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NachDenkSeiten – Die kritische Website
Titel: Hinweise der Woche
Datum: 4. Oktober 2026 um 9:00 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
Verantwortlich: Redaktion
Am Wochenende präsentieren wir Ihnen einen Überblick über die lesenswertesten Beiträge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages für Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werktägliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)
Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.
Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
Vorbemerkung: Ursprünglich hatten wir geplant, in unserer Wochenübersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beiträge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine dafür nötige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beiträge vorzuenthalten. Daher möchten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beiträge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.
dazu: Vom Baum herunter
Die Meldung über das Treffen zwischen Sergej Lawrow und Johann Wadephul auf der Internetseite des russischen Außenministeriums war mehr als lakonisch: Wadephul habe die schon verschiedentlich geäußerten Positionen der deutschen Regierung wiederholt. Man hätte sich die Zeit für die 20minütige Begegnung auch schenken können, sagte Lawrow im Anschluss mündlich. Es war eine Geste großer Geringschätzung. (…)
Dagegen musste sich Wadephul gegenüber deutschen Leitmedien förmlich winden, um schon die Tatsache zu rechtfertigen, sich mit Lawrow an einen Tisch gesetzt zu haben: Es sei von seiten »anderer Kollegen« an ihn die Bitte herangetragen worden, das Gespräch mit Lawrow zu suchen, so Wadephul etwa gegenüber den »Tagesthemen«. (…)
Daher suchte Wadephul an zwei Stellen den Rückwärtsgang: erstens bei den Getreideexporten über das Schwarze Meer. Die Ausfuhr von Weizen aus der Ukraine »und auch Russland« müsse wieder möglich werden, sonst drohten im globalen Süden Hungersnöte. Nun unterliegt der Getreideexport aus Russland formal keinen Sanktionen; gleichwohl ist der Witz an Wadephuls Mahnung, dass er sie eigentlich an die Adresse der Ukraine hätte richten müssen. Denn die greift im Schwarzen Meer, soweit sie es noch kann, Handelsschiffe mit russischen Exportgütern an. Die USA und die Türkei haben sich darüber bereits auf diplomatischem Wege beschwert.
Der zweite Punkt, an dem Wadephul leise zurückruderte, war die Behandlung des Leipziger Drohnenvorfalls, den die Bundesregierung Russland anlastet: Deutschland erwarte, dass dieser Vorfall ein Einzelfall bleibe, zitierte sich Wadephul gegenüber der ARD. Eigentlich interessant war wieder das, was Wadephul nicht offen sagte: dass im Falle, dass ein Vorfall wie der Leipziger ein Einzelfall bleibe, man darüber auch irgendwann wieder zur Tagesordnung übergehen könne. Nur: Wer hat den Vorfall denn so aufgeblasen? Moskau oder Berlin?
Quelle: Reinhard Lauterbach in junge Welt
dazu auch: Jeffrey Sachs: Worüber Wadephul und Lawrow das nächste Mal sprechen sollten
In einem Gastbeitrag für World News Monitor erläutert der Ökonom und Spitzendiplomat Jeffrey Sachs, warum das Treffen der Außenminister Russlands und Deutschlands eine Chance ist. […]
Deutschland hat aufgrund des Drängens der USA wiederholt seine eigenen Interessen in Friedensfragen und im Handel mit Russland zurückgestellt. Vor 2022 machte russisches Pipelinegas mehr als die Hälfte der deutschen Gasimporte aus und bildete eine Grundlage der deutschen Industrie. Sein Wegfall hat Chemie, Stahl und Glas hart getroffen, und die Wirtschaft schrumpfte 2023 und 2024. Die deutsche Industrie braucht kostengünstige Energie, und Russland bleibt die entscheidende Quelle. Frieden und normaler Handel sind keine „Zugeständnisse“ an Moskau, sondern eine Frage der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands.
Ukraine wird zerstört
Europa muss anerkennen, dass Russlands zentrale Sicherheitsbedenken legitim sind. Die Vereinigten Staaten würden niemals akzeptieren, dass Mexiko oder Kanada einem chinesischen oder russischen Militärbündnis beitreten. Russlands Beharren darauf, dass die Ukraine außerhalb der NATO bleibt, ist eine vernünftige Forderung nach unteilbarer Sicherheit.
