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Titel: Hinweise des Tages

Datum: 4. Januar 2017 um 9:38 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
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Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (PS/JB)

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Das vermeintliche Jobwunder zieht an Älteren und Menschen mit Behinderungen vorbei
  2. DER BILD-DESPOTEN-CHECK: 7 Schurken, die uns 2017 versauen könnten
  3. Putin greift nach Europa – und Europa schaut zu
  4. Russische Regierung wohl doch nicht hinter Hackerangriff auf US-Stromversorger
  5. Assange: Russland hat mit geleakten Podesta- und DNC-Mails nichts zu tun
  6. Das Jahr der falschen Nachrichten
  7. Ein gut gehütetes offenes Geheimnis: Washington steckt hinter Indiens brutalem Bargeld-Experiment
  8. DGB: Ausnahmen beim Mindestlohn nicht schaffen, sondern abbauen
  9. Lebensversicherungen: Weniger Rente fürs angesparte Vermögen
  10. Die dunkle Seite der Energiewende
  11. Dem Grundwasser geht es dreckig
  12. Stripped of False Realities: Americans’ Political “Psychotic Break”
  13. Im Sumpf der Lobbyisten
  14. Flüchtlinge
  15. Ein Leserbrief zu unserem Artikel „Das Daten-Kartell – Warum fordert niemand eine Vergesellschaftung der Daten?“
  16. Zum Jahreswechsel: Plattitüden und hohle Worte. Aber Krieg und Elend lassen sich nicht totschweigen
  17. Bildung: “Es ist armselig, dass wir Menschen so auf ihre Herkunft reduzieren”
  18. Zu guter Letzt: Konstantin Wecker: Mit Poesie und Widerstand

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Das vermeintliche Jobwunder zieht an Älteren und Menschen mit Behinderungen vorbei
    „Die Jubelstimmung der Bundesregierung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass nur wenige Langzeiterwerbslose einen neuen Job finden. Besonders für Ältere und Menschen mit Behinderungen bleibt der Arbeitsmarkt in vielen Fällen dauerhaft verschlossen und das vermeintliche Jobwunder zieht an ihnen vorüber“, erklärt Sabine Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum aktuellen Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit. Zimmermann weiter:
    „160.000 über 58-jährige Hartz-IV-Beziehende werden alleine deshalb nicht als arbeitslos gezählt, weil ihnen ein Jahr lang kein Jobangebot gemacht wurde. Auch Armut trotz Arbeit ist noch immer für viel zu viele Menschen an der Tagesordnung, sei es aufgrund niedriger Löhne oder unfreiwilliger Teilzeitbeschäftigung. Die Fehlentwicklungen am Arbeitsmarkt müssen endlich korrigiert werden.
    Die arbeitsmarktpolitische Untätigkeit der Großen Koalition muss beendet werden. Erwerbslose müssen besser unterstützt werden. Die Einführung eines öffentlich geförderten Beschäftigungssektors zu existenzsichernden Löhnen ist längst überfällig. Der Mindestlohn muss auf zwölf Euro erhöht werden und ohne Ausnahmen gelten. Leiharbeit muss verboten und Minijobs müssen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführt werden.“

    Quelle: Sabine Zimmermann, MdB (Die Linke)

    Anmerkung Jens Berger: Hinzu kommt, dass sämtliche gemeldeten Daten zum SGB II (also Hartz IV) sich im Dezember, wie schon in den Vormonaten, negativ entwickelt haben. So hatten wir beispielsweise in diesem Dezember laut offiziellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit 113.000 mehr „Regelleistungsberechtigte“ als im Vorjahr. Vor allem für diese Personen sind die Jubelmeldungen ein Schlag ins Gesicht.

  2. DER BILD-DESPOTEN-CHECK: 7 Schurken, die uns 2017 versauen könnten
    Brexit-Schock, Türkei-Putsch, Berlin-Terror, Putins und Assads Bomben-Inferno in Aleppo. Kein Jahr der jüngeren Geschichte hat uns so viele politische Tiefschläge beschert wie 2016.
    Eingeschlichen in das Denken vieler Menschen hat sich ein Gefühl, das nicht mit dem gewohnten Unbehagen gegenüber den Mächtigsten zu verwechseln ist: Angst.
    Die Furcht, dass die Feinde Europas Erfolg haben mit ihrem Zersetzungswerk, die Europäische Union samt Gemeinshaftswährung tatsächlich zerfällt.
    Die Furcht, dass ein erstarkter und inzwischen kriegserprobter Kreml-Herrscher selbst vor Nato- und EU-Grenzen (z.B. im Baltikum) nicht haltmachen könnte.
    Dazu ein unberechenbarer Hitzkopf in Ankara […] Und der Despot in Damaskus, der in Aleppo Zivilisten einkesselt, […] Dazu Atomtests in Nordkorea und staatlich geförderte Lynchjustiz auf den Philippinen. Dazu der ISIS-Terrorchef, der immer noch und immer wieder zu Anschlägen auf den freien Westen aufruft […]
    Die Welt – gerät sie 2017 völlig aus den Fugen? 7 Mächtige, auf die es in diesem Jahr ankommen wird, im BILD-Despoten-Check.
    Quelle: BILD

