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NachDenkSeiten – Die kritische Website
Titel: Leserbriefe zu „Mercedes und Kriegstüchtigkeit: Bereit, mitzumachen“
Datum: 23. Mai 2026 um 14:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich: Redaktion
Hier kommentiert Marcus Klöckner ein Interview von Mercedes-Chef Ola Källenius mit der BILD-Zeitung. Der schwedisch-deutsche Vorstandsvorsitzende der Mercedes Benz Group habe u.a. gesagt, dass die Welt „unberechenbarer geworden“ sei, und es sei „völlig klar, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen“ müsse. Und schließlich habe er gesagt: „Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit.“ Alles sei geäußert worden, „ohne auch nur den Hauch von Kritik erkennen zu lassen“. Hinterfragt wird, ob von einem Mann mit derartigen Bildungs- und beruflichen Hintergründen erwarten werden dürfe, dass er den Unterschied zwischen „Medienwahrheit“ und der Realität erkennt. Denn: „Die angeblich ‚unberechenbarer‘ gewordene Welt ist das Ergebnis einer sehr berechnenden Politik“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Zuschriften hierzu. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe. Für Sie zusammengestellt von Christian Reimann.
1. Leserbrief
Liebe Redaktion,
die KI hat schon mal ein Konzept entwickelt für den Mecedes Benz S-Klasse Guard.
Gefragt nach passenden Werbeslogans schlägt die KI vor (ich habe im Prompt einfach nur nach einem passenden Slogan gefragt und nicht explizit nach ironischen Vorschlägen):
Schöne Grüße
Andreas Fischer
2. Leserbrief
Während immer noch ‘geforscht und aufgearbeitet’ wird in welcher Weise “die Wirtschaft” die “Nazi-Politik” ermöglichte, hofierte und davon profitierte, und all die Beschwörungen eines “nie wieder….” sich als Schall und Rauch erweisen, ist bereits eine Neuauflage einer kriegstüchtigen Politik im Gange.
Wenn Marcus Klöckner schreibt: ” Die Politik will das Land „kriegstüchtig“ machen – und die Wirtschaft macht mit.” fragt sich, wer hier wen zu was antreibt und warum?
Könnte es sein, dass die systemische Fehlkonstruktion Politik zu machen daran mit “schuld” ist , sprich die Drehscheibe von Verkommenheit und Verheerungen sich ohne systemische Veränderung weiter drehen wird?
Nicht “Neue Männer braucht das Land”, wie einst gesungen von der Ina Deter Band, sondern eine neue Verfassung ist angesagt:
“Eine Vision für unser Land”
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DEMOKRATIE: EIN NEUANFANG
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Erhellende Grüße
Ute Plass
3. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner und Macher der Nachdenkseiten,
nachdem die deutschen Automobilkonzerne, allen voran VW und Daimler, in den letzten Jahren massive Verluste eingefahren haben, will man nun auch ein Stück vom Rüstungskuchen abhaben und die Rendite steigern. Die CEOs, Blume oder Källenius, sind nur Marionetten der Grossaktionäre, die mindestens ihre 20% Rendite vor Steuern sehen wollen.
Daimler war übrigens im 2. Weltkrieg für Hitlerdeutschland dick im Rüstungsgeschäft und setzte dazu auch Zwangsarbeiter ein.
Erst D. Zetsche führte den Konzern wieder zu seinen Wurzeln – dem Automobilbau zurück.
Manchmal denke ich, wir sind in einer Zeitschleife. Das was an Hochrüstung zwischen 1933 und 1939 von Hitler auf Pump für den 2. Weltkrieg finanziert wurde, findet heute wieder statt. Die Propaganda und Wortwahl (Kriegstüchtig) gegen die Russen ähneln sich ja bereits.
Zitat von Bert Brecht:
Das große Karthago führte drei Kriege.
Nach dem ersten war es noch mächtig.
Nach dem zweiten war es noch bewohnbar.
Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.
Ersetzt Karthago durch Deutschland.
Alle Macht Frieden und Diplomatie – keine Macht dem Krieg.
Mit freundlichem Gruß
M. Vogel
4. Leserbrief
Hallo NDS,
Daimler erklärt sich also großzügigerweise bereit, an der Kriegstüchtigkeit Deutschlands mitzuwirken. Wie patriotisch und selbstlos(?)!
