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Titel: Hinweise des Tages

Datum: 4. August 2026 um 8:13 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
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Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Nicht Atomwaffen für Deutschland sind nötig, sondern endlich Verhandlungen über eine neue europäische Friedensordnung!
  2. Der Sommer als der Frieden starb
  3. Das Westjordanland steht in Flammen: Pogrome durch Siedler und Soldaten
  4. 64.000 verwaiste Kinder im Gazastreifen. Ein Projekt für konkretes Handeln
  5. Ceuta: Ein klarer Fall von Geopolitik – mit einer unklaren deutschen Rolle
  6. „Hingehört!“: Abschiebe-Plan für Ingenieur erstaunt – „Verstehe einer noch unser Rechtssystem“
  7. 25 US-Bundesstaaten verklagen Trump-Regierung wegen Zölle nach „Section 301“
  8. Glaube an eine unteilbare Menschheit – Viktor E. Frankls psychotherapeutischer Kompass für eine bedrohte Welt
  9. Der Antifa-Präzedenzfall aus Texas
  10. Habecks Prestigeprojekt “grüner Stahl”: Studie stellt die Milliarden dafür infrage
  11. „Das ist doch unfassbar“: Eltern und Schulen rebellieren gegen Smartphones und Bayerns Tablet-Pflicht
  12. Google Play: Altersnachweis für Android-Apps kommt weltweit
  13. Wie Streaming-Giganten Synchronsprechenden die Stimme klauen
  14. Schurkenstaat des Tages: Luxemburg
  15. Eine moralische Instanz des Blogs-der-Republik – Zum Tod von Uwe-Karsten Heye

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Nicht Atomwaffen für Deutschland sind nötig, sondern endlich Verhandlungen über eine neue europäische Friedensordnung!
    Es gibt sie noch, deutsche Wissenschaftler, die sich nicht am Börsenkurs von Rheinmetall orientieren, sondern das Wohl und die Zukunft der Menschen im Auge haben – in einer friedlichen Welt notabene. Prof. Reinhard Hesse, Philosophieprofessor, geboren wenige Tage nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht 1945, gehört zu ihnen.
    Ich muss gestehen, ich habe meinen Ohren nicht getraut, als ich dieser Tage in einem längeren Podcast-Interview den ansonsten wegen seiner öffentlichen Argumentation gegen die blinde Fortsetzung von Waffenlieferungen an die Ukraine und für die Aufnahme von Verhandlungen geschätzten General Erich Vad, ehemals sicherheitspolitischer Berater von Angela Merkel, sagen hörte, dass Deutschland eigene Atomwaffen brauche. Es sei ja eigentlich den Nachdenklichen schon immer bewusst gewesen, nun aber wohl auch den Letzten klar geworden, dass der „atomare Schutzschirm“ der USA im Ernstfall unzuverlässig sei; ebenso ein eventuell zukünftiger französischer. Denn keine fremde Macht werde am Ende bereit sein, ihre Existenz wegen eines Konflikts anderswo auf Spiel zu setzen. (1) Daher könne die Sicherheit Deutschlands letztlich nur durch eigene Atomwaffen gewährleistet werden. Deutschland müsse – in Vads Worten – „nuklear gehen“.
    Quelle: Globalbridge

    dazu: Das Schlimmste ist das Freund-Feind-Denken
    Nach einer Lesung im Zürcher Bernhard-Theater machte die Weltwoche ein Gespräch mit Alice Schwarzer. Was sie zu sagen hat, wenn sie offen und gelassen interviewt wird.
    Weltwoche Frau Schwarzer, unsere letzte Begegnung liegt dreieinhalb Jahre zurück. Sie kamen damals von einer Friedenskundgebung mit Sahra Wagenknecht und Erich Vad, Sie waren euphorisiert von Tausenden Teilnehmern. Was denken Sie heute, wenn Sie auf die Ukraine blicken?
    Alice Schwarzer Ich bin naiv genug, die Hoffnung nie aufzugeben. Damals dachte man, eine solche Stimmung in der Bevölkerung müsse die Politik doch beeindrucken. Stattdessen geht der Krieg weiter, und die deutschen Medien sind überwiegend dafür. Bei uns wird ja noch nicht gestorben, sondern bei den anderen. Bisher. Enden kann dieser Krieg letztendlich nur durch Verhandlungen, das wissen alle Experten. Jeder Tag ohne Verhandlung bedeutet weitere Hunderte von Toten an der Front. Ich bin nicht resigniert, das ist nicht meine Art, aber ich bin gerade etwas ratlos.
    Quelle: EMMA

