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Titel: Leserbriefe zu „Ein lautes „Nein!“ der jungen Leute zum Dienst an der Waffe: Von 300.000 Angeschriebenen haben sich 530 freiwillig gemeldet“

Datum: 30. Juni 2026 um 16:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
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Die Fragebogenaktion des Verteidigungsministeriums liefert ein deutliches Stimmungsbild: Von 300.000 angeschriebenen 18-Jährigen melden sich nur 530 freiwillig zum Dienst an der Waffe. Für Marcus Klöckner ist das – neben den zahlreichen Protesten der Jugendlichen gegen die Wehrpflicht – ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Jugend aus unterschiedlichsten Motiven klar gegen die Politik der „Kriegstüchtigkeit“ stellt. In seinem Kommentar fordert unser Autor von der Bundesregierung, „eine Politik für das Land, seine Bürger inklusive seiner Jugend zu machen. Nicht zur Aufgabe der Regierung gehört es, eine Feindbildpolitik im Interesse anderer Staaten zu betreiben.“ Er warnt davor, dass die Einführung der Wehrpflicht durch Zwang über die Köpfe der Betroffenen hinweg auch zu staatlicher Gewalt führen kann. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften, zusammengestellt von Ala Goldbrunner.


1. Leserbrief

Meine Gedanken zum Artikel von Marcus Klöckner: “Ein lautes “Nein!” der jungen Leute zum Dienst an der Waffe: Von 300 000 Angeschriebenen haben sich 530 freiwillig gemeldet”

Das ZDF sendet die Bilanz von 0,18 % jugendlichen Männern von 18 Jahren, die die Bundeswehr dieses Jahr für den Wehrdienst rekrutieren konnte. Im zweiten Augenblick fiel mir auf, dass das ZDF diese Information, wie immer, sehr verkürzt an die Öffentlichkeit gebracht hat: Sie konnten in diesem Jahr 0.18 % der Angeschriebenen DIESES JAHR rekrutieren, aber wie viele junge Menschen haben Interesse signalisiert, aber im Augenblick schon andere Pläne, wie z.B. eine Ausbildung zu machen? Oder wie viel Kapazität hat die Bundeswehr derzeit überhaupt, um junge Menschen auszubilden?

Der Fragebogen, den die Bundeswehr versendet, legt den Antwortenden eine Skala von 0 bis 10, von “gar keinen Interesse” bis “großem Interesse” vor. Aus diesem großen Spielraum kann ausgewählt werden. Und genau diese Auswertung wäre tatsächlich aussagekräftig. Möglicherweise oder sehr wahrscheinlich kämen wir auf eine sehr viel größere Anzahl an interessierten jungen Menschen.

Also, warum wird der Rücklauf als dermaßen negativ dargestellt? Natürlich gibt es dafür einen äußerst bedenklichen Grund, den Sie, Herr Klöckner, auch nannten: “Doch wie geht es nun weiter? Mit einer Kehrtwende der deutschen Kriegstüchtigkeitspolitik ist nicht zu rechnen. Die Bundeswehr soll aufwachsen. Längst steht eine Wehrpflicht im Raum.” Der nächste Schritt soll getan werden, die Wehrpflicht wird eingeführt, und wir werden medial darauf vorbereitet.

Mit freundlichen Grüßen
Angela Keppler
Kirchheim Teck


2. Leserbrief

Hallo NDS, sehr geehrter Herr Klöckner,

ein Gedanke, der mir ganz hinterhältig und penetrant immer wieder auf die Pelle rückt, ist die Vermutung, dass das ganze verantwortungslose Spektakel der ‘Zeitenwende’ in erster Linie ausgerufen wurde, um den nächsten, wieder schon viel zu lange wartenden Big Player in der Reihe – Immobilien, Pharma, Energie/Rohstoffe, Finanz’industrie’, Waffen – endlich wieder an den fetten Fressnapf zu lassen. Bei dieser Verköstigung hat sich so etwas wie ein Zehn-Jahres-Turnus herausgebildet.

Vor allem diese aktuelle Phase des postdemokratischen, posthumanistischen Kapitalismus zeichnet sich dadurch aus: Ausnahmslos alles – vom Kinderkrippenplatz bis zum Dialysebett – dreht sich um’s Geschäft und die Bedienung der erdrückenden Zinslasten und Aktionärsforderungen. Toll gemacht übrigens, da möchte ich mich stellvertretend für meine und die nachfolgenden Generationen recht herzlich bei den Architekten bedanken.

