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Titel: Leserbriefe zu „Pistorius hat recht: „Wir stehen buchstäblich im Fadenkreuz Moskaus““
Datum: 18. September 2026 um 11:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich: Redaktion
Tobias Riegel kommentiert in diesem Artikel insbesondere die Aussage „Wir stehen buchstäblich im Fadenkreuz Moskaus“ von Verteidigungsminister Pistorius (SPD) während der ersten Lesung des Haushaltsentwurfs im Bundestag. Diese Äußerung wird hinterfragt und unser Autor fragt, wer Deutschland denn ins russische Fadenkreuz gerückt habe. Politiker mit Verantwortungsgefühl würden sich fragen, wie die Bürger so schnell wie möglich aus diesem Fadenkreuz herausgeholt werden könnten, anstatt sie weiterhin zu Geiseln der eigenen gefährlichen Politik zu machen. Doch das Gegenteil geschehe. Die antirussischen Meinungsmacher in Medien und Politik würden nun auch noch die Argumente ihrer Kritiker nutzen. Pistorius nehme „mit dem Bild des Fadenkreuzes die Warnungen seiner Kritiker auf, um seine eigene Agenda zu stützen“. Diese inneren Widersprüche und kommunikativen Spagate „müssten eigentlich von ersthaften Journalisten dekonstruiert werden“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Leserbriefe, die wir hierzu bekommen haben. Die nun folgende Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.
1. Leserbrief
Guten Tag,
man könnte sagen, wir werden von gefährlichen Leuten, mit Mandat zum Nachteil unseres Landes in Richtung Krieg mit Russland geführt. Genauso kann man sagen, dass die gleichen Leute und ihre Helfershelfer aus den Hauptmedien vorsätzlich lügen, vertuschen, die Realitäten umkehren und Meinungsmanipulation betreiben. Es stellt sich jedem bewußt lebenden Mitbürger die Frage, sind die wirklich so dreist oder nur dumm, oder gar beides.
Mein Schluß lautet, die können es nicht mehr Frieden halten, vernünftig und sachlich miteinander reden, auch Diplomatie genannt. Schlimmer noch, sie wollen es gar nicht mehr.
Grundgesetzfern, tief verstrickt oder sogar verdeckt Krieg führen gegen Russland, das ist die Realität. Hoch rot müssten die Köpfe der Pistorius Klientel aus Politik, Medien, gesellschaftlichen Mitläufern und Profiteuren sein.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
2. Leserbrief
Liebe Nachdenkseiten,
genau so ist der ganze Ukrainekonflikt doch überhaupt erst entstanden: durch die jahrzehntelange EU- und NATO-Osterweiterung und letztendlich durch den US-, GB-, EU- und NATO-geförderten und inszenierten antirussischen Maidan-Putsch. Russland hat letztendlich militärisch darauf reagiert, nachdem sämtliche Versuche von Seiten Russlands gescheitert sind, dies diplomatisch zu lösen. Was gerade passiert, ist doch nur die Fortsetzung des von Anfang an bestehenden Musters: Russland provozieren bis es sich nicht mehr anders zu behelfen weiß, als militärisch zu reagieren. Und sich dann hinstellen und sagen “Der Russe (bzw. Putin) wars.”.
Viele Grüße
Marco S.
3. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Riegel,
danke für Ihren Kommentar!
Wer wie die deutschen Regierungen den USA immer und zu jeder Gelegenheit hinterherdackelt, darf sich nicht wundern, dass die “westlichen Werte” der USA nicht kompatibel mit den “westlichen Werten” Europas, insbesondere Deutschlands sind.
Seit Ende des 2. Weltkrieges haben die USA jeden von ihren Politikern angezettelten Krieg verloren! Die einzige Ausnahme ist der gegen die Insel Grenada. Dafür haben die USA sich aber regelmäßig angemasst, anderen Staaten “Demokratie” und “Freiheit” aufzwingen zu können – notfalls mit militärischer Gewalt.
