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Titel: Leserbriefe zu „„Slawa Ukrajini!“: Wem dienen Sie, Herr Bundeskanzler?“
Datum: 29. August 2026 um 13:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich: Redaktion
Marcus Klöckner kommentiert hier den Tweet „Slawa Ukrajini!“ / „Слава Україні!“, mit dem Bundeskanzler Merz sich aus dem Sommerurlaub zurückgemeldet habe. „Slawa Ukrajini!“ – das sei das offizielle militärische Grußwort der ukrainischen Streitkräfte. In Anbetracht der gewaltigen Probleme, vor denen Deutschland stehe, habe der Kanzler, so wie es im Amtseid laute, „seine ganze Kraft dem Wohle des deutschen Volkes“ zu widmen. Sich mit nationalistischem Getöse für die Ukraine hervorzutun, zeige, dass hier etwas Grundlegendes nicht stimme. Wenn der Bundeskanzler der Ukraine zu ihrem 35. Unabhängigkeitstag gratulieren wolle, solle er Worte des Friedens und nicht der Schlacht finden. In dem veröffentlichten Video finde sich auch ein Ausschnitt eines Gedenkortes für getötete ukrainische Soldaten. Das bedeute: „Merz weiß um die Toten“. Mit dem Frieden stehe er jedoch auf Kriegsfuß. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu zahlreiche und interessante Leserbriefe bekommen. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich. Es folgt nun eine Auswahl, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
Sehr geehrte Redaktion der NDS,
Ihrem Artikel sollten Sie unbedingt hinzufügen, dass dieser Gruß auch der Gruß der ukrainischen Faschisten war, die mit den Deutschen während deren Krieg gegen die Sowjetunion kolaborierten und an deren Massakern beteiligt waren.(siehe “Der Bandera Komplex” Susann Witt-Stahl)
Schon Merz’ Vorgänger grüßte bei der Verkündung der Zeitenwende im Bundestag mit diesem Gruß. Diese Szene wirkte gespenstisch, zumal ein großer Teil der Abgeordneten Aufstand und applaudierte. Ich dachte damals, gleich fordern sie den totalen Krieg.
Darauf läuft es ja mittlerweile hier hinaus und es wird deutlich, dass der im Zusammenhang mit der Kritik an der AfD bemühte Antifaschismus eine Farce ist. Für den neuen Faschismus brauchen wir die AfD gar nicht mehr. Er hat bereits begonnen: mit diesem Gruß, mit Kriegsgeschrei, Kriegsbeteiligung, Unterdrückung und Verfolgung Andersdenkender, Sozialabbau, Überwachung und ökonomischer Knebelung der Bevölkerung.
Mit freundlichen Grüßen, Ilka Mülle
2. Leserbrief
Guten Tag,
zu “Slawa Ukraini” von Markus Klöckner:
Thomas Röper vom Anti-Spiegel erläuterte, warum man diesen Schlachtruf durchaus mit “Heil (der) Ukraine” übersetzen könnte. Da kann man wiederum Bonhoeffer zitieren: “Wenn Führer und Amt sich vergotten, spotten sie Gottes”.
MfG,
Achim Beck
3. Leserbrief
Guten Tag,
wenn nicht im Inneren und im eigenen Land gute Arbeit leisten, dann offenbar eben nach außen Terz machen.
Doch genau das ist meiner Ansicht nach das Letzte, was unsere ohnehin verunsicherte und gespaltene Gesellschaft derzeit braucht. Die martialische Rhetorik, mit der Merz auftritt, halte ich für wenig hilfreich. Wem soll dieses Auftreten eigentlich imponieren?
Auch das Auftreten und die Äußerungen von Wadephul in Kiew lassen aus meiner Sicht eine weitere rhetorische Eskalation erkennen. Statt besonnener und auf Frieden ausgerichteter Diplomatie, die für unser Land, für Europa und letztlich für die gesamte Welt von großer Bedeutung wäre, scheint weiterhin eine zunehmend konfrontative Haltung gegenüber Russland im Vordergrund zu stehen.
Gerade in einer so schwierigen Situation sollte es Aufgabe unserer gewählten Mandatsträger sein, alles daranzusetzen, Wege zu Verhandlungen, Verständigung und einem dauerhaften Frieden zu eröffnen, anstatt die Rhetorik der Eskalation weiter zu verstärken.
