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Titel: Leserbriefe zu “Medien, die eine Zusammenarbeit zwischen BSW und AfD skandalisieren: Eine erbärmliche Inszenierung!”
Datum: 21. Oktober 2026 um 15:02 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich: Redaktion
Marcus Klöckner kritisiert in seinem Kommentar die Berichterstattung der Leitmedien über eine mögliche Zusammenarbeit von BSW und AfD als „erbärmliche Inszenierung“. „Dass sich überhaupt eine friedenspolitische Zusammenarbeit zwischen BSW und AfD ergeben hat, hängt eben auch damit zusammen, dass Journalisten sich gegenüber den Einflüssen des militärisch-industriellen Komplexes blind, taub und stumm stellen.“ Am Beispiel der Berliner Morgenpost und von BSW-Politikerin Claudia Wittig argumentiert er, dass Journalisten mächtige politische Akteure wohlwollend begleiten während sie stets vor einem Fall der Brandmauer gegen BSW und AfD warnen. Statt kritisch zu hinterfragen, sichern Leitmedien dadurch bestehende Machtverhältnisse und verhindern eine echte friedens- und soziallpolitische, öffentliche Debatte. Unser Autor fordert einen sachlichen Journalismus, der Chancen, Gefahren und Widersprüche einer BSW-AfD-Kooperation offen untersucht.
Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten.
Wir danken für die interessanten Leserbriefe, die Ala Goldbrunner für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
Also – ich bin gerade happy, was da jetzt in Sachsen-Anhalt beginnt! Wie schön, dass uns das Schicksal gleichzeitig zwei so charismatische Gesichter geschenkt hat: den Sunnyboy Ulrich Siegmund und die schlaue schöne Claudia Wittig!
Ich hoffe, dass die zwei – AFD & BSW – jetzt etwas Schönes in Sachsen-Anhalt hinkriegen, was auch ausstrahlt anderswohin! Dazu muss ich gar nicht glauben, dass die AFD wirklich „die Partei des Kleinen Mannes und des Friedens“ ist – aber das BSW kann sie ja jetzt clever darauf festnageln, dass sie es vor der Wahl ver-sprochen hatte!
Meine Hauptsorge ist jetzt, ob die, die über die Nähe zur AFD zetern, nicht nur in der Medienwelt, sondern IM BSW SELBST zu stark sind! Für mich sind sie wie Ärzte, die in ihren weißen Kitteln dastehen und immer nur schlaue DIAGNOSEN machen und aufpassen, dass ihr weißer Kittel immer schön weiß bleibt. Da lieb‘ ich die Ärzte, die wie Claudia Wittig auch THERAPIEREN wollen, selbst wenn ihr Kittel dabei ein AfD-blaues Fleckchen bekommt – einfach, weil sie ihre Patienten mehr lieben als ihre Eitelkeit, als ihr moralisch-weißes Kittelchen! So wie Oskar Schindler es wagte, mit Nazis, die SOGAR ECHTE Nazis waren, zu kooperieren – weil er die Juden, die er retten wollte, tausendmal mehr liebte als sein blütenweißes Image!
Die rote Linie ist doch einfach: Das Magdeburger BSW soll sich nicht SACHLICH verbiegen – und das hat es auch nie getan! Warum soll es dabei ein frostiges Gesicht zur AFD machen, um auch immer schön zu zeigen, wie wichtig es ist, die AFD zu hassen …? Außerdem hat Claudia Wittig auch an die Grünen, Linken etc. Kooperationsangebote gemacht und würde vielleicht auch mit denen auf ein Dinner anstoßen, wenn die zu Petra Kelly und Willy Brandt zurück finden!
Ich hoffe beinah, dass es beim Bundesparteitag des BSW zu einem Show-down kommt – so oder so! Dass das BSW nicht länger mit Formelkompromissen herum eiert, sondern eine klare Parteilinie beschließt, wer denn nun das „wahre BSW“ ist: die „AFD igitt!“ Leute oder die Magdeburger-Weg-Leute!
Denn ich glaube, die beiden Flügel sind atmosphärisch unvereinbar und lähmen sich nur gegenseitig. Aber was wohl die Macher und Leser der NDS dazu denken? Sind mehr Leute der Meinung: der Magdeburger Weg verrät das BSW – oder der Meinung: jetzt lebt das BSW wieder auf und wird das, was es eigentlich sein wollte?
