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NachDenkSeiten – Die kritische Website
Titel: Hinweise der Woche
Datum: 16. August 2026 um 9:00 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
Verantwortlich: Redaktion
Am Wochenende präsentieren wir Ihnen einen Überblick über die lesenswertesten Beiträge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages für Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werktägliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)
Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.
Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
Vorbemerkung: Ursprünglich hatten wir geplant, in unserer Wochenübersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beiträge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine dafür nötige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beiträge vorzuenthalten. Daher möchten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beiträge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.
Anmerkung Christian Reimann: Der englische Originaltext kann hier nachgelesen werden.
dazu auch: „Ohne die Regeln des Krieges verlieren wir alle.“
Auch wo Krieg geführt wird, sollten gewisse Regeln eingehalten werden – so der Wunsch des Internationalen Strafgerichtshofs I.C.C. in Den Haag. Zum Beispiel der Schutz der Zivilisten. Die gegenwärtigen Kriege, man denke vor allem an das Vorgehen Israels im Gaza-Streifen, lassen wenig davon erkennen … Ein paar Anmerkungen dazu von unserem Kolumnisten Patrick Lawrence aus den USA.
Zunächst einmal sind alle Zionisten Extremisten. Unzählige von ihnen haben unzählige Male das Argument vorgebracht, dass Israel nur an die Bibel gebunden sei und damit das staatliche Recht durch religiöses Recht ersetzt. Nach jedem ernsthaften Geschichtsverständnis ist dies ein radikaler Rückschritt in die Vormoderne.
Quelle: Globalbridge
dazu: Update für Gruselgeschichte
Nach Drohnenfund am Flughafen Leipzig: Neue Version der Ereignisse, angebliche DNA-Spuren entdeckt. Drohnenabwehr wird erweitert
Nach dem Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Halle/Leipzig am vergangenen Mittwoch hat die offizielle Version der Ereignisse am Wochenende einige »Updates« erfahren – die allerdings die Geschichte nicht unbedingt plausibler erscheinen lassen.
Die Wochenzeitung Die Zeit – auch schon nach dem Nord-Stream-Anschlag maßgeblich an der Legendenbildung beteiligt – meldete am Montag, die Drohne sei auf dem Rollfeld liegend gefunden worden. Vergangene Woche hatte sie noch berichtet, ein Busfahrer habe das kleine Fluggerät in der Nacht zu Mittwoch knapp über dem Boden schwebend entdeckt und dann mit einem Tritt zu Boden befördert. Nun soll er lediglich noch seinen Fuß auf die bereits liegende Drohne gesetzt und das Sicherheitspersonal informiert haben.
Des weiteren behauptet das Blatt, Ermittler hätten Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet, aus denen sich ergebe, »dass Leipzig wesentlich knapper einer Katastrophe entgangen ist als bislang bekannt«.
Quelle 1: junge Welt
Quelle 2: Zeit Online
dazu auch: „Ein Beleg dafür, dass man uns vorführt“ – CDU-Politiker will BND in Russland zuschlagen lassen
Der Chef des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Marc Henrichmann, will die Geheimdienste zu Attacken in Russland befähigen. Kritiker warnen vor einem massiven Machtzuwachs der Dienste.
Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages, Marc Henrichmann (CDU), will deutsche Nachrichtendienste zum Cyber-Präventivschlag gegen russische Drohnenhersteller befähigen. Das sei Teil der Nachrichtendienstreform, die er gerade mit vorbereite. Eine „reine Nachrichtensammlerei“ werde künftig nicht mehr reichen, betonte Henrichmann. Die beste Drohne sei die, die nie aufsteige und so auch keine Menschenleben in Deutschland bedrohe.
