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Titel: Leserbriefe zu “Die Jugend rebelliert – und die Eliten verstehen die Welt nicht mehr”

Datum: 24. Oktober 2026 um 15:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich:


Die landesweiten Schülerproteste in Frankreich, die von einer breiten Bevölkerungsschicht, u.a. Lehrer, Gelbwesten und Gewerkschaften mitgetragen werden, sind eskaliert. Medien und Politik stürzen sich auf die Gewaltexzesse, um von den eigentlichen Ursachen für die Massendemonstrationen abzulenken. In seinem Essay legt Jens Berger dar, warum das nicht primär Zeichen von Kriminalität oder „Undankbarkeit“ sondern Ausdruck einer tiefen gesellschaftlichen Krise ist. Die junge Generation wird systematisch um ihre Zukunft gebracht. Angemessene Lebensbedingungen wie Bildung, bezahlbares Wohnen und sichere Arbeit werden von den Eliten im „profit- und renditeorientiertes Wirtschaftssystem“ zerstört. „Doch anstatt diese Probleme zu lösen, behandelt der Staat ihre Folgen bevorzugt als Sicherheitsfrage“, setzt auf immer mehr „Polizeieinsätze, Ausgangssperren und schärfere Strafen“, statt „der Jugend zuzuhören.“ Unser Autor warnt: „nicht der brennende Müllcontainer bedroht die Demokratie, sondern der schleichende Verlust des Glaubens daran, dass sie noch im Interesse der Mehrheit funktioniert. Und hier liegt auch die Warnung an Deutschland, […denn] die gesellschaftlichen Entwicklungen sind durchaus vergleichbar.

Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten.

Wir danken unseren Leserinnen und Lesern für die interessanten Zuschriften, die Ala Goldbrunner für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Sehr geehrtes NDS-Team,

danke für den ausgezeichneten Artikel.

Die Oligarchen der USA und Europas – aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Spanien, Italien, kurz: die gesamte westliche Oligarchie – legen aus Profitgier den Planeten in Schutt und Asche, um ihren ohnehin unermesslichen Reichtum weiter zu steigern.

Kriege gegen Irak, Afghanistan, Syrien, Iran und Ex-Jugoslawien, Regimewechsel, Umstürze und die Destabilisierung ganzer Regionen. Millionen Menschen werden zur Flucht getrieben. Migration wird als geopolitische Waffe instrumentalisiert, auch zur Schwächung wirtschaftlicher Konkurrenten. Die Folgen tragen die betroffenen Menschen und die Bevölkerung Europas. Während Milliarden in Kriege, Rüstung und die Ukraine fließen, werden Sozialsysteme ausgehöhlt und immer mehr Menschen ihrer Existenzgrundlage beraubt.

Und ihr wundert euch, dass es Aufstände gibt? Dass Wut in Zerstörung umschlägt?

Dann beklagt ihr euch auch noch: Proteste ja, aber bitte friedlich, keine Gewalt, keine Zerstörung!

Doch was geschieht bei friedlichen Protesten? Sie werden ignoriert, diffamiert oder als extremistisch dargestellt. Über friedliche Demonstrationen wird kaum berichtet. Erst wenn etwas brennt, wenn es Verwüstungen gibt, kommen die Schlagzeilen.

Die fatale Lernleistung der Protestierenden ist also: Wer friedlich demonstriert, bleibt unsichtbar. Wer alles in Brand steckt, bekommt Aufmerksamkeit.

Und dann fragt ihr allen Ernstes, warum Proteste eskalieren? Wie sollen sich Menschen Gehör verschaffen, wenn ihre friedlichen Proteste systematisch ignoriert werden?

Wer diese Verhältnisse schafft und friedlichen Protesten das Gehör verweigert, sollte sich über die Folgen nicht wundern.

P.P.