Martin Machiavelli aus S
Ein P.S. kann ich mir nicht verkneifen: Was wurde doch gegen den gemeinsamen Friedensantrag von AFD & BSW gewettert, dass er nur ein unnützes Symbol sei – ausgerechnet von denen, die tagein tagaus „Zeichen setzen“ und „Haltung zeigen“, tssst tssst …
2. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner und NDS Team,
darf ich kurz an unsere Verfassung erinnern ?
Artikel 38 „Abgeordnete sind Vertreter des ganzen Volkes.“
„Sie [die Abgeordneten] sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“
Jeder, der grundsätzlich die Zusammenarbeit mit AfD-Abgeordneten verweigert, ist für mich ein Verfassungsfeind !
AfD-Abgeordnete sind nunmal auch Vertreter des ganzen Volkes und wurden von entsprechenden Teilen der Bevölkerung gewählt. Eine komplette Arbeitsverweigerung heißt also, dass man bewusst einen Teil des Volkes ignoriert, der doch eigentlich der Souverän sein sollte.
Es verlangt ja keiner, dass man die AfD lieb haben muss, es ist aber auch nicht zu viel verlangt, Anträge der AfD ordentlich zu prüfen und gegebenenfalls auf den Weg zu bringen, da jeder Abgeordnete nunmal Vertreter des ganzen Volkes ist.
Natürlich erwarte ich, dass Anträge der AfD besonders gründlich geprüft werden, so dass man sich kein Gesetzes-Kuckucksei´s ins Nest holt und dann sauber darüber abstimmt.
Das ist nicht zu viel verlangt, auch wenn die Aufgabe “nervig” erscheint, aber unsere Politiker werden ja auch fürstlich dafür entlohnt.
Seien wir realistisch, die komplette Arbeitsverweigerung der anderen Parteien gegenüber der AFD hat nur einen Sinn und Zweck, man will der AFD keine Erfolge “gönnen” mit erfolgreichen Gesetzesvorlagen, selbst wenn man dabei sinnvolle Vorlagen blockieren muss.
Dass hat mehr was von Kindergarten, à la „mit dem Spiel ich nicht“ und ist für einen Abgeordneten eigentlich komplett unwürdig.
Diese Verweigerung der Zusammenarbeit bewirkt nur, dass die Politik sich immer weiter fragmentiert und wir irgendwann wieder Weimarer Verhältnisse haben. Es ist keine 20 Jahre her, da waren die AfD-Positionen einfach nur die Position des rechten Flügels der CDU.
In diesem Sinne würde es sich auch noch einmal lohnen, den Niedergang unserer beiden sogenannten “Volksparteien” zu beleuchten, aber das schweift gerade vom Thema etwas ab ;)
Das alles hindert einen übrigens auch nicht daran, die AfD und deren Politik abzulehnen, was vollkommen legitim ist, dass dürfen unsere Abgeordneten aber auch nicht davon abhalten, ihrem Schwur auf die Verfassung nachzukommen.
Man mag jetzt noch einwenden, dass ein Abgeordneter für sich entschieden hat, dass für ihn selbst aus Gewissensgründen einen Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen ist, dieser muss dann aber auch beantworten, wie er noch Vertreter des ganzen Volkes sein kann? Wenn er dazu nicht fähig ist, ist er offensichtlich ungeeignet für den Job.
Eigentlich braucht man sich nicht wundern, dass die AfD inzwischen ein Selbstläufer geworden ist und ich wünschte es wäre anders.
Aber dies alles ist auch Folge davon, dass wir keine bzw. kaum noch Politiker haben, die wirklich für etwas Leidenschaftlich brennen. Das Gros der Politiker heutzutage sind Berufspolitiker, denen der eigene Status und Machterhalt wichtiger ist als alles andere, was auch erklärt, warum die beiden Volksparteien “geglättet” wurden und somit auch erst die AfD entstehen ließen
Es ist schon ironisch, dass nicht nur die Entstehung, sondern auch der weitere Umgang massive Symptome des Niedergangs unserer Demokratie sind und alle kennen nur ein weiter so, den Blick unbeirrt auf den Abgrund gerichtet.
Ich hoffe, meine Gedanken sind nachvollziehbar und auch wenn ich selbst die AfD für gefährlich halte, umso gefährlicher halte ich den Umgang mit der AfD.
