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Titel: Leserbriefe zu „Die EU ist zu einem Monster geworden – sie erteilt der Barbarei die Absolution“
Datum: 2. Juli 2026 um 14:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich: Redaktion
Die EU „will den Schutzstatus für wehrfähige Ukrainer, die zwischen 23 und 60 Jahre alt sind, beenden“. Dabei ignoriert sie die brutalen und zahlreich belegten Zwangsrekrutierungen ukrainischer Männer. In den Augen von Marcus Klöckner bricht die Staatengemeinschaft durch dieses Vorgehen mit den eigenen Werten, dem „Respekt vor den universellen Menschenrechten“. Da alle EU-Staaten diese Politik mittragen, legitimiert faktisch auch Deutschland diese „Barbarei“. In seinem Kommentar fragt sich unser Autor, wie man hierzulande im Kriegsfall mit Verweigerern umgehen würde. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken unseren Leserinnen und Lesern für die interessanten Zuschriften, die Ala Goldbrunner für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
Moin,
was haben von der EU sanktionierte Einzelpersonen wie Thomas Röper, Alina Lipp, Jacques Baud und Hüseyin Doğru gemeinsam? — Sie alle analysier(t)en mit journalistischem Werkzeug die Ursachen von Kriegen wie dem in der Ukraine und auch andere. Die politisch-wirtschaftlichen Verursacher dieser Kriege haben natürlich kein Interesse, wenn die Bevölkerung Ursachenforschung betreibt — und vielleicht sogar mit dem Finger auf die Verantwortlichen zeigt. Damit kein Sand ins Getriebe der Kriegsmaschinerie gestreut wird, werden nicht nur Kritiker sprichwörtlich mundtot gemacht, sondern wird auch noch dafür Sorge getragen, daß an der ukrainischen Front das menschliche Kanonenfutter nicht ausgeht. Im Gesamtbild ergibt das für mich eine zutiefst menschenverachtende, supranationale Institution, die noch dazu keinerlei demokratische Legitimation erhalten hat — noch nie. Die Mitglieder, die dort etwas zu sagen haben, wie beispielsweise die Europäische Kommission, werden nur indirekt durch Wahlen von den Mitgliedsländern durch deren politischen Führungspersonen gestellt. In Deutschland wird zum Beispiel der Bundeskanzler durch Vorschläge des Bundespräsidenten vom Bundestag (ohne Aussprache!) gewählt; der klassische Wähler, der nur Parteien oder deren Einzelmitglieder durch eine Direktstimme wählen darf, hat selbst weder in Deutschland noch der EU irgend ein Mitspracherecht, das EU-Parlament ist nur Makulatur. Selbst die amtierende Präsidentin der EU-Kommission setzt sich regelmäßig über alle Statuten und Regelungen hinweg, wie der “Pfizer-SMS-Deal” eindrücklich zeigte. Wo kämen wir auch hin, wenn wir unser eigenes Regelwerk beachten müßten?
Durch Ihren Beitrag zum Nachdenken angeregt, ergibt sich für mich ein noch viel katastrophaleres Bild, wenn ich die EU zusammen mit Deutschland betrachte. Auch die Kriegstreiberei und die damit verbundenen, enormen finanziellen Mittel, die man am Sozialstaat (wo auch sonst?) wegsparen will, sind nicht minder barbarisch. Menschenleben werden nicht nur direkt, sondern auch indirekt durch EU-Sanktionen, Deindustrialisierung, dem Wegfall medizinischer Leistungen und Verarmung der Bevölkerung geopolitischer Vorhaben geopfert, die kein Wähler jemals an irgend einer Urne so bestimmt hat. Sollte der politisch forcierte Krieg gegen Rußland tatsächlich eintreten, so wird wieder das Faustrecht gelten: wer die Waffe hat, wer stärker ist, der wird am Ende überleben, sofern keine Atombomben vom Himmel fallen. Das ist dann Barbarei pur. So betrachtet wären die jetzigen Verhältnisse wohl nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns noch erwarten soll.