(Quelle Bild: KI Delacroix_La Liberté guidant le peuple)


2. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

ich verneige mich vor Ihrer brillianten Analyse. Danke! Was tun, bleibt allerdings die Frage. Und dass wir in Deutschland hinterherhinken, hat schon Franz-Josef Degenhardt in den 1960er Jahren – die Älteren erinnern sich vielleicht – in seinem Lied “Angenommen” in unnachahmlicher Weise aufs Korn genommen. Dieses Lied fällt mir immer ein, wenn ich sehe, mit welcher Wucht sich soziale Proteste in Frankreich entfalten. Ich erlaube mir, den Liedtext hier zu zitieren:

Nehm’ wir mal an, ja, nehm’ wir mal an
Frankreich läge östlich vom Rhein
Nehm’ wir mal an, ja, nehm’ wir mal an
Frankreich würde Deutschland sein

Dann wüßten die plötzlich gar nicht mehr, wie so eine Barrikade aussieht
Daß da nur zwei Parteien sind und eine davor, die andre dahinter steht
Und daß die Strategen des “sowohl als auch”
Als erste da liegen mit ‘ner Kugel im Bauch

Nehm’ wir mal an, ja, nehm’ wir mal an
Deutschland läge östlich vom Rhein
Nehm’ wir mal an, ja, nehm’ wir mal an
Deutschland würde wieder einmal Deutschland sein

Dann wäre sie plötzlich wieder da, die ganz große Resignation
Jeder zög sich mal wieder zurück in die geschützte Privatbastion
Bejammerte mal wieder Deutschlands Schicksalsleid
Und guckte nach Frankreich voller Neid

Aber nehm’ wir mal an, ja, nehm’ wir mal an
Deutschland läge westlich vom Rhein
Nehm’ wir mal an, ja, nehm’ wir mal an
Deutschland würde Frankreich sein …
Aber das wär leider – trotz des scheiß Gaullismus –
Viel zu schön um wahr zu sein

Viele Grüße
Dr. Ulrich Zumdick


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

Herzlichen Dank für Ihren hervorragenden und absolut wichtigen Kommentar zum Aufstand der Jugend in Frankreich. Ihrer Analyse ist nichts hinzuzufügen. Ihr Kommentar sollte in allen Blättern stehen und in allen Sendern zu hören sein – um den (leider sehr vielen) Menschen die Augen zu öffnen, die jetzt wieder auf die Empörung von Politik und Medien reinfallen und sich aufhetzen lassen gegen Jugend und Migranten. Danke und Kompliment!

Herzliche Grüsse, Susanne Holz


4. Leserbrief

Werter Herr Berger,

für Ihren Artikel zum Thema ‚Jugend vs. Gesellschaft‘ haben Sie sich wahrlich ein Marienbildchen verdient. Allerdings sind auch Sie ab und an dann doch – für mich jedenfalls – zu kurz gesprungen. So schreiben Sie u.a. „…die Finanzmärkte, die Sparpolitik und die gesellschaftlichen Machtverhältnisse lassen sich mit einem Pflasterstein nicht treffen. Und am Ende zahlen eh die Versicherungen, also die Allgemeinheit, für die Schäden….“ Würde sagen wollen dürfen: NOCH! Die von Ihnen – nicht böse gemeint – an die Wand gemalte Lösung, die hatten wir vor einem halben Jahrhundert. Damals war es zwar auch längst keine heile Welt mehr, aber irgendwie und irgendwann wieder wollten die beiden – die ‚Jungen‘ versus ja wen oder was eigentlich – miteinander auseinanderkommen. Dachte man! Nein, es war keine Blümchen-Revolution seinerzeit, wenn ich mich recht erinnere waren die Jungen gegen Ende nur müde. Empfehle hierzu den Film von Louis Malle ‚Milou en Mai’. Mehr muss man gar nicht wissen, warum, wieso und weshalb. Und alsbald gut und zügig abgelenkt per roten Heringen, so wie in unserer Zeit Waldbränden kleine Gegenfeuerchen gelegt werden, auf die dann mit spitzen Zeigefingern entsetzt verwiesen werden kann. Schön im Hintergrund, muss ja keiner mitbekommen, Bologna! Seither noch mal was Aufmüpfiges mitbekommen von auch nur einem Studenten hierzulande? Nee, ne?

Alles wird gut? Aber sicher doch! Gut gebahnte Entlastungsschneisen – wie bspw. Woodstock etc. – haben den Dampfkochtopf nachhaltig vom Druck entsorgt., für’s Erste vielleicht. Ja sicher, Massenansammlungen, wo gibt’s denn die heute noch, außer bei … einfach nur mal auf YouTube vorbeischauen, allein die gefüllten Stadien rund um die Welt sprechen Bände – aber nur dann, wenn auch eine Swift, ein Jagger und wie sie alle heißen (balltretende Buben nicht zu vergessen) vorne auf der Bühne stehen. Sechsstellige Zuschauer-Zahlen sind da bestimmt keine Seltenheit. Die schweigende Mehrheit? Vielleicht doch nur die Ruhe vor dem Sturm? Wie lange noch hält sie, die ‚Brandmauer‘ vor dem ganzen Lug und Trug nebst Niedertracht, die ohne Unterlass errichtet wird rund um die Uhr? Die Zeitung mit den ganz großen Buchstaben – ausgerechnet – Schwarz auf Weiß, zwischen Rot – gibt ja wie immer ihr Bestes. Aber wenn das Opfer ‚Vuitton‘ zu heißen hat und zu beklagen ist, bedeutet das nicht sowas wie ‚Nachtigall, ick hör dir trappsen‘?