Man kann unsere Demokratie und Verfassung nicht vor dem AfD retten, indem man diese aktiv selbst unterminiert, vielmehr bereitet man dadurch genau den Boden für das, was man eigentlich verhindern will.
MfG
Ronny Dietzsch
3. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner,
dieser kommunikative dirty-trick 17, realsachbezogene Kooperation als “kuscheln” umzudeklarieren, erinnert mich an die rhetorische Umprogrammierung dialogisch-kooperativen schulischen Lernens zur “Kuschelpädagogik”. Damit wurde vor vielen Jahren eine humanwissenschaftlich begründete und begründbare Pädagogik und Didaktik nahe den Bereich des sexuellen Missbrauchs verrückt. Mit dem Erfolgs-Resultat, dass “das Lerncoaching” heute das “Machen” in den Schulräumen ausmacht. Während sämtliche grundgesunden Symptombildungen angesichts solch unmenschlicher “Fabrikation von Wissen” mittels “Classroom-Management” und immer scham- und grundrechtsloseren Social-Credit-Programmen outgesourct werden. Dass dabei sogar die angestrebten Verbesserungen beim Anbeten des goldenen Kalbes “PISA” konsequent immer schlimmer werden, können wir vor lauter “Brand”Mauern der Selbsterkenntnis nicht mehr sozial-psychisch integrieren. All das steht fragmentiert nebeneinander und ergibt “kein Bild” mehr, weil jeder Blick in den Spiegel nur noch ein zerbrochenes Bild ergibt. The man in the mirror zu tätigen ist heute allen deswegen schon unmöglich, weil wir grundmilitaristisch alles Spiegelnde im Land zertrümmerten, das uns mal hätte reflektieren können, was wir da (schweigend mit-)tun. Zerbrochenheit wird so längst bereits zum “Wettbewerbsvorteil” und zur “Zukunftsfähigkeit” des neoliberalen Subjekts. So konsequent “wir” in “PISA” abfallen, so konsequent steigt die menschliche Symptomatik, die dann wiederum konsequent kategorisiert werden “muss”, um “ein (Proxy-)Bild” abzugeben. Das ist das “Wachstum” gerade in der Bundesrepublik Deutschland, dem wir total alles (!) unterordnen. “Koste es, was es wolle”, auf Teufel komm raus und “bis der Arzt kommt”.
Mario Primavesi, Eigenname Prima*vero
4. Leserbrief
Sehr geehrte NachDenkSeiten,
toller Artikel von Marcus Klöckner. Besonders gefällt mir die deutliche Wortwahl!
Wir werden sehen, was am Schluß von den Friedenstauben übrig bleibt. Die Schmierlinge schießen mit Schrot, und das streut bekanntlich ziemlich weit und verfehlt seine Ziele in der Regel nicht. Es ist ziemlich spannend, aber trotzdem hoffnungslos!
Freundliche Grüße, und weiter so.
Wolfgang Blendinger
5. Leserbrief
Hallo Herr Klöckner,
gegen die die Hetzpropaganda allerorten gegen das BSW, angefangen mit „Stalinorgel Wagenknecht“ bis „Putin-Marionetten“ (Sloterdijk in der Berliner Zeitung am Tag der Bundestagswahl !!!), ist es nahezu unmöglich anzukommen. Deshalb wird von einem Anhänger und Spender des BSW diese Strategie für erfolgversprechend gehalten; denn wenn das BSW da einige eigene Vorgaben in Gang bzw. offiziell zur Sprache bringen kann, müßte doch so manch ein AfD-Wähler denken, er könne dann auch gleich das BSW statt der AfD wählen.
Hatte kürzlich einer Apothekerin erläutert, daß die Medikamentenzuzahlung – sollen ja demnächst statt 5,- € 15,- € (!!!) werden – weiter nichts sei als eine nicht paritätische Beitragserhöhung, aber die dämlichen Deutschen würden immer wieder dieselben Parteien wählen, die sie ausrauben. Daraufhin die Apotheker-Frage: “Ja, wen soll man denn wählen?” Antwort: “Na, das BSW.” Apotheker-Antwort: “Die sind gefährlich.” Das Warum wurde nicht mehr beantwortet, weil der nächste Kunde dran war.