    dazu auch: „Die große Mobilisierung“: Wie die BRD auf Kriegstüchtigkeit getrimmt wird
    Die Bundesregierung treibt in historischem Tempo Hochrüstung und Kriegsvorbereitung voran – und erklärt die militärische Logik zunehmend zum Maßstab für Politik und Gesellschaft. Der AK Antimilitarismus warnt vor dem Umbau des Sozial- und Wohlfahrtsstaats in einen durchmilitarisierten Ordnungsstaat und unterstützt eine neue antimilitaristische Gegenbewegung. Zum 70. Geburtstag der Bundeswehr brachte der AK den Sammelband „Die große Mobilisierung. Die Bundeswehr von der Wiederbewaffnung zur Kriegstüchtigkeit“ heraus. etos.media sprach mit den Herausgebern des Sammelbands über die „Zeitenwende“, deutsche Großmachtambitionen, sozialen Kahlschlag und Perspektiven einer wirksamen antimilitaristischen Praxis.
    Quelle: etos.media

  2. Der Sommer als der Frieden starb
    Der Iran und Russland mussten feststellen, dass es mit dem Kollektiven Westen keinen Frieden geben kann. Die Konflikte werden folglich auf dem Schlachtfeld ausgefochten und lange dauern. Die internationale Rechtsordnung ist tot, der Weltfrieden ist tot, es ist Krieg. Weltkrieg. Wenige sind sich dessen bewusst.
    Quelle: Seniora.org
  3. Das Westjordanland steht in Flammen: Pogrome durch Siedler und Soldaten
    Die Gewalt im Westjordanland eskaliert. Siedler verüben überall im Westjordanland Pogrome an Palästinensern. Das Militär hat seine Präsenz verstärkt, um den Siedlern zu helfen, anstatt die einheimische palästinensische Bevölkerung zu schützen. Im Dorf Tell bei Nablus wurden vier Palästinenser und zwei Israelis getötet, was zu extremen Äußerungen von israelischen Politikern führte, die die Gewalt rechtfertigten und zu weiterer Gewalt aufriefen. Ein Knesset-Mitglied erklärte, dass auch Palästinenser ein Recht auf Selbstverteidigung haben, und UN-Vertreter forderten die Umsetzung des Völkerrechts.
    Quelle: BIP Aktuell
  4. 64.000 verwaiste Kinder im Gazastreifen. Ein Projekt für konkretes Handeln
    In Gaza, bei beinahe völligem Schweigen der Mainstream-Medien, haben die Angriffe zugenommen, und die Lage ist schlimmer denn je…
    Die rechtsextreme Fraktion um Smotrich, Katz und die Siedler beabsichtigt, Gaza zu besetzen und es so schnell wie möglich durch Vertreibung (oder Auslöschung) der Palästinenser neu zu kolonisieren.
    Die Nachrichten, die wir täglich von Gaza-Einwohnern über das Komitee „Hilfe für Palästina“ erhalten, berichten, dass die Bombardierungen und Schießereien ununterbrochen andauern.
    Nie zuvor haben wir so viele Todesmeldungen erhalten wie in den letzten Tagen.
    Quelle: pressenza
  5. Ceuta: Ein klarer Fall von Geopolitik – mit einer unklaren deutschen Rolle
    Nach dem Migrationschaos in der spanischen Exklave Ceuta sollen die EU-Innenminister über die Ursachen und mögliche Folgen beraten.
    Ein fragwürdiges Unterfangen – denn damit wird unterstellt, die spanische Asyl- und Flüchtlingspolitik sei das eigentliche Problem.
    So klingt es auch in einem Brief von 22 Staats- und Regierungschefs, den Kanzler Merz unterzeichnet hat (Präsident Macron hingegen nicht).
    Doch je mehr über den Vorfall bekannt wird, desto klarer wird, daß es hier um Geopolitik geht, um Einflusszonen und um Sanktionen.
    Marokko, das eng mit Deutschland und Israel zusammenarbeitet, wollte offenbar wegen diversef Streitfragen (spanische Exklaven, Westsahara, Algerien) Druck auf Spanien ausüben. Die Migranten wurden dafür wohl nur vorgeschoben.
    Quelle: Lost in Europe