Aber zurück zum Punkt: Das Geplapper der üblichen Verdächtigen in Film, Funk und Fernsehen ist m. E. nur Teil einer Werbekampagne, die weniger auf echten Krieg, dafür umso mehr auf Gewinnmaximierung abzielt. Verwegen ist dieser Gedanke nur auf den ersten Blick, und auch nur für diejenigen, die konsequent den Affen mimen, der nichts sieht, hört oder sagt. Denn dieses Mal (geplant zum Ende der 20er Jahre) sind die Waffenhersteller dran, letztes Mal (geplant zum Ende der 10er) waren’s die Pharmahersteller. Diese hatten im Übrigen schon zehn Jahre zuvor – also gegen Ende der Nuller – ihren dringenden Bedarf angemeldet. Aber ach! Wie wir im Zirkuszelt bestaunen durften, fand die Verteilung der innerhalb eines Jahrzehnts angehäuften Volksersparnisse stattdessen an die börsenzockenden Banken statt, und Tamiflu sowie das Märchen von der Pandemie verschimmelte im Regal.

Das Spiel ist manipuliert. Jeder mit Grips versteht das. Ob Pistolius und die vierzig (?) Räuber in unserer Regierung das schon begriffen haben, bleibt allerdings weiterhin unklar. Ich gehe davon aus, aber wetten würde ich darauf nicht, so fadenscheinig, wie der Flecktarn aus der Panzerluke oder dem Jägercockpit grinst.

Und da lauert die wirkliche Gefahr: Daß den Profilneurotikern die Chose und das viele Geld so zu Kopf steigen, daß sie mit dem ganzen Berg an Humankapital, Raketen und Panzern auch irgend etwas Dummes anstellen und das Bombengeschäft in die nächste Phase überführen: Immobilien- und Rohstoffsektor scharren nämlich schon geifernd mit den Füßen ob der grandiosen business opportunities, die sich im potentiell völlig verheerten Gebiet auftun. Die ganzen unschönen Leichenteile und Wracks beseitigen, und schon kann’s losgehen mit Baukreditvergabe, Schürfrechtverschacherung und überteuerter Krankenversicherung für das Heer an traumatisierten Kriegskrüppeln.

Ich kann mir gut vorstellen, wie den Damen und Herren Kriegswaffenherstellern und Kriegswaffenbewerbern bei den Bundeswehrveranstaltungen – frisch angereist vom Lobby-Frühstück mit Währungsfond und Baumagnat – die Höschen nass werden bei den Gedanken an den Doppelwumms… ach was, Tausendfachwumms, den sie mit den Geräten verursachen können, die ihnen da gerade vorgeführt werden. Und das versprochene Traumhaus in Florida sorgt zusätzlich für feuchte Träume. Chicken Little ist meiner Ansicht nach pausenlos am masturbieren.

Diese letzte Phantasie ist zwar verstörend, aber nicht so verstörend wie ein real existierender ÖR-Komplex, dem zu diesem eindeutig pekuniären Zirkus kein treffenderes, versöhnlicheres, analysestärkeres, weniger NS-huldigendes – und nebenbei auch werbewirksameres – Wort einfällt als ‘Kriegstüchtigkeit’. So viele Mittelfinger, die auszustrecken es dringend an der Zeit ist, gibt es auf der Welt nicht.

Tja, das ist ein Ausschnitt aus der Gedankenwelt meiner Generation (Jahrgang ’80), und m. E. auch der Grund dafür, wieso die oft erwähnte Gesellschaftsspaltung bestehen bleibt – so viel Zynismus und/oder Abgebrühtheit, wie sie nötig wären, um die Realität im Ansatz zu begreifen und auszuhalten, können nur wenige aufbringen. Eine Verständigung zwischen Märchenwelt und Realität kann so niemals stattfinden.

sapere aude

Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Bichler

P.S.: Und den jungen Leuten – Verweigerer oder nicht – möchte man das so direkt ja eigentlich alles nicht sagen müssen.


3. Leserbrief

Guten Tag,

dem gilt es ein dickes Lob auszusprechen und den lauten Ruf, weiter so.

Sowie es scheint, haben die jungen Leute die Courage und den Braten gerochen, der ihnen hier unter dem Deckmantel, durch Kriegstauglichkeit, mit noch freiwilliger Wehrpflicht, zum Frieden gegen den ernannten Feind Russland bei zu tragen. Klare rote Karte für Pistorius und seine kriegstreibende Zunft aus politischen, militärischen, medialen, gesellschaftlichen Scharfmachern und Profiteuren.

Weiterhin im Wachschlaf, oder dem Bewusstsein, man habe damit nichts zu tun und könne auch nichts ändern, der überwiegende Teil der älteren Mitbürger.

Es bleibt dabei, die jungen Menschen und nicht nur die Jungen, brauchen und wollen Frieden, eine gute Partnerschaft mit allen Völkern und sich daraus ergebende Zukunftsperspektiven.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


4. Leserbrief

Hallo,

Wir wissen ja : Nein heißt Nein !