Ob die ‚Jugend der Welt‘ sich wirklich noch einmal länger als sechzig Jahre hinters Licht führen lässt? Wage es dann doch zu bezweifeln. Irgendwann begreifen sie es mal – hierzulande hoffentlich noch rechtzeitig bevor die Flecktarn-Influencer:Innen ihr Werk vollbringen konnten – und ‚verlautbaren‘ ein finales #Basta! Da braucht dann auch nichts mehr ‚gemutmaßt‘ zu werden, von wg. #Aufstehen“ und so. Und mit gut Zureden, Versprechungen oder gar getürkten Wahlergebnissen wird’s auch nicht mehr gerettet werden können. Genug der Worte, lasst uns Taten sehen. Ja was, ja wie denn? Muss ja nicht unbedingt so ausgehen wie bei Doris Lessings ‚Memoiren einer Überlebenden‘ aus dem Jahre 1974, aber sie weisen schon in die ‚gesichert‘ richtige Richtung. Dystopisch wird es wohl ausgehen müssen, utopisch wohl kaum können. Schlussendlich dürfte sich der ‚Strauß‘ zwischen Jung und Alt – entlehnt man sich nur ein paar der Entwicklungen aus Lessings Werk – ziemlich heftig&deftig entwickeln. Da wird auch bestimmt nicht mehr darüber sinniert, ob Gewalt gegen Sachen erlaubt sein darf oder nicht!

Zu beachten auch, der Kampf, das anstehende ‚Turnier‘ also zwischen den Fähnleins Jung vs. Alt wird sich, muss sich einfach zwangsläufig erweitern auf ‚Arm contra Reich, bzw. ‚Nichtshaber gg. Habende’, so wie in o.g. Memoiren trefflich prophezeit. Und dann? Dann geht die Post ab. Als ich den ‚Roman‘ von Lessing erstmals las – Ende der Achtziger – dachte ich noch ‚Niemals – die Staatsgewalt wird sich gewiss nicht einfach so verkrümeln‘. Seit Corona bin nicht nur ich um ein Etliches klüger. Sie wird nicht nur, sie hat ja schon zwischenzeitlich mehrmals das falsche Stöckchen gezogen. Werde jetzt aber einen Teufel tun, Ross&Reiter zu nennen. Nur ein Aspekt, weil er so schön passt, sei mir erlaubt. Dem Volk, nicht nur den Proles – nein – auch dem aus der ‚Outer Party‘ (zusammen immerhin 98% (wie Googles KI zu vermelden hat bzgl. Orwells 1984), wie das Lesen abzugewöhnen und nur noch zuzulassen, die einzig richtige ‚Meinung‘ aus dem Telescreen alias Wischmobil zu beziehen, könnte dann doch ein Fehler gewesen sein.

Lesen bildet und zwar ungemein! Und kann ganz gewiß auch nicht ersetzt werden durch was auch immer. Wohin Bücherverbrennungen führen, durften wir – bzw. unsere Vorfahren – ja schon erfahren. Dass es allerdings noch viel Schlimmeres, Bösartigeres geben könnte, hat das überhaupt jemand mitbekommen? Wer entscheidet denn, wer auf die ‚white-‚ und wer auf die ‚red-lists‘ zu kommen hat? Weiß nicht, was hinterhältiger&dümmer ist, die Centrale-Intelligenz-Agentur oder der deutsche Schemel-Furzer-Beamte im Amte. Beide haben sich schon eindrucksvoll mit Ruhm bekleckert diesbezüglich. Und wer sich noch daran erinnert, was vor einiger Zeit sich als Suchmaschinen anbietende ‚neuartige Werkzeuge‘ so zu liefern fähig waren und heutzutage nur noch offen Geschurigeltes ‚abzuliefern‘ fähig sind, weiß, von was ich rede. Mit KI wird alles besser? Mitnichten! Wer da nicht konsequent und hartnäckig bis -leibig am Ball bleibt, hat schon verloren.