    Anmerkung Albrecht Müller: Jetzt ist die Bild-Zeitung vollends auf dem Niveau des Stürmer und bei seinen Methoden angekommen. Und das ganze Gerede der Qualitätsmedien, die Bild aus ihrer Kritik draußen vor lassen, wird als Selbstbeweihräucherung ohne kritischen Blick entlarvt.

  3. Putin greift nach Europa – und Europa schaut zu
    Das autoritäre Russland nutzt die Schwäche der westlichen Demokratien aus, um seinen Einfluss auszubauen. Doch die Gefahr wird weiter kleingeredet. Für die liberale Demokratie könnte das tödlich enden. […]Keines dieser Argumente ist freilich neu. Wir hören sie immer wieder, seit Putin den Westen zum Feindbild erklärt und mit der Annexion der Krim und der Invasion der Ostukraine den europäischen Frieden gebrochen hat. Verblüffend ist allerdings, dass sie gerade jetzt so massiv wiederholt werden. Hat doch Putin gerade erst Aleppo in Schutt und Asche legen lassen und den Westen in Syrien zum Statisten degradiert. Jetzt schickt er sich an, im Verbund mit dem Iran und der Türkei dort eine Ordnung nach seinen Vorgaben zu installieren. Des Weiteren haben die Desinformations- und Cyberkriegsspezialisten des Kreml jüngst bewiesen, dass sie sogar den Präsidentschaftswahlkampf der mächtigsten Nation der Welt manipulieren können. Und demnächst wird mit Donald Trump und seinen engsten Mitstreitern ein Klub von Bewunderern und Geschäftspartnern Putins die Regierung der Führungsmacht der westlichen Welt übernehmen. Bald könnte in den Niederlanden, Italien und Frankreich Ähnliches geschehen.
    Quelle: Richard Herzinger in der WELT

    Anmerkung Jens Berger: Ist es nicht erstaunlich, wie schnell bei Richard Herzinger aus Vermutungen und Spekulationen Fakten werden? Freilich nur dann, wenn es gegen „den Russen“ geht. Herzinger ist einer der schärfsten deutschen Kriegshetzer und ein waschechter kalter Krieger. Das Medienmagazin „Russia Insider“ bezeichnet Herzinger übrigens als einen der „schlimmsten Lügner in der deutschen Medienlandschaft“.

  4. Russische Regierung wohl doch nicht hinter Hackerangriff auf US-Stromversorger
    Kurz vor dem Jahreswechsel hatte es in den USA Berichte über einen vermeintlich von Russland koordinierten Hackerangriff auf einen Stromversorger gegeben. Die entpuppen sich nun aber offenbar als falsch […] es würden immer mehr Hinweise dafür gefunden, dass es bei dem Vorfall keine Verbindung zur russischen Regierung gebe, zitiert die Washington Post Behördenvertreter, die mit der Untersuchung betraut seien. […] Wie die Zeitung nun erklärt, wurde der Alarm ausgelöst, als ein Mitarbeiter des Burlington Electric Departments seinen E-Mail-Account bei Yahoo geöffnet habe. Das sei im System als Zugriff auf eine verdächtige IP-Adresse gewertet worden, die in Verbindung mit dem mutmaßlichen russischen Hackerangriff auf die Demokratische Partei stehe. Der Zugriff sei aber möglicherweise nicht problematisch, weil diese IP-Adresse nicht durchgehend mit bösartiger Aktivität in Verbindung stehe.
    Quelle: Heise Online

    Anmerkung Jens Berger: Das kann natürlich auch Taktik sein. Erst schiebt man jeden „Hackerangriff” auf die russische Regierung und entlastet diese dann in einem besonders eindeutigen Fall, der bei näherer Betrachtung übrigens überhaupt kein „Hackerangriff“ ist. Die Botschaft: Seht her, wir prüfen genau und geben auch zu, wenn wir keine Beweis gegen Russland haben. Zwischen den Zeilen verstärkt dass jedoch die ebenfalls unhaltbaren restlichen Vorwürfe, denen ja nicht widersprochen wird.

