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Titel: Leserbriefe zu „Elon Musk ist nun Billionär – auch dank Ihnen!“

Datum: 25. Juni 2026 um 16:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
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Jens Berger untersucht in seinem Artikel, wie es zu Elon Musks Billionenvermögen kommen konnte, obwohl sein Unternehmen SpaceX „keine relevanten Umsätze macht und Verluste schreibt“. Aktienwerte entstehen durch Angebot und Nachfrage, nicht durch Gewinne oder Umsätze. Beim Börsengang von SpaceX wurden dessen Aktien sehr hoch bewertet, was jedoch kaum durch reale Unternehmensdaten gedeckt ist. So war es auch bei seinem KI-Unternehmen xAI und dem „chronisch defizitären sozialen Netzwerk“ X. Der Erfolg Elon Musks beruht auf der Tatsache, dass er Visionen statt brauchbarer Waren oder Dienste verkauft, unterstützt von zahlreichen Investmentbanken und der Nasdaq-Börse, die nur „the next big thing“ im Auge haben, ohne „ernsthaft kritisch die Zahlen“ anzuschauen. Dabei dürfte „der Großteil der Aktien vielmehr an Profis gegangen sein, die ganz genau wissen, was sie da tun“. Das eigentliche Problem an dem ganzen Vorgang ist: ETFs kaufen automatisch solche überbewerteten Aktien, treiben die Preise damit künstlich nach oben. In den USA wird die private Altersvorsorge vorwiegend aus ETFs finanziert, d.h. Geld breiter Bevölkerungsschichten fließt indirekt an Großinvestoren. Eine „Umverteilung von unten nach oben“ findet statt: Gewinner sind Finanzeliten, Verlierer sind die Kleinanleger, die bei einem möglichen Platzen der Blase das Risiko tragen. Diese Entwicklung wird nun auch in Deutschland durch die Rentenkommission forciert, die die Bürger „zwingen will, ein Prozent ihres Bruttogehalts in solche Produkte zu stecken“. Wir danken unseren Leserinnen und Lesern für die interessanten Zuschriften, die Ala Goldbrunner für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

nachstehend einige Ergänzungen:

  1. Wenn Unternehmen Geld benötigen, dann können sie sich auf verschiedenen Wegen finanzieren. Ein einfacher Weg besteht darin, wie ein Privatmann zu einer Bank zu gehen und einen Kredit aufzunehmen. Die Bank prüft dann das Geschäftsmodell (oder auch nicht wie das vor der Pleite des deutschen Immobilienunternehmers Dr. Jürgen Schneider zum Teil der Fall war), verlangt in der Regel Sicherheiten und bekommt für den Kredit Zinsen. Das Unternehmen zahlt die Zinsen und tilgt den Kredit. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Ausgabe von festverzinslichen Unternehmensanleihen, also Wertpapieren mit einem vorher fixierten Zinssatz.

    Aktiengesellschaften können sich aber auch durch die Ausgabe von Aktien (Anteilsscheinen am Vermögen des Unternehmens) finanzieren. Die Aktionäre sind in diesem Fall keine Gläubiger wie die Bank bei einem Kredit oder der Käufer einer Unternehmensanleihe. Aktionäre werden Miteigentümer der Aktiengesellschaft und tragen damit auch das unternehmerische Risiko. Dafür bekommen sie in der Regel via Dividende eine höhere Rendite als bei einer Unternehmensanleihe oder die Bank bei einem Bankkredit. Falls die Geschäfte der Aktiengesellschaft gut laufen, viele Produkte verkauft werden, der Umsatz und die Zahl der beschäftigten Mitarbeiter steigt usw., dann nehmen die Aktionäre auch am Anstieg des Börsenkurses teil, wenn die Nachfrage nach der Aktie steigt und sie den Gewinn beim Verkauf der Aktie realisieren.

    Das war einmal die grundlegende Idee der Aktie und sie ist es heute idealtypischerweise in den Büchern neoklassischer Ökonomen immer noch. Mit dieser idealtypischen Vorstellung hat der real existierende Finanzmarkt aber schon lange nichts mehr zu tun. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass man im Finanz-Casino sogenannte “Derivate” kaufen und mit der Bank wie beim Pferderennen auf der Rennbahn wetten kann. Die Rendite aber auch der Verlust sind bei Derivaten entsprechend größer, weil man damit auch ein größeres Risiko eingeht als bei der Aktie (= Basiswert bzw. Referenzwert).