Was das alles mit unserem ‚Thema‘ zu tun hat? Na ja, es reicht schon, mal seine Nächst-stehenden danach zu befragen, wo sie sich denn so ‚schlau‘ zu machen fähig, bereit und in der Lage sind. Wer sich danach nicht – geradezu biblisch – umwendet und bittere Zähren ob der Antworten vergießt, kann sich glücklich schätzen. Man und Frau auch verliert den Glauben, den an Gott und die Welt sowieso! Da hat man bspw, gerade mal wieder die neuesten stundenlangen Auslassungen von Leuten mit Expertise reingezogen, von Mearsheimern, Sachs’ens, Ritters, Wilkersons, McGregors und Larry Johnsons, Wolfs and much more , einmal auf transatlantisch und einmal auf deepl-deutsch, ist entsetzt über deren Einschätzung der Lage bzgl. der aktuellsten Brennpunkte auf der Welt. Man muss ja gar nicht immer mit ihnen einig gehen. Aber was schallt zur gleichen Zeit dazu aus dem deutschen ‚Wald‘ heraus? Ein einziges: Über allen Wipfeln ist Ruh! Was für eine Hybris, muss wohl doch Tundra gewesen sein, der Wald.

Möge mir Herr Berger verzeihen, wenn ich mir seine von ihm gebotene Gelegenheit glaubte, krallen zu müssen. Die Vorkommnisse in Frankreich und anderswo im Allgemeinen, die Gewaltexzesse à la Vuitton (ausgerechnet vom wohl einem der reichsten Konzerne der Welt – LVMH) – auch und gerade die nächste Sau in sämtlichen Dorfgassen, sind schließlich nur Nebenkriegsschauplätze, Nebengeräusche. Mißbraucht als jeweils weitere rote Heringe, um das sowieso schon verhuschte Volk davon abzuhalten, Kant’s Maxime hinsichtlich der Inanspruchnahme des eigenen Verstandes zu folgen. Ja, wenn es nicht einmal der Immanuel schafft, sollten wir da nicht besser mal den Florian Silbereisen fragen oder seine Helene, oder den Blome, den Nicolas, den Robin Alexander, die Frau Major bspw.? Der schlauen Köpfe gäbe es ja reichlich, wir dürfen sie ja auch bezahlen. Ungefragt und unprovoked!

Bin untröstlich, Tschuldigung auch! Mußte es einfach mal wieder raus lassen, sonst …

Es grüßt ein desillusionierter

Michael Kohle


5. Leserbrief

Liebe NDS-Redaktion,

Ich kenne Babyboomer, die schon mit vierzehn in Lohn und Brot standen, die, die ihre Lehre im Einzelhandel gemacht haben – an sechs Tagen in der Woche. Wo Lehrjahre auch keine Herrenjahre waren, oder? Aber die Babyboomer schwimmen ja im Geld, während die heutige Jugend darunter leidet, dass sie das Geld nicht hat, aber haben könnte, wenn die Alten nicht so viel hätten. So der allgemeine Tenor. Stimmt´s?

Aber wer bekommt eigentlich wie viel vom BIP? Wieviel zahlt denn

der Staat für Kitas, Schulen, Unis, Elterngeld, Kindergeld usw.? Oder für Rentner? (Ach ja – Studiengebühren in Deutschland sind im internationalen Vergleich eher gering). Man hört viel von Benachteiligungen, aber Vergleichszahlen werden meistens keine genannt.

Und Gewaltorgien lassen sich auch nicht als Schülerproteste rechtfertigen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Wrazidlo

[1] tkp.at/2026/10/19/das-organisierte-chaos-hinter-den-franzoesischen-unruhen/


6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

augenscheinlich sind unsere Eliten mit dem Rebellieren der Jugend überfordert. Für die Schauspielertruppe, die unsere Regierungen mimen, trifft dies sicher zu. Ich bin jedoch überzeugt, dass im Hintergrund in Think-Tanks der Oligarchen, diese Züge nicht nur verstanden werden sonder minutiös vorgeplant wurden. Schließlich denkt man dort in einem “Grand Chessboard”

Übergeordnet über ablenkende Konflikte, sehe ich das Geschehen unter dem Aspekt des Krieges der Superreichen-Milliardärs-Oligarchen-Klasse gegen den Rest. Das wäre mir auch nicht bewusst, gäbe es nicht die kleine Notiz in der New York Times über das Interview, geführt von Ben Stein, in dem Warren Buffet dies 2006 als das beherrschende Thema der derzeitigen Epoche bezeichnete: den Klassenkampf, den die

Milliardärsklasse gegen den Rest führt. Weshalb wird dies nicht in Schulen und Universitäten diskutiert?

nytimes.com/2006/11/26/business/yourmoney/26every.html

Kriegführen ist immer dann am schönsten, wenn der Gegner sich nicht wehrt, weil er nicht versteht was passiert. Die Medien sind die schärfste Waffe der Milliardäre. Geführt wird nach dem “altbewährten” Prinzip: “Teile und Herrsche”.