Einst lockte man die Bevölkerungen Europas mit hehren Zielen, um für einen Beitritt zur EU zu werben. Einmal eingetreten, streift man den demokratischen Mantel ab und wird sogar zu etwas, was durch das eigene Statut sogar verboten war: zu einem Kriegsbündnis. Als die europäischen Bevölkerungen in Referenden für den EU-Beitritt gestimmt hatten, dachten sie ganz sicher nicht daran, daß uns dieses Bündnis eines Tages in den 3. Weltkrieg zerren könnte. Ach, was waren das noch Zeiten, als man sich über Bagatellen der EU-Regelungen aufregen konnte, wie zu krumme Bananen oder Gurken nicht verkaufen zu dürfen…
Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schauberger
2. Leserbrief
Herr Klöckner,
ich habe in den letzten Tagen und Wochen lange überlegt, was eigentlich passiert ist, das Vorkriegsgetöse wird immer heftiger, die Stimmen werden immer lauter und immer irrsinniger. Worin besteht das eigentliche Problem?
Es besteht darin, daß es legitim gemacht worden ist, ideologische Werte (und womöglich sogar andere: wirtschaftliche, religiöse oder gar persönliche) und daraus abgeleitete politische Interessen über Menschenleben zu stellen. – Der Kaiser hat das getan, die Nazis haben das getan, autoritäre Kommunisten haben das getan, alle zweifellos von der übelsten Sorte, aber selbsternannte Top-Demokraten tun das eben auch und auch sie schalten dazu jede störende Kontrollinstanz systematisch aus.
Wieder legitim, muß man sagen, nachdem es zuvor ja jahrzentelang hieß: nie wieder Krieg. Heute wird man in hohen politischen Etagen sagen, ja, das stimme sicherlich, nie wieder Krieg, aber es gebe eben wichtige Werte und Interessen (und “Regeln”), die darüber hinausgingen, die mehr erforderten, und -> Du seiest doch schließlich auch dafür, oder nicht?
Wir sind die Guten, vergiß das nicht!
Eine der ersten, die darauf einen Hinweis gaben, war Madeleine Albright, man kann ihr nicht dankbar genug sein, das war bereits 1996, vor 30 Jahren! Und es ist kein Zufall, dass dies in Deutschland zunächst vor allem die transatlantischen Fischer-Grünen reflektiert haben. Heute ist dieses Denken allerdings main stream, denn es ist eben nicht nur erschreckend, es eröffnet auch ganz neue politische Möglichkeiten.
Diese Rekrutierungspraxis in der Ukraine ist lediglich ein Detail, eines von vielen und gar kein neues. Man mag sich nicht ausmalen, was auch in großen europäischen Nationen im Falle eines richtigen Krieges übliche Praxis werden wird (ich verzichte gleich mal auf den Konjunktiv).
T.M.
3. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner,
dass die EU (Zitat) ein “Monster” ist und der “Barbarei” frönt, ist jetzt welche Nachricht wert?
Ich hatte es Ihren Kollegen Riegel und Berger bereits geschrieben und (ev. zu ausführlich !?) ausgeführt gehabt […], aber dieser Krieg ist
Der Journalismus (NachDenkSeiten mal komplett ausgenommen !) ist hier in Deutschland leider völlig auf den Hund gekommen. Ich bin selber jahrzehntelang nicht nur Maschinenbau-Ing. sondern auch Fachjournalist gewesen – und kenne – inzw. wohl als absolute Minderheit – noch einen Walther von La Roche, dem Journalismus-Papst, daher kann ich dieses halbwegs gut einzuschätzen.
Wer diese ollen Videoclips, Fotos oder Berichte (eher Propaganda) über den Ukraine-Krieg heutzutage in den Mainstream-Medien auch nur ansatzweise glaubt, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen. Fake-News, Fake-Videos / -Fotos lassen sich doch dank KI & Co. aktuell in minutenschnelle erstellen. Und wie riesengroß und absolut schamlos gelogen wird, beweist doch der ÖRR tagtäglich eindeutig.
Ich bin froh, dass es die Berichte der NachDenkSeiten gibt; leider ist Eure Reichweite ja sehr begrenzt, Ihr dürftet zwar zahlreiche (hoffentlich viele) Bürger erreichen, aber ansonsten wenden sich die Instiutionen (egal wer oder was) nicht nur schaudernd ab, sondern werfen Euch noch ständig Knüppel zwischen den Beinen (Bundespressekonferenzgedöns, das diesbezügliche Hofieren – selbst – eines “Journalisten”-Hofnarren, der sich dort als “Journalist” gerieren will und Euch in die Pfanne zu hauen versucht, letzter Akt, die Sache mit dem Spendenkonto).
