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Titel: Leserbriefe zu „Die Dreistigkeit des ZDF-Chefs: ‚Der Feind steht woanders‘“
Datum: 3. April 2026 um 12:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich: Redaktion
Tobias Riegel kommentiert in diesem Beitrag die Wiederwahl von Norbert Himmler zum Intendanten des ZDF. Ohne Gegenkandidaten sei er vom ZDF-Fernsehrat für weitere fünf Jahre bestimmt worden. Seine Bewerbungsrede vor der Wiederwahl habe es in sich gehabt. Sie sei skandalös und teile die Gesellschaft ein. Wer so agiere, sei für den Job als Intendant eines von allen finanzierten Rundfunks völlig ungeeignet. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten E-Mails hierzu. Christian Reimann hat für Sie die nun folgende Auswahl der Leserbriefe zusammengestellt.
1. Leserbrief
Herr Riegel, sie haben genau die Bedeutung dieser Rede erkannt. Jetzt beginnt ein Paradigmenwechsel im Öffentlichen! Dieser Mann ist ohne Gegenstimme gewählt, alle sind auf Linie, andere Ansichten zu haben bedeutet Jobverlust.
Dann der Satz in dieser “historischen Rede”: wir werden den Kreis unserer Partner um Qualitätsmedien erweitern, die unsere Werte auch gemeinsam teilen. Ich möchte hier mit den Printmedien gemeinsam, die unsere journalistischen Werte teilen, enger und effizienter zusammenarbeiten
Das heißt totaler Schulterschluss mit den privaten Medienkonzernen der Milliardärs-Familien und dann natürlich nur als Juniorpartner. Was bisher als Verschwörungstheorie galt, wird jetzt öffentlich verkündet.
Gemeint mit Feind sind alle kritische Medien im Netz und wo auch immer. Da soll mir noch einer sagen. dass es keinen tiefen Staat gibt, er zeigt sich doch jetzt!
Die Zwangsabgaben Rundfunkbeitrag, sind frühzeitig schon zu diesem Zwecke installiert worden um keine Verluste zu erleiden durch dieses undemokratische Verhalten.
Nachdem alles gerichtet ist, wird jetzt zum letzten Gefecht geblasen. Ich sende ihnen diesen Leserbrief, bevor die KI ihn nicht mehr durch lässt.
Suchen sie sich gute Medienanwälte, ich zahle einen Rechtshilfe-Aufschlag zu meinen mtl. Spenden.
Trotzdem, Venceremos
N. Arbeiter
2. Leserbrief
Hallo,
„Ich persönlich möchte mich in den kommenden Jahren dafür einsetzen, dass das ZDF ein relevanter Faktor für unsere Demokratie und für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist.“
Absolut klar ist, das er bei “unsere Demokratie“ und „unserer Gesellschaft“ nur diejenigen meint,
die schön und ordentlich mitschwimmen im Strom von Einheitsmeinung, Bellizismus, Feindbildaufbau und Ausgrenzung von Andersdenkenden…!!
Dann…., und nur dann, stimmt sein Satz!
Himmlers Auftrag ist Spaltung … das bezeichnendste Symptom faschistischer Politik …
Grüße
T. Rath
3. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Riegel,
ich bekenne mich schuldig. Ich bin erklärter Feind des ÖRR. Kann ich jetzt aufhören, den zu finanzieren? Als “ÖRR-Feind” bin ich natürlich auch Anhänger von Verschwörungstheorien (seit Corona zumindest). Wenn ich seinen Satz:”Ich möchte hier mit den Printmedien gemeinsam, die unsere journalistischen Werte teilen, enger und effizienter zusammenarbeiten” richtig interpretiere, dann ist zu befürchten, dass unsere erpresste Propagandasteuer demnächst auch zur Finanzierung der Staatspresse herangezogen wird (denen laufen nicht ohne Grund die Leser in Scharen weg). Momentan noch eine Verschwörungstheorie. Mal sehen, ob daraus bittere Realität wird. (…).
Mit freundlichen Grüßen
R. Binde
4. Leserbrief
Sehr geehrte NDS Team,
vielen Dank für den Artikel. Wahrscheinlich erreichen Sie massenhaft Artikel der gleichen Art zu diesem leidigen Thema?
Tja, was soll man davon halten? Was soll man von einem Fernsehrat halten,der eine „Wahl“ ohne Gegenkandidaten abhält und dann den vorigen umstrittenen Belehrungs – und Staatspropagandaonkel wieder auf seinen Platz setzt,den der schon lange hätte räumen müssen? Es sind ja genug Skandale, die unter dessen „Regentschaft von Staatsgnaden“ schon aufgelaufen sind, bis zum kulminierten Höhepunkt der gesendeten KI Fake-Videos in einer Nachrichtensendung eines Staatssenders. Wenn jetzt noch fast die Hälfte des zuschauenden Volkes von dem als Feind betrachtet wird, dann kann man sich ja dort auch getrost nicht mehr vertreten fühlen und theoretisch sollte alleine eine solche Äußerung vor jedem Gericht als Beleg dafür dienen, wenigstens den ZDF Anteil der Rundfunkgebühren nicht mehr bezahlen zu müssen.