Quelle: Welt Online
Anmerkung unseres Lesers J.A.: Ein Beleg wofür? Soweit ich weiß, gibt es bisher überhaupt keine Belege oder gar Beweise dafür (auch wenn es nicht ausgeschlossen ist), dass die Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen von Russland geschickt wurde. Auf dieser nicht vorhanden Grundlage möchte Henrichmann den BND für Sabotageaktionen berechtigen und losschicken, also den “hybriden Krieg” starten, den er Russland vorwirft. Im schlimmsten Fall kann das in einen heißen Krieg mit Russland hineinlaufen – ist das Henrichmann egal, oder sehnt er es geradezu herbei? Aus der CDU (und hier sogar vom wichtigen Chef des Parlamentarischen Kontrollgremiums) kommt grassierender Irrsinn.
und: Russland zum Drohnenvorfall: „zusammengezimmerte Provokation“
Quelle: NachDenkSeiten
dazu: Eine Lehre aus der NS-Zeit
Die Trennung von Polizei und Inlandsgeheimdienst ist eine deutsche Besonderheit. In den meisten Staaten, auch in westlichen Demokratien, kennt man sie nicht. Dort gibt es Geheimdienste, die auch polizeiliche Befugnisse haben, also zum Beispiel Räume durchsuchen und Personen festnehmen dürfen. Die deutsche Sondersituation ist eine Folge der NS-Herrschaft mit ihrer allmächtigen Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Als nach dem Krieg das Grundgesetz geschaffen wurde, wollten die westlichen Siegermächte eine solche Machtzusammenballung verhindern.
Am 14. April 1949 intervenierten die Alliierten in die Schlussberatungen des Grundgesetzes mit ihrem “Polizeibrief”. Darin forderten sie, das neu geplante Bundesamt für Verfassungsschutz “soll keine Polizeibefugnisse haben”. Es sollte also nur Informationen sammeln. Die Deutschen fügten sich und setzten die alliierte Vorgabe um.
Allerdings ist ein Grundgedanke des Polizeibriefs ins Grundgesetz eingeflossen: Artikel 87 sieht unterschiedliche Zentralstellen des Bundes für die Kriminalpolizei und den Verfassungsschutz vor. Das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz dürfen also nicht zu einer neuen Super-Sicherheitsbehörde fusioniert werden.
Quelle: DAS PARLAMENT
Anmerkung unserer Leserin S.B.: Quo vadis D?
dazu auch: Waffen für den Schattenkrieg
Bundeskabinett beschließt Ermächtigungen für BND und BfV. Agenten sollen angreifen, sabotieren und manipulieren dürfen. Linke warnt vor Geheimpolizei
Auch im Verborgenen will der deutsche Imperialismus künftig wieder zum Klub der Großen gehören. So schickt sich die BRD an, weniger von CIA, MI6, Mossad und Co. abhängig zu sein und ihre Geheimdienste für den Kampf gegen innere wie äußere Feinde aufzurüsten. Das Vorhaben hat am Mittwoch die nächste parlamentarische Station passiert und wurde vom Kabinett der Bundesregierung von CDU/CSU und SPD in Form des »Gesetzentwurfs zur Reform des Nachrichtendienstrechts« beschlossen. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille sprach im Anschluss gegenüber Journalisten in Berlin davon, dass die Fähigkeiten und Kompetenzen »unserer Nachrichtendienste« an das Niveau verbündeter Staaten »angepasst« würden.
Quelle: junge Welt
und: Bundesgeheimpolizei: Dobrindts Nachrichtendienstreform
Werbekampagnen geben einem leicht angestaubten Produkt eine neue Verpackung oder einen neuen Namen. Der Schokoriegel bleibt der Schokoriegel, heißt jetzt aber anders. Die Regierung dieses Landes verfährt umgekehrt. Sie will die Befugnisse eines ihrer Gewaltapparate so drastisch ausbauen, dass, kommt sie damit durch, wofür angesichts der trüben politischen Lage einiges spricht, aus diesem Bundesamt für Verfassungsschutz am Ende eine andere Behörde geworden sein wird. Der alte Name bleibt erhalten, doch unter dieser Hülle wäre etwas Neues entstanden: eine Bundesgeheimpolizei.
Und der zuständige Minister, der dem Kabinett am Mittwoch einen Gesetzentwurf zum diesbezüglichen Staatsumbau vorgelegt hat, macht auch gar kein Hehl daraus.
Quelle: junge Welt
dazu: AfD-Umfragehoch vor den Ostwahlen: Wirtschaft statt Moral
Die ideologisch Gefestigten können die demokratischen Parteien nicht von der AfD zurückholen. Anders sieht es bei wirtschaftlich Frustrierten aus.