  2. Wenn sich jemand einen Tesla kauft, dann bekommt er dafür immerhin einen E-Motor, eine Batterie, eine Karosserie, ein Lenkrad, vier Räder inklusive Reifen usw. Vor dem Kauf kann ein potentieller Käufer das Lenkrad anfassen, eine Testfahrt machen und kommt dann gegebenenfalls zu dem persönlichen Ergebnis: Für den Preis würde ich diese Schüssel auf vier Rädern nicht kaufen, auch keine gebrauchte Schüssel und auch dann nicht, wenn ich mir die Schüssel leisten könnte ohne einen Kredit bei der Bank aufnehmen zu müssen.

    Bei Space-X kann man vor dem Kauf nichts anfassen, um die Qualität des Produkts überprüfen zu können. Man muss sich auf die Urteile der “Börsenexperten” verlassen. Diese Börsenexperten bei ARD, ntv, Capital, focus-money, FAZ, SZ, WELT, ZDF usw. schauen dann in die Glaskugel von Lord Voldemort und prognostizieren fantastische Gewinnaussichten und gigantische Kurssteigerungen und wer bitteschön will da nicht dabei sein?

    Manche sagen, Elon Musk wäre ein Narzisst. Unstrittig ist jedenfalls, dass er ein begnadeter Verkäufer ist. Es gibt milliardenschwere “Superreiche”, die niemand kennt und die sich vor der Öffentlichkeit verstecken. Elon Musk sucht die Öffentlichkeit, denn er verkauft vor allem sich selbst und die Vision, jeder könne von seiner milliardenschweren riesengroßen Torte ein kleines Stück abhaben. Das ist wie mit den Autoren, die Bücher schreiben: “Wie ich in sechs Monaten aus 5.000 Euro eine halbe Million Euro gemacht habe. Auch Sie können das.” Die einzigen, die mit diesen “Tipps” Geld verdienen, sind der Autor, der Verlag und gegebenenfalls die Druckerei und die Buchhandlung, falls das Buch überhaupt noch in gedruckter Version erscheint. Außerdem: Nur altruistische “Gutmenschen” würden, wenn sie wüssten, wie man aus 5.000 Euro in einem halben Jahr (risikolos) 500.000 Euro macht, ein Buch darüber schreiben und das an die große Glocke hängen. Zu diesen uneigennützigen und selbstlosen Altruisten zählt Elon Musk ganz sicherlich nicht.

  3. Wenn sich Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, ob nun freiwillig oder von der Regierung zwangsverpflichtet, um privat für die Rente vorzusorgen, mit einem Teil ihres Bruttoarbeitseinkommens an dem visionären Science-Fiction-Unternehmen von Elon Musk beteiligen bzw. beteiligen müssen und die spacige Vision floppt, dann gehen die kleinen Arbeitnehmer bzw. Rentner leer aus. Da gibt es keinen Einlagensicherungsfonds und kein soziales Netz.

    Der Urheber dieses monetären visionären Schneeballsystems hat dann seine eigenen Aktienanteile schon lange verkauft und sich dafür reale Güter gekauft, eine kleine private Insel, eine kleine Ferienvilla im Tessin mit privatem Tennisplatz, eine kleine Ranch in Texas mit vielen Kühen und Pferden, eine kleine Ferienvilla in Nizza mit privatem Bootsanleger, eine große Ferienvilla mit privatem Hubschrauberlandeplatz auf der kühlen Sommerresidenz in Grönland, einen Weinberg in Kalifornien, einen atomwaffensicheren Bunker in … (aber das bleibt selbstverständlich streng geheim!), einen zweiten Privat-Helikopter, einen dritten Privat-Jet, die vielen Oldtimer und Luxusautos lassen wir weg, da kommt man mit dem Zählen nicht mehr mit, eine große Kiste mit Gold- und Silbermünzen von Captain Blackbeard, ein paar Antiquitäten von van Gogh und Rembrandt, ein paar Rohdiamanten aus Südafrika und ein kleines Forstgrundstück in Kanada mit 12.000 Hektar.