Aber da erklärt der Chef “ganz zwischendurch: “… dass es sich aber „lohnen“ müsse.”
Aha, also so ganz ohne Eigennutz geht natürlich nichts. Herr Klöckner meint, “An der Spitze eines der wichtigsten Unternehmen Deutschlands steht ein Mann, der ideologisch auf Linie ist.”
Dem möchte ich widersprechen. Mit Ideologie hat der Standpunkt des Olaf Källenius sehr wenig zu tun. Es ist der Standpunkt des Kapitalisten, den nicht eine Ideologie, sondern nur seine Bilanzen, Gewinne und Börsenkurse interessieren und der mit Neid auf die Supergewinne der Rüstungsindustrie wie Rheinmetall schaut. Er möchte auch ein Stück – und zwar ein möglichst großes – vom Kuchen des Aufrüstungswahnsinns für sich haben. Und nachdem die zivile Autofertigung durch eine verblödete Politik an die Wand gefahren wurde, muß jetzt eben der Steuerzahler für Militärtechnik blechen, aber bitte auch an Daimler-Benz!
Mit “Ideologie” hat das alles nichts zu tun, außer man betrachtet das Mantra des Kapitalismus “Gewinnmaximierung” als Ideologie. Die Erklärung, Daimler würde “mitmachen” unterstellt ja, dass man damit Deutschland einen Gefallen täte – und das ist schlicht eine Frechheit.
Frdl. Gruß
Heinz Kreuzhuber
5. Leserbrief
Guten Tag,
klar, die Mitmacher sind bereit, wie hier der genannte Mercedes Chef und füllen ihre Kassen.
Möglich machen es dann aber letztendlich die aktiven Mitläufer aus Politik, Medien und gesellschaftlichen Profiteuren. Ausschlaggebend und den Deckel darauf macht die große Masse der schweigenden, passiven Mitläufer in der Bevölkerung. Erschreckenderweise hat sich das Narrativ der scheinbar unbelehrbaren Kriegstreiber und Hetzer in allen Bereichen fest zementiert. Und genau diese genannte Mischung aus aktiven und passiven Mitmachern und Mitläufern macht die Welt unberechenbarer. Ohne Ausstiegsszenario durch eine Rückkehr zur Diplomatie wird unaufhörlich Richtung Krieg mit dem selbsternannten Feind Russland, wie nun wieder der Generalinspekteur der Bundeswehr, Herr Breuer bekundet hat, getrommelt.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
6. Leserbrief
Ohlala OLA!!
Klöckner präsentiert uns gleich das Wesentliche! OLA doziert: “Die Welt ist unberechenbarer geworden!” So isses halt. Wenn einer nicht rechnen kann, dann beginnt die Unberechenbarkeit ihre Blüten zu treiben. Das hat auch damit zu tun, dass der Alte Schwede (halbdeutsch sei er auch noch dazu) ein ganz Besonderer ist! Wikipedia stellt ihn uns auf ein ganz besonderes Podest: “Er ist bekannt für seine visionären Strategien und hat den Konzern von einem traditionellen Autohersteller zu einem Mobilitätsanbieter mit Luxusanspruch entwickelt”. Wenn das der Alte Gottlieb wüsste!
Wahr ist: Die Fokussierung auf hochpreisige Luxuskisten ging in die Hose und der Gewinn brach heftig ein. In China hat man gerne den “Benz” gekauft. Man würde ihn sicher nach wie vor gerne kaufen, aber der Markt im gewaltigen Reich der Mitte hat sich anders entwickelt, als OLA and friends sich das ausgemalt haben. Schon Kiesinger hat sein schneeweißes Haupt geschüttelt und ein Orakel vom Stapel gelassen, das heute wieder Gültigkeit hat, für den, der bereit ist zu hören: “Ich sage nur China, China, China!” Der OLA aus dem hohen Norden hat den fernen Osten nicht “berechnet”, was zur Vermutung führen kann: Der Mann kann nicht rechnen – nicht geoökonomisch! Als alter Stuttgarter hat man natürlich ein besonderes Ohr, wenn man ins Neckartal hinablauscht. Es wird von fragwürdigem Führungsstil gemunkelt und es gäbe Kontrolle und Zwang und es herrsche eine Kultur der Angst. Die Leute würden daher zunehmend in den Krankenstand abwandern.
