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Titel: Videohinweise am Mittwoch

Datum: 20. Januar 2021 um 16:56 Uhr
Rubrik: Videohinweise
Verantwortlich:

Hier finden Sie in der Regel am Mittwoch und am Samstag einen Überblick über interessante Videobeiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie anschauen wollen. Die Videohinweise sind auch auf unserer YouTube-Seite als spezielle Playlist verfügbar. Auch für die Rubrik „Musik trifft Politik“ gibt es eine eigene Playlist (CG)

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Nach 23 Todesfällen – Norwegen überarbeitet Impf-Richtlinien
  2. Servus Reportage – Ende der weltweiten Pandemie: Ist Impfen alternativlos?
  3. phoenix persönlich mit Prof. Hendrik Streeck
  4. Marshallplan. Die USA retten sich selbst
  5. „Lockdown verheerend” – MdB Dehm (Die Linke) rechnet mit extremer Insolvenzwelle
  6. Marionetten der Geldlobby? – Punkt.PRERADOVIC mit Dr. Gerhard Schick
  7. The Trial of Julian Assange: Implications for Press Freedom
  8. Bahnbrechendes Urteil zur Wikipedia: 8000,- Euro Schmerzensgeld! | Nr. 48 Wikihausen
  9. DOC Uli 1/21 …es kann nur besser werden
  10. “Danke, Herr Spahn“ – Einzelhändler verbittert über Ladenschließungen ohne Hilfen
  11. RTV Talk: Linzer “Wut-Wirtin” Alexandra Pervulesko im Gespräch mit Michael Obrist
  12. Junger Einzelhändler aus Kreuzberg zu Lockdown: “Wenn die durchziehen, ist Feierabend”

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Beiträge einverstanden sind. Sie können uns bei der Zusammenstellung der Videohinweise unterstützen, indem Sie interessante Fundstücke an die Adresse [email protected] schicken. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Nach 23 Todesfällen – Norwegen überarbeitet Impf-Richtlinien
    Das Norwegische Institut für Öffentliche Gesundheit hat seine Richtlinien für die Covid-19-Impfung überarbeitet und erweitert – und zwar für hochbetagte Senioren, die unter Vorerkrankungen leiden.
    Von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel
    23 Senioren sind bisher in Norwegen wenige Tage nach der Impfung mit mRNA-Impfstoffen gestorben. Bei 13 von ihnen wurde eine Autopsie durchgeführt. Alle 13 waren über 80 Jahre alt und gebrechlich. Trotzdem kann in allen 13 Fällen nicht ausgeschlossen werden, dass Impf-Nebenwirkungen den Tod mitverursacht haben. Das erklärte der Chef der Norwegischen Arzneimittelbehörde.
    Mögliche Nebenwirkungen – Neben Fieber und Übelkeit gehören Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf-Muskel- und Gelenkschmerzen, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit zu den möglichen Nebenwirkungen der mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffe. Diese Nebenwirkungen können bei dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer mit dem Handelsnamen Corminaty auftreten wie auch bei dem Konkurrenzprodukt Covid-19 Vaccine von Moderna.
    Bestimmte Nebenwirkungen sind nach einer Impfung normal. Sie zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und Abwehrstoffe bildet. Arzneimittelbehörden empfehlen, Geimpfte nach der Spritze mindestens 15 Minuten zu beobachten, um unmittelbare Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen behandeln zu können.
    Nur wenige Probanden in Impfstoff-Studien über 85 – Der Covid-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde zwar vor seiner Zulassung in einer Studie mit rund 43.500 Teilnehmenden erprobt. Doch nur wenige der Probanden waren 85 Jahre und älter. Die älteste Teilnehmerin war 91 Jahre alt. Kein Proband war akut erkrankt oder in instabilem Zustand. Der Vertrag, den die EU-Kommission mit BioNTech/Pfizer über die Lieferung des Impfstoffs abgeschlossen hat, bleibt nach wie vor unter Verschluss und kann von EU-Parlamentariern nicht eingesehen werden. Deshalb ist unklar, ob es irgendwelche Einschränkungen bei der Produkthaftung von BioNTech/Pfizer gibt. […]
    Covid-Impfung bei Hochbetagten: Norwegen warnt.
    Quelle 1: tagesschau.de, 18.01.2021
    Quelle 2: tagesschau, Audio

    Anmerkung unseres Lesers Wolfgang K.: “Es ist schon seltsam: Wir werden mit dem Argument der Statistik von der gestiegenen Gefährlichkeit der neuen Variante des Virus eingelullt, wenn es um Rechtfertigung für neue und weiter verschärfte Maßnahmen geht. Aber es wird großzügig übersehen, daß bei einer Studie, an der knapp 44.000 Menschen teilgenommen haben, und von denen wie bei jeder Studie die Hälfte zur Kontrolle ein Placebo bekommen hat, es statistisch passieren kann, daß bestimmte Nebenwirkungen *nicht* auftreten, die später bei millionenfachen Anwendungen eben sehr wohl auftreten können. Das lernt man in Statistik in der Oberstufe. Wer hat da die Schule geschwänzt? Wundert es noch irgend jemand, warum die Verträge mit den Herstellern der Impfstoffe geheim sind…?”