Dann nützt es dann auch nichts mehr, wenn die vielen kleinen Sparerinnen/Sparer bzw. Rentnerinnen/Rentner ganz unten mit Pfeilen und Schleudern auf die Straße gehen und demonstrieren, wenn der Space-Cowboy Elon Musk hoch oben mit seiner Rocket “Ilona III” durch das Weltall reitet. Wie formulierte es der berühmte britische Dichterfürst und Guinness-Liebhaber William Shakespeare schon vor Jahrhunderten:

Utopie oder Dystopie; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern
Des wütenden Geschicks erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine See von Plagen,
Durch Widerstand sie enden? Sterben – schlafen –

Des Mächtigen Druck, des Stolzen Mißhandlungen,
Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,
Den Übermut der Ämter und die Schmach,
Die Unwert schweigendem Verdienst erweist,
Wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte

Daß wir die Übel, die wir haben, lieber
Ertragen als zu unbekannten fliehn.
So macht Bewußtsein Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;

Und Unternehmen, hochgezielt und wertvoll,
Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt,
Verlieren so der Handlung Namen. – Still!
Die reizende Ophelia! – Nymphe, schließ
In dein Gebet all meine Sünden ein!

Elon Musk weiß, wie man 2023 aus Twitter X und 2026 den normalen Leuten ein X für ein U vormacht. Das muss man einfach neidlos anerkennen.

Mit sommerlichen Grüßen
Detlef Schmiedel

Antwort Jens Berger: Schönen Dank für Ihre Zuschrift.

Zu Ihrem Satz…

„Diese Börsenexperten bei ARD, ntv, Capital, focus-money, FAZ, SZ, WELT, ZDF usw. schauen dann in die Glaskugel von Lord Voldemort und prognostizieren fantastische Gewinnaussichten und gigantische Kurssteigerungen und wer bitteschön will da nicht dabei sein?“

… habe ich sogar noch eine Ergänzung. Diese Medien erhalten Ihre „Informationen“ – man denkt ja nicht mehr selbst – von Analysten der großen Investmentbanken. Musk hat für den IPO ganze 23(!) Investmentbanken eingebunden und die verdienen am IPO prächtig, vollkommen egal, wie sich die Aktie später entwickelt. Und nun raten sie mal, was die Analysten dieser 23 Banken zu den Aussichten für SpaceX geschrieben haben? Klar, das ist eine rhetorische Frage. Wenig überraschend ist auch, dass die Analysten von Banken, die nicht am IPO beteiligt waren, durchaus kritisch kommentieren; aber die werden in unseren Medien nicht zitiert.

Beste Grüße
Jens Berger


2. Leserbrief

Liebe NDS, Jens Berger,

TOP-Artikel !  Danke, Jens. Hoffentlich öffnet dies den Wählern die Augen, was Merz mit seiner Rentenreform hier anrichtet…

Grüße
R.O.


3. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

bemerkenswert finde ich die hohe öffentliche Aufmerksamkeit, die sich auf „Neues Geld“ in Gestalt von Musk und Co. richtet. Dabei ist „Altes Geld“ in Gestalt von Dynastien wie Rothschild oder den Saudis doch eigentlich schon allein aufgrund ihres gigantischen Volumens interessanter. Genaue Zahlen bekommt man ja von den Reichen dieser Welt, für die es immer noch zu wenig Geld ist, nie geliefert, aber Schätzungen gehen bei den Rothschilds in Richtung 2 Billionen  und Saudis 1,2 Billionen Dollar. Da kann man sicher noch einiges drauf legen. Da Geld die Welt regiert, kann man sich vorstellen, wie die einen die Welt in ihrem Sinne jahrhundertelang beeinflussten, die anderen jahrzehntelang. Das deren Einfluss die Welt nicht immer besser gemacht hat, sieht man an ihrem Zustand.

Fazit: altes, verschwiegenes Geld zieht diskret die Fäden, neues erweckt das Interesse. Das ist schade.

Mir besten Grüßen
R. Reiß


4. Leserbrief

Sehr geehrte Redaktion,

Jens Berger beschreibt in seinem Artikel sehr treffend, wie absurd die Vermögenskonzentration inzwischen geworden ist: Menschen wie Elon Musk werden nicht deshalb unvorstellbar reich, weil sie persönlich entsprechend viel reale Leistung erbringen, sondern weil Eigentumstitel, Börsenbewertungen, Finanzmärkte und institutionelle Anleger eine immer größere Machtkonzentration erzeugen.Die entscheidende Frage ist daher: Wie bricht man diese Macht der Ultrareichen?

Meiner Ansicht nach reicht eine klassische Vermögenssteuer allein nicht aus. Sie kann sinnvoll sein, aber sie ändert nicht grundsätzlich die Eigentumsverhältnisse. Die wirklich harte Macht liegt nicht nur im Geld, sondern im Besitz an Unternehmen, Plattformen, Infrastruktur, Daten, Produktionsmitteln und damit letztlich an gesellschaftlicher Gestaltungsmacht.Mein Vorschlag wäre daher eine jährliche Eigentumsabgabe: Große Unternehmen ab einer bestimmten Größe müssten jedes Jahr 1 Prozent ihrer Anteile an ihre Beschäftigten übertragen. Nicht als frei handelbare Aktien, die sofort wieder an Finanzinvestoren verkauft werden können, sondern als unveräußerliche Belegschaftsanteile. Diese Anteile würden den Beschäftigten dauerhaft zustehen, Dividendenansprüche begründen und Mitbestimmungsrechte stärken.