Hier haben wir es mit einer Akademikerin zu tun, bei der man in der Regel Grips voraussetzt. Wenn so jemand nun das BSW für “gefährlich” hält, CDSUSPDGRÜNEFDP(LINKE), die im Begriff sind uns wieder ins Unheil und Verderben zu führen, aber offensichtlich nicht, kann man doch nur noch sagen: “Laßt alle Hoffnung fahren.” Daß all die, welche aus purer Wut über die “Etablierten” die AfD wählen, da womöglich vom Regen in die Traufe kommen können, steht auf einem anderen Blatt.
Bei diesem Thema wird einem auch immer wieder assoziiert, daß die Bekämpfung und Eliminierung von Opposition eigentlich eines der Wesensmerkmale des Faschismus ist. Es sei da als Beispiel von vielen an Jacques Baud und Hüseyin Doğru erinnert.
Schöner Gruß und vorsichtshalber (siehe vorstehend) nur mit
C. W.
6. Leserbrief
Guten Tag,
schonungslos und klar ausgedrückt, dem kann man sich nur anschließen.
Ergänzend könnte man noch Begriffe wie „Steigbügelhalter“ und „Speichellecker des bestehenden Narrativs“ anführen. Ein solches journalistisches Duckmäusertum lässt jegliche Berufsehre vermissen, sofern diese in diesem Milieu überhaupt noch einen Stellenwert hat.
Wer eine legitime und demokratische Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen, erstrebenswerten Ziel des Friedens derart erbärmlich inszeniert, offenbart damit vor allem die eigene undemokratische Haltung.
Es ist doch gerade ein erstrebenswerter demokratischer Prozess, wenn zwei Parteien, die in vielen Punkten unterschiedliche Positionen vertreten, ausgerechnet in der existenziellen Frage von Krieg und Frieden zueinanderfinden und gemeinsam nach Lösungen suchen.
Wie weit muss man sich von einem sachlichen und demokratischen Diskurs entfernt haben, um eine solch potenziell fruchtbare Zusammenarbeit derart durch den Kakao zu ziehen?
Verantwortungsvoller Journalismus erfordert schließlich mehr als bloße Anpassung an vorherrschende Narrative. Er braucht Rückgrat, Zivilcourage und den Mut, auch unbequeme Entwicklungen sachlich und fair zu begleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
7. Leserbrief
Lieber Herr Klöckner,
danke, dass Sie noch die Energie und Geduld haben, aus diesem Irrenhaus zu berichten, das da deutsche Politik und Presse heißt. Ich habe mich schon den Bremer Stadtmusikanten angeschlossen. Und wenn ich zurück blicke, muss ich mit Bedauern sehen, dass ich immer wieder Unrecht hatte. Wie oft hatte ich schon gesagt “schlimmer kann es nicht mehr kommen”. Denkste!
Die “Haltet den Dieb”-Rufe werden immer hysterischer. Ein Zeichen für den beschleunigten geistigen Niedergang. Als Systemtheoretiker könnte man mit Befriedigung feststellen: Passt zu dem materiellen Zerfall, von Infrastruktur, Industrie, Sozialsystem, etc., ist “ganzheitlich” zuzusagen. Aber der Rückzug auf Wolke 7 der Klugscheißer ist nicht mein Ding.
Der Vergleich mit den Verhältnissen vor 90 Jahren liegt nahe. Wäre aber auch falsch. Damals konnte man dem Wahnsinn entgehen, wenn man den Volksempfänger nicht einschaltete. Heute springt einem der Dreck auf allen Kanälen entgegen. Fängt schon damit an, wenn ich im Geschäft einen schönen Harzer Käse kaufen will und in den Regalen überall dieser industriell gepanschte Veganermist rumsteht. Und hört noch nicht damit auf, dass der Merz in den Nachrichten verkündet: “Das große Bild ist, dass Russland dabei ist, die gesamte politische Ordnung unseres europäischen Kontinents zu destabilisieren. Und das wird offensichtlich von vielen Menschen auch in meinem Land unterschätzt.”
Kein Wunder dass sie dann ausrasten, wenn jemand von Friedenspolitik redet. Und dann spricht der Merz von “meinem Land”. Ich hoffe doch sehr stark, dass er noch vor Ablauf dieser Legislaturperiode merkt, dass es eben nicht “sein Land” ist.
Herzliche Grüße an die Redaktion der NachDenkSeiten, ein Leuchtturm der Aufklärung!
Rolf Henze
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