Aber der Vergewaltiger namens Regierung wird das einfach überhören und macht dann weiter und weiter, nötigt, ignoriert und bedrängt, weil es seine Gier und Kriegsgeilheit nicht im Griff hat.

Das ist das, was er macht: dieser Staat vergewaltigt sein Volk, auf nahezu allen Ebenen..und deshalb jetzt erst recht : NEIN!…auf allen Ebenen!

Grüße
T. Rath


5. Leserbrief

Lieber Herr Klöckner,

Wieviele der 530 sind Söhne oder Töchter von deutschen Spitzenpolitikern, oder Parlamentsabgeordneten ?

Vermutlich eine ganze Menge ? Mit gutem Beispiel vorangehen ?

Diese Söhne und Töchter haben doch wohl alle ihren Fragebogen brav zurückgeschickt ?

Mit freundlichem Gruß
Patrick Janssens


6. Leserbrief

Jawollll! Klöckner hat es krachen lassen! 530 sind NULLKOMMAEINSACHTPROZENT von 300.000! Der Kracher ist so gewaltig, dass man darauf antworten MUSS! Mit einem ganz kurzen Leserbrief, denn der Autor hat nichts links liegen lassen. Wer sind die 530 armen Teufel? Stehen sie derart auf dem Schlauch, dass sie sich nicht in der Lage sehen, eine Berufs- oder Studienwahl zu treffen. Warum das so ist, das lasse ich hier außen vor. Oder sind es etwa Menschen, die sich tötungstüchtig fühlen? Der Gründe, warum das so wenige sind, könnte es viele geben. Wenn die Treiber der Wehrtüchtigkeit dann bald zur Pflicht rufen, dann sind unter 300.000 “Mannen” (lassen wir die jungen Frauen aussen vor) auch welche dabei, die ich als Schläfer bezeichne. Ein jeder, der das hier liest, darf Vermutungen anstellen, wer oder was damit gemeint ist. Ich mache jetzt Schluss – ohne „Tritt Marsch!“

Dieter Münch


7. Leserbrief

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Klöckner,

über Ihren Bericht, dass nur sehr wenige junge Männer auf die Anfrage der Bundeswehr geantwortet haben, habe ich mich sehr gefreut.

Dann las ich im Spiegel und der FAZ, dass von 298.200 Befragten 98% geantwortet haben und jeder 5. Interesse an einem Dienst in der Bundeswehr geäußert hat.

Was stimmt denn nun ?

Auf welche Quellen beziehen Sie sich ?

Mit freundlichem Gruß
Edith Schlagenhauf-Frick

Anmerk. Red.: Die Ausführungen beziehen sich auf den im Artikel verlinkten ZDF-Beitrag.


8. Leserbrief

Guten Morgen NDS!

Dazu etwas, was mich schon über 60 Jahre „stört”:

In vielen Städten und Gemeinden von Deutschland gibt es Kriegsdenkmäler.

Auf vielen steht: Sie starben fürs Vaterland.

Das trifft für getötete Wehrmachtssoldaten des 2. Weltkrieg nicht zu.

Auf diesen Kriegsdenkmäler musste stehen:

Sie starben durch einen Terrorstaat, der von Schwerstkriminellen regiert wurde.

Was anderes war das 3.Reich nicht.

Das in einer Demokratie/ Rechtsstaat wie Deutschland solche Verharmlosung und falsche Angaben auf Kriegsdenkmäler seit teilweise 80 Jahren steht, zeigt, dass Deutschland sich nicht wirklich mit dem Terrorstaat 3. Reich auseinandergesetzt hat.

Und dass Millionen Wehrmachtssoldaten im 2. Weltkrieg getötet wurden, da sind viele selber schuld.

Wer Mitglied einer kriminellen Organisation ist, muss sich nicht wundern, das er getötet wird.

MfG Dieter Klaucke
Hünxe

Anmerkung A.G.: Und dass Millionen Wehrmachtssoldaten im 2. Weltkrieg getötet wurden, da sind viele selber schuld.“ Das stimmt so nicht: viele junge Menschen wurden vor allem gegen Ende des 2.Weltkrieges zwangsrekrutiert., viele wurden erpresst. Lesen Sie hierzu die Serie der NachDenkSeiten „Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai“


9. Leserbrief

Geehrtes NachDenkSeiten-Team,lieber Herr Klöckner,

meine Freude ist schier grenzenlos, angesichts dieser Meldung. Trotz Dauerpropaganda und verschwendeter Milliarden funktionieren die Hirne und Herzen der Jugend. Da kann die politische neofeudale Kaste sich Rot- u. Grün oder gar Schwarz ärgern. ” Stell dir vor es ist Krieg und Keiner geht hin…”.

Mit freundl. Grüßen: Kählig Bruno


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