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Titel: Leserbriefe zu „Ben ungeskriptet, Björn Höcke und eine Sozialdemokratin: Möchte Frau Esken bitte die Politik verlassen?“

Datum: 11. Mai 2026 um 15:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
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In diesem Kommentar thematisiert Marcus Klöckner die Reaktion der SPD-Politikerin Saskia Esken auf das vielbeachtete Interview, das der YouTuber Ben Berndt in seinem Format Ben ungeskriptet mit Björn Höcke geführt hat. Esken habe mehr oder weniger offen einen Werbeboykott der Sendung gefordert. Ihr Problem sei, wie das von vielen anderen Politikern auch, dass sie von Demokratie, Meinungsfreiheit und Pluralismus rede – aber die unliebsame Meinung des Gegenübers nicht verdauen wolle. Festgestellt wird, dass das EU-Sanktionsregime mit der Billigung Deutschlands bereits jetzt politisch unliebsame Ansichten sanktioniert. Gefragt wird: „Was kommt als Nächstes: Sanktionierung von Firmen, die eine Werbung bei Ben ungeskriptet schalten wollen?“ Abschließend wird gefordert: Esken solle mal schauen, ob es kein anderes berufliches Spielfeld für sie gebe: „Möchte Frau Esken bitte die Politik verlassen? Danke!“ Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Leserbriefe, die wir hierzu erhalten haben. Die nun folgende Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

wenn man als Politiker bzw. Politikerin Herrn Höcke als “Faschisten” bezeichnet, dann sollte man das als “Demokrat” bzw. “Demokratin” auch inhaltlich und argumentativ begründen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man von der SPD, der CDU/CSU, der FDP, den Grünen oder den sogenannten Linken ist. Denn das ist der entscheidende Punkt.

Man muss kein Fan, kein Sympathisant oder Wähler von Herrn Höcke und seiner Partei sein und alles gutheißen, was er sagt. Wenn sogenannte “Demokraten” Herrn Höcke pauschalierend als “Faschisten” bezeichnen, verharmlosen sie aber nicht nur das Dritte Reich inklusive Zweitem Weltkrieg, Holocaust und Euthanasie.

Diese “Demokraten” machen bei Lichte betrachtet genau das, was autoritäre Diktatoren machen und wollen. Sie wollen alle Quer- und Andersdenkenden ausschalten, um die öffentliche Meinung und den öffentlichen Diskurs gleichzuschalten und zwar in ihrem Sinne. Um eine inhaltliche Auseinandersetzung geht es nämlich “Demokraten” wie Frau Esken nicht. Ob die Argumente der Querdenker und Alternativen wahr oder falsch sind, welche Ziele sie verfolgen und wem das gegebenenfalls nützt und wem nicht, das spielt für diese sogenannten “Demokraten” überhaupt keine Rolle. Die Ursachen, warum Wählerinnen/Wähler damals in der Zeit der Weimarer Republik die NSDAP gewählt haben und warum Wählerinnen/Wähler heute die AfD wählen, sind für “demokratische” Politiker bzw. Politikerinnen wie Frau Esken offenkundig vollkommen irrelevant.

“Demokraten” bzw. “Demokratinnen” wie Frau Esken bewirken mit dieser Ignoranz und Arroganz genau das Gegenteil. Sie treiben die Wählerinnen und Wähler in die Arme der AfD. Liegt es daran, dass Frau Esken das nicht begreifen kann, weil sie damit intellektuell überfordert ist, oder macht sie das mit Absicht? Woran liegt das?

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Schmiedel


2. Leserbrief

Hallo,

Frau Esken (…) hat die Frechheit besessen, große Teile der Bevölkerung als „Covidioten“ zu bezeichnen, und diese Unverschämtheit war natürlich nicht strafbar, entschied die „Justiz”…

Ich bin sicher, diese Person hat in den letzen Jahren mehr zur Politikerverdrossenheit beigetragen als jeder andere Politiker.