  5. Assange: Russland hat mit geleakten Podesta- und DNC-Mails nichts zu tun
    Gegenüber FoxNews sagte der WikiLeaks-Begründer, das Weiße Haus wolle die Trump-Regierung mit der antirussischen Kampagne delegitmieren (…) Assange hat noch am 8. November erklärt, dass WikiLeaks die Dokumente erhalten und für veröffentlichungswert gehalten habe, um die amerikanische Öffentlichkeit zu informieren. (…) Im Dezember behauptete Assange erneut in einem Interview mit Sean Hannity von Foxnews, dass WikiLeaks die DNC- und Podesta-Dokumente nicht von einer russischen Quelle erhalten habe. Vom RNC (Republican National Committee) und von Trump habe man zwar 3 Seiten erhalten, aber die seien auch schon anderswo veröffentlicht worden. Hannity hat jetzt erneut mit Assange gesprochen, der weiterhin darauf beharrt, dass die DNC- und Podesta-Dokumente nicht von der russischen Regierung oder einer Partei stammen. (…) Die dramatische Reaktion des Weißen Hauses habe einen offensichtlichen Grund: “Sie versuchen, die Trump-Regierung zu delegitimieren, während sie ins Weiße Haus einziehen. Sie versuchen zu sagen, dass der designierte Präsident Trump kein legitimer Präsident ist.” Er verweist darauf, dass die US-Regierung, also das Weiße Haus, das Finanzministerium, das Heimatschutzministerium und das FBI, am 29. Dezember die Anklagen gegenüber der russischen Regierung vorgelegt hat, um die Sanktionen und die Ausweisung der Diplomaten zu rechtfertigen: “Was fehlte bei allen Statements? Das Wort WikiLeaks. Das ist sehr seltsam.” Obama habe nie gesagt, dass WikiLeaks die Dokumente von russischer Seite erhalten hat. Er wisse nicht, ob die Emails die Wahl beeinflusst hätten. Wenn dies so war, dann seien es die darin enthaltenen Äußerungen von Clinton, Podesta und Debbie Wasserman Schultz gewesen. Diese waren übrigens authentisch und keine Fake-News.
    Quelle: Telepolis
  6. Das Jahr der falschen Nachrichten
    Nicht nur das Internet gebiert „Fake News“: Sie kamen 2016 auch durch Pressemitteilungen der Polizei, Tageszeitungen und das Fernsehen in die Welt. Alles begann am 1. Januar.
    Das Jahr begann mit einer Falschnachricht. Sie stammte von der Kölner Polizei und erschien am Morgen des 1. Januar. Von einer weitgehend entspannten Lage in der Silvesternacht war darin die Rede, die Beamten hätten alles im Griff gehabt. Nichts davon stimmte. Es war die Unwahrheit. „Fake News“ würde man mit dem Modewort des Jahres sagen. Die „Fake News“ setzte sich fort. Fortgeschrieben wurde sie von zwei Autorinnen im „Tagesspiegel“, die, als die Nachrichten über die massenhaften sexuellen Übergriffe auf Frauen, begangen von einer großen Gruppe zumeist aus nordafrikanischen Ländern stammenden Männern, die Runde machte, mutmaßten, das sei übertrieben und werde instrumentalisiert, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Den Gipfel der Umdeutung erklomm der Publizist Jakob Augstein, der schrieb, die Opfer – die jungen Frauen also – seien den mutmaßlichen Tätern vor und nach der Tat sozial überlegen gewesen. Eine solche Verharmlosung von Verbrechen dürfte einzigartig sein.
    Quelle: FAZ
  7. Ein gut gehütetes offenes Geheimnis: Washington steckt hinter Indiens brutalem Bargeld-Experiment
    Mit einem Schlag erklärte die indische Regierung am 8. November 2016 die beiden größten Geldscheine und damit über 80 Prozent des indischen Bargelds mit sofortiger Wirkung für ungültig. Worüber erstaunlicher Weise niemand zu reden oder zu schreiben scheint, ist die entscheidende Rolle, die Washington dabei spielte. Dabei wurde sie nur sehr oberflächlich verborgen.
    Quelle: Norbert Häring
  8. DGB: Ausnahmen beim Mindestlohn nicht schaffen, sondern abbauen
    Die neuen Arbeitsmarktzahlen kommentiert DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell wie folgt: (…) „Der Mindestlohn darf jedoch nicht durch weitere Ausnahmen ausgehöhlt werden. Deshalb lehnen wir zusätzliche Ausnahmen vom Mindestlohn, beispielsweise für Geflüchtete und Zuwanderer, strikt ab. Praxisphasen und Anpassungslehrgänge, die zur Anerkennung eines Berufsabschlusses benötigt werden, sind kein Grund, das Mindestlohngesetz aufzuweichen. Der DGB hat sich immer gegen Ausnahmen beim Mindestlohn eingesetzt. An dieser Position hat sich nichts geändert. Es gilt jetzt nicht, neue Ausnahmen zu schaffen, sondern bestehende abzubauen.“
    Quelle: DGB
  9. Lebensversicherungen: Weniger Rente fürs angesparte Vermögen
    Der Niedrigzins zwingt die Versicherer Allianz und Zurich, den Rentenfaktor zu senken. Das hat keine Folgen für die Ersparnisse, aber für die monatliche Rente, die sich daraus ergibt. Das neue Jahr geht für viele Versicherungskunden gleich mit einer folgenreichen Nachricht los: Hunderttausende Lebensversicherte werden in den kommenden zwei Wochen darüber informiert, dass ihre Versicherer die Formel ändern, mit der ein Euro angesammelten Kapitals für die Altersvorsorge in eine monatliche Rente umgerechnet wird.
    Quelle: FAZ.net