Die Frage, welchen Interessen unsere gewählten Mandatsträger letztlich dienen und ob ihr Handeln dem Frieden und den Interessen unseres Landes entspricht, muss sich jeder Mitbürger selbst stellen und seine persönliche Beurteilung und sein Verhalten entsprechend ausrichten.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
4. Leserbrief
Hallo
eins steht unumstößlich fest : Herr Merz dient nicht dem deutschen Volk !
Das wäre sein Job, … den er nicht macht. Im Gegenteil !!
(…)
Er versagt auf ganzer Linie !!
Was ist die Konsequenz daraus ?
Fristlose Kündigung !
Grüße
T. Rath
5. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner,
auch wenn ich Ihren Artikel zustimmend gelesen habe, wollte ich Sie doch darauf aufmerksam machen, dass es im Amtseid des Bundeskanzlers (GG Art. 56) heißt: “meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen,…”. Das von Ihnen hinzugefügte Wort “ganze” (Sie schrieben in Ihrem Artikel: „seine ganze Kraft dem Wohle des deutschen Volkes“) kommt im Grundgesetz nicht vor. Ein kleiner Unterschied, der sich auch auf die Stringenz Ihrer Argumentation im betreffenden Absatz auswirken könnte.
Beste Grüße
Günther Petry
6. Leserbrief
Danke Herr Klöckner zur Veröffentlichung und klaren Kommentierung einer solch empörenden Äußerung von Herrn Merz auf X.
Jürgen Scherer
Dazu möchte ich den folgenden Leserbrief beisteuern.
Wenn der Gärtner sich zum unberechenbaren Bock macht …
… ist es höchste Zeit, dass die Herde darüber berät, wie Sie damit umgehen will. Dieses Bild fällt mir zu der Situation ein, die sich uns allen bietet angesichts eines Bundeskanzlers, der, wie man doch annehmen sollte, gut erholt aus dem wohlverdienten Sommerurlaub zurückkehrt und sich zuvorderst auch auf der Muskplattform X zurückmeldet, aber leider mit u.a. den Worten: “Ehre der Ukraine!” Dieser Ausspruch ist nicht nur der derzeitige Schlachtruf der Ukraine, er zeigt zugleich mehr als deutlich wes militaristischen Geistes Herr Merz ist, wenn er sich gar nicht mehr im Zaum hat! Es mag ja sein, dass dieser die Sinne vernebelnde Aufruf in den Reihen der ukrainischen Regierung, in der Armee und an der Front der Motivation dient, durchzuhalten im Kampf gegen die russischen Soldaten. Aber was soll dieser Ausspruch im Mund eines deutschen Bundeskanzlers, es sei denn er hätte vor, sich für die Front in der Ukraine zu bewerben. Da er solches wohl nicht im Visier hat, wäre von ihm eigentlich Anderes zu erwarten, wenn er aus seinem Sommerurlaub nach Berlin zurückkehrt. Zum Beispiel neue Ideen, die eher dem Grundgesetz und seinem Friedensauftrag entsprechen; Ideen und Aussagen, wie “Es wird höchste Zeit mit Russland ins Gespräch zu kommen, um den unseligen Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Deutschland wird dazu Friedensinitiativen auf den Weg bringen.” oder “Das andauernde Töten und Sterben ukrainischer und russischer Soldaten muss ein Ende haben! Die deutsche Regierung wird sich mit aller Kraft für einen Verständigungsfrieden einsetzen!” Das wären Aussagen, die einer Berliner Republik würdig wären, die nicht auf falschen militärischen und militaristischen Vergangenheitspfaden unterwegs sein wollte. Stattdessen macht der von uns zum Hegen und Pflegen des Grundgesetzes und seines Friedensgebotes bestellte Gärtner den geouteten “Bock zum Gärtner” und lässt ihn mit martialischer Attitüde ins Kanzleramt zurückkehren. Einem solchen Gärtner können wir nicht länger unsere eh schon genug verbrannten Weidegründe überlassen. Wundert es da, dass immer öfter der Ruf erschallt: Weg mit diesem Gärtner!
7. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner,
ja, Sie haben sicherlich nicht ganz unrecht, ich hätte das militärische Grußwort nicht über den Beitrag auf X geschrieben. Dennoch finde ich Ihren Artikel ziemlich übertrieben, vor allem, wenn man sich den Beitrag auf X angeschaut hat. Im Grunde gratuliert Herr Merz der Ukraine zum 35-jährigen Bestehen, mehr nicht.