W er die politischen Talkshows und Interviews dieser Wochen verfolgt, erlebt ein wiederkehrendes Muster der Hilflosigkeit. Als Reaktion auf den Höhenflug der AfD liefern Politiker:innen und Beobachter:innen des politischen Betriebs die immer gleichen Sätze: Die AfD wolle zurück in die Zeit vor Adenauer, ihr dürfe man das Land nicht überlassen. Es wirkt wie der verzweifelte Versuch, der Wählerschaft nachzuweisen, dass die Partei für historische Rückwärtsgewandtheit steht.
Hinter dieser Strategie steckt aber ein Irrtum: Das politische Establishment hält die AfD im Kern noch immer für eine reine Protestpartei. Man redet sich ein, dass Menschen ihr Kreuz nur aus Frust dort machen und im Zweifel damit gegen ihre persönlichen wirtschaftlichen Interessen handeln. Entsprechend groß ist die Hoffnung, die Partei werde sich mangels Substanz irgendwann selbst entzaubern.
Doch diese Erzählung geht an der Realität vorbei. Vor allem jüngere Wählergruppen haben keine Angst vor historischen Vergleichen; das NS-Regime ist für sie weit weg. Sie wählen die AfD heute nicht mehr trotz, sondern auch wegen handfester wirtschaftlicher Erwartungen.
Quelle: taz
Anmerkung unseres Lesers J.A.: Ein unaufgeregter und ganz vernünftiger Artikel. Ich glaube, an der Analyse, dass AfD-Wählen auch oder sogar zu einem großen Teil aus wirtschaftlicher Frustration entsteht, ist viel Wahres dran. Aber dann der übliche Klopper, der aus Mainstream-Medien und aus den Köpfen nicht rauszukriegen ist: “Deutschland [muss] seine Wettbewerbsfähigkeit jedoch dringend zurückerlangen”. Es stimmt, dass die allermeisten Deutschen und die meisten AfD-Wähler so denken, aber die Behauptung ist komplett falsch. Die deutsche Wettbewerbsfähigkeit ist bei einem Außenhandelsüberschuss von immer noch inakzeptabel hohen 4 bis 5 Prozent viel zu hoch und muss dringend *gesenkt* werden. Die Wettbewerbsfähigkeit zu senken bedeutet z.B. höhere Löhne, höhere Renten und mehr Investitionen in die Infrastruktur, und ja, mit so einer vernünftigen Politik könnte man die “wirtschaftlich Frustrierten” vielleicht wirklich zurückholen. Wie kann eine eigentlich reflektierte Frau wie die Mitgründerin diese Umfrageinstitut diesen Unsinn (mehrfach) wiederholen?
dazu auch: Die Linke dient sich an
Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Spitzenfunktionäre des rechten Flügels blinken Richtung CDU, um eine Regierung mit der AfD zu verhindern
Höhere Mieten, niedrigere Steuern für Unternehmen, mehr Befugnisse für die Polizei, härtere Sanktionen für Bezieher von Transferleistungen – die CDU steht für vieles, was die Partei Die Linke bekämpft. Dennoch könnte diese nach der Wahl in Sachsen-Anhalt in knapp vier Wochen CDU-Ministerpräsident Sven Schulze zur Wiederwahl verhelfen. Luigi Pantisano, neuer Kovorsitzender der Partei Die Linke, hat im ZDF-»Sommerinterview« am Sonntag abend dieses Vorgehen signalisiert. »Es geht darum, zu verhindern, dass eine rechtsextreme Partei an die Macht kommt«, sagte Pantisano mit Blick auf die AfD.
Quelle: junge Welt
Anmerkung unseres Lesers J.A.: Einmal mehr wird auf die schlimme finanzielle Lage der Kommunen hingewiesen und auf den Abbau bei der Daseinsvorsorge, und einmal mehr wird der Ruf ungehört verhallen, weil es für die Bundesregierung wichtiger, geradezu unerlässlich ist, die zig Milliarden Euro jährlich für noch mehr Unternehmenssteuergeschenke und noch mehr irrsinnige und schädliche Aufrüstung zum Fenster hinauszuwerfen.
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