Ich kann mich nicht dagegen wehren, aber das ZDF nimmt zunehmend die Rolle des deutschen Reichssenders ein, der noch, trotz Rückzug an allen Fronten, mit markigem linken und grünen Ton von Sieg redet und die Russland-Fanfare spielt. Diesen sogenannten „Qualitätsjournalismus“ kann man überhaupt nicht mehr ernst nehmen. Gut, daß das Wort Qualität heute nichts mehr bedeutet, daran haben wir uns ja im täglichen Leben gewöhnt. So meint der Typ das wahrscheinlich auch. “Nehmt das, was wir Euch als Qualitätsjournalismus liefern“ und bezahlt dafür.
Na ja, Milka und andere Shrinkflationsanbieter haben ihre Lektion durch Konsumverweigerung der Kunden schon teilweise gelernt. Das ZDF wird wohl in ein paar Jahren abgewickelt sein und es ist nicht schade darum. Bei der ARD wird es ähnlich laufen
Mit freundlichen Grüßen
Claus Hansen
5. Leserbrief
Hallo Herr Riegel,
wie sieht „professioneller Journalismus“ heute eigentlich aus? Ein Peter Scholl-Latour war persönlich dort, wo Dinge geschahen, und hat mit den Akteuren gesprochen. Das war die gute alte Zeit. Heutzutage sitzen die Auslandskorrespondenten in Istanbul oder Kairo und berichten „über“ den Iran. Beziehungsweise was sie im Internet oder aus ominösen Quellen, aufgeschnappt haben. Am besten sind diese Quellen auch noch „Menschenrechtsaktivisten“ mit exklusivem Internetzugang im Iran, also mit viel Glück NICHT der Mossad. Wer kann es schon sagen?
So ist es kein Problem „Distanz“ zu wahren. Ein Armin Coerper „körperlich“ anwesend in Mariupol und wahrheitsgemäß berichtend, kam bekanntlich überhaupt nicht gut an. Also besser möglichst weit wegsetzen und alles schön vorportionieren wie es in die Ideologie passt. Was Meldungsselektion und -offenheit kanalisiert.
Ich schaue Heute und Tagesschau trotzdem regelmäßig, einfach weil ich wissen möchte, was tagesaktuell für das deutsche Publikum verdreht oder weggelassen wurde. Und das ist eine ganze Menge. Für alles, was etwas mit Politik zu tun hat oder Freund/Feind-Fragen sind Inhalte des ÖR nicht zu gebrauchen. Denn man hat sich dort schon längst einen mit der Realität nicht mehr kompatiblen „Common Ground“ gebastelt.
Darum wird der „Feind“ in deutschen Medien auch nicht angehört. Wer soll einen iranischen Außenminister oder gar Putin denn auch interviewen? Erstmal bekommt man da inhaltlich Probleme, muss also eine ganze Menge rausschneiden, damit es ins Bild passt. Diese Kontaktschuld bekommt der Interviewer im Zweifel auch nie wieder abgewaschen. Also bleiben sie lieber weit weg, die „professionellen Journalisten“.
Ähnlich, nur andersherum, gilt dies auch für alle, die ernsthaft eine abweichende Meinung vertreten. Dort weiß man, dass man sich von „professionellen Journalisten“ besser fernhält oder lernt es auf die harte Tour.
Wie Alina Lipp zum Beispiel. Wenn man sich die ZDF-Doku „The Princess of Disinformation – Alina Lipp und Putins Krieg“ und die originalen Interviews ansieht, wird offensichtlich, wie so etwas im ÖR läuft. Es war eine Hinrichtung erster Klasse. Welche Frau Lipp, vielleicht sogar maßgeblich, die „Ehre“ von EU-Sanktionen eingebracht hat.
Somit bleibt tatsächlich nur noch der „Common Ground“ übrig. Dieser drückt sich unter anderem durch die immer gleichen ideologisch gefestigten „Experten“ aus. Welche in einer Endlosschleife die immer gleichen Thesen vortragen.
Mit freundlichen Grüßen
Kai P.
6. Leserbrief
Guten Tag,
in dem durch den Gebührenzahler finanzierten fetten Speck sitzend, scheint der Mann von einer Art Realitätsverlust (…) befallen worden zu sein.
Und überhaupt, gibt es in dem ganzen System ZDF, nur eine befähigte Person für den ,,Posten” des Intendanten? Schon alleine das spricht für sich. Ansonsten ist es auch nicht seine Aufgabe, sich als Wächter der Demokratie aufzuspielen. Der Sprachgebrauch, wohl gemeint, kritische, alternative Medien als Feind oder Feinde zu bezeichnen, spricht abermals für sich. Kritik, wenn berechtigt, muß immer gewährleistet und auch geschützt sein, aber in angemessener Form.
Im übrigen hat der Mann nur eine Aufgabe und das ist dem Gebührenzahler gegenüber seinen gesetzlichen Auftrag nach objektiver, breitgefächerter, neutraler und nicht einseitiger Information, in allen Belangen zu gewährleisten.
Es gilt wieder einmal genau hinzuschauen, ob die, die am lautesten Demokratie einfordern, diese auch selbst praktizieren und beherzigen.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
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