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Titel: Leserbriefe zu „Midterms – der Kater kommt bestimmt“
Datum: 8. November 2026 um 14:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich: Redaktion
Hier kommentiert Jens Berger die Midterm-Wahlen in den USA und die Reaktionen deutscher Medien darauf. Die deutschen Medien seien „vor Freude aus dem Häuschen“. Die Demokraten hätten die Midterms gewonnen. Nun werde wieder alles gut. Der „böse orangefarbene Mann“ sei weg, die Guten hätten gesiegt: „Nun können wir uns wieder ohne Vorbehalte unterwerfen. Stopp! Ich habe so einen Rausch schon einmal miterlebt, und der Morgen danach war ziemlich ernüchternd“. Erinnert wird an den Friedensnobelpreisträger Obama sowie an seine Drohnen und an seinen Wahlslogan „Yes we can“, der für die Wall Street gewesen sei. Obama habe sein Amt mitten in der Finanzkrise angetreten und er habe die historische Chance gehabt, das Casino zu schließen. Stattdessen habe er jedoch die Croupiers gerettet. Die Banken hätten ihre Milliarden bekommen und die Hausbesitzer Zwangsräumungsbescheide. Millionen Familien hätten ihr Zuhause verloren, während kein einziger Spitzenbanker ins Gefängnis gegangen sei. Unser Chefredakteur möchte niemandem die Freude verderben. Dass Trump ein Dämpfer verpasst wurde, sei keine schlechte Nachricht. Aber: „Wir sollten aus dem Kater von 2008 etwas gelernt haben.“
Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten.
Wir danken für die interessanten Leserbriefe, die wir dazu bekommen haben. Es folgt nun eine Auswahl. Für Sie zusammengestellt von Christian Reimann.
1. Leserbrief
Vielen Dank für diese ausgezeichnete Analyse, der ich in sämtlichen Punkten nur zustimmen kann!
Einmal mehr erstaunlich, wie wenig die Fans der US-Demokraten aus der Vergangenheit gelernt haben. Was auf eine ausgeprägte Lernresistenz oder Dummheit hinweist.
Mit freundlichen Grüßen,
M. Bernard
2. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Berger,
dieser Artikel war einfach mal wieder großartig: Sie bringen die Dinge derartig gut auf den Punkt, sie schaffen es in einem kurzen Artikel, die wichtigen Fakten klar zu benennen und das Ganze in einem sehr lesenswertem Stil.
Ich lese Ihre Beiträge immer gerne, aber dieser war “outstanding”, wie ich finde.
In der Berliner Zeitung gibt es über jedem Artikel die Möglichkeit seine Zustimmung zu erklären, indem man auf den positiven Daumen klickt. Eine solche Möglichkeit, finde ich, fehlt in den Nachdenkseiten.
Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Zaefferer
3. Leserbrief
Lieber Herr Berger,
nehmen Sie das der “giggelden” Dame nicht übel. Sie wird dafür bezahlt, die Menschen mit billiger Unterhaltung zu berieseln.
2008, Obama? Ja, damals hatte auch ich Hoffnung. Und auch zum letzten Mal, was die USA betrifft. Trump erstrahlte zu Beginn über dem düsteren Schatten von Biden (sowie auch Merz über Scholz – und dann kam es noch schlimmer). Aber meine Cousine in New Jersey hat mir gleich Bescheid gesagt, ein narzisstischer Psychopath sei das. “Das politische System der USA besteht aus einer Einheitspartei mit zwei Rechten Flügeln”, hat mal wer gesagt.
Die Kriegsstrategie der USA hat sich in 170 Jahren nicht geändert. Wo sie was erobern wollen, hetzten sie zuerst die lokale Bevölkerung gegeneinander auf. Wenn diese sich dann genug gegenseitig massakriert hat, räumen sie den Rest ab. Sie haben Recht, es lässt sich keinerlei Hoffnung aus dem Wahlergebnis in den USA ableiten. Außer vielleicht, wenn die mit sich selbst beschäftigt sind, können sie weniger Unheil in der Wet anrichten. Vorübergehend.
Viele Grüße,
Rolf Henze
4. Leserbrief
Gut, dass Jens Berger in diesem Beitrag aufräumt mit politischen Erlösungs- und Heilsgestalten, die auf politische Führungfiguren projiziert werden.
Der Artikel endet mit den Worten:
“Wer etwas zum Besseren verändern will, sollte die richtigen Fragen stellen – nach Krieg und Frieden, nach Arm und Reich, nach den Interessen hinter den Kulissen.
Also stellen wir den Sekt zurück in den Kühlschrank, setzen den Kaffee auf und bleiben wach. Es gibt viel zu tun.”
