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Titel: Leserbriefe zu „Poschardt, Fleischhauer und Co. – der Großangriff der Wutbürger“

Datum: 1. November 2026 um 13:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
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In diesem Essay bekennt Jens Berger den Fehler, den Focus beim Frisör-Besuch aufgeschlagen zu haben. Jan Fleischhauer habe ihm dort erklärt, wovor er sich zu fürchten habe – vor Lastenrädern, glaube er, oder vor den nun drohenden Enteignungen durch die rot-rot-grünen „Kommunisten“ in Berlin; vielleicht auch vor allem gleichzeitig. Unseren Chefredakteur lasse die Frage nicht los, welche Existenzberechtigung Typen wie Poschardt, Fleischhauer, Blome und Co. als Kommentatoren, als Meinungsmacher, als selbsternannte Stimmen der Vernunft in einem Land haben, das angeblich von links gekapert worden sei. Gefragt wird u.a., wem es nütze, was da Woche für Woche aus den Kolumnenspalten tropfe. Hingewiesen wird auf ein Buch des Ökonomen Albert O. Hirschman. Darin würden drei Argumentationsfiguren beschrieben, mit denen Reaktionäre seit der Französischen Revolution jeden Fortschritt bekämpfen würden: „Erstens die Perversitätsthese: Jede progressive Reform bewirkt das Gegenteil des Gewollten. Zweitens die Vergeblichkeitsthese: Bringt eh nichts. Drittens die Gefährdungsthese: Gefährdet alles, was wir bisher erreicht haben“. Fleischhauer, Blome und Poschardt seien nicht die Ursache, sie seien das Symptom. Sie seien austauschbar, und genau das sei das Problem. Solange eine Handvoll Verlage und Milliardärsfamilien bestimme, wer in diesem Land Meinung machen dürfe, würden die Nachfolger schon in den Volontärsjahrgängen heranwachsen.

Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten.

Wir danken für die interessanten Zuschriften dazu. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Hallo Herr Berger,

was soll ich zu Ihrem aktuellen Artikel sagen? Außer: Einfach großartig! Schwierig für mich als Deutschen, wenn ich nicht nörgeln kann. Aber das kann ich ja Ihnen ankreiden! 🙂

Besten Dank und beste Grüße,
Peter Klein


2. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

das hier passt sehr gut zu Ihrem Essay:

Die Eliten drehen durch! 🧐🤪

Externer Inhalt

Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.

L.G.
Ute Plass


3. Leserbrief

Auf Alfred lasse ich nichts kommen.

Daher erlaube ich mir den Hinweis: Tetzlaff, Herr Berger, Tetzlaff.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Nack


4. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

– “lassen wir sie geifern und hören ihnen einfach nicht mehr zu”. Sehr richtig, aber warum halten Sie sich nicht an Ihren Rat?

Wer zu lange in die Arena der Kulturkämpfer schaut, springt irgendwann hinein und wird selbst einer.

Vermeiden Sie jegliche Ansteckung mit Kulturkampf: Das ist das Gebot der Stunde.

Mit gewogenen Grüßen
Erik Jochem

P.S.: Mietmäuler fürs Ressentiment – na und?


5. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

“Poschardt, Fleischhauer und Co.”

Naja, diese Namen habe ich schon mal gehört, aber nur von der Sekundärliteratur. “BILD”, “Welt”, etc.? Noch nie! Früher mal “Die Zeit”, geht aber auch nicht mehr.

Was diese Wichtigtuer aus der Rechten Ecke mit denen aus der “Linken” gemeinsam haben, es geht nur um narzisstische Selbstdarstellung. Passt zur Gegenwart, siehe Hans-Joachim Maaz: “Die narzisstische Gesellschaft”.

Und dann dieser Pseudograbenkampf “Links” gegen Rechts. Alles nur Theater. Echte Linke gibt’s nicht mehr, jedenfalls nicht da, wo die Macht ist. War das in Deutschland je anders?

“Ein Vorschlag zur Güte: Seniorenstift „Schwarzer Kanal“”

Sind Sie sicher, dass es dieses Seniorenstift nicht schon gibt, mit der Aufschrift “Bundesrepublik Deutschland”?

Ein Trost: Ganz Gallien, pardon Deutschland, ist besetzt? Nein, ganz im Westen gibt es noch eine unbezwingbare Redaktion, die sich nicht verwirren lässt.