Jetzt Auflösung Generationenvertrag: Jugend gegen Rest.

Zweite Helfer der Oligarchen, sind die Regierungen (Weitere Spaltungslinie), da diese für geringfügige Privilegien die Interessen der Bevölkerungen Sukzessive verraten, und als angeblich Schuldige dann durch nächste Etappenhengste ausgetauscht werden, während im Hintergrund alles bleibt.

Als ich das erste mal das Sprichwort: “Der ärgste Feind jeder Regierung ist das eigene Volk” hörte, hab ich es abgelehnt, Nee, das ist doch völlig gegen das Demokratie-Prinzip. Beim Aufwachen am nächsten Tag musste ich aber eingestehen: Ich kann es nicht leiden, Schit, aber leider es ist so, schliesslich hängt jeder an seiner einmal erworbenen, priviligierten Position, die ihm das Volk wieder nehmen kann (Eigentlich die vom Geld kontrollierten Medien).

Sieht man die Vorgänge in Frankreich: agents provokateures habe in einer Wütenden Menge leichtes Spiel, für Medien gefundenes Fressen… alles nach Plan. Nein Interessen von Bevölkerungen werden nur

benutzt wenn erforderlich.

Was ich immer wieder sehe: Nachkriegsjahre waren Sonderphase, starkes Westeuropa war erforderlich gegen UDSSR, die kapitalistischen Oligarchen haben Kreide gefressen:

1948 – 1990 die 40 goldenen Jahre, (europäische Sozialdemokratie)
War ein Programm aus Washinton.
“Immunisierung gegen Kommunismus”

Seither Wende….Neoliberalismus, Raubtierkapitalismus in neuem Ausmaß, schließlich ist Alternative verbrannt.

Ebenso Bildungsreformen nach Sputnik-Schock, heute wieder Verdummtes Volk und Eliteschulen.

Könnte noch mehr anfügen, aber das sollte reichen.

mfg,

schätze NachDenkSeiten immer mehr als Leuchtturm der Information

Frieder Faig


7. Leserbrief

Moin,

“Es braucht die jungen Menschen als Konsumenten, aber immer weniger von ihnen als gut bezahlte Arbeitskräfte. Es verspricht ihnen unbegrenzte Möglichkeiten, bietet ihnen aber allzu oft nur prekäre Beschäftigung.“ [Jens Berger]

Wenn man überhaupt eine Beschäftigung, und sei sie noch so prekär, findet! Die mit der Wirtschaft verflochtene Politik machte auch keinen Hehl daraus, Ehrenamtliche für die Gewinnmaximierung zu werben, denn genau das ist auch unserer heutigen kapitalistischen Gesellschaft inhärent:

Es braucht nur einen Teil der Menschen als Arbeitskräfte, und dieser Teil sinkt durch Technologie auch noch immer weiter, was man dann “Produktivitätssteigerung” nennt.

Ich meine, daß es Volker Pispers war, der zu diesem Thema sinngemäß sagte:

“Jeder kann etwas werden, auch richtig reich – aber eben nicht alle!”

Es können nicht 450 Millionen US-Bürger vom Tellerwäscher zum Millionär werden, denn Teller müssen nach wie vor gewaschen werden.