Grüße
T. Rath


3. Leserbrief

Guten Tag,

verbieten, ausgrenzen, rausschmeißen, sozial und wirtschaftlich ruinieren, das möchten die selbsternannten Hüter der Demokratie, wie jetzt wieder Frau Esken, am liebsten alle, die nicht auf der gängigen Linie ihres Demokratie-Verständnisses unterwegs sind. Ein für wahr seltsames Demokratieverständnis.

Nein, das ist einfach zutiefst undemokratisch und vergiftet weiter den gesellschaftlichen Konsens.

Dieses mal traf es den Youtuber Ben, der mit Björn Höcke ein freies, vielbeachtetes Interview führte. Verbal wird Höcke von Esken wieder als Faschist bezeichnet, dem man keine Bühne bieten dürfe. Wer darf denn hier was und wer bestimmt, wer was darf? Wer sind denn die wirklichen Hetzer und Feinde des freien Denkens und der Demokratie?

Über die Person Björn Höcke möchte ich mich hier nicht weiter auslassen, aber ein Faschist ist Björn Höcke meinem Rechtsempfinden nach nicht. Jens Berger hatte das in seinem Beitrag: „Darf man mit Höcke sprechen? Man darf nicht nur, man muss“ in etwa auf den Punkt gebracht. Frau Esken und andere selbsternannte Hüter der Demokratie sollten sich selbst bewusst machen, ob ihre Forderungen anderen, ihnen nicht genehmen Personen oder Parteien gegenüber, nicht selbst faschistische Elemente beinhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


4. Leserbrief

Liebe Freundinnen und Freunde,

Hatten wir das nicht schon mal? Da gab es den Spruch den Rosa Luxemburg den russischen Revolutionären ins Buch geschrieben hatte: „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“. Mit diesem Spruch haben auch die Dresdner die Parteioberen aufgemischt.

In Russland hat die Gegenrevolution keinen Spielraum gelassen. In der DDR hatten wir mit Modrow wenigstens einen „friedliche“ Revolution. Nur wo sind wir gelandet?

Damals war es die illusionäre Vorstellung eines Honneckers der Aufbau des Sozialismus wäre vollendet und man könne zum Aufbau des Kommunismus übergehen, während Mangelwirtschaft Volkswirtschaft und das Leben der Menschen lähmte.

Die heutige Spielart einer Verklärung eines Grünen Paradieses führt ebenso zu einer Mangelwirtschaft mit ähnlichen Symptomen. Leider tun die heutigen Oberen alles, dass es nicht friedlich bleibt.

LG
Horst


5. Leserbrief

Liebe Nachdenkseitler,

Ja, Saskia Esken hat überzogen reagiert. Solche Reflexe bauschen diese unzumutbare langwierige Monologisiererei nur auf.

Ich habe mir die Mühe gemacht, das Transskript durchzugehen. (Untertitel anschalten, Transskript anzeigen, Copy&Paste).

Es zeigt sich das Bild eines völkischen Revisionisten, der eine homogene Kultur predigt und sich als Opfer darstellt.
Dazu mixt er Geschichtsfetzen in völlig wilder Manier und mit abwegiger Interpretation zusammen.
Er behauptet, dass sich Schule in der Art wie 2001 nicht effektiv führen lässt und anstelle an den Problemen anzusetzen, ist es für ihn einfach, indem man fremde Kulturen rausschmeißt.
Er nutzt stets den Propagandabegriff der Kartellparteien, raunt sich eine “Demokratiesimulation” zurecht, redet von Rechtsstaat, wobei er an vielen Stellen Recht missachtet.
Und dass, Einbürgerungen nach Regeln stattfinden, eingebürgerte einen Test machen müssen (auf Deutsch, also Sprachkenntnis vorauszusetzen ist), unterschlägt er und insinuiert sogar, dass dies in großem Stil nicht so sei.
Frühlingsgedichte sind dabei für ihn ein wesentlicher Kern der Bildung und des Deutschseins.
Das Ärgste ist die Weinerlichkeit mit der er seine Lebensumstände beschreibt.