Weiter so Asterix, pardon Jens!

Rolf Henze


6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

es tut zweifelsohne weh, wenn man 2026 in Deutschland zu den kritischen Bürgern und Nachdenkern gehört und solche Artikel im Focus liest, aber es ist sicherlich kein “Fehler”. Man muss wissen und verstehen, wie die Herren Poschardt, Fleischhauer, Lanz und andere ticken, wenn sie gegen oder für etwas “argumentieren”. Ein Kabarettist bezeichnete den Focus einmal als “Bildzeitung für Akademiker”. Das ist keine pauschale Kritik an Akademikern. Es gibt Akademiker, für die ist ihre akademische Ausbildung lediglich ein Sprungbrett, um Karriere zu machen und viel Geld zu verdienen, und es gibt andere.

Die größten Ideologen sind diejenigen, die anderen immer sofort Ideologie vorwerfen, damit nicht über reale ökonomische und soziale Ursachen und politische Inhalte und Ziele debattiert wird. Vor allem soll nicht darüber geredet werden, wer von dieser angeblich “konservativen” Politik profitiert.

Die Herren Poschardt, Fleischhauer, Lanz und andere gehören zwar nicht zu den oberen Zehntausend, aber zweifelsohne zu den Profiteuren einer neoliberalen Politik, die den Bürgern als “konservativ” verkauft wird. Diese Herrschaften verdienen prächtig mit ihrer medialen Ablenkung von den ökonomischen und sozialen Ursachen. Die hart arbeitenden Normalverdiener, die bei VW, Audi oder wo auch immer gerade ihren Job verlieren oder bereits verloren haben, die Krankenschwester, die 45 Jahre lang im Schichtdienst arbeitet, und die Geringverdiener, die im nächsten Jahr weniger Wohngeld bekommen sollen, gehören sicherlich nicht dazu.

Die Herren Poschardt, Fleischhauer, Lanz und Co. machen Propaganda für die “oberen Zehntausend”. Wer Propaganda verstehen will, darf nicht nur fragen, ob eine Aussage wahr ist. Er muss vor allem fragen, warum sie verbreitet wird, welche Emotionen sie anspricht, welche Informationen sie auslässt und welches Weltbild die Botschaft bei den Zielpersonen festigen soll.

Das gilt aber auch für die von der Allgemeinheit gut bezahlten Politikerinnen und Politiker, die Politik gegen die Interessen der Mehrheit und die Allgemeinheit machen. “Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.” Dieser Satz kam in einem Augenblick der Ehrlichkeit bei der Sendung “Pelzig unterhält sich” 2010 aus dem Mund des CSU-Politikers Horst Seehofer, der jahrelang Bundestagsabgeordneter, Bundesminister, CSU-Vorsitzender und von 2008 bis 2018 bayerischer Ministerpräsident war.

Wenn kritische Bürger und Nachdenker 2026 die demokratiefeindliche und obszöne Vermögenskonzentration kritisieren, dann wird ihnen vom amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und anderen sogenannten “konservativen” Politikern sofort “Sozialneid” an den Kopf geworfen. Wer mit Sozialneid argumentiert und über die Gier der nimmersatten “Superreichen” schweigt, argumentiert aber nicht ehrlich und im Interesse der Demokratie und auf dem Boden des Grundgesetzes.

Das gilt auch für die Politiker, Bürger und Wähler (m, w, d) in Deutschland, die sich selbst als “Linke” bzw. links-grün bezeichnen und glauben, Gendern, Wokismus und Veganismus wären “linke” Politik. Das ist vielleicht ein Teil linker Politik, aber es ist nicht der Kern und das Ziel echter linker Politik. Eine Politik für den Frieden und der soziale Ausgleich zwischen Arm und Reich (die sogenannte “soziale Frage”), das ist der Kern und das Ziel echter linker Politik. Militärische Aufrüstung, der Krieg in der Ukraine, Gendern und Wokismus schaffen schaffen keinen Frieden, keine bezahlbaren Wohnungen in Deutschland und keine armutsfesten Renten.

Ein großer und großartiger Nachdenker sagte einmal vor Jahren: Im Kapitalismus kann jeder reich werden, aber nicht alle. Den Unterschied zwischen “jeder” und “alle” intellektuell zu durchdringen, gelingt in Deutschland nicht jedem.