Das nennt also Deutschland und die EU etwa Demokratie – da trifft “Monster” oder (demokratische) “Barbarei” eher zu. Da würde ich sogar meinen, dass Ex-Bundeskanzler G. Schröder doch recht hat: Russland ist dagegen ne lupenreine Demokratie – schrieb und begründete sogar mal ein französischer Historiker / Philosoph, indem er meinte, dass die Russischen Bürger mehr Freiheit und Bürgerrechte hätten als die EU-Europäer. Siehe Hüseyin Doğru, den Schweizer Jacques Baud und wie sie alle heissen mögen – die NachDenkSeiten berichteten diesbezüglich wenigstens (regelmäßig) aber ansonsten Nullkommanull in den Medien – ganz im Gegenteil, das widerkäuende Wiederholen, wie ach so toll die EU und Deutsche Politik doch sei.
Nun ja, Euch allen weiterhin viel, viel Kraft für den großen Kampf gegen diese Windmühlen.
Mit freundlichen Grüßen Robert Ruthenberg
Sulzbach-Rosenberg
P.S.: Dass man sich über den schrecklichen Iran-Krieg auch ganz woanders als bei den sogenannten Mainstream-Medien informieren muss, ist auch eine schlimme Tatsache. GG Artikel 5, Artikel 20 war da was? Aktuell: „Ben Ungeskriptet“ vs NRW-Medienaufsicht – und schlussendlich der Streisand-Effekt ;-)
Genauso beschämend die absolute Verherrlichung von Alt-Nazis, Rechtsradikale (Banderas & Co) etc. in und von der Ukraine (seitens der offiziellen Regierung) und sogar Beifall von Deutschen wie aktuelle Bundeswehrgenerale (C. Freuding & Co. – Freuding kommt aus Weiden/ Oberpfalz lässt auch tief blicken ;-)), Politiker etc. – die Nachdenkseiten berichteten öfters – ist in Anbetracht der tagtäglichen Hetze gegen die AfD an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Siehe auch das große Abfeiern (mit Standing Ovations) des alten ukrainischen Waffen-SS-Mann Jaroslaw Hunka im kanadischen Parlament (in Beisein des UA-Presi !!! in 2023) – und das in Anbetracht der Tatsache, dass genau diese ukrainische / galizische Waffen-SS für zahlreiche Massenmorde an Juden, Polen etc. verantwortlich waren. Siehe auch Massenmorde in Lemberg (1941) oder auch das Wolhynien-Massaker; Zitat aus einem Artikel von “WELT-Geschichte”:
Der österreichische Nationalsozialist Felix Landau, Mitglied dieser Todesschwadron, hielt in seinem Tagebuch fest: „Eben kehren wir zurück, 500 Juden standen zum Erschießen an.“ Doch obwohl Massenmord seine tägliche Aufgabe war, fühlte sich Landau abgestoßen von dem, was er in Lemberg sah: „Wir fuhren zur Zitadelle, dort sahen wir Dinge, die bestimmt noch selten jemand gesehen hat.“ Genau beschrieb er die Grausamkeiten, deren Zeuge er wurde, und bemerkte abschließend: „Aus Wut und Hassgefühl wurden nun die Juden getroffen. Nichts dagegen, nur sollten sie die Juden in diesem Zustand nicht so herumlaufen lassen.“
Siehe hier welt.de – „Wir sahen Dinge, die bestimmt noch selten jemand gesehen hat“
Im Prinzip hat man in Kanada die unmenschlichen Taten des Nazireiches unter A. Hitler applaudiert und gehuldigt. Beschämend.
4. Leserbrief
Guten Tag Herr Klöckner,
auf Bitte der Regierung in Kiew will die EU-Kommission den automatischen Schutzstatus für ukrainische Männer zwischen 23 und 60 Jahren beenden. Die Mitgliedstaaten müssen noch zustimmen. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuletzt eine Ausnahme dieser Schutzregelung für ukrainische Männer im wehrfähigen Alter gefordert.
Für russische Männer, die nicht kämpfen wollen und sich daraufhin ins Ausland absetzen, sieht es nicht besser aus. Wer sich von denen nach Deutschland geflüchtet hat und einen Asylantrag stellt, erfährt meistens Ablehnung.
