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Titel: Leserbriefe zu „Morgen kommt der Russe, wir müssen alle sterben!“
Datum: 7. August 2026 um 16:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich: Redaktion
Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam vertreten hier die Meinung, nach der „regierende Bedrohungslügner“ den Frieden gefährden, das Kulturleben beeinträchtigen und den Sozialstaat ruinieren würden. Die Bundesregierung habe bekanntlich den Vorschlag von Russlands Außenminister Lawrow, „Sicherheitsgarantien für diesen Teil Eurasiens zu verankern“, ohne jede Prüfung abgelehnt. Zum Beispiel auf dem Büchermarkt würden sich die Auswirkungen der systematisch forcierten Russophobie zeigen. Russische Literatur sei out. Im Sport schlage die russophobe Politik ähnlich durch. Die Deutschen hätten jedoch keine äußeren Feinde, nur innere. Die seien benennbar: „Geldaristokraten, Rüstungs-Industrielle und Kriegsbereitschafts-Politiker wie Merz, Pistorius und ihre Spießgesellen. Dazu kommen die regierungshörigen Massenmedien mit ihrer weit fortgeschrittenen Verblödung der Gesamtbevölkerung“. Die beste Verteidigung bestehe allerdings darin, „FREUNDE zu gewinnen!“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Leserbriefe hierzu. Es folgt nun eine Auswahl. Für Sie zusammengestellt von Christian Reimann.
1. Leserbrief
Sehr geehrte Mitarbeiter der NDS,
als einer, der sich mit Rußland eng verbunden fühlt, als Sportler mehrmals in der Sowjetunion zu Wettkämpfen und Trainingslagern weilte, und bei vielen internationalen Wettkämpfen mit sowjetischen Sportlern zusammen traf, möchte ich all denen, die von der Rußland-Haßzecke noch nicht gestochen wurden, das Buch von Sebastian Haffner empfehlen, mit dem Titel “Der Teufelspakt”. Wenn man vom Ideologiekrebs noch nicht befallen ist, gewinnt man neue Einsichten in das Verhältnis Deutschland-Rußland. Im Übrigen empfehle ich allen Rußlandskeptikern, doch einmal den Mut zu haben und sich mit russischer Literatur zu beschäftigen. Wer Tolstoi, Dostojewski, Turgenjew, Gogol, Tschechow, Puschkin, Lermontow, Gork, usw., nicht kennt, bzw, nicht gelesen hat, wird die russische Seele nie begreifen. Noch besser wäre es allerdings, den Mut zu haben, das weite russische Land zu bereisen.
Mit herzlichen Grüßen und Dank für Ihre großartige Arbeit
Günter Schaumburg
2. Leserbrief
Werte Herren Klinkhammer & Bräutigam,
Ihr neuester Artikel war (für mich als Hobby-Polemiker) wie stets ein Hochgenuss.
Zum Grundtenor und insbesondere zu Ihrem Satz…
“Umfragen bestätigen die ungebrochen anti-russische Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber ihren Befreiern vom Nationalsozialismus.”
…gibt es ein passendes Zitat des sowjetischen Generalstabschefs Georgi Konstantinowitsch Shukow, der nach der erfolgreichen Einnahme Berlins in weiser Voraussicht sagte:
“Wir haben die Deutschen vom Faschismus befreit. Das werden sie uns nie verzeihen.”
Mit besten Grüßen
Hubert Heck
3. Leserbrief
Danke, danke, danke lieber Herr Klinkhammer und Herr Bräutigam, wenn’s auch nur Worte sind so ist es doch Balsam für die gebeutelte Seele in dieser so erdrückenden deutschen und europäischen von Medien und den dahinter stehenden Profiteuren provozierten Massenhysterie, wenn nicht gar Massenverblödung. Corona scheint der Testlauf gewesen zu sein, ob es funktioniert und ja es hat funktioniert, das Volk hat sich durch den von Medien und Politik erzeugten Wahn vollkommen entrechten lassen und nun?
Mir ist so bang ums Herz.
mit herzlichem Dank an Sie: Bruno Kählig
4. Leserbrief
Sehr geehrte Herren Klinkhammer und Bräutigam,
Sie schreiben in Ihrem Artikel:
“Umfragen bestätigen die ungebrochen anti-russische Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber ihren Befreiern vom Nationalsozialismus.”