    23 Tote nach Corona-Impfung in Norwegen
    Quelle: OE24.TV, 18.01.2021

  2. Servus Reportage – Ende der weltweiten Pandemie: Ist Impfen alternativlos?
    Corona hat viele Länder in Europa noch immer fest im Griff und das von der Politik seit Monaten propagierte Heilmittel ist pünktlich zu Weihnachten in greifbare Nähe gerückt.
    Die Corona-Pandemie hat viele Länder fest im Griff, doch Impfstoffe versprechen Abhilfe. In kürzester Zeit entwickelt, werden sie wie Erfolge bei Wettrennen gefeiert. In einigen Ländern soll ein freies Leben ohne Einschränkungen nur mit Impfung möglich sein. Impfskeptiker kommen dabei selten zu Wort. Wie schätzen führende Wissenschaftler die Wirkung der Impfungen ein? Welcher Impfstoff ist der Beste?
    Weltweit hat es schon erste Impfreihen gegeben, doch viele Menschen, Wissenschaftler und Experten, die erprobten Impfstoffen vertrauen, blicken skeptisch auf das Wettrennen der Pharmafirmen, wie der Biologe und Pharmakritiker Clemens Arvay: „Es vermischt sich das Anliegen und die Notwendigkeit einen Impfstoff gegen SARS-CoV-II zu entwickeln, mit den kommerziellen Interessen der pharmazeutischen Industrie.“
    Kritik an Impf-Kampagne der Regierung
    Die Kampagne „Österreich impft“ sehen Kritiker skeptisch.
    Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft warnt: „Der Optimismus, der mit dieser Impfung verbreitet wurde, den halte ich für überzogen. Wir wissen nicht genau, wie viele ältere Patienten oder Probanden mit Begleiterscheinungen, also Risikogruppen, in diesen Studien untersucht worden sind. Wir wissen nichts dazu, wie lange diese Immunität anhält.“
    Auch die österreichische Vakzinologin, Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, stellt fest, „Ob die Impfung auch vor der Weitergabe des Virus schützt, wissen wir derzeit nicht.“
    Impfung als Gamechanger?
    Sicher ist, dass britische Forscher davor warnen, dass die Risikogruppe der Allergiker schon geimpft werden: Hier sei es zu Nebenwirkungen bei den mRNA Präparaten von Biontec und Pfizer gekommen. Dass die Meldungen so widersprüchlich sind und die Impfung als alleiniges Mittel gegen Corona propagiert wird, verunsichert nicht nur medizinische Laien. Viele Menschen, die ebenso erprobten Impfstoffen gegen Masern und Kinderlähmung, sogar saisonal bei Grippe, vertrauen, sind skeptisch, dass die Impfung der vielbeschworene „Gamechanger“ wird.
    Dr. Martin Sprenger, Gesundheitswissenschafter der MedUni Graz kritisiert, dass verabsäumt wurde, rechtzeitig auf wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz der Risikogruppen zu setzen: „Ungefähr ein Prozent der gesamten Bevölkerung leben in Österreich in Pflegeheimen und die tragen zur Hälfte aller Sterbefälle bei mit oder an Covid 19, also das ist schon enorm. Das wussten wir im Frühjahr, den Schutz ihrer Bewohnerinnen gut zu gestalten, das wäre eigentlich zentral gewesen.“
    Diskussion um Impfpflicht
    Weil viele Ärzte und Teile des Pflegepersonals in Österreich und Deutschland zu den Impfskeptikern gehören, bringen Regierungsvertreter eine Diskussion um eine Impfflicht für Schlüsselarbeitskräfte ins Spiel. Druck auf das ohnehin überlastete Personal im Gesundheitswesen auszuüben, ist das gefährlichste, was man machen kann, ist Public Health – Experte Martin Sprenger überzeugt, denn „mit Drohungen zu arbeiten ist beim Thema Impfungen immer kontraproduktiv.“
    Dass sich die Meldungen zu den Impfstoffen überschlagen, überfordert viele. Dabei sind gerade neben den gesundheitlichen Aspekten auch wichtige gesellschaftpolitische Fragen zu klären: Warum gilt die Impfung als alleiniges Heilmittel gegen Corona? Und wird sie die Eintrittskarte für ein Leben ohne Lockdown?
    Experten, die in der Servus Reportage zu Wort kommen: Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, Vakzinologin / Dr. Herwig Kollaritsch, Infektiologe und Berater im Corona-Krisenstab / Dr. Martin Sprenger, Experte für öffentliche Gesundheit MedUni Graz / Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft / Dr. Gunter Frank, Allgemeinmediziner / Dr. Wolfgang Wodarg, Internist und Lungenfacharzt
    Clemens Arvay, Biologe und Pharmakritiker / Christiana Druml, Bioethikerin
    Servus Reportage: „Corona – Impfen um jeden Preis?“ am Sonntag, 17. Jänner um 21:50 Uhr bei ServusTV Österreich und um 22:20 Uhr bei ServusTV Deutschland.
    Quelle 1: Servus TV, 17.01.2021
    Quelle 2: Servus TV Mediathek

    Servus TV (Min. 6; transkribiert CG): “Auch die Wirkung bei hochbetagten Menschen sehen Experten bisher kritisch.”

    Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: “Die über 80-jährigen, bei denen wissen wir, dass das Immunsystem nicht so funktioniert wie bei Jüngeren. Wir wissen nichts genaues aus den klinischen Studien wieviel Prozent dieser alten Menschen überhaupt eine Immunität entwickeln. Und wir können deswegen nicht genau