    dazu: Mindestens 67 Tote vor Ceuta
    Marokkos Gendarmen standen daneben. Ein Befehl aus Rabat ist nicht belegt, das Muster von 2021 schon.
    Am Donnerstag, dem 30. Juli, sprach König Mohammed VI. in seiner Rede zum Thronfest über Sicherheit und Stabilität seines Landes. Ceuta erwähnte er nicht. Zur selben Zeit zogen an der Küste bei Fnideq Tausende Menschen Richtung Grenze, wateten ins Wasser und schwammen um den Wellenbrecher von El Tarajal herum. Eine Erklärung der Regierung von Ministerpräsident Aziz Akhannouch gab es dazu bis zum Freitagabend nicht.
    Bis Freitagmorgen hatten nach Angaben des spanischen Innenministeriums rund 50.000 Menschen die Grenze überwunden. Juan Jesús Vivas, Präsident der Autonomen Stadt Ceuta, nannte 60.000 und damit „etwa 70 Prozent“ der Bevölkerung; die Stadt zählt gut 83.500 Einwohner.
    Quelle: Erhard-Eppler-Kreis via Substack

    dazu auch: Migrantenkrise: Zahl von Todesopfern in Ceuta steigt auf 72
    Die offizielle Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit der Migrantenkrise in der nordafrikanischen Enklave Ceuta ist auf 72 gestiegen. Dies teilten die spanischen Behörden am Sonntag mit.
    Spanien nahm am gleichen Tag entlang der Seegrenze der nordafrikanischen Enklave eine schwimmende Barriere in Betrieb, während die Behörden nach dem jüngsten massiven Zustrom von Migranten aus Marokko die Grenzkontrollen weiter verschärften.
    Die Barriere soll illegale Überfahrten auf dem Seeweg verhindern, nachdem in den vergangenen Tagen Zehntausende Migranten in die Enklave gelangt waren, viele davon schwimmend.
    Obwohl der massive Zustrom nachgelassen hat, ist in Ceuta noch keine Normalität eingekehrt.
    Quelle: CRI online

    Anmerkung Christian Reimann: Bitte lesen Sie dazu auch Jens Bergers Kommentar Ceuta – an Pedro Sanchez wird ein Exempel statuiert.

    und: Was Medien beim Massenschwimmen in Ceuta übersahen
    Marokko will nicht die Schengengrenze testen, sondern gegen Spaniens Annäherung an Algerien opponieren. Es geht um die Westsahara.
    Marokko verweigert der Westsahara seit Jahrzehnen eine von der Uno verlangte Selbstbestimmung oder Autonomie. Zehn Tage vor dem Massenschwimmen in Ceuta, am 20. Juli, hatte Spaniens Premierminister Pedro Sanchez Algerien besucht, um in diesem Land zu investieren und zu diesem Zweck die Beziehungen zu verbessern. Im Weg stehen kann die Haltung zur Westsahara. Algerien, das grosse Flüchtlingslager der Sahraoui beherbergt, verlangt die Unabhängigkeit der Westsahara und unterstützt die dortige Befreiungsbewegung Front Polisario. Doch Spanien würde sich heute mit einer «echten Autonomie» unter marokkanischer Souveränität zufriedengeben.
    Deshalb beobachtet Marokko jede Annäherung Spaniens an Algerien, das ein unabhängiges Westsahara fordert, mit Argusaugen.
    Quelle: Infosperber