    Anmerkung unseres Lesers J.A.: Echt super, so ‘ne kapitalmarktgedeckte Altersvorsorge. “Die kapitalmarktgedeckte Rente is sischer!” Jedenfalls für die Versicherung, die immer ihren Schnitt macht. Der versicherte Rentner dagegen bekommt sicher weniger als gedacht. Ebenso sicher und nicht anders zu erwarten: von der FAZ keinerlei Kritik an dem Vorgehen (m. E. hart am Rande der Legalität, weil Garantien einfach so gekippt werden), keinerlei Zweifel an den angeblichen Vorteilen der Kapitalmarktdeckung und keinerlei Hinweis auf bessere Alternativen (gesetzliche Rente im Umlageverfahren).

  10. Die dunkle Seite der Energiewende
    In Deutschland wird die Steinkohleproduktion bald eingestellt, der Strom soll ja sauber werden. Doch die Kraftwerke sollen weiterlaufen – mit Importkohle. Länder wie Kolumbien baden die Energiewende aus.
    Quelle: Spiegel Online
  11. Dem Grundwasser geht es dreckig
    Gülle wird in Deutschland immer noch als Dünger auf Feldern versprüht und belastet – wie auch Kunstdünger – laut dem aktuellen Nitrat-Bericht der Bundesregierung weiter das Grundwasser. Eine Gesetzesreform soll das jetzt ändern. (…) In 28 Prozent der Messstellen fand sich zu viel Nitrat im Wasser, also mehr als die erlaubten 50 Milligramm pro Liter. Überhöhte Nitratwerte finden sich vor allem in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, aber auch im Norden Sachsen-Anhalts und Sachsens und in Teilen Nordrhein-Westfalens. Besonders dort eben, wo intensiv Tiere gehalten werden, sagt Friedrich Ostendorff, Bio-Bauer und Abgeordneter der Grünen im Bundestag. Die betroffenen Kommunen müssten massiv Aktivkohle einsetzen, was die Trinkwasserproduktion der Wasserwerke verteuere: “Letztlich muss der Steuerzahler als Wasserkunde dafür zahlen, dass hier eine völlig verfehlte agrarische Entwicklung gelaufen ist”, sagt Ostendorff. (…) Seiner Erfahrung nach sind schärfere Regeln zum Umgang mit Gülle bisher aber noch immer am einflussreichen Deutschen Bauernverband gescheitert, der wiederum gute Drähte ins CSU-geführte Landwirtschaftsministerium hat: “Ich bin gespannt, wie sich das durchsetzt. Bisher war das Umweltministerium nicht in der Lage, dem Paroli zu bieten, wenn es aus dem Hause des Bauernverbandes massivsten Widerstand gab.” Doch noch steht der Plan: Am 16. Januar ist zunächst eine Anhörung des Agrarausschusses angesetzt. Am 19. Januar soll dann der Bundestag über die Änderung des Düngegesetzes beschließen.
    Quelle: tagesschau.de
  12. Stripped of False Realities: Americans’ Political “Psychotic Break”
    Stripped of the false realities of democracy, legitimate media authorities, and American exceptionalism, U.S. society is having a “psychotic break” of sorts. What many Americans have previously believed to be “reality” is disintegrating. Science provides us with no monolithic explanation for what is commonly called a psychotic break, but for some people who have lived this experience, they describe their sense of who they’ve believed themselves to be as disintegrating in a massive way, a discovery that their sense of self is in some way false. This experience can be overwhelming, emotionally and cognitively, and can propel them into an altered state.
    Quelle: Counterpunch.org
  13. Im Sumpf der Lobbyisten
    Agrar- und Chemiefirmen geben Millionen aus, um ihre Interessen durchzusetzen. Sie beeinflussen staatliche Behörden und manipulieren Studien.
    Die deutsche Chemieindustrie ist mit über 190 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015 die größte in Europa. BASF und Bayer gehören zu den fünf weltgrößten Herstellern von Agrarchemikalien. Die Branche weiß ihre Interessen in Brüssel und Berlin zu vertreten. Der „European Chemical Industry Council“, ihr europäischer Spitzenverband, gibt mit Abstand das meiste Geld für Lobbytätigkeit in Brüssel aus. Im Jahr 2015 waren es 10,2 Millionen Euro. Die Verbandsfunktionäre und -funktionärinnen hatten 37 Treffen mit der EU-Kommission und verfügten über 25 Zugangspässe, die einen Aufenthalt im Europäischen Parlament ohne Einladung und Voranmeldung ermöglichen. Zum Vergleich: Die nach ihnen aktivste Lobbyorganisation, die vereinigten Industrie- und Handelskammern, gaben 2015 rund 7,6 Millionen Euro aus, trafen sich 33-mal mit hohen Kommissionsbeamten und -beamtinnen und kamen auf elf Zugangspässe für das Europäische Parlament.
    Quelle: taz
  14. Flüchtlinge