Das wäre keine Enteignung im plakativen Sinne, sondern eine langsame, strukturelle Demokratisierung von Eigentum. Wer ein Unternehmen am Laufen hält, wer produziert, entwickelt, verkauft, repariert, pflegt, programmiert, organisiert und täglich seine Arbeitskraft einbringt, sollte auch dauerhaft am Unternehmen beteiligt sein. Nicht nur mit einem Lohn, der oft kaum zum Leben reicht, sondern mit echtem Anteil am gemeinsam geschaffenen Wert.

Nach zehn Jahren wären 10 Prozent eines Unternehmens in Belegschaftshand, nach zwanzig Jahren 20 Prozent. Die Macht einzelner Eigentümer, Gründerfamilien, Fonds oder Milliardäre würde Stück für Stück zurückgedrängt. Gleichzeitig würde Vermögen nicht abstrakt „umverteilt“, sondern dort verankert, wo die reale Arbeit geleistet wird.

Gerade bei Konzernen, deren Wert zu einem erheblichen Teil durch öffentliche Aufträge, staatliche Förderung, Infrastruktur, Forschung, Steuerprivilegien oder politische Entscheidungen entstanden ist, wäre das mehr als gerechtfertigt. Niemand wird Milliardär im luftleeren Raum. Kein Musk, kein Bezos, kein anderer Ultrareicher schafft solche Vermögen allein. Immer stehen Gesellschaft, Staat, Beschäftigte und öffentliche Vorleistungen dahinter.

Eine solche Regelung hätte mehrere Vorteile: Sie würde die Vermögenskonzentration bremsen, die Beschäftigten stärken, die Abhängigkeit von Finanzmärkten verringern und langfristig eine echte Gegenmacht im Unternehmen schaffen. Genau darum geht es: Nicht nur ein bisschen mehr Umverteilung am Ende, sondern eine Veränderung der Machtverhältnisse an der Wurzel.

Denn wenn wenige Menschen über gewaltige Eigentums- und Finanzmacht verfügen, dann ist Demokratie irgendwann nur noch Fassade. Wer die wirtschaftliche Macht nicht begrenzt, wird auch die politische Macht nicht retten.

Mit freundlichen Grüßen
Niki Beckmann
Hameln


5. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger

vielen Dank für diesen interessanten, verständlichen, wichtigen und aufschlussreichen Artikel!!!

Es würde mich darüber hinaus sehr ihre Meinung dazu interessieren, wie die Finanzmärkte und die Märkte generell insgesamt voraussichtlich vom Platzen dieser “SpaceX-Blase” betroffen sein werden und wie wahrscheinlich für Sie das Platzen der KI-Blase ist und welche Folgen Sie auch dafür generell sehen und wie Sie das alles begründen und wie und ob es sich politisch verhindern ließe.

Fritz Gerhard


6. Leserbrief

Anzumerken bei diesen virtuellen Gewinn und Vermögenssteigerungen an der Börse, die in der Meldung gut verständlich erklärt werden, ist der Umstand, dass darauf auch Kredite (Wertpapierkredit, Lombardkredit) vergeben werden können. Das wichtig daran ist, daß neue beleihbare Assets geschaffen werden. Damit kann dann neues Geld geschaffen werden (Giralgeldschöpfung) und damit der Wachstumszwang unseres Finanzsystems für eine weitere Runde befriedigt werden.

Das ist dann zwar nicht solide, aber der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht. Daß dadurch halt die Fallhöhe optimiert wurde, das haben die Menschen ja 1929 schon mal durchexerziert.

mfg
Frieder Faig


7. Leserbrief

Hallo Herr Berger,

wieder einmal haben Sie die Hintergründe gut dargestellt.

Einen Aspekt möchte ich ergänzen:

Die private Altersvorsorge wird über Wertpapiere, speziell Aktien, schlicht nicht funktionieren. Solange genug Sparer da sind, steigt die Nachfrage, bzw ist die Nachfrage hoch.

Gehen mehr in Rente als Vorsorgesparer nachkommen, geht die Nachfrage zurück und die Kurse fallen.