Der konservative Herr Fleischhauer hat 2009 ein Buch veröffentlicht mit dem Titel: “Unter Linken. Von einem, der aus Versehen konservativ wurde.” In diesem Sinne:

Es grüßt ein Konservativer, der nicht versehentlich links geworden ist, sondern aufgrund ökonomischen Verstandes, historischen Wissens, psychologischen Erkenntnissen und sozialer Empathie.

Detlef Schmiedel


7. Leserbrief

Hallo Herr Berger,

sind das die spürbaren Spätfolgen der Dobrindt’schen “Konservativen Revolution”?

z.B.

Hier: .deutschlandfunk.de/konservative-revolution-anschwellender-revolutionsgesang-1-100.html oder

Hier: tagesschau.de/faktenfinder/konservative-revolution-101.html

Möglicherweise liegen die Ursachen doch weiter zurück?

Bereits auf dem Juristentag im September 2004 stellte Di Fabio dem Publikum eine »Verfassungstheorie für Neoliberalismus und Globalisierung« vor. Quintessenz seiner Ausführungen war das Lob der sozialen Differenzen als »Ergebnis der Freiheit«.

Während ihm die »Privatautonomie« als Quelle des gesellschaftlichen Lebens gilt, warnt er vor zu viel Umwelt- und Verbraucherschutz. Wirtschaftspolitisch ein liberaler Hardliner, ist Di Fabio gesellschaftspolitisch erzkonservativ. Für ihn ist das gesellschaftliche Leben der Republik im Würgegriff von Antidiskriminierungsbüros und Gleichstellungsbeauftragten gefangen. Dagegen sollen die traditionellen Institutionen Staat, Familie und Kirche als bürgerliche Widerstandsnester gegen die immer noch nachwirkende Kulturrevolution der Achtundsechziger gestärkt werden.

Neben seiner Tätigkeit am Bundesverfassungsgericht kämpft Di Fabio für eine radikale »Reform« des Wohlfahrtsstaats und für eine entfesselte wirtschaftliche Dynamik, die eigentlich das von ihm propagierte familiäre Heimatidyll ständig bedroht. Ein Widerspruch, der zu den Grundproblemen des modernen Konservatismus zählt.

ads.jungle.world/artikel/2005/34/alles-was-rechts-ist

Für “Freiheit” setzen sich ja seit längerem andere ein:

Anarcho-Kapitalismus

Freiheit statt Demokratie

Können wir ohne Staat und Demokratie besser leben? Ja, sagen viele libertäre und anarcho-kapitalistische Ökonomen. Die Zahl ihrer Anhänger wächst. Welche Ideen sie auf ihrer jüngsten Konferenz umtrieben.

wiwo.de/politik/konjunktur/anarcho-kapitalismus-freiheit-statt-demokratie/12356986.html

Frauke Petry, ehemals AFD, gründete schon mal eine “Milei-Gesellschaft”
cicero.de/wirtschaft/frauke-petry-grundet-javier-milei-institut-deregulierung-entburokratisierung

Offensichtlich gibt es dennoch einige, die sich hinsichtlich Demokratieabbau mittels Kettensäge im “Freiheitsprojekt” nicht besonders wohlfühlen

Reichen-Netzwerk beschwört im Luxushotel Welt ohne StaatRund 200 Gäste tagen im Münchner Bayerischen Hof, kritische Journalisten werden abgewiesen. Das Hotel beendet die Zusammenarbeit.

muenchen.t-online.de/region/muenchen/id_101488596/muenchen-gruender-wollen-staat-abschaffen-hotel-beendet-zusammenarbeit.html

Auch direkt vor Ort in Argentinien ist man nicht allzu begeistert:

Arbeit im Anarchokapitalismus: Reifen pressen, das hieß Aufstieg

Argentinien erlebt einen radikalen wirtschaftlichen Umbau. Eine Reifenfabrik zeigt, wer den Preis für Präsident Javier Mileis Reformen zahlt.

taz.de/Anarchokapitalismus-in-Argentinien-Eine-Reifenfabrik-zeigt-wer-den-Preis-fuer-Mileis-Reformen-zahlt/!6196792/

Wir benötigen daher viel mehr Aufklärung:
Jede Aussage muss durch noch mehr Zahlen belegt werden – vor allem durch Grafiken visualisiert werden. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!