  6. „Hingehört!“: Abschiebe-Plan für Ingenieur erstaunt – „Verstehe einer noch unser Rechtssystem“
    Faridoon Tofan floh 2022 vor den Taliban nach Deutschland. Der afghanische Ingenieur arbeitete hier, lernte Deutsch und integrierte sich vier Jahre lang. Eine zweitägige Busreise nach Italien soll ihm nun zum Verhängnis werden. Bei der Wiedereinreise wurde der 46-Jährige festgenommen und sitzt seit Ende April in Abschiebehaft.
    Am 28. Juli hätte ihn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge am liebsten bereits zurückgeflogen. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Pro Asyl kritisieren das Vorgehen der deutschen Behörden scharf. Tofan hatte in Kabul Häuser für den Westen gebaut, deshalb steht er auf der Liste der Taliban. Wegen eines Italien-Wochenendes soll er jetzt in ein Land, in dem ihm womöglich der Tod droht?
    Quelle: Merkur
  7. 25 US-Bundesstaaten verklagen Trump-Regierung wegen Zölle nach „Section 301“
    Eine Koalition aus 25 Bundesstaaten hat am Montag eine Klage gegen die Trump-Regierung eingereicht. Darin wird argumentiert, dass US-Präsident Donald Trump seine gesetzlichen Befugnisse überschritten habe, indem er pauschale neue Zölle auf Waren aus 60 Handelspartnern verhängte, wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht.
    Die beim US-Gericht für internationalen Handel eingereichte Klage richtet sich gegen die kürzlich in Kraft getretenen Zölle in Höhe von 10 Prozent bzw. 12,5 Prozent auf den Großteil der aus den betroffenen Volkswirtschaften importierten Waren. Nach Angaben der Bundesstaaten entfallen auf diese Volkswirtschaften zusammen 99,4 Prozent der US-Importe.
    Die Koalition forderte das Gericht auf, die Zölle zu blockieren, sie für rechtswidrig zu erklären und die Rückerstattung der bereits entrichteten Zölle anzuordnen.
    Quelle: CRI online

    dazu: Graham-Blumenthal-Gesetzentwurf zu Russland-Sanktionen könnte auch EU treffen
    Die EU hat die letzten anderthalb Jahre damit verbracht, Washington zu drängen, seine Finanzmacht zu nutzen, um harte Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Das könnte nun zum Bumerang für Brüssel werden, wie euronews berichtet.
    Ein diesbezüglicher Gesetzesentwurf, der derzeit im US-Senat verhandelt wird, wurde ursprünglich von dem republikanischen Senator Lindsey Graham und dem demokratischen Senator Blumenthal, zwei überzeugten Russland-Hassern, eingebracht, um Trump dazu zu bewegen, den Druck auf den Kreml zu erhöhen – etwas, was der Präsident stets abgelehnt hat. (…)
    Das Gesetz sieht eine breite Palette primärer Sanktionen und Zölle gegen Russland vor, darunter weitreichende Verbote von Finanztransaktionen mit Banken und Institutionen. Staatsbeamte, Oligarchen und Schiffe der sogenannten Schattenflotte sind gleichermaßen betroffen.
    Paragraf 113 ermächtigt den US-Präsidenten, Zölle von bis zu 100 Prozent auf alle Waren zu erheben, die aus Ländern importiert werden, die entweder zu den fünf größten Importeuren von russischem Öl und Gas gehören oder zu den fünf Ländern, die die Umgehung der Sanktionen gegen russisches Öl “erleichtern”. Auch diejenigen, die neue Käufe von russischem Öl und Gas tätigen, wären von den Zöllen betroffen. Die Entscheidung darüber, welche Staaten das genau betrifft, liegt ausschließlich beim Weißen Haus.
    Quelle: RT DE

  8. Glaube an eine unteilbare Menschheit – Viktor E. Frankls psychotherapeutischer Kompass für eine bedrohte Welt
    Viktor E. Frankl (1905–1997) war eine der herausragendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Als Wiener Neurologe, Psychiater und Philosoph vereinte er medizinischen Scharfsinn mit tiefer humanistischer Weisheit. Sein Leben und sein Werk wurden unbarmherzig von den Extremen seiner Epoche geprägt: Er erlebte und erlitt die Erschütterungen zweier Weltkriege. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde er von den Nationalsozialisten deportiert, verlor fast seine gesamte Familie und überlebte die Hölle des Konzentrationslagers Auschwitz sowie anderer Lager.
    Diese existenzielle Extremsituation war für Frankl weit mehr als eine existenzielle Erschütterung; sie wurde zur ultimativen Bewährungsprobe seiner wissenschaftlichen Annahmen. Vor seiner Deportation hatte er ein umfassendes Manuskript verfasst, das seine psychologischen Theorien begründete. Bei der Einlieferung in das Konzentrationslager wurde dieses Lebenswerk – sein theoretisches Fundament mit dem Titel „Ärztliche Seelsorge“ – vernichtet. Nach der Befreiung rekonstruierte er es unter Aufbietung aller Kräfte aus dem Gedächtnis.
    Quelle: pressenza

    Anmerkung unseres Lesers G.G.: Ja, wir sind vielleicht als Menschheit dicht am Abgrund – aber aufgeben gilbt’s nicht! Deshalb die Bitte: Teilt diesen Artikel!