Korea, Persien, Vietnam, Afghanistan, Irak und erst jüngst Iran sind belegte Beispiele.
Dass laut des grossmäuligen aktuellen US-Präsidenten der nach Sticheleien des Israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu begonnene Krieg gegen den Iran siegreich beendet sei, ist trotz des mehrfachen Einsatzes von schwersten bunkerbrechenden Bomben auf die iranischen Urananlagen sowie zahlreichen Bombardements israelischer und US-amerikanischer Luftwaffe auf zivile Objekte sowie Infrastruktur des Iran Wunschdenken des US-Präsidenten Trump.
Auch im Falle des Konflikts um die Ukraine ging das Zündeln lange Zeit von den USA aus, bevor Putin die Geduld verloren und seine “Spezialoperation” begonnen hatte.
Europa, insbesondere Deutschland mit zahlreichen US-Militärbasen, fungiert lediglich als Puffer zwischen Russland und den USA und wird im Zweifel ebenso geopfert, wie z. Bsp. der Irak und Afghanistan: Keines der Länder, die die USA “befrieden” wollten, war nach ihrem Abzug tatsächlich friedlicher oder demokratischer als vor dem Einmarsch des US-Militärs.
Dass jetzt Herr Wadephul auch noch Trump plagiert und als Waffenlobbyist an die Ukraine herantritt, ist beschämend, aber bereits im Handel von Militärgütern mit Israel hinreichend erprobt! So machen sich deutsche Politiker an Kriegsverbrecher und Völkermord mitschuldig!
Wurden nicht bei den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen gerade wegen solcher Verbrechen sogar Todesurteile gegen hochrangige NAZIs verhängt, um für alle Zeiten Nachahmungen auszuschließen?
Die Amnesie deutscher Politiker scheint nicht heilbar zu sein!
Mit freundlichen Grüßen
Günter Steinke
4. Leserbrief
Tobias Riegel kämpft dieses Mal sehr mit sich und seiner Vorstellung von dem, was sauberer Journalismus sein soll.
ER will nicht abgleiten in das, was er hier seinen Lesern sagen muss: Journalismus (hier ein böser “ismus”zu einem sehr wesentlichen Berufsfeld) muss unabdingbar in der Lage sein, das zu dekonstruieren, was eine unfähige Politik seinen Bürgern Tag für Tag auf Tisch knallt: Friss Bürger oder stirb! Ein guten Vogel ist es zwar in der Redewendung, aber das haut doch hin! Der deutsche Michel mit seiner Zipfelmütze löffelt brav die schlimmen Buchstabenhaufen in Bild und Spiegel und schlimmer noch die schlimmen Darbietungen der “Talk-Shows” im allzuöffentlichen und auch noch rechtlichen Fernsehen.
Und so kommt es, dass ein gelernter Koofmich mit angelernter Juristerei sich zum Kriegsminister hat aufblasen dürfen, der mich uralten EX-Pauker ins Fadenkreuz Moskaus stellt – BUCHSTÄBLICH! Und das kann tatsächlich zur Gefahr werden, die Autor Riegel durchaus auch für sich sieht. Wo sind sie hin, die Edelfedern eines durchaus gewesenen deutschen Journalismus? In den NDS dürfen sie schreiben und darum wird auch versucht gegen diese vorzugehen.
Den deutschen Michel seiner Zipfelmütze zu berauben, wäre ja noch mit einem Augenblinzeln hinzunehmen, aber ihm per Kriegstüchtigkeit den Stahlhelm auf die tumbe Rübe hauen “wollen”, das ist Skrupellosigkeit – so lese ich Riegels Einlassung hier. Er rückt hier auch nicht Russland auf einen Heiligenstuhl, sondern lässt durchaus wissen, dass der große Bär im Osten auch in der Lage ist, “uns” zu bedrohen. “Wir” müssen nur so weitermachen, wie das der Black-Rock-Führer tut. Was er von den brandmauernden Kollegen hält, kann man im Text erlesen: Innerer Widerspruch – kommunikativer Spagat – Meinungsmacher- gebetsmühlenartig. Und ein feiner Schluss: Sie werden die selber kreierte Tatsache wahrscheinlich nutzen, um die antirussische Meinungsmache nochmals zu steigern.
Diesem Trommelfeuer ist auch Frau Schwesig wohl erlegen. Sie war es ja, die wesentlich daran mitgearbeitet hat, die NS2 in Meck-Pomm wirklich werden zu lassen. Sie hat kürzlich gesagt: “Das war ein großer Fehler!” Nein! Das war sinnvolle, vorausschauende Politik in verstehendem Einvernehmen mit einem Partnerstaat, der jahrzehntelang “uns” vertragsgemäß und zuverlässig Energie geliefert hat. Ich habe keine Zweifel, dass Tobias Riegel weiß, dass Hoffnung besteht. Der Hegemon, der die Welt seit vielen Jahren mit Krieg überzieht, hat sich übernommen. Hoffen wir, dass er in seiner Verzweiflung nicht zu seinem letzten Mittel greift.
Dieter Münch grüßt aus dem Hohen Norden
5. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Riegel sehr geehrtes NachDenkSeiten-Team
Mit diesem Artikel haben Sie die widersprüchliche Haltung der deutschen Politik und deren Hofberichterstattern sehr gut auf den Punkt gebracht und das war in der gegenwärtigen Situation absolut notwendig und war auch für mich ein wichtiger AHA-Moment, auch wenn er im goßen Tohuwabohu der Meinungsmache wahrscheinlich keine großen Wellen schlagen wird. Aber er ist inhaltlich in der aktuellen Situation sehr bedeutend! Im letzten Absatz ihres Artikels fassen sie das Wesentliche nochmal zusammen:
“Diese inneren Widersprüche und kommunikativen Spagate (einerseits „im Fadenkreuz“, andererseits „keine Kriegspartei“) müssten eigentlich von ersthaften Journalisten dekonstruiert werden. Aber viele Journalisten waren ja daran beteiligt, Deutschland ins russische Fadenkreuz zu rücken. Nun werden sie diese selber kreierte Tatsache wahrscheinlich nutzen, um die antirussische Meinungsmache nochmals zu steigern.”
Also einerseits empört “man” sich darüber, dass Russland “uns” ins Fadenkreuz nimmt und andererseits schafft “man” durch die Kriegsbeteiligung gegen Russland selbst die Vorraussetzungen dafür bzw. hat sie geschaffen, dass so etwas geschehen könnte und arbeitet weiter daran, diese Vorraussetzung durch Überscheitung immer neuer roter Linien zu vergrößern.
“Man” hat von deutschen Politikern aber auch sinngemäß schon explizit Äußerungen gehört wie: “Wir befinden uns im Krieg mit Russland.”, “Wir wollen Russland ruinieren.”. Wie kommt “man” dann dazu, sich darüber zu entrüsten, wenn Russland kriegsähnliche Maßnahmen gegen Deutschland und die anderen Unterstützer der Ukraine einleiten würde? Dabei erscheinen mir allerdings die aktuellen und in der Vergangenheit Russland unterstellten Anschläge eher Konstruktionen des Westens zu sein, um das Feindbild Russland in die Köpfe der hiesigen Bevölkerung zu implementieren und die riesigen Rüstungsausgaben und die Unterstützung der Ukraine weiterhin zu legitimieren.
Es muss ja jedem bewusst sein, dass der Stellvertreterkrieg in der Ukraine eine Kriegsbeteilung des Westens an diesem Krieg bedeutet, nicht zuletzt weil auch Ziele in Russland mit westlichen Waffen und mit Hilfe westlicher Technologie attaktiert werden und er ohne die westliche Unterstützung schon längst beendet wäre.
Andererseits bereitet sich Deutschland, wenn man von den exorbitanten Rüstungsausgaben und der Unterstützung der Ukraine absieht, z.B. was den Schutz der kritischen Infrastruktur und den Zivilschutz betrifft, wo “wir” ja praktisch nackt dastehen, nicht wirklich auf einen Krieg mit Russland vor. Das kann nur bedeuten, dass “man” einen Krieg nicht wirklich für möglich hält oder aber mehr als blauäugig oder rücksichtslos die eigene Bevölkerung, zumal bei einem Atomkrieg, schutzlos dem totalen Untergang aussetzt.
Den Knackpunkt der ganzen in sich widersprüchlich Desinformationspolitik kommt meines Erachtens in folgendem Zitat aus ihrem Artikel sehr gut zum Ausdruck:
“Die deutsche Propaganda zum Ukrainekrieg versucht die Rollen zu vertauschen: Demnach ist nicht die NATO mit imperialistischen Motiven an Russland herangerückt, sondern Russland entfalte momentan (völlig ohne äußeren Grund) sein „imperialistisches Naturell“. So gibt es auch die Behauptung, der aktuelle deutsch-russische Konflikt beruhe gar nicht vorrangig auf den akuten Fragen zum Ukrainekrieg, sondern speise sich aus einem allgemein „imperialistisch“ veranlagten Russland, … .”
Die eigentliche Frage zur moralischen Beurteilung dieses offensichtlichen vom Westen provozierten Stellverteterkrieges ist: Wer ist im Ukraine-Krieg der eigentliche Aggressor bzw. besser, wo liegen die eigentlichen Ursachen für diesen Krieg bzw. was sind die letztlich leitenden Motive und Taten, die diesen Krieg ausgelöst, befeuert und historisch in die aktuelle Situation gesteuert haben und weiterhin steuern?
Folgende Dinge scheinen mir diesbezüglich inzwischen offensichtlich zu sein: NATO und EU wollen die Ukraine in NATO und EU integrieren (das war zumindest lange der Fall, auch wenn die USA derzeit scheinbar eine Intergation in die NATO abzulehnen scheinen). Russland will dies vermeiden und strebt eine neutrale Ukraine an, die weitgehend demilitarisiert ist. Inzwischen beansprucht Russland wohl auch die annektierten Gebiete einschließlich der Krim.
Ursprünglich Ursache für die russische Position ist die zunehmende jahrelange westliche Unterwanderung der Ukraine, die schließlich in einem Putsch gegen einen russlandfreundlichen gewählten Präsidenten geführt hat und im Anschluß zu einem Bürgerkrieg in der Ukraine, weil die östlichen meist russischsprachigen Teile der Ukraine die Folgeregierung nach dem Putsch nicht anerkannt haben und sich unabhängig erklärt haben, was die Westukraine nicht akzeptiert hat und versucht hat den Osten mit militärischen Mitteln wieder mit der Westukraine zu vereinen.
Generell kann man Russland vielleicht leichte Imperialistische Tendenzen unterstellen (Tschetschenien etc.).
Verglichen mit den diesbezüglichen westlichen Aktivitäten ist Russland diesbezüglich aber eher deutlich in der Defensive bzw. im geostrategischen Wettstreit um Einflusszonen nur sehr moderat tätig, auch wenn der Westen idR. keine Annektionen betreibt (wenn man EU-Beitritte nicht als solche betrachtet) sondern vor allem versucht seine Einflusszonen ständig auszuweiten (EU- und NATO-Osterweiterung etc.).
Dabei verschleiert der Westens die mittels Softpower-Aktivitäten aktiv betriebene Ausweitung seiner Einflusszonen mit der moralisch legitimierten Verbreitung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten und verunglimpft seine Gegenspieler als Autokraten, was nicht ganz falsch ist aber auch nicht ganz richtig.
Natürlich ist das noch nicht die ganze Wahrheit, aber das muss für heute erstmal genügen.
Fritz Gerhard
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