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Titel: Leserbriefe zu „Was wusste Netanjahu vor dem 7. Oktober?“

Datum: 15. September 2026 um 13:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
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In diesem Überblick weist Maike Gosch darauf hin, dass eine neue Recherche der Journalisten Shlomi Eldar und Ruth Yuval in der israelischen Zeitung Haaretz nahelegen würde, dass Ministerpräsident Benjamin Netanjahu persönlich rund zehn Tage zuvor eine konkrete Warnung vor einer größeren Hamas-Operation erhalten habe. Generalstabschef Herzi Halevi und Shin-Bet-Chef Ronen Bar hätten gegenüber den Autoren erklärt, von dieser Warnung nicht informiert worden zu sein. Netanjahus Büro würde bestreiten, dass das Gespräch stattgefunden habe. Auch soll es bereits am 7. und 8. Oktober Angebote zur Geiselfreilassung gegeben haben. Langsam werde „also immer deutlicher, dass die Ereignisse des 7. Oktober 2023 in einem anderen Zusammenhang betrachtet werden“ müssten, als sie in der westlichen und insbesondere auch deutschen Berichterstattung immer wieder dargestellt worden seien. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten E-Mails dazu. Die nun folgende Leserbrief-Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.

1. Leserbrief

Sehr geehrte Frau Gosch,

sollten die im Beitrag genannten Fakten zutreffen, ergeben sich folgende Schlußfolgerungen:

Das Vorhandensein einer Verschwörung, die weiter geht als die wildesten Verschwörungstheorien, die man sich ausdenken kann.

Die Gleichgültigkeit zum Verlust von Menschenleben, erschwerend dazu, gegenüber Menschenleben des eigenen Volkes und der eigenen Religionsgemeinschaft.

Es verschärft und vertieft die Doppelmoral entgegen dem Regime von Israel.

Wenn der Beitrag den tatsächlichen Fakten entspricht, sollte man den Blick über Israel hinausgehen lassen und sich fragen wie das mit 9/11 war, kürzlich wurde ja bekannt, dass die US-Führung es unterlassen hat, die Bürger und noch wichtiger, die Hilfeleister über die Giftigkeit der Atmungsluft in Manhattan nach dem Anschlag zu informieren. Folge dadurch 3 x mehr Tote als durch den Anschlag selber.

Allgemein kann man sich fragen, welche Opfer ein gnadenloses Regime eines westlichen Landes oder westlich orientiertes Land bei seinen eigenen Bürgern in Kauf nimmt, um seine unlauteren Ziele zu erreichen. Welche Folgen hat dies auf die so gerühmten Westlichen Werte?

Mit freundlichem Gruß

Patrick Janssens


2. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten.
Liebe Maike Gosch.

Ein mutiger Artikel.

Seit ich die Recherchen von Max Blumenthal gelesen hatte, formte sich diese Möglichkeit. Nach den neuen Berichten fehlt eigentlich nur noch die Verbindung der israelischen Geheimdienste zu den Leuten, die zusammen mit der Hamas am 7. Oktober ausgebrochen sind, mit besonderer Brutalität vorgingen und dies mit Smartphones gefilmt und gestreamt haben.

Danach die Weigerung der israelischen Regierung über Freilassung überhaupt nur zu reden und stattdessen alles in Richtung rachsüchtige Wut, zigtausendfache Vergeltung und Räumung des Gazastreifens zu lenken.

Hätte Ägypten nicht schnell an der Grenze reagiert, hätte es funktioniert.

Nimmt man die explodierenden Pager der Hisbollah und die Hannibal-Direktive, ist es am 7. Oktober nur dazu gekommen, dass der Plan der Hamas weiterentwickelt und die Hannibal-Direktive auf Zivilisten ausgeweitet wurde.

Viele Grüße und danke für die Arbeit

T. B.


3. Leserbrief

Meiner Meinung nach alles.

Ich behaupte nicht, dass die israelische Führung dieses Ereignis organisiert hat, aber niemand behauptet, sie hätte nichts davon gewusst! Unvorstellbar, mit einem Geheimdienst, der weiß, in welchem Bett der nächste Hamas- oder Hisbollah-Kommandant schläft …

Aber es passt in den Plan von Großisrael, für den selbst jüdische Opfer nur Mittel zum Zweck sind.