Das (fälschlicherweise) Demografie-Problem wird am Kapitalmarkt nicht gelöst.

Es sei denn, alle Industriestaaten hätten in Summe die gleiche Altersvorsorge und insgesamt gleich viele Junge wie Alte.

Meines Wissens ist das nicht der Fall.

Ich würde gerne mal wissen, was die neue Rentenregelung (1% vom Brutto in Fondanlage) so bewirken wird.

Mein Tipp:

Jetzt kräftig Aktien kaufen und dann kurzfristig verkaufen… Das System wird kippen und dann wundern sich fast alle

Vorher lässt sich mittelfristig Geld verdienen.

Herzlichst
Thomas Riemke


8. Leserbrief

Moin,

“dank mir”?

Nö, nö, nö: So nich, mein Freund! (bitte auf norddeutsch aussprechen)

Es besteht ein großer Unterschied, ob ich von mir aus, in eigener, freier Entscheidung, Geld in ein “Musk-Unternehmen” stecke, oder ob, quasi durch staatliche Nötigung, weil die Renten real immer weiter sinken, “Kompensationen” durch Aufwendung meines Reallohns wie “Riester”, “betriebliche Altersvorsorge” et cetera nötig wurden — wenn man es sich überhaupt leisten kann. Der Leiharbeiter braucht sich über “Riestern” erst gar keinen Kopf zu machen, denn alles, was er investierte, ginge für den Wasserkopf in der Versicherungsgesellschaft drauf. Die wiederum legt sein Geld freilich an der Börse an und macht den großen Reibach, aber ohne, ihn angemessen daran zu beteiligen — ist nicht Bestandteil des Vertrages. Staatlich finanzierte Umlagesysteme kommen mit einem Bruchteil der Wasserkopf-Kosten aus, wodurch unterm Strich mehr für die Rentner übrig bleibt. Börsenbasierte Renten sind ein Betrug an der arbeitenden Bevölkerung.

Tipp fürs nächste Mal:

Die Überschrift bitte nicht ganz so reißerisch gestalten, wenn Sie ein, wie Sie selbst sagen, sehr komplexes Thema ansprechen. So manch einer könnte sich vor den Kopf gestoßen fühlen.

Fakt ist auch, dass der kleine Mann, also der gering bis mittel “verdienende” Bürger, aufgrund der systemischen Beschaffenheiten überhaupt keine Chance hat, als Einzelner irgend etwas zu bewirken — und damit expliziten Einfluß auf Musks Geschäfte haben oder ihn gar zum Billionär machen könnte. Dieses System ist bewußt so beschaffen worden, daß sich “die Kleinen” nicht bei “den Großen” einmischen KÖNNEN. Also ich habe noch nie eine Einladung nach Davos zum WEF erhalten. Deswegen gibt es komplizierte Börsenmechanismen, die nicht selten den Verlust des gesamten Einsatzes nach sich ziehen, und unlesbare Gesetzestexte, sofern sie überhaupt noch Gültigkeit besitzen.

Aktien und die gesamte Börse gleich mit gehören aus meiner Sicht ersatzlos gestrichen. Es kann nicht sein, daß Grundnahrungsmittel künstlich verteuert werden, wodurch Menschen verhungern, und ebensowenig, daß man für verbrauchten Strom auch noch Geld kriegt, obwohl man eine sprichwörtliche (auch im elektrischen Sinne) Leistung in Anspruch genommen hat; Wenn ich demnächst einkaufen gehe, kriege ich dann auch Geld aus der Kasse dazu, anstatt etwas bezahlen zu müssen, vielleicht noch abhängig von der Tageszeit? Allein diese Beispiele verdeutlichen die Absurdität des Börsensystems, das sich meilenweit von der realen Wirtschaft entkoppelt hat.

Sollte sich jemand darüber erfreuen, daß es zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte jemand geschafft hat, als Einzelner (!) die Billionenmarke an Vermögen zu überschreiten, so sollte man im Hinterkopf behalten, daß dies ein System möglich gemacht hat, das auch Menschenleben auf dem Gewissen hat.

Renten waren ursprünglich mal dafür gedacht, für alte, kaputt gearbeitete Menschen, die einfach nicht mehr (Steine und 50kg-Säcke schleppen) können, den Alltag zu bestreiten, einen Lebensabend in Würde zu ermöglichen.

Geld ist genug da. Es wird nur, wie seit Jahrhunderten schon, falsch verteilt. Ein erster Billionär ist das beste lebende Beispiel dafür.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schauberger


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