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Titel: Wadephul über ukrainische Kriegsdienstverweigerer: „Wir können Daten zur Verfügung stellen“ – Politik eiskalt

Datum: 11. September 2026 um 10:00 Uhr
Rubrik: Innen- und Gesellschaftspolitik, Wertedebatte
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Die Ukraine soll Kriegsdienstverweigerer, die in Deutschland Schutz suchen, „heranziehen“. Das sagt aktuell Johann Wadephul im Podcast „Ronzheimer“. Unter anderem sagt der Außenminister: „Wir arbeiten ja schon mit der Ukraine zusammen und wir können schon Daten zur Verfügung stellen.“ Was ein solcher Schritt für ukrainische Kriegsdienstverweigerer bedeutet, muss der Außenminister wissen, nämlich: ihren sicheren Tod im Krieg. Die deutsche Öffentlichkeit wird Zeuge einer Politik, die längst eiskalt geworden ist und über Leichen geht. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.

Da sitzt der deutsche Außenminister. Mit einem akkurat gekämmten Scheitel, einer Brille, er trägt Anzug, weißes Hemd, Krawatte, seine Unterarme liegen vor dem Mikrofon auf dem Tisch und er redet mit dem Bild-Journalisten Paul Ronzheimer. Ohne Ton entsteht der Eindruck: Hier sitzt ein biederer Bürokrat, der gerade über Verwaltungstechnisches in einer Kommune vorträgt. Und das mit dem „Verwaltungstechnischen“ ist gar nicht so falsch: Wadephul spricht über den Umgang mit ukrainischen Kriegsflüchtigen. Genauer gesagt: über männliche Ukrainer, die er bereit ist, an die Ukraine auszuliefern. Nüchtern sagt er:

Wir wissen ja, wer hier lebt, wer hier Sozialleistungen zum Beispiel bezieht oder wer hier angemeldet ist, wer einen Aufenthaltsstatus hat. Da haben wir natürlich Daten zur Verfügung. Diese Männer ansprechen können und dass sie auch vielleicht angeschrieben werden können von der ukrainischen Regierung, dass sie herangezogen werden sollen.

Mit anderen Worten: Der deutsche Außenminister hat kein Problem damit, Männer, auf die in der Heimat mit hoher Wahrscheinlichkeit der Soldatentod wartet, auszuliefern.

Das heißt: Vor uns sitzt einer, der eiskalt ist.

Wadephul muss wissen, was in der Ukraine mit Männern, die für den Kriegsdienst vorgesehen sind, passiert. Er muss von der Busifizierung wissen. Ihm muss klar sein, dass eine regelrechte Menschenfängerei auf den Straßen der Ukraine stattfindet, dass Rekrutierungsbeamte unter massivem Einsatz von Gewalt gegen kriegsdienstpflichtige Ukrainer, die nicht an die Front wollen, vorgehen, sie in Busse zerren und abtransportieren.

Wadephul muss deshalb von diesen Verhältnissen wissen, weil längst der Öffentlichkeit unzählige Videos von den Gewaltexzessen zur Verfügung stehen. Und trotzdem – trotzdem! – hat er kein Problem damit, der Ukraine „Daten“ zur Verfügung zu stellen.

Dunkel wird es.

Hier geht es nicht um „Daten“, die der Außenminister bereit ist, zur „Verfügung“ zu stellen. Hier geht es um Menschen, die nicht mit der Waffe andere Menschen töten wollen. Es geht um Menschen, die nicht verstümmelt und schwer traumatisiert aus einem Krieg kommen wollen.

Wadephul spricht über das Ungeheuerliche wie ein Bürokrat. Doch der Inhalt seiner Worte hat nichts mit normaler Bürokratie zu tun. Das Unmenschliche kommt zum Vorschein.

Titelbild: Screenshot Podcast “Ronzheimer”


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