Rein von der Logik her bewertet der zynische, weil menschenverachtende Kapitalismus jeden, der nicht aktiv daran teilnehmen kann oder darf, als “unnütze Mitesser” und somit als Gewinnschmäler; Politik und die sie hofierenden Medien, dank Bilderberger & Co. alle mit der Wirtschaft eng vernetzt, machen immer weniger einen Hehl daraus, diese “unnützen Mitesser” zu diffamieren, entwürdigen, drangsalieren und im schlimmsten Fall durch Staatsgewalt und politisch abhängige Justiz sogar existentiell zu vernichten, wenn man ihrer überdrüssig wird. Jetzt erlauben sich die finanziell und sozial Abgehängten, sogar öffentlich zu protestieren. Allerdings weiß auch hier der Staat gegenzusteuern, indem man “agents provocateurs” einschleust: So sollen die Antifa zuerst die Schaufensterscheiben einschlagen, damit die Migranten aus den Banlieus die Läden plündern können [1]. Weil Gewalt und Verbrechen prinzipiell abschrecken (ist das so? wozu dann die vielen Krimis im [deutschen] Fernsehen?) oder, sagen wir mal so, der stärkere Zugmagnet für den Aufmerksamkeitsfokus darstellen, gehen “dank” einer Minderheit von vielleicht ein paar hundert oder tausend Menschen die hunderttausende, die tatsächlich friedlich bleiben während ihrer Demonstrationen (und das trotz provozierender Staatsgewalt), medial unter. Das kaschiert übrigens auch die systemische Staatsgewalt, die in den Banlieus scheinbar besonders hoch zu sein scheint. Die “Eliten” haben also sehr wohl verstanden, nur wollen sie nicht allzu offen mit ihrer Menschenverachtung in der Öffentlichkeit auftreten, um den letzten Rest ihrer Legitimität nicht auch noch zu verlieren. Das Dahinraffen “unnützer Esser”, angefangen in den Altenheimen, die zu wahren Todesfallen geworden sind, hatte während der PLANdemie jedenfalls im ersten Ansatz ganz gut funktioniert. Man darf gespannt sein, was für Tricks sie sich noch einfallen lassen.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schauberger


8. Leserbrief

Hallo Herr Berger,

da haben Sie ja vieles sehr plausibel auf den Punkt gebracht und auch sinnvoll relativiert. Und die Medaille hat in der Tat zwei Seiten, wobei die andere saldiert im Grunde die noch viel dreckigere ist.

Zitat [Jens Berger]:

„Selbstverständlich ist es verwerflich, Geschäfte auszurauben oder das Eigentum Unbeteiligter zu zerstören. Doch bemerkenswert ist, wie selektiv unsere Gesellschaft den Begriff der Plünderung verwendet. Wenn ein Jugendlicher einen Fernseher aus einem Geschäft trägt, ist er ein Plünderer – vor allem dann, wenn er auch noch einen Migrationshintergrund hat. Bilder von brandschatzenden Barbaren tauchen da in unseren Köpfen auf.Wenn aber große Finanzinvestoren ganze Wohnungsbestände aufkaufen und anschließend die Mieten in die Höhe treiben, nennt man das unternehmerisches Handeln. Wenn die kleinen Geschäfte in den Innenstädten nicht von „vermummten Schlägern“, sondern von Private-Equity-Firmen geplündert werden, ist das Marktwirtschaft. Wenn die öffentliche Infrastruktur durch jahrelange Kürzungspolitik verkommt, ist das Haushaltsdisziplin. Wenn die Steuerpolitik die Vermögenskonzentration begünstigt, spricht man von Standortwettbewerb. Merke: Die Zerstörung der Gesellschaft ist gut, wenn sie von oben kommt, und böse, wenn sie von unten kommt.”

Ich hatte mal zu besagten Finanzinvestitionen über eine solche am eigenen Leib erlebte Transaktion einen Bericht über den Hergang verfaßt, verbunden mit der Fragestellung, wem hatten die Wohnungen über deren Vergesellschaftung aktuell diskutiert wird, eigentlich zuvor gehört […]. Da hatte der Fiskus unter der Federführung des Herrn Waigel eine einst Gemeinnützige Deutsche Wohnungsbaugesellschaft mit einem Bestand von ca. 40.000 Wohneinheiten für nen Appel und nen Ei an Finanzinvestoren verramscht mit der Begründung: „Es ist nicht Aufgabe des Staates, sich dort unternehmerisch zu betätigen, wo private Initiative die Aufgabe ebenso gut erfüllen kann“.

Auch dies wurde von einem als Mieter Betroffenen als eine Form des vorstehend von Ihnen beschriebenen „Plünderns“ wahrgenommen. Interessant dazu ist vielleicht noch, dass ich kürzlich diesen Text jedem Berliner Abgeordneten der LINKEN übermittelt habe und bis dato nur eine automatische Antwort von einem Abgeordneten bekam, dass man aus Zeitgründen sich E-Mails innerhalb der nächste 3 Wochen nicht ansehen könne.

Bester Gruß
Hartmut Wohler


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