  9. Der Antifa-Präzedenzfall aus Texas
    Ein Feuerwerk, ein Schuss, 450 Jahre Haft: Das Magazin «Texas Monthly» zeigt, wie in den USA aus linkem Protest Terrorismus wird.
    In der Nacht auf den 5. Juli 2025 wurde ein Polizist wegen eines Protests zu einer ICE-Abschiebehaftanstalt in Alvarado, Texas, gerufen und dort angeschossen. Ein Jahr später, am 23. Juni 2026, wurde der Täter zu hundert Jahren Gefängnis verurteilt, und mit ihm eine ganze Gruppe von Leuten, die an jenem Abend vor der Haftanstalt Parolen gerufen und Feuerwerk gezündet hatten. Der Grund: Die US-Regierung hatte sie offiziell zu einer organisierten Terrorzelle erklärt. Der Fall zeigt erstmals und exemplarisch, was passiert, wenn eine vage politische Zuschreibung wie Antifa zum Beweismittel vor Gericht wird und plötzlich ganz konkrete, jahrzehntelange Haftstrafen nach sich zieht. «Texas Monthly», eine der besten Lokalmedien-Plattformen der USA, hat vergangene Woche eine Recherche publiziert, die den Abend in einen grösseren Zusammenhang stellt: «Wie Texas der Antifa den Krieg erklärte».
    Quelle: Infosperber
  10. Habecks Prestigeprojekt “grüner Stahl”: Studie stellt die Milliarden dafür infrage
    Die deutsche Stahlindustrie könnte bei ihrer milliardenschweren Transformation zu klimafreundlicher Produktion auf eine wirtschaftlich riskante Strategie setzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Unternehmensberatung PwC, über die das Handelsblatt berichtet. Demnach droht ein großer Teil der deutschen Stahlproduktion auch nach dem geplanten Umbau unwirtschaftlich zu bleiben. Damit gerät zugleich die staatliche Förderung der Branche in den Blick. Die Produktion von grünem Stahl war dem ehemaligen grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck ein Herzensanliegen. Zweifel an der Strategie hat Habeck mit autoritärer Geste weggewischt. Nun schlägt sich die Realität auf die Seite seiner Kritiker.
    Quelle: RT DE
  11. „Das ist doch unfassbar“: Eltern und Schulen rebellieren gegen Smartphones und Bayerns Tablet-Pflicht
    Ipad, IT, KI – nicht alle Eltern sind der Meinung, dass der rasante technologische Fortschritt sofort auch in den Klassenzimmern Einzug halten muss. Zwei unabhängig voneinander entstandene Initiativen zeigen verbreitete Skepsis. In Brannenburg (Kreis Rosenheim) kämpft eine Mutter mit einer Petition gegen den Tablet-Zwang im Unterricht. Und in Herrsching (Kreis Starnberg) wird das Gymnasium zum Ende des Schuljahrs mit Anmeldungen für neu angebotene „smartphonefreie“ fünfte Klassen überrannt.
    Quelle: tz
  12. Google Play: Altersnachweis für Android-Apps kommt weltweit
    Google öffnet die Play Age Signals API für Entwickler weltweit. Die Schnittstelle übermittelt auf Wunsch eine Altersgruppe statt des Geburtsdatums und soll Apps dabei helfen, Inhalte, Funktionen und Schutzmaßnahmen an Kinder, Jugendliche oder Erwachsene anzupassen. (…)
    Die Play Age Signals API steht Entwicklern bereits als Beta-Version zur Verfügung, lieferte bislang aber nur in ausgewählten Regionen verwertbare Altersangaben. Nach einem ersten Einsatz in Brasilien will Google die Funktion bis Mitte August zunächst auf Australien und Kanada ausweiten. Der weltweite Rollout für Nutzer soll anschließend noch im Laufe des Jahres 2026 erfolgen.
    Apps können über die Schnittstelle keine exakten Geburtsdaten abfragen. Stattdessen übermittelt Google Play Altersbereiche wie 0 bis 12, 13 bis 15, 16 bis 17 oder mindestens 18 Jahre. Zusätzlich kann die API darüber informieren, ob ein Konto von Eltern beaufsichtigt wird oder ob das Alter eines Erwachsenen bestätigt wurde.
    Quelle: Computer Base