Ja, sehr wichtig, die “richtigen Fragen” zu stellen. Dazu gehört , ob das, was zu tun wäre auch den dazu notwendigen politischen Aktionsrahmen bietet, damit nicht weiter die richtigen Lösungen vom falschen System erwartet werden.
Politik ist die Schaffung eines Raums menschlicher Unmittelbarkeit, in dem wir gemeinsam diejenigen Institutionen schaffen und beständig überprüfen und anpassen, die wir in einer teil-anonymen Großgesellschaft brauchen.
Zum Nach- und Weiterdenken:
L.G.
Ute Plass
5. Leserbrief
Liebe NDS, Jens Berger,
hierzu empfehle ich Consortium News mit einem Interview von Patrick Baab mit Joe Lauria – Who Rules America?
Grüße
von unserem Leser R.O.
6. Leserbrief
Hallo Herr Berger,
so ähnlich ging es mir 2008 auch. Aber ich habe dazugelernt. Der Job des US-Präsidenten, wie auch aller anderen westlichen Regierungschefs, ist allerdings nicht das Wohlergehen der Gesellschaft, sondern das Umschichten von Reichtum in den Schlund der Reichen. So einfach ist das und darum wird auch nie wieder etwas besser werden, bestenfalls mal temporär und nur gefühlt.
Moment, mag man da einwenden, warum ist nur der Westen betroffen? Nein, das ist woanders natürlich auch so ähnlich, dort hat man die 100% aber noch längst nicht erreicht. Ich spreche da aus Erfahrung.
MfG
Kai P.
7. Leserbrief
Lieber Herr Berger,
der Kater kommt bestimmt! Bei den Lesern der Nachdenkseiten wahrscheinlich weniger als den Teilnehmern des ÖRR und der Qualitätsmedien. Wenn man die Nachdenkseiten regelmässig liest, ist man vor Illusionen über die „Demokratie“ der USA gefeit. Dieses große Getöse um Wahlen, wie die jetzigen Midterms, soll eigentlich nur ablenken von der Tatsache, dass es sich bei den USA um ein Einparteien-System handelt. Denn egal welche Partei an der Macht ist, beide führen Krieg, füttern die Rüstungsindustrie und dienen ihrer Oligarchie. Beispiel: Clintons unmöglicher Jubel über die Ermordung Gadaffis, Bidens Ankündigung der Sprengung der Nordstream-Pipeline ein halbes Jahr vor ihrer Ausführung, Nulands Einlassungen zum Maidan-Putsch, letzlich Stellvertreterkrieg in der Ukraine usw.
Wenn wirklich „Sagen was ist“ in den deutschen Medien die Parole wäre, müssten sie zum Ergebnis kommen, dass in den USA eine Fassadendemokratie (Sheldon Wolin) herrscht, gelenkt vom tiefen Staat, dem Konglomerat aus Geheimdiensten und Big Money.
Und da spielt es keine Rolle, wer im Präsidentenpalast sitzt. Insofern ist die ganze Berichterstattung über Wahlen in den USA eigentlich ohne Erkenntniswert.
Fazit: Hochmütig wie eh und jeh werden die USA weiter die Geschicke der Welt zu ihrem Vorteil und zum Nachteil aller anderen mit allen Formen verdeckter und offener Gewalt lenken. Völlig egal unter welchem Präsidenten. Und schön zu wissen: Hochmut kommt vor dem Fall.
Mit besten Grüßen
Rainer Reiß
8. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Berger,
Sie müssen schon meinen Einwand entschuldigen:
Nach Lesung des Artikels bin ich in ein schmerzhaftes Kurzzeitcoma gefallen, von welchem ich mich gerade erst erholt habe, um diese Zeilen aufzusetzen.
Als 200 000 jubelnde “Menschen” in Berlin einem Barack Obama zujubelten, sagte ein guter Freund, (Elektroingenieur) aus unserem Freundeskreis (alles gelernte DDR Bürger) – jetzt Kommt DER SCHWARZE TEUFEL. Und es kam DER SCHWARZE TEUFEL. (WIR, waren nicht dabei in Berlin!)
Denn, Uns hatte man nämlich nach dem Mauerfall nicht das Sprichwörtliche Gehirn herausoperiert und ein westdeutsches Brötchen eingesetzt.
Wir Wenigen wussten schon 1990, bis zum heutigen Datum, was uns in den nächsten Jahrzehnten erwarten wird. (weil die Masse es zulässt)
Es ist alles eingetroffen bzw. noch schlechter geworden, in allen Lebensbereichen, von A bis Z in diesem Deutschland, dem “Land des Glücks und Lobgesangs”.
Eines müßte auch Ihnen bekannt sein – Intelligenz sieht man nicht, man spürt Sie am Ergebnis.