Belassen wir das den Mikroökonomen, die werden das schon berechnen können.
Es mag ja nicht fair sein, wenn ein NDS-Leser dies so vor sich hindenkt: Die Schweden sind nun auch (wie die Finnen), der europäischen Kriegstüchtigkeit beigetreten. Der OLA sieht das aus seiner Sicht so: Wenn ein SPD-Finanzmann wie Klingbeil, es hinkriegt mit Staatsschulden die Übergewinne von Rheinmetall zu finanzieren, dann ist da im Windschatten noch mehr zu holen.
Mein Ärger schwillt zu einem Zornesbach an, der von den Fildern hinab ins Neckartal rauscht. Dort aber ist ein Feuerwehrmann der Sonderklasse am Löschen. Man hört ihn rufen: “Der Neckar brennt, der Neckar brennt! Holet Stroh und löschet gschwend!” (gschwend ist schwäbisch = geschwind).
Klöckner sieht das traurigerweise sehr richtig. Es ist ja nicht nur der berechnungsunfähige OLA. Die ganze deutsche Gesellschaft (meine Übertreibung) wird von Menschen dirigiert, die von MINT-Fächern nie angehaucht wurden. Man denke nur an eine Außenministerin, die u.a. sogar 360-Gradwenden schafft und sich stante pede im Krieg gegen Russland befand. China liegt auch im Osten.
Marcus Klöckner möge es mir nachsehen, wenn ich seine Artikel so würdige: Mit der Faust auf den Tisch!
Dieter Münch
7. Leserbrief
Guten Tag Herr Klöckner,
die Mercedes-Benz Group AG bietet viel Geschichte. Der von Ihnen erwähnte taz-Artikel von 1987 leuchtet in dunkle Ecken.
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Daimler-Benz AG Edzard Hans Wilhelm Reuter wollte aus dem Automobilunternehmen Daimler-Benz einen „integrierten Technologiekonzern“ schaffen. Es sollte schon damals Mitte der 1980er mehr in Richtung Rüstung gehen, was allerdings das Weltgeschehen als schlechte Strategie entlarvte, denn mit Ende des Kalten Kriegs rollte der Rubel weniger in der Abteilung Tod & Zerstörung. Ich sehne mich nach der Friedensdividende zurück.
Seinen Fuß bei Daimler-Benz setzte Edzard Reuter mithilfe Hanns Martin Schleyers 1964. Hanns Martin Schleyer (SS-Untersturmführer und prominentes Opfer der RAF) war seit 1953 Assistent des Vorstandsvorsitzenden der Daimler-Benz AG Fritz Koenecke, der ihm zum Aufstieg verhalf. Fritz Koenecke war während des Dritten Reichs Wehrwirtschaftsführer und Generaldirektor bei Continental. Bei Wikipedia findet sich zu ihm u.a. folgender Absatz:
Im Jahr 1946 wandten sich 16 ehemalige KZ-Häftlinge aus Ahlem in einem Brief an die britische Militärregierung in Deutschland und protestierten dabei „im Namen vom 850 toten Kameraden, die bei der Conti-Arbeit durch Prügel, Hunger und andere Quälereien ermordet wurden“ … „aufs Energischste gegen die Wiedereinsetzung des Nazi-Betriebsführers der Continental Gummiwerke AG, Dr. Könecke, sowie des früheren Nazi-Vorstands“.
Was sagt uns das? Dieses Unternehmen kennt wenige Hemmungen. Man kann darin Tradition sehen. Wer oben steht, ist der Tradition verpflichtet, sonst wäre er nicht nach oben gekommen und kann sich dort halten. Ola Källenius mit seinem schwedischen Akzent, der in deutsche Ohren mit guter Laune, Bullerbü und IKEA (Wohnst du noch oder lebst du schon?) assoziiert wird.
Friedliche Grüße
Jan Schulz
8. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner, Sie fragen am Ende Ihres Artikels: “Begreift Källenius denn wirklich nicht, was hier vor sich geht?”
Das ist eine Frage, die man zwar nicht so leicht und auch nicht eindeutig beantworten kann, aber es gibt mögliche Antworten und Erklärungsansätze.
