit auch jeden Lehrer- hier in diesem wirklichen Qualitätsmedium zu Kund und zu Wissen stehen.
Kujat fordert – und ein Mann seiner Klasse darf fordern: Die vorrangige Priorität auf dem europäischen Kontinent muss jetzt ein FRIEDEN sein. Unsere Medien und da denke ich auch an die der regelbasierten Ordnung hörigen Talkshows, lassen gerne Topgeneräle zu Worte kommen. Es sind zumeist Sofageneräle, deren Namen ich gerne außen vor lasse, denn ich möchte heute Abend doch meine letzte Carnevale-Mahlzeit ohne Magen-Darm-Probleme genießen. Morgen ist Aschermittwoch. Kriegsbereitschaft führt zu Asche und dust to dust.
Den NDS wünsche ich weiterhin Kraft und Ausdauer zur Nachdenkbereitschaft
Dieter Münch
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