Denn, wenn irgendein verantwortlicher Politiker(in) in Regierungsverantwortung nicht nur in Deutschland, sondern weltweit wollte, dass es den Menschen in allen Lebensbereichen von A bis Z wohlergeht, dann wäre es schon da.
Ich beende diese kurze Einschätzung zu ihrem Artikel mit einem Denkanstoß von George Orwel:
“Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.”
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und dem Team der NachDenkSeiten eine friedliche, gesunde, Rest – Woche.
Es grüßt ein in recht großer Sorge lebender Opa, Vater, und Bürger aus Brandenburg (Deutschland)
Herr Werner Matzat
9. Leserbrief
Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten,
sehr geehrter Jens Berger,
im Großen und Ganzen haben Sie schon recht, aber um es gleich zu Anfang mal deutlich zu sagen : Alles was nach Trump kommt kann nur besser werden.
Ich habe zwar damals im Gegensatz zu Ihnen nicht gefeiert als Obama zum Präsidenten
gewählt wurde, war aber zugegebenermaßen auch erleichtert, daß dieser Bush jr. weg war.
Und völlig zu recht kritisieren Sie die von Obama angeordneten Droheneinsätze und Bombardierungen, nicht zu vergessen, daß er versprochen hatte, Guantanamo schließen zu wollen.
Nicht zu vergessen, die Anhöraffäre von Merkels Handy seinerzeit usw.
Es gibt wirklich genug, was man an der Regierungszeit unter Obama kritisieren kann, Fakt aber ist, dass dieser Barack Obama der derzeit beliebteste (Ex-)Präsident der USA ist.
Und soweit Sie Obama vorwerfen, die Banker seinerzeit in der Finanzkrise verschont zu haben, so darf ich höflich daran erinnern, wie das hierzulande damals gelaufen ist. Quasi über Nacht wurden Rettungspakte in schwindelnd erregender Höhe bereitgestellt, um die Banken wegen deren “Systemrelevanz” zu erhalten – Commerzbank und Hypovereinsbank zum Bsp., um nur einige zu nennen.
Einer wurde in USA auf jeden Fall ‘eingebuchtet’ – Bernie Madoff.
Und wer wurde hier bei uns ‘eingebuchtet’ ?
Möglicherweise hat Obama tatsächlich den Boden für diesen Totalversager Trump bereitet, gleichwohl hat im Wahlkampfjahr 2024 gerade die von Ihnen gescholtene K. Harris mehrfach prophezeiht wohin die Reise unter einem DJT führen wird, eben daß die Preise in die Höhe gehen werden, daß die Mieten und Hauskosten steigen werden und daß die Gesundheitsversorgung für viele nahezu unbezahlbar werden wird.
Die Leute haben nicht hingehört, als dieser orangene Clown damals auf Wählerfang gegangen ist wie zum Bsp. “I don’t care about you, I just need your vote” oder “smart people don’t like me…” usw. Wer solche Phrasen überhört oder gar beklatscht und dabei auch noch grölend dem Protagonisten zujubelt, der braucht sich nicht zu beschweren, wenn er knapp 2 Jahre später 10 Dollar für eine Packung Eier oder > 6 Dollar für eine Gallone Diesel zahlen muß.
Es ist nicht so, daß ich ein begeisterter Fan der Demokraten wäre (schließlich haben die NS2 gesprengt), aber was seit Amtsantritt dieses unfähigen orangenen Clowns in USA selbst abgelaufen ist, das sprengt jeden Rahmen.
Die Amerikaner haben einfach auf gut deutsch “die Schnauze voll gehabt” und genau das gemacht, was der Orangene ihnen bei mehreren Wahlkampfauftritten empfohlen hat – “wählt so, als stünde ich auf dem Wahlzettel”.
Das Ergebnis ist blau in Texas, in Kansas, in Ohio, in Michigan, in Georgia, in Nord und Süd Carolina und vllt. sogar in Alaska.
Dieser Senator Bernie Sanders hat in mehreren Interviews immer wieder beklagt, daß das politische System der USA irreparabel von der Milliardärsschicht korrumpiert wurde. Und das gilt nicht nur für die republikanische Seite.
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Ich bin der Auffassung, daß die zukünftige Politik der USA durch Leute wie eine A.O. Cortez, ein J. Ossoff und einen J. Talarico wohl maßgeblich geprägt werden könnte, sollten sie nicht auch irgendwann korrumpiert werden von den Strippenziehern im Hintergrund.
Und wie Sie zum Schluß hin richtig anmerken, Jens Berger – bleiben wir wachsam, auch hierzulande.
Mit freundlichen Grüßen
Patrick Meiser
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