Der Gesprächspartner agiert eher als Stichwortgeber und übernimmt teilweise die Rhetorik.
Das ist schon eine nicht sonderlich kluge Gesprächsführung.

Aber ein Gutes hat das Ganze. Man hat den ganzen Sermon nun festgehalten.
Höcke kann nicht mehr leugnen, wofür er steht.
Eine erbärmliche auf einen völkischen Begriff zurückgeworfene Gesellschaft mit einer rückständigen kleingeistigen Kultur.
Für ein geistig armes Land.

Viele Grüße
Jürgen Neises.


6. Leserbrief

Hallo liebe Leute bei den Nachdenkseiten, sehr geehrter Herr Klöckner,

ich stimme ihnen ja bei vielen ihrer Artikel weitestgehend zu, aber ihre Forderung, dem Neonazi, Demokratie- und Menschenfeind Höcke unkommentiert eine breite Bühne für die Verbreitung seiner “Politik” bieten zu dürfen, ja, zu müssen!, halte ich für ausgemachten Unsinn. Diese Forderung hat rein gar nichts mit der Freiheit der Presse zu tun, sondern dient dem schleichenden aber fortschreitenden Abbau der lebendigen und diversen Demokratie in Deutschland. Sollten zukünftig weitere ähnliche, der AfD dienliche bzw. sich bei denen anbiedernde Artikel hier auf den Nachdenkseiten erscheinen, dann bin ich raus!

Mit verärgerten Grüßen,
Andreas Strohmeyer


7. Leserbrief

Moin,

“Möchte Frau Esken bitte die Politik verlassen?”

(…) Selbst wenn Frau Esken die Politik verließe, so könnte sie doch mit ihrer — meiner Meinung nach — zutiefst demokratiefeindlichen Einstellung in der Wirtschaft mindestens genauso viel Schaden in Deutschland anrichten. Ellenbogen-Mentalität ist das: Wenn Du auf meinen Posten willst, dann haue ich Dich weg. Ralf Wurzbacher hat das gerade eindrucksvoll in seinem Artikel “Gruß von Orbán – Gegen die AfD helfen nur noch ungarische Verhältnisse” dargestellt. Danke auch dafür. Kompetenz & Menschlichkeit sind keine Voraussetzungen für die Bekleidung eines hohen politischen Postens, ganz im Gegenteil prädestiniert die Absenz dafür. Wie menschenfeindlich & eiskalt Geld regieren kann, das führt uns gerade Bundeskanzler “BlackRock” Friedrich Merz vor Augen (wer es nicht in “Merkel-Ära” bereits deutlich gespürt hatte, die den “Corona”-Wahnsinn mit auf den Weg brachte). Dagegen war Helmut Kohl noch ein waschechter Demokrat, trotz der CDU-Schmiergeld-Affären. Wer kommt als Nächstes? (…)
Wann gibt es für Politiker endlich den Straftatbestand, gegen die “freiheitlich-demokratische Grundordnung” (sic!) zu arbeiten, bei dessen Erfüllung gleichzeitig jegliche Immunität erlischt? Dito natürlich auf EU-Ebene (dann wäre Frau von der Leyen schon seit mindestens 2021 in Haft). Daß die EU zutiefst autoritär agiert und nach demokratischen Maßstäben aufgelöst gehört: geschenkt. Dann wäre es auch Deutschland egal, was ein Orbán in seinem Land tut. Leben & leben lassen.

Solange es für Politiker keine Konsequenzen für ihr Handeln gibt, solange werden sie weiter machen, bis auch der letzte demokratische Rest aus dem Land gesaugt worden ist, wenn es dem eigenen Machterhalt dient. (…)

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schauberger


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