(1) Es könnte daran liegen, dass diese “Elite” (also die Führungsschicht, die Spitze der Gesellschaft, die oberen Zehntausend) tatsächlich nicht sehr intelligent ist. Das kann man zwar im Einzelfall nicht ausschließen. Für den Abschluss an einer Handelshochschule und einer Universität benötigt man aber ein bestimmtes Level an Intelligenz und wenn dann fast alle diese Absolventen in der Politik, in der Wirtschaft (inklusive Gewerkschaften), in den offiziellen Amtskirchen und vor allem in den öffentlich-rechtlichen Medien und den privaten Konzernmedien in eine ganz bestimmte Richtung laufen, nämlich in die Richtung des Krieges, ist dies sehr unwahrscheinlich. Ausnahmen z. B. der “ehemalige” Journalist des ÖRR, Patrick Baab, bestätigen die Regel.
1933 gab es in Deutschland auch eine “Zeitenwende”. Viele Unternehmer und Akademiker (darunter Juristen und Wissenschaftler), die zwar keine begeisterten Anhänger der sozialdarwinistischen NS-Ideologie waren, mussten sich entscheiden: ob sie sich dagegen stellen oder “mitlaufen”. Nach 1945 wurde im Rahmen der wertewestlichen “Entnazifizierung” eingestuft, “wer als Mitglied der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen lediglich Mitgliedsbeiträge bezahlt, an Versammlungen, deren Besuch obligatorisch war, teilgenommen oder unbedeutende oder laufende Obliegenheiten, wie sie allen Mitgliedern vorgeschrieben waren, wahrgenommen hat”.
Der CDU-Politiker Dr. Helmut Kohl und von 1982 bis 1998 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland verteidigte dieses opportunistische Verhalten 1983, dem Jahrzehnt der “geistig-moralischen Wende”, vor Bundeswehroffizieren einmal damit:
“Der Opa sollte dem Enkel einmal erklären, warum er damals in die (Nazi-)Partei eingetreten ist. Weil er vielleicht in Koblenz Amtmann werden wollte. Heute treten auch viele in eine Partei ein, um etwas zu werden.” (Der Spiegel, 10.1.1983, zitiert nach Klaus Steack: Goldene Worte von Kanzler Kohl)
[Anmerkung: “Amtmann” ist eine allgemeine Bezeichnung für Beamter, aber auch die Amtsbezeichnung für Beamtinnen und Beamte der Besoldungsgruppe A11/12 im gehobenen Dienst z. B. Hauptmann/Hauptfrau, Kriminalhauptkommissar bzw. -kommissarin, Steueramtmann bzw. -frau. Voraussetzung für diese Laufbahn ist meines Wissens i. d. R. immer noch die fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife = Abitur. Es gibt aber auch sog. “Aufstiegsbeamte” ohne Abitur.]
Da könnte ein Zyniker doch auch damit argumentieren, dass er nur in die Mafia eingetreten oder Mitglied bei den Triaden geworden wäre, um dort Karriere zu machen und etwas zu werden oder?
(2) Ein anderer Erklärungsansatz könnte sein, dass diese “Elite” in Ökonomie, Politik, Wissenschaft und den Mainsstream-Medien (inzwischen) in einem Elfenbeinturm lebt und zu einer abgehobenen elitären Elite geworden ist, die an Realitätsverlust leidet und tatsächlich jegliche Bodenhaftung verloren hat.
(3) Eine mögliche Antwort könnte aber auch sein, dass es für sogenannte “Topmanager” und ihre Aktionäre (ethisch bzw. moralisch) keine Rolle spielt, ob ihr Unternehmen Kampfpanzer, Kampfdrohnen oder zivile Krankentransporter herstellt. Topmanager reden zwar immer gerne von der “Verantwortung” für die Gesellschaft, verpflichtet sind sie aber vor allem ihrem eigenen Geldbeutel und den Aktiendepots und Dividendenausschüttungen der bzw. an die Aktionäre und Eigentümer. Pecunia non olet, Geld stinkt nicht, auch dann nicht, wenn es Millionen Menschen das Leben kostet.
Hinzukommt, dass auch Herr Källenius (wie die meisten seiner Aktionäre), Spitzenpolitiker und besserverdienenden Intendanten, Ressortleiter, Chefredakteure und Redakteure der journalistisch-medialen Zunft sicherlich nicht an vorderster Front kämpfen werden, um dort ihr Leben zu riskieren und gegebenenfalls zu sterben.