(…)

Peter Zinga


4. Leserbrief

Sehr geehrte Frau Gosch, liebe Macher der Nachdenkseiten,

ich vermisse in den Quellen des Artikels einen mir zugespielten Artikel einer mir unbekannten Quelle mit dem Titel: „Israelischer Soldat enthüllt «seltsamen Befehl“ zur Einstellung der Grenzpatrouillen im Gazastreifen am 7. Oktober“.

https://nirit.de/wp-content/uploads/2025/08/Israelischer-Soldat-enthuellt-seltsamen-Befehl-zur-Einstellung-der-Grenzpatrouillen-im-Gazastreifen-am-7.-Oktober.pdf

Der Artikel verstärkt bei mir den Eindruck, dass die Hamas am 7.10.23 mit ihrem Massaker „nützliche Idioten“ waren.

Die israelische Regierung hat offensichtlich bei ihrem großen Sponsor den USA viel gelernt, sei es der Untergang der Lusitania 1915 (Ignorieren von Warnungen, Kursabweichung), Pearl Harbor (trotz geknackten japanischen Code und vorliegender Informationen beim Präsidenten) und 9/11 (versagende Luftraumüberwachung und WTC7).

Dazu bliebe die Knessetaussage von Netanjahu von 2019 zu ergänzen. „wer die 2.Staaten-Lösung verhindern will muss die Hamas finanzieren“ und die Verlegung des Konzerts direkt an diese Stelle des Überfalls, was nach einigen Aussagen selbst die Hamas überraschte.

Alles das lieferte die Begründung für Völkermord und Vertreibung der Palästinenser.

Das alles hat offiziell den Geruch von Verschwörungstheorie, aber lieferte immer den Eintritt in und die gewünschte Begründung von Kriegen.

Ich halte mich dabei an Albrecht Müller: “Glaube wenig, hinterfrage Alles, denke selbst!” und an Immanuel Kant: “Habe den Mut Dich deines eigenen Verstandes zu bedienen”.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Leonhardt


5. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielleicht ist es angebracht, an diese Mossad-Aktion zu erinnern:

Explosionen von Pagern und Walkie-Talkies der Hisbollah – Wikipedia

“Tausende von der Hisbollah genutzte Pager vom Typ Gold Apollo AR924 wurden kurz vor halb vier am Nachmittag des 17. September 2024 im Libanon und in einigen Orten Syriens gleichzeitig zur Detonation gebracht. Nach libanesischen Angaben wurden durch die Detonationen knapp 2800 Menschen verletzt (davon 200 schwer) und zwölf getötet, darunter zwei Kinder. (…) Viele Opfer – vom Piepsen des Pagers dazu gebracht, eine Nachricht zu lesen – erlitten Verletzungen im Gesicht, an den Augen und den Händen, die teils zu Erblindung, teils zu Amputationen führten, sowie in der Bauchgegend. (…) Die von Israel modifizierte Firmware des Pagers erforderte, dass beide Hände am Gerät benutzt werden, um verschlüsselte Nachrichten lesen zu können. Eine speziell codierte Nachricht diente als Auslöser für die Explosion. Diese spezifische Integration wurde so gestaltet, dass sichergestellt war, dass bei der Detonation beide Hände betroffen würden.”

Ganz ehrlich: mir zu erzählen, daß ein Geheimdienst, der eine derartige Aktion durchführen kann, NICHT mitbekommt, daß sie nebenan in Gaza Gleitschirm fliegen üben, beleidigt meine Intelligenz. Natürlich wußte der Mossad, und damit auch Netanjahu, daß es passieren würde – und er hat es geschehen lassen, und die Opfer in Kauf genommen! Es gilt seit Marcus Tullius Cicero: “Cui bono?” – “Wem nützt es”?

Der große Gewinner des 07.10.23 ist Israel – Gaza dem Erdboden gleichgemacht, mindestens 100.000 Palästinänser tot, der Rest von Hunger und Seuche gepeinigt, der Süden des Libanon und Syriens durch Israel besetzt (und erzähle mir niemand, daß Israel diese Gebiete je zurückgeben wird! In einem oder 2 Jahren rücken da die Siedler an!).