Ich weiß nicht, welche Umfragen das sein sollen, aber “die deutsche Bevölkerung” ist nicht anti-russisch eingestellt. Nur ein verschwindend kleiner Teil der in diesem Land lebenden Menschen wollen “die deutsche Bevölkerung” in ihrer Gesamtheit anti-russisch umerziehen, so, wie es schon die Großväter dieser kleinen Minderheit der Bevölkerung wollte. Diesmal jedoch werden sie hoffentlich keinen Erfolgt haben. Und falls bedauerlicherweise doch, dann gilt für Deutschland das gleiche wie einst für Karthago:
“Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.” (Bertolt Brecht 1951)
„Russophobie als Staatsräson: maßlos, gewissenlos, sogar strafbewehrt.“
Auch hier muss ich als friedliebender Bürger dieses Staates aufs Schärfste widersprechen: mir ist jede Form von “Staatsräson” zuwider, egal ob für oder wider ein anderes Land und dessen Bevölkerung! Wen ich mag und wen ich nicht mag, mache ich nur dessen Taten fest. Meine Einstellung zu anderen Menschen und Völker bestimme ich immer noch selber und niemand anders, und erst recht nicht Nachfahren von Leuten, die besser nie existiert hätten!
Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Klein
5. Leserbrief
Guten Tag,
oder täglich grüßt das Murmeltier, aber Spaß beiseite.
Wenn tatsächlich 88% der Westdeutschen und 77% der Ostdeutschen sich von Russland bedroht fühlen, haben die Kriegstreiber, Hetzer, Russlandhasser und Propagandisten, besonders hervorzuheben, der Auftragsfern agierende ÖRR ganze Arbeit geleistet. Während die USA und Israel, vollkommen Völkerrechtswidrig, einen Angriffskrieg gegen den Iran führen und diesen am liebsten in die Steinzeit zurück bomben möchten, fühlt sich hier also der Großteil, der Bevölkerung von Russland bedroht. Geschichtsvergessen und wieder einmal, man muss es so deutlich benennen, Rassismus gegen Osten. Sämtlicher, fruchtbarer kultureller Austausch wurde abgebrochen, Personen, die sich dem entgegenstellen, werden gecancelt und öffentlich an den Pranger gestellt. Über den Schaden, den man sich selbst mit den verhängten Sanktionen zufügt, wird nicht berichtet, oder natürlich ist Putin und der Russe Schuld. Bei einer solchen Übermacht an vielfältiger, gesellschaftlicher Dummheit, die auch vermeidlich intelligente betroffen hat, hängt der Pestgeruch eines herannahenden Krieges in der Luft.
Dann macht euch mal selbst bereit, ihr 88% und 77%, denkt dabei aber auch an euere Männer, Frauen, Söhne, Töchter und Enkelkinder.
Sollte man nicht lieber den Kriegstreibern, Hetzern, medialen Unterstützern, gesellschaftlichen Mitläufern und Profiteuren endlich die rote Karte zeigen und zur Vernunft zurück kehren. Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und sind dem Frieden verpflichtet.
Anstatt sich bedroht zu fühlen, endlich mal wieder über den Tellerrand zu schauen und auf allen Ebenen miteinander reden.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
6. Leserbrief
Sehr geehrtes NDS-Team,
Ergänzender Gedanke zur Diskussion: „Der Russe greift an“ als Werbung für Investitionen in Deutschland?
Im Rahmen der uns täglich präsentierten Warnung vor einem russischen Angriff auf Deutschland gibt es folgenden Gesichtspunkt, der in der öffentlichen Diskussion erstaunlicherweise keine Rolle spielt:
Welche Auswirkung hat der (angeblich bald zu erwartende) Angriff Russlands eigentlich auf die Attraktivität Deutschlands als internationaler Investitionsstandort?
Würden die vor dem Angriff warnenden Stimmen richtig liegen – welcher internationale potentielle Investor würde dann Milliarden investieren in einem Land, das bald in einem atomaren Inferno pulverisiert wird?
Um dieser Thematik mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, könnte man folgende Aktion in Erwägung ziehen:
Erstens:
Man erstelle eine (lange) Liste der einschlägigen Äußerungen der üblichen Verdächtigen aus Politik, Militär, Organisationen, Thinktanks, führenden Medien usw. zum baldigen Angriff Russlands, möglichst als wörtliche Zitate (um Dementis zu erschweren).
Zweitens:
Man sende diese Liste an Unternehmen, Konsortien usw., die möglicherweise größere Investitionen in Deutschland planen oder in Erwägung ziehen. Diese Unternehmen müsste man natürlich recherchieren. Man fragt diese potentiellen Investoren, ob der bald bevorstehende Angriff Russlands und damit die sichere Vernichtung der Investitionen Auswirkungen auf die Standortentscheidungen der Investoren hat.
Man kann die Aktion damit begründen, dass man eine Untersuchung zu der Problematik „geopolitisches Risiko bei Standortentscheidungen“ vorbereite.
Drittens:
Man sorge dafür, dass die Untersuchung öffentliche Aufmerksamkeit bekommt. Das geht wohl nur, wenn die Abfrage bei den potentiellen Investoren von einer Person, Partei, Institut, Organisation usw. ausgeht, die eine gewisse Prominenz besitzt. Vielleicht findet sich jemand?
Fazit:
Die Auswirkungen von „Der Russe greift an“ auf die Attraktivität des Investitionsstandorts Deutschland hat m.E. Potential für eine interessante Diskussion.
Norbert Rudow
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