    1. BKA-Statistik Mehr als 900 Angriffe auf Flüchtlingsheime
      Die Zahl der Asylbewerber ist im Jahr 2016 deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte blieb trotzdem auf einem hohen Niveau: 921 Attacken zählte das Bundeskriminalamt bis zum 27. Dezember. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat einem Zeitungsbericht zufolge bis zum 27. Dezember dieses Jahres bundesweit 921 Attacken auf Asylunterkünfte verzeichnet. Davon hatten 857 einen rechtsradikalen Hintergrund. Das habe eine Anfrage beim BKA ergeben, berichtete die “Welt” online. Bei 152 der Attacken aus dem Jahr 2016 handelte es sich laut “Welt” um Gewaltdelikte, 66 davon waren Brandstiftungen. Allerdings seien die Zahlen für das Jahr 2016 noch nicht abschließend erfasst. Delikte könnten auch noch im Nachhinein registriert werden.
      Quelle: Tagesschau
    2. Warum hilft man den Menschen erst hier?
      Heute verstehe ich nicht, was sich hier vor meinen Augen abspielt. Ich verstehe den Sinn dieser offenen Grenze nicht. Warum ermutigt man Menschen, dass sie aus ihren Heimatländern fliehen und somit entwurzelt in Deutschland ankommen? Warum hilft man den Menschen vor Ort nicht oder hat ihnen nicht rechtzeitig geholfen?
      Nehmen wir das Beispiel Syrien. Die Menschen sind entweder innerhalb Syriens oder in die Anrainerstaaten geflüchtet. Sie waren stets im Blickkontakt mit ihrer Heimat. Wo waren die Humanisten unter uns, als das UN-Welternährungsprogramm die Gelder für die syrischen Flüchtlinge in den bereits existierenden Unterkünften kürzte? Ein Bruchteil des Geldes, das heute für die Angekommenen ausgegeben wird, hätte gereicht. Warum erstellte das Bundesamt für Integration bereits im Jahre 2014 einen Anwerbefilm, damit die Flüchtlinge ermutigt werden, nach Deutschland zu kommen? Und warum glaubt die Mehrheit der Gesellschaft, dass sie in der Lage ist, diese Millionen Menschen, deren Sozialisierung eigentlich bereits abgeschlossen ist, hier resozialisieren zu können? All das ist eine neue Form des Kulturkolonialismus – arrogant, ignorant, fahrlässig und keinesfalls human.
      Menschen aus Marokko, Nigeria, dem Irak oder Syrien laufen auf langen, beschwerlichen, gefährlichen und regelmäßig tödlich endenden Wegen nun um die Wette. Die Mehrheit von ihnen sind starke Männer im wehrfähigen Alter, die den Mythos Einwanderer und Eroberer mit sich tragen. Wer es schafft, der bekommt Geld und Unterkunft von den Deutschen. Wer unterwegs umgefallen oder im Mittelmeer ertrunken ist, hat halt Pech gehabt. Das versuchen uns die Medien als Humanität zu verkaufen.
      Quelle: Cicero
    3. Familiennachzug von Flüchtlingen: Das gebrochene Versprechen
      Immer seltener dürfen minderjährige Flüchtlinge ihre Eltern nach Deutschland nachholen. Dabei hatte vor allem die SPD auf Einzelfallprüfungen bestanden – “aus Nächstenliebe”. Recherchen des ARD-Hauptstadtstudios zeigen aber: die Regelung wurde nie umgesetzt.
      Quelle: Tagesschau
    4. Europa verschiebt seine Außengrenze nach Afrika
      Brüssel sucht auf dem Kontinent nach Partnern, die Fliehende stoppen. Dabei schreckt die EU auch vor Vereinbarungen mit Diktaturen nicht zurück. Die Fernsehbilder sollten für sich sprechen: Beim EU-Gipfel Mitte Dezember nahm sich Angela Merkel trotz ihres engen Terminplans Zeit für ein Treffen mit Nigers Präsident Mahamadou Issoufou. Der Staatschef, mit dessen Namen bis vor Kurzem nur Spezialisten etwas anfangen konnten, eilte erfreut auf die Kanzlerin zu, die beiden begrüßten sich vor den Kameras wie alte Bekannte – mit Wangenküsschen.
      Niger ist einer der wichtigsten Transitstaaten für Flüchtlinge aus Afrika auf dem Weg nach Europa. Das Land steht für die Pläne der EU, die Zahl der Flüchtlinge zusammen mit mehreren afrikanischen Staaten zu verringern. Seit einem halben Jahr gilt eine sogenannte Migrationspartnerschaft mit dem westafrikanischen Staat. “Es geht darum, Leben im Mittelmeer zu retten. Menschen ohne Bleiberecht sollen schneller zurückgeführt und Menschen sollen möglichst in der Nähe ihrer Heimatländer bleiben”, sagte Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans zum Start der neuen Migrationspartnerschaften im Juni dieses Jahres.
      Quelle: Süddeutsche
  15. Ein Leserbrief zu unserem Artikel „Das Daten-Kartell – Warum fordert niemand eine Vergesellschaftung der Daten?
    Unser Leser A.S. schreibt uns:

    Ein Lächeln, keine Kampfschrift :-)
    Daten? Ach Ihre Daten? Von meinen ist in dieser Diskussion nicht die Rede.
    Haben Sie einen gmx – web.de – gmail account? Ich ja, klar, aber nur für das, was Google wissen soll. Adressbuch bei Facebook und Google? Ich nicht! Haben Sie ein iPhone? Ich nicht. Benutzen Sie MS Windows? Apple OS? Speichern Sie ihre persönlichen Daten in einer Cloud? Ich nicht. Sind Sie bei Facebook, WhatsApp, Twitter? Glauben Sie, Sie würden ohne diese Systeme etwas versäumen? Ich nicht! Halten Sie mich jetzt für einen Hinterwäldler? Glauben Sie, ich verstehe nichts von Computern? Glauben Sie, dass es alternativlos ist, die Software zu benutzen, die auf Ihrem neuen Gerät arglistig vorinstalliert wurde, um Ihre Bedürfnisse auszuspionieren und unter anderem an große Handelshäuser weiter zu geben? Ich nicht.

    Gestatten: ich verdiene den Lebensunterhalt meiner Familie mit dem Bau, der Programmierung und dem Vertrieb von Mechatronik. Ich bin buchstäblich von Computern umgeben, kann C, C++, Java, Python, SQL, verstehe Quelltexte in diversen anderen Computersprachen. Meine Daten halte ich auf meinem Hausserver, der im Bedarfsfall per verschlüsselter Verbindung übers Internet zu erreichen ist. Google hat zumindest keinen legalen Zugriff. Mein Betriebssystem heißt GNU/Linux in einer seiner zahllosen Ausprägungen.

    Ich sehe es mit größter Besorgnis, dass die gesamte Jugend der reichen Länder fasziniert von PC, Laptop, Smartphone und Tablet ist, sehr viel Zeit damit verbringt, als Berufswunsch in nicht wenigen Fällen Spiele-Programmierer oder Ähnliches angibt, aber buchstäblich überhaupt nichts davon versteht. Dieses Unverständnis ist so prekär, dass man sich in Cambridge schon vor Jahren dazu aufgemacht hat, den sinkenden Studentenzahlen im Fach Informatik mit dem “Raspberry Pi” zu begegnen. Das ist ein Einplatinen-Billigcomputer zum Herumprobieren – vgl. Wikipedia. Modernes Lernspielzeug für kleines Geld. Keiner nutzt es, insbesondere auch nicht unsere Schulen. Dort handelt der EDV-Unterricht zumeist von einer Konzern-gesponserten Oberfläche (sic!) die keinen Blick hinter die Kulissen duldet.

    Kurz gesagt: wir sind im Mittel aus eigener Schuld zu doof, mit Daten umzugehen. Unsere Jugend verblödet vor unseren sehenden Augen am Flachbildschirm, statt ihn, oft nur einen Mausklick weiter, zu verstehen. Das nötige Wissen liegt buchstäblich kostenlos auf der Straße, für jedermann zugänglich. Die handelsüblichen Systeme der dominanten Konzerne halten den Nutzer “by design” von diesem Wissen fern. Ich halte diesen Umstand für ein Kapitalverbrechen in einer Zeit, in der Computer und Netzwerke unser Leben mit bestimmen.