Und, NEIN: das ist NICHT antisemitisch! Weil ich das gleiche auch der US-Regierung in Pearl Harbor vorwerfe – Roosevelt WOLLTE den Eintritt der USA in den europäischen und asiatischen Krieg, während dieser von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wurde! Er hat die moderneren Schiffe rechtzeitig aus Pearl Harbor zurückgezogen, und lediglich genug Schiffe dort gelassen, um die Japaner zu einem Angriff zu motivieren. Auch hier: “Cui bono?” – wer war denn der große Gewinner des 2. Weltkrieges? Die USA! Oh, die Russen waren die SIEGER, die haben Nazideutschland unter unvorstellbaren Verlusten bezwungen…aber die GEWINNER, wirtschaftlich und geopolitisch, waren die USA!

1.500 Tote in Israel, 3.000 in Pearl Harbor – Sorry, in meinen Augen sind das für Soziopathen wie Netanjahu oder Roosevelt nur Zahlen. Verfügungsmasse.

Grüße

J. Kunze


6. Leserbrief

Hallo Frau Gosch,

die unbestreitbar hohe Effizienz der israelischen Geheimdienste Mossad und Shin Bet mit ihren zahlreichen Agenten im Gazastreifen, sowie die früh bekanntgewordenen Warnungen von israelischen Grenzsoldaten betr. auffälliger Aktionen seitens der Hamas, machten einem objektiven Betrachter von Anfang an klar, dass die Regierung von Netanjahu überhaupt kein Interesse an einer Verhinderung des brutalen Anschlages der Hamas vom 7. Okt. 2023 hatte.

Diese frühe Erkenntnis wird nun bestätigt durch die von Netanjahu ebenso negierten Warnungen aus den VAE und Ägypten.

Nun stellt sich die Frage, warum dem so ist. Die Antwort darauf gibt Netanjahus Krieg gegen die Hamas, der in Wirklichkeit ein Krieg gegen die Bevölkerung des Gazastreifens ist.

Von Anfang an verzichteten die israelischen Streitkräfte bei ihren Angriffen bewusst auf eine Differenzierung zwischen der Hamas und der Zivilbevölkerung. Die dahinter stehende Absicht war die Bevölkerung zu terrorisieren mit dem Ziel diese so zur Flucht ins benachbarte Ausland zu bewegen. Was daran scheiterte, dass weder Ägypten, wohin Fluchtkorridore angeboten wurden, noch Jordanien bereit waren ihre Grenzen zu öffnen. Um den Druck zu verstärken, verhinderte die Regierung Netanjahu Hilfslieferungen für die Bewohner des Gazastreifens und setzte die Bombardierungen gegen diese bis heute fort.

All dies macht deutlich, dass das Ziel der israelischen Regierung von Anfang an darin bestand, bzw. nach wie vor darin besteht, die Palästinenser aus dem Gazastreifen zu vertreiben, um diesen Israel einzuverleiben. Man nur auf den entsprechenden Anlass zum Zuschlagen gewartet hat. Mit dem brutalen Angriff der Hamas vom 7. Okt. 2023 war dieser gegeben.

Das ist der Grund, weshalb Netanjahu & Co. diesen nicht verhindern wollten und dementsprechend sämtliche Warnungen in den Wind geschlagen haben.

Es ist somit eine Verharmlosung, wenn Netanjahus Verhalten gegenüber den zahlreichen Warnungen bloß als Nachlässigkeit kritisiert wird. In Wirklichkeit hat er die Opfer des Hamas-Angriffs für seine expansionistischen Ziele in Kauf genommen.

Übrigens wird es bei der Aneignung des Gazastreifens nicht bleiben. Das Westjordanland steht genauso auf der Okkupationsliste von Netanjahu & Co. Nur ist dort die Vorgehensweise eine etwas andere, da die dort mitregierende Fatah immer noch der Illusion aufsitzt, zusammen mit Israel zu einer Zweistaatenlösung zu gelangen und deshalb dem Kampf gegen Israel abgeschworen hat.

Mit freundlichen Grüßen,

E. Bernhard


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