Gegen Ende des Artikels stellen Sie die Frage: „Wie wird die EU, wie wird Deutschland im Kriegsfall mit Wehrdienstverweigerern und Fahnenflüchtigen umgehen?“
Ich komme für mich zum Ergebnis: Geflüchteten Männern im wehrfähigen Alter, ob sie der gleichgesinnten oder feindlichen Kriegspartei angehören, wird staatlicherseits vom Fluchtzielland die Unterstützung verweigert, weil der Staat selbst einmal in die Situation kommen könnte und ihm das nötige Personal zur Kriegsführung abhandenkommt.
Dessen sollten sich die Adressaten bewusst sein, die den Fragebogen „Weil wir wissen, was auf dem Spiel steht.“ der Bundeswehr zur Wehrerfassung ignorieren.
„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“
Nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten der Russischen Föderation im März 2024 sagte Wladimir Wladimirowitsch Putin in einer Rede vor dem Inlandsgeheimdienst FSB in Moskau, dieser müsse alle Verräter ermitteln und bestrafen. Russland vergesse nie, wer Verbrechen gegen das Land begangen habe. Ein jeder möge sich fragen, ob diese Einstellung auch im wertebasierten Ausland von Relevanz ist.
So lange Ostermärsche und andere Friedensdemonstrationen bei uns nur von vereinzelten Grauhaarigen besucht werden, verharrt das Volk (zur Freude der Regierenden) in Duldungsstarre. Warum sich die Jungen nicht organisieren und massiv gegen die Zeitenwende opponieren, ist mir ein Rätsel. Inwiefern die sozialen Medien, die allzu oft auf Vereinzelung des Konsumenten angelegt sind, den Regierenden zuspielen, ist mehr als abendfüllend.
Das Spiel Deutschlands gegen Ecuador am 25. Juni 2026 sah ich in meiner Stammkneipe. Die dort zahlreich anwesende junge Generation war meist in Deutschlandtrikots gekleidet, stand mehrheitlich bei der Nationalhymne auf und sang textsicher mit. Honi soit qui mal y pense.
Friedliche Grüße
Jan Schulz
5. Leserbrief
Sehr geehrte Damen und Herren,
Zunächst ein großes Lob für den Artikel von Marcus Klöckner. Es ist in der Tat ein Skandal, wenn die EU ukrainischen Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern keinen Schutz mehr gewährt.
In diesem Zusammenhang müssen wir daran erinnern, dass auch in Russland ‘Jagd’ auf Wehrpflichtige gemacht wird: Siehe sueddeutsche.de – “Zur Waffe gezwungen”.
Mit freundlichen Grüßen,
Manfred Hübner
Anmerkung A.G.: Sie wenden mit Recht ein, dass es auch auf russischer Seite brutale Zwangsrekrutierungen gibt. Die SZ lässt allerdings beflissentlich Quellenangaben und die Tatsache aus, dass dies auch auf ukrainischer Seite passiert.
6. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner,
Sie schreiben:
“Die EU ist zu einem Monster geworden, das vor der Barbarei die Augen verschließt.”
Ist es aber nicht eher so, dass die EU nicht nur als ein passiver Zuschauer lediglich “die Augen verschliesst”, sondern ganz aktiv mit unserem Geld und weiteren Hilfen (wie z.B. propagandistischer und militärische Unterstützung) die Barberei seit Jahren am Leben erhält und damit erst möglich macht? Ohne diese weitestreichende Unterstützung wäre dieser Krieg nämlich längst vorbei!
Nachdenkliche Grüsse,
KK
7. Leserbrief
Sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,
sehr geehrter Marcus Klöckner,
die EU steht in Sachen Korruption der Ukraine in nichts nach, von daher kann es auch nicht verwundern, wenn die Tatsache der Zwangsrekrutierungen usw. negiert werden.
Wer Mrd.-Geschäfte mit Pharmaunternehmen per SMS abwickelt (die hinterher plötzlich alle gelöscht und nicht mehr auffindbar sind – außer beim Gegenüber), der schert sich auch nicht um Recht und Gesetz.
Die einzige Möglichkeit, die Deutsche im Falle einer Zwangsrekrutierung bleiben, ist die aktive Verweigerung des Militärdienstes – auf Gerichte und ein rechtstaatliches Verfahren braucht man nicht zählen.
Das Interview mit Herrn Rene Boyke ist eindeutig.
Altersbedingt habe ich da ja wenig zu befürchten, aber wäre ich jünger, würde ich keine Waffe anfassen.
Die Verteidigung des Vaterlandes möge man dem Nachwuchs der Politiker und Politikerinnen überlassen.
Mit freundlichen Grüßen
Patrick Meiser
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