    Wie kommen wir da raus? Seit vielen, vielen Jahren geht Richard Stallman, einer der produktivsten und visionärsten Programmierer aller Zeiten durch die Welt und warnt vor genau dem heutigen Zustand. Ein schöner Vortrag von ihm ist z.B. dieser. Die Beschäftigung mit seinem Lebenswerk und seinen Thesen ist darüber hinaus sehr lohnend.

    Es gibt also freie Software. Es gibt auch bombige Datenverschlüsselung. Diese Systeme sind legal, komfortabel, kostenlos im Internet erhältlich. Die Fähigkeit, solche Systeme zu nutzen, kann sich jeder, der einen Internetzugang hat, mit vergleichsweise wenig Aufwand aneignen. Man muss nur höchst selbst damit beginnen.

    Ich kenne die Antworten auf diese bewusst provokativ formulierten Statements gut, weil ich sie oft gehört habe. Sie handeln von nichts anderem als Faulheit.

    Mit freundlichen Grüßen
    A. S.

    Anmerkung Jens Berger: Ich danke Herrn S. für die kritische Antwort, die natürlich nicht unerwartet kommt. Es ist vor allem unter IT-Profis eine relativ weit verbreitete Ansicht, die Nutzer seien schlicht zu faul, um Alternativen zu der problematischen Software zu wählen, die ich in meinem gestrigen Artikel kritisiert habe. Ich halte dies, mit Verlaub, für ein wenig betriebsblind. Der Großteil der Nutzer ist nun einmal – über die Gründe dafür kann man sich ja vortrefflich streiten – technisch gar nicht in der Lage, Alternativen zu nutzen. Welcher normale Nutzer schafft es schon, Linux auf einem Rechner zu installieren, der frisch mit Windows 10 vom Aldi oder vom Media Markt kommt? Und sogar für fortgeschrittene Nutzer wird es schwer, unter Linux proprietäre Software wie z.B. Adobe Photoshop zu nutzen, die nun einmal Branchenstandard ist, und nur in einer Windows- und in einer Mac-Version vertrieben wird. Hinzu kommt, dass jeder Hardware Software beigelegt wird, die immer auf Windows-, selten auch auf Mac- und so ziemlich nie auf Linus-Systemen läuft. Na klar – der Profi kennt Alternativen, aber was macht der Einsteiger?

    Und wie sieht es bei den Messengern, den Kurznachrichtendiensten und den Sozialen Netzwerken aus? Mir ist auch klar, dass es z.B. mit diaspora ein „gutes Facebook“ gibt. Nur was nutzt mir ein Telefon, wenn ich der einzige Besitzer bin und niemanden anrufen kann? Was nutzt mir ein Soziales Netzwerk, das fast niemand nutzt?

    Natürlich spielt Faulheit, oder besser Bequemlichkeit, auch eine Rolle. Man sollte aber auch mal ganz einfach zugeben, dass die im Artikel beschriebene problematische Software der Monopolisten auch sehr gut und sehr einsteigerfreundlich ist. Das kann man von den Alternativen leider nicht immer sagen.

    So wichtig es wäre, die Kritikfähigkeit der Nutzer zu erhöhen und sie zu Alternativen zu bringen – ich bin skeptisch, dass dies ausreicht, um den Monopolisten nennenswerte Marktanteile abzunehmen. Bei Cloud-Anwendungen im Hintergrund und/oder Künstlicher Intelligenz fällt dies ohnehin weg, da hier nicht der Nutzer die Entscheidung trifft. Auch die ökonomischen und geopolitischen Probleme lassen sich durch derartige Alternativen nur in einem kleinen Rahmen lösen. So lange die Monopole weiterhin bestehen, bleiben auch die Probleme erhalten.

    Und last but not least: Im Artikel geht es auch um die Thematisierung dieser Probleme durch die (linke) Politik. So wichtig es ist, die Menschen aufzuklären, so wichtig ist es doch auch, politische Lösungen anzustreben, die über persönliche Empfehlungen hinausgehen. Gegen Feinstaubbelastung hilft bekanntlich auch keine Aufklärung; warum sollte dies bei Software anders sein? Wir nehmen jedoch momentan so ziemlich jedes Problem politisch ernster als die Monopole im Datenbereich. Das ist der Kern des Problems.