Viele Unternehmen haben im Dritten Reich von 1933 bis 1939 gute Geschäfte mit Adolf Hitler, der NSDAP und dem Militär (Reichswehr, später Wehrmacht) gemacht und sie haben auch nach dem 1. September 1939 (Kriegsbeginn) bis zum Kriegsende 1945 gute Geschäfte mit ihnen gemacht. Ausnahmen gab es auch hier wie der Fabrikant Oskar Schindler, der Geschäfte mit den Nazis machte, um damit mehreren hundert jüdischen KZ-Häftlingen das Leben zu retten.
Man darf Intelligenz auch nicht mit Intellekt verwechseln. War Adolf Hitler etwa dumm? Wenn ein gescheiterter Kunstmaler es schafft, aus einer Demokratie wie der Weimarer Republik eine gleichgeschaltete autoritäre Diktatur und sich selbst zum Diktator zu machen, dann war er vieles, aber sicherlich nicht dumm.
Intelligenz ist zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Intellekt. Intellekt verbindet die kognitiven Fähigkeiten mit Moral und ethischen Werten.
Es gibt dieses bekannte Sprichwort: Wer mit 20 kein Sozialist wäre, der hätte kein Herz, und wer mit 40 immer noch Sozialist wäre, der hätte keinen Verstand. Es gibt auch dumme Sprichwörter und dieses gehört zweifelsohne dazu, denn es schließt von vornherein aus, dass man beides haben kann: Herz und Verstand und das vollkommen unabhängig vom Alter, ob man 20, 40, 60, 80 oder 100 Jahre alt ist.
Wenn es um Moral geht, dann stellt sich die Frage: Welche Moral ist damit gemeint? Doppelmoral ist bekanntlich auch eine Moral, vor allem eine grün-lackierte Moral. Man predigt Leitungswasser (für andere) und trinkt selbst teuren Rotwein. Doppelmoral kann aber auch heißen, dass man gleiches Verhalten moralisch unterschiedlich bewertet je nachdem, ob der Staat R. den Staat U. angreift oder die Armee des Staates I. das Land G. ohne Rücksicht auf Zivilisten flächendeckend und monatelang mit Raketen beschießt, um es von Terroristen zu “säubern”.
Man kann Vorsitzende eines “Ethik-Rates” sein und sein Wissen und seine Kenntnisse dafür einsetzen, um mit “Moral” andere Menschen und Mitbürger zu etwas zu bewegen, das sie nicht wollen, weil es möglicherweise negative gesundheitliche, ökonomische und soziale Folgen für sie hat. Wenn ein einzelner “Virologe” ständig und überall in den Medien verkünden darf, dass nur diese eine Medikament von einer bestimmten Firma die einzig richtige Maßnahme wäre, und dies weder wissenschaftlich noch moralisch hinterfragt werden darf, ist dies dann noch im positiven Sinne “moralisch” und vor allem “wissenschaftlich”? Warum fallen mir jetzt die Namen Alena Buyx und Christian Drosten ein? Das muss ein Zufall sein oder veilleicht doch nicht?
Auch der sogenannte Kantsche bzw. kategorische Imperativ ist ein moralisches Prinzip:
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
Wenn man nicht will, dass im Krieg viele Menschen getötet werden, dann sollte man alles für den Frieden tun. Wenn man mit dem Teufel reden muss, um den Krieg zu beenden, dann sollte man nicht nur. man muss mit dem Teufel reden. Vor allem darf man nicht auf Teufel komm raus aufrüsten, andere Staaten provozieren, sie in die Enge treiben und an der Grenze Feuer legen. Wer so handelt, der will keinen Frieden, der will Krieg, auch wenn er ständig und überall vom Frieden und von Verteidung schwafelt.
Dieser moralische Grundsatz im Sinne des kategorischen Imperativ trifft dann auf viele “hochgebildete” Mitbürgerinnen und Mitbürger (“Akademikerinnen” bzw. “Akademiker”), die nicht nur in Deutschland mit Moral bzw. moralischen Werten argumentieren, sicherlich nicht zu.
Mit freundlichen Grüßen
Detlef Schmiedel
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