Gruß
Lothar Glück


8. Leserbrief

Ist es notwendig, den von Jens Berger geschmähten „Redaktionären“ von Gazetten, die noch nicht einmal wegen ihrer opportunistischen Glattheit dazu geeignet sind, zur Säuberung des Anus zu dienen, so viel Aufmerksamkeit einzuräumen? Vielleicht gibt es Frohnaturen, die es angenehm empfinden, sich mit den Leitartikeln der Geschmähten das Gesäß zu polieren, um diesen Herren zu zeigen, welchen gesellschaftlichen Stellenwert sie besitzen. Diese alten Kämpfer einer verstaubten BRD gehören als ungeeignete Sanitärartikel zu den Unberührbaren, leider nicht zu den Unhörbaren. Jan Fleischhauer ist der Kurt Ziesel der Gegenwart, den Renegaten Willi S. Schlamm aus Przemysl verkörpert Ulf Poschardt. Es sind Zombies einer untergegangenen Springer-Epoche, als die CDU/CSU noch den Kanzler stellte und dann das Hassobjekt Willy Brandt mit Walter Scheel die politische Bühne betrat. Wer liest und hört denn heute noch dieses Gesülze aus längst vergangenen Zeiten, was dieses Trio beständig wieder aufkocht? Es sind geistig Inkontinente aus der CDU/CSU, Steuerhinterzieher mit FDP-Parteibuch und Studienräte im Pensionsalter. Leser, die mit dem Leben bereits abgeschlossen haben und um ihren Lebensstandard bangen. Enkel kosten Geld und die Zweitwohnung auf Mallorca wird teurer.

Es erhebt sich doch die Frage: Wer gibt denn diesen BRD-Veteranen überhaupt noch die Gelegenheit, sich öffentlich zu äußern? Die Frage ist leicht beantwortet und straft das Gejaule um die beschnittene Meinungsfreiheit Lügen. Es sind ihre eigenen Medien, die sie immer wieder präsentieren um dem neuen deutschen Journalismus eine feste Funktion zu verleihen. Der neue deutsche Journalist versteht sich als Oberlehrer für das dumme Wahlvolk. Er bemüht sich die Anweisungen der Bundes- bzw. Landesregierungen durch erfundene Geschichten, Falschaussagen, Unterdrückung unbequemer Tatsachen dem Wähler unterzujubeln, damit das Volk diese auch widerspruchslos frisst. Nicht vergessen, dass ein Franz Müntefering die Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen anno 2005 damit begründete, man habe die Agenda 2010 nicht gut genug dem Wähler „kommuniziert“. Damit drückte er aus, man habe den Wähler nicht hinreichend genug beschissen.

Nur dieser Punkt interessiert die drei Herren, die Jens Berger in den Brennpunkt rückte. Doch sie sind nicht die Einzigen. Günter Gaus gab kurz vor seinem Lebensende eine interessante Beobachtung öffentlich bekannt. Er erklärte, dass sich in diesem Lande eine Oberschicht herausgebildet habe, die ihre Pfründe so zäh verteidigen würde, wie einst der feudale Adel. Das „Trio kleinbürgerlicher Schreiberlinge“, die im Zentrum der Kritik in dem Kommentar stehen, sind nichts anderes als die subalternen Ausführenden, die Wadenbeißer der regierenden Elite in der BRD, welche durch die zu ihnen gehörenden Medien ihr eigenes, zerstörtes Selbstbewusstsein wieder aufpäppeln. Selbst durch eine Kritik wie die von Jens Berger und meinen Meinungsbeitrag leisten wir auch noch therapeutische Hilfe, was meiner Meinung nach kontraindiziert ist, um auf die medizinische Fachsprache zurück zugreifen.

Dieser heulenden Meute zurückgebliebener BRD-Spießer mit ihrem Nierentischdenken und der geistigen Helligkeit einer Tütenlampe, mit 25-Watt-Glühbirne in Kerzenform, damit der Lampenschirm keine braunen Flecken kriegt, kann nur mit Nichtachtung begegnet werden. Das ist für sie die schlimmste Strafe, wenn sie merken, dass sie heute völlig überflüssig sind und lediglich aus ökonomisch nicht verwertbarem Humankapital bestehen, was gerade sie den verhassten Empfängern von Sozialleistungen vorwerfen.

Stephan Ebers


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