  16. Zum Jahreswechsel: Plattitüden und hohle Worte. Aber Krieg und Elend lassen sich nicht totschweigen
    Wie es aussieht, wird Frau Merkel, die optimistisch in die Zukunft blickt, Bundeskanzlerin bleiben. Sie hüllt ihre „lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger“ in Watte, und offensichtlich wird das von vielen genossen, sie wünschen es sich. In ihrer Neujahrsansprache ist diese Kanzlerin auf keines der wirklichen Probleme eingegangen. Sie hat nur Beschwichtigendes zum Auseinanderbrechen der EU gesagt, nichts zur erneuten Bankenkrise und zur Krise der europäischen Währung, nichts zu den Wirtschaftssanktionen und dem angespannten Verhältnis zu Russland, kein Wort zur Armut im eigenen Land, nichts zu den Konflikten und Kriegen, die Deutschland zum Teil mit zu verantworten hat. Erst recht hat sie nichts zu den Hauptverursachern der Konflikte, zu den wahren Verantwortlichen für die existenzbedrohenden Gefährdungen gesagt.
    Stattdessen ist die Rede von „schweren Prüfungen“, von „islamistischem Terrorismus“ und den „Mördern voller Hass“. Dem hält Angela Merkel „die Stärken unseres Landes und seiner Menschen“ entgegen und „Zuversicht inmitten der tiefen Trauer um die Toten und Verletzten“. Auch die „feste Entschlossenheit, der Welt des Hasses und der Terroristen unsere Mitmenschlichkeit und unseren Zusammenhalt entgegenzusetzen“. Dass manche von „unserer parlamentarischen Demokratie“, die sich „angeblich nicht um die Interessen der Bürger kümmere, sondern nur dem Nutzen einiger weniger diene“, enttäuscht sind, sei ein Zerrbild, sagt Merkel, und dass sie 2017 erneut für die Kanzlerschaft antreten wird …
    Quelle: Wolfgang Bittner auf KenFM
  17. Bildung: “Es ist armselig, dass wir Menschen so auf ihre Herkunft reduzieren”
    Der Talentscout Suat Yilmaz sucht in nordrhein-westfälischen Schulen nach Mädchen und Jungen, die von der Gesellschaft vergessen werden – um ihnen ein Studium zu ermöglichen. Über seine Erfahrungen hat er jetzt ein Buch geschrieben. In “Die große Aufstiegslüge” ist er überzeugt: Lebensläufe können anders verlaufen – wenn man es nur will. (…) Immer wieder – das ist der rote Faden des Buches – demonstriert er, wie es gelingen kann, mit Empathie und Motivation junge Menschen aus einem Hartz-IV-Milieu für ein Studium zu begeistern. “Es ist eine Armutsdebatte, die wir führen. Es ist eine Armseligkeit unserer Gesellschaft, dass wir Menschen in dem Bildungssystem so stark auf ihre Herkunft reduzieren, dass sie keine Chance haben. Und ich hab neulich wieder mit Leuten gesprochen, die da wieder ein Kulturthema draus machen wollen, die das ethnisieren, nein, es geht um arm und reich und nichts anderes.” Die Zahlen in seinem Buch untermauern dies. Von 100 Kindern aus Akademikerfamilien gehen 77 an die Uni. Von 100 Arbeiterkindern sind es 23. Und er schreibt: “Die Forderung nach echten Bildungschancen ist kein altruistischer Reflex, sondern strategisches Element einer gesellschaftlichen Entwicklungsplanung. Wenn wir es nicht schaffen, die jungen Menschen durch Bildung und Ausbildung an unsere Gesellschaft zu binden (…) wird die gesellschaftliche Ordnung wie wir sie bisher kennen, schwer aufrechtzuerhalten sein.”
    Quelle: Deutschlandfunk
  18. Zu guter Letzt: Konstantin Wecker: Mit Poesie und Widerstand
    Liebe Freunde, all jenen, die abseits des Rampenlichts ihrem Herzen folgen und sich auch weiterhin auf den oft belächelten Weg der Hilfsbereitschaft begeben, all den hunderttausenden Helferinnen und Helfern, all den engagierten und warmherzigen Mitmenschen, all den vom Hass des letzten Jahres Nichtinfizierten, möchte ich einen Satz Martin Bubers mit auf ihren so wichtigen Weg geben, der mir mittlerweile ein Anker geworden ist im aufgepeitschten Meer: „Erfolg ist kein Name Gottes“. Wir müssen lernen, auch im eigenen Inneren den so genannten Werten einer konsum- und gewinnfixierten, den wirtschaftlichen Zugewinn wie einen Götzen anbetenden erfolgsgeilen Gesellschaft zu widerstehen. (…) Um eine neue Welt zu erschaffen, brauchen wir auch ein neues Denken, und da die Worte dieselben bleiben, müssen wir den Mut haben, sie neu zu deuten, zu interpretieren, in neue Zusammenhänge zu stellen. Dorothee Sölle schreibt: „Das letzte Kriterium der Beteiligung an widerständigem, solidarischen Verhalten kann nicht der Erfolg sein, das hieße immer noch, nach der Melodie der Herren dieser Welt zu tanzen.“ Also, Freunde, lasst uns im neuen Jahr weiterhin unsere eigenen Melodien singen und pfeifen wir auf die Herren dieser Welt. Mit POESIE UND WIDERSTAND!
    Quelle: Hinter den Schlagzeilen


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