Quelle: World News Monitor
und: Sevim Dağdelen zu Wadephul: Er muss sich gegen die Falken durchsetzen
Die BSW-Politikerin hält es im Interview mit World News Monitor für möglich, dass die Bundesregierung es ernst meint mit dem Dialog mit Russland. Nun müssten weitere Initiativen folgen. […]
Was auch immer die Beweggründe der Bundesregierung gewesen sein mögen – vielleicht sogar die Blamage, dass selbst die US-Amerikaner mit den Russen sprechen, nur die Deutschen nicht –, man muss von einer längeren Vorbereitung auch für dieses kurzfristig anberaumte Gespräch ausgehen. Das aber macht Hoffnung. Man sieht es auch daran, wie stark Wadephul von den Falken seiner eigenen Fraktion, wie Herrn Kiesewetter, unter Beschuss gerät, für die jeder Kontakt Verrat ist und offenbar nur die Kriegsvorbereitung zählt. Auch der geringste Dialogversuch muss sich gegen diese Kriegsfreunde durchsetzen.
Quelle: World News Monitor
dazu auch: Die Narrative ändern sich, Israels Gewalt bleibt
Während sich die Rechtfertigungen für Israels Gewalt immer wieder verändert haben – vom Kampf gegen den Nationalismus über den Marxismus bis hin zum radikalen Islam oder was auch immer gerade als Begründung dient –, sind die zugrunde liegenden politischen Praktiken dieselben geblieben: Besatzung, Vertreibung und territoriale Expansion. Der Text hinterfragt die westliche Rhetorik, mit der Israels Verbrechen in Palästina und der weiteren Region ideologisch und moralisch gerechtfertigt werden.
Quelle: etos.media
dazu: Mit Nordafrikas Energie aus der US-Abhängigkeit
Die Bundesregierung treibt den Import von Energie aus Nordafrika voran, um die Abhängigkeit von US-Flüssiggas zu reduzieren. Nachdem seinem Verzicht auf Pipelinegas aus Russland bezieht Deutschland den Großteil seiner LNG-Importe aus den Vereinigten Staaten. Pläne, die Abhängigkeit mit Flüssiggas aus Qatar zu verringern, sind durch die Blockade der Straße von Hormus vorerst gescheitert. Berlin richtet den Blick deshalb verstärkt auf Afrika. Algerien soll künftig Erdgas und grünen Wasserstoff liefern; Anfang Juli erreichte erstmals eine Flüssiggaslieferung des algerischen Staatskonzerns Sonatrach das LNG-Terminal Wilhelmshaven 1. Zugleich nimmt die Bundesregierung einen neuen Anlauf, in großem Stil erneuerbaren Strom aus Marokko zu importieren. Mit dem Projekt „Sila Atlantik“ sollen Deutschland und Marokko durch das weltweit längste Untersee-Stromkabel verbunden und bis zu fünf Prozent des deutschen Strombedarfs gedeckt werden. Ende August gab die marokkanische Regierung grünes Licht für das Vorhaben. Auch Frankreich verfolgt eigene Wüstenstromprojekte in Marokko. Diese berühren nicht zuletzt den Konflikt um die Westsahara, die – als Afrikas letzte Kolonie – bis heute von Marokko besetzt ist.
Quelle: German Foreign Policy
dazu auch: EU prophezeit “sehr hohe” Energiepreise im Winter
Die Energiepreise sind angesichts des Kriegs im Nahen Osten hoch. Mit Blick auf den Winter dürfte die Nachfrage in Europa steigen und mit ihr die Preise. Die EU beziffert die Zusatzkosten für die Versorgung auf bereits mehr als 100 Milliarden Euro.
Die Europäische Union hat für den kommenden Winter vor “sehr hohen” Energiepreisen gewarnt. “Es besteht kein Zweifel daran, dass wir auf einen Winter zugehen, der herausfordernd sein wird”, sagte EU-Energiekommissar Dan Jörgensen nach einem Treffen der Energieminister in Dublin. “Wir rechnen nicht mit Problemen bei der Versorgungssicherheit, aber wir rechnen mit sehr hohen Preisen”, fügte er hinzu. Auch der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, der gemeinsam mit Jörgensen vor die Presse trat, sprach von einem “sehr schwierigen Winter”.