Sie schreiben: “Aber auch: Wie kann ein deutscher Kanzler sich hinter ein Land stellen, das mit seinen barbarischen Rekrutierungsmethoden Bürger mit Gewalt zum Töten zwingt?”. Nun sind es ja gerade die NDS, die eine Zusammenarbeit mit Russland fordern, bspw. um an günstiges Gas zu kommen. Stellen Sie sich damit nicht auch hinter ein Land, das einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führt, das die gleichen Methoden zur Mobilmachung anwendet und das sogar auf die eigenen Soldaten schießt, wenn sie nicht bereit sind, in der Ukraine zu sterben. Ein Land, das unter falschen Behauptungen Afrikaner an die Front bringt, ohne Erfahrung, nur als Kanonenfutter?
Für mich machen die NDS da ehrlicherweise keinen großen Unterschied. Die NDS sollten da konsequenter sein!
Freundliche Grüße
Martin Boremann
8. Leserbrief
Sehr geehrte Redaktion , sehr geehrter Herr Klöckner ,
Auch ich finde es erschreckend und völlig unangebracht, wenn ein deutscher Kanzler diesen Schlachtruf benutzt. Olaf Scholz hat diesen auch einmal so ausgerufen. Natürlich ist damit der Schritt zur erkennbaren Kriegspartei nicht weit. Noch schwerwiegender erscheint mir aber auch, dass ich in vielen Äußerungen von Kanzler Merz eine tiefe Verbundenheit zur Ukraine wahrnehme, die ich zur hiesigen Bevölkerung nicht wahrnehmen kann. Aus einer postulierten Notwendigkeit werden Riesenschulden aufgenommen – für die Ukraine und Rüstung anscheinend grenzenlos – und die Bürger dazu mit weiteren Abgaben, Kosten und Steuern belastet.
Es ist schwer erkennbar, ob den Kanzler das Schicksal der hiesigen Bevölkerung wirklich bewegt, etwa indem das Land immer mehr auch zur Zielscheibe im aktuellen Ukrainekrieg zu werden droht.
Wenn Friedrich Merz dann noch, wie zu lesen war, mitteilt, und wenn die Meldung stimmt, er habe „keine Angst vor einem Atomkrieg“ stockt einem nur noch der Atem.
Dass die AfD solch einen Zulauf hat, könnte u.a. damit in Zusammenhang stehen. Die Menschen vermissen die ernst gemeinte Fürsorge und den Schutz und Respekt der Regierung ihnen gegenüber.
Die meisten wollen doch eines: Frieden und ein auskömmliches Leben und ein Ende des Sterbens so vieler junger Soldaten. Dem Folge zu leisten, hiesse auch, das Friedensgebot unserer Verfassung ernstzunehmen.
Es könnte einen Ausweg aus dieser unheilvollen Verstrickung mit dem Krieg weisen. Nur: wer könnte/wollte den jetzigen Kurs stoppen, wer diplomatische Lösungen suchen?
Vielen Dank für Ihren wichtigen Artikel!
Alles Gute und freundliche Grüße
R. W.
9. Leserbrief
Liebe Redaktion der Nachdenkseiten,
ein wichtiges Faktum zu dem von Herrn Merz verwendeten Gruß “Slawa Ukrajini” sollte unbedingt noch erwähnt werden: Die Formel war u.a. auch der Gruß der ukrainischen OUN-Miliz (vgl. hierzu en.wikipedia.org/wiki/Slava_Ukraini#Second_World_War).
Bei der OUN handelte es sich bekanntich um eine faschistische und terroristische Organisation. “The OUN pursued a strategy of violence, terrorism, and assassinations with the goal of creating an ethnically homogeneous and totalitarian Ukrainian state.” “Members of the OUN took an active part in the Holocaust in Ukraine and Poland.” (en.wikipedia.org/wiki/Organisation_of_Ukrainian_Nationalists)
Mit anderen Worten: Deutschland hat einen Bundeskanzler, der den Gruß einer faschistischen, am Holocaust beteiligten Organisation verwendet und sich diesen zu eigen macht. Das ist ungefähr so, als verwende ein deutscher Bundeskanzler den Hitlergruß.
Es gab Zeiten, da hätte ein deutscher Bundeskanzler für eine derartige Äußerung zurücktreten müssen.
Viele Grüße,
F. G.
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