    Anmerkung Christian Reimann: Jens Berger hat kürzlich geschrieben, warum das Thema „Chatkontrolle“ so wichtig ist.

    dazu: Acht von zehn Kindern in Australien nutzen trotz Verbot Social Media
    Australien hat als erstes Land der Welt Social Media für Minderjährige unter 16 Jahren gesperrt, verbindlich gilt die Regel seit dem 10. Dezember 2025. Die zuständige Aufsichtsbehörde eSafety hat nun die erste wissenschaftliche Zwischenbilanz vorgelegt, erhoben drei Monate nach Inkrafttreten. Die Zahl der Konten ging dabei deutlich zurück, die tatsächliche Nutzung dagegen kaum. Die Behörde benennt einen konkreten Grund für diese Differenz, und er liegt nicht bei den Kindern.
    Quelle: Forschung und Wissen

  13. Wie Streaming-Giganten Synchronsprechenden die Stimme klauen
    Wegen mieser KI-Synchros, Verträgen mit brisanten Klauseln und virtuellen Schauspielenden: In Hollywood wächst der Widerstand gegen die Techkonzerne.
    Phu, da ist ja wieder einiges los in der Filmwelt! Die KI-Revolution schreitet rasant voran: Von Skripten über das Videocutting bis zur Synchronisation. Doch während Tech-Milliardäre von Effizienz und noch mehr Geld träumen, sorgen sich die Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze.
    Neu ist die Debatte jedoch nicht. Bereits 2024 berichtete work über den Hollywood-Streik, bei dem Synchronsprechende Schutz vor KI verlangten. Seither hat sich die Entwicklung weiter beschleunigt. Ein Überblick über die jüngsten Skandale und den Widerstand der Branche.
    Quelle: work
  14. Schurkenstaat des Tages: Luxemburg
    Seit einiger Zeit sucht die EZB nach neuen Motiven für die hässlichen Euro-Scheine. Bis dato eingegangen waren Vorschläge mit Künstlern, Wissenschaftlern, Vögeln und Flüssen. Nun kam die luxemburgische Verteidigungsbehörde aus der kalten Küche und präsentierte auf Facebook sechs von der, natürlich, KI ausgespuckte Motive: Flugzeuge, Panzer, Satelliten und, als Krönung, das Sturmgewehr von Heckler & Koch – und erklärte, »in für soziale Netzwerke geeigneten Formaten für die konkreten Herausforderungen der europäischen Verteidigung zu sensibilisieren«.
    Das Europa der perversen Technokraten gehört zackig abgerissen und planiert. Hello Russ’, du übernimmst?
    Quelle: junge Welt

    Anmerkung unseres Lesers H.K.: Auch wenn die jW anderer Meinung ist – ich finde die Idee, die neuen €-Banknoten mit Panzern, Kampfjets, Raketen und Drohnen zu bebildern, hervorragend und ganz dem aggressiven kriegshetzerischen Charakter der EU entsprechend! Leider wird sie wohl nicht realisiert werden.

  15. Eine moralische Instanz des Blogs-der-Republik – Zum Tod von Uwe-Karsten Heye
    Was wäre der Blog-der-Republik ohne den Autor Uwe-Karsten Heye, fragten und würdigten wir Uwe-Karsten anlässlich seines 80. Geburtstages in einem Buch, das Heye gewidmet war. Ja, Uwe, wie ich ihn stets kurz nannte, war eine Instanz, wenn er sich zu den Problemen dieser Republik zu Wort meldete, vor allem wenn es um die Bekämpfung des Rechtsextremismus ging, Rassismus, Antisemitismus, wenn es um Menschenrechte ging, soziale Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie. Da litt er mit, wenn wieder mal etwas passiert war, es nahm ihn mit das Leid, was Juden in unserer Republik auch nach dem Krieg erdulden mussten. Man spürte seine Emotionen, seine Empörung, seine Wut, die er sonst zu zügeln wusste. Vor ein paar Jahren hat er sich das letzte Mal bei mir gemeldet, ohne Vorwarnung schrieb er, er bekomme den Text nicht mehr zustande. Dann hörte er auf, mitten im Satz, es war sein letzter vergeblicher Versuch, die verfluchte Krankheit hatte ihn erfasst, seine Sinne, seine Kräfte. Schade, er hatte eine solche geistige Power.
    Quelle: Blog der Republik


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