Quelle: n-tv
und: US-Botschafterin in Griechenland soll Sturz der rumänischen Regierung angedeutet haben
Hintergrund sind laut einem Bericht des “Wall Street Journal” Interessen der USA beim Verkauf von Flüssiggas nach Europa
Wirbel um Kimberly Guilfoyle, die US-Botschafterin in Griechenland: Laut einem Artikel des Wall Street Journal (WSJ) hat die Ex-Verlobte von Donald Trump jun., dem Sohn des US-Präsidenten, im Gespräch mit einem griechischen Regierungsmitglied großspurig Einblick in zweifelhafte Machtambitionen ihres Landes gegeben. Bei einem Abendessen in Athen im März dieses Jahres soll Guilfoyle mit Energieminister Stavros Papastavrou über den – damals noch bevorstehenden – Sturz der rumänischen Regierung gesprochen und eine Involvierung Washingtons angedeutet haben. “Wir können das in jedem Land tun, in dem wir wollen”, sagte sie demnach. “Auch hier.”
Das Wall Street Journal beruft sich dabei auf einen Zeugen, der bei der Unterhaltung anwesend war. Ihm zufolge habe Papastavrou sich einigermaßen konsterniert gezeigt und eingewandt, die USA könnten nicht einfach eine gewählte Regierung beseitigen.
Quelle: der Standard
dazu: Merz attackiert Russland so scharf wie noch nie: „Moskau Einhalt gebieten“
Der diplomatische Faden zwischen Deutschland und Russland scheint nach nur wenigen Tagen bereits wieder abgerissen zu sein. Bundeskanzler Merz sagt: Russland will eine „revisionistische, imperiale Expansion“.
Anlässlich der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises and die Nato hielt Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittwoch in Münster eine Art außenpolitischer Grundsatzrede. Merz widmete sich in einer langen Passage Russland und attackierte die Politik der Regierung scharf – in der vielleicht schärfsten Form bisher (Wortlaut der kompletten Russland-Passage hier).
Merz sagte: Frieden und Freiheit seien „heute durch den gewalttätigen, expansiven Revisionismus Russlands bedroht“. Russland habe einen Krieg „entfesselt“ – in „Missachtung und Verachtung der Grundsätze, die noch mit der früheren Sowjetunion ausgehandelt waren“. Die Grausamkeit „der Angreifer, sie stößt uns ab“. Russland breche „in der Ukraine mit äußerster Brutalität die grundlegendsten Regeln des Völkerrechts und der europäischen Ordnung“. Wenn es nicht gelinge, „Moskau Einhalt zu gebieten, dann wird sich die russische Kriegsmaschinerie früher oder später auch gegen uns, gegen die NATO, selbst richten“.
Quelle: World News Monitor
dazu auch: Friedenspreis für die NATO? Hurra! Dieser Adlige wird die Ehrung in Münster verleihen
In der Jury sitzen Spitzenpolitiker von CDU, SPD und Grünen: Hinter dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens steht ein Lobby-Verein, der sich als „Gesinnungsgemeinschaft“ und „Bastion“ versteht: Wofür sie jetzt die NATO ehrt
Nein, nicht am 1. April, sondern am 1. Oktober wird der NATO der „Internationale Preis des Westfälischen Friedens“ verliehen. Dank des außergewöhnlich hohen Preisgeldes von 50.000 Euro wird das Friedensbündnis nun in die Lage versetzt, seinen friedensbewegten Aufrüstungskurs ungebremst fortzusetzen und noch mehr F-35-Tarnkappenbomber zum Stückpreis von 250 Millionen Euro zu kaufen.
Ausgeschrieben wird der Preis übrigens von der „Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe“, einem rührigen, schon 1919 gegründeten Lobby-Verein, in dem sich Geschäftsführer und Direktoren der regionalen Wirtschaft die Klinke in die Hand geben:
Quelle: Wolfgang Michal in der Freitag
und: Ein „Vegetarierpreis für Metzger“: NATO wird für „Frieden“ geehrt
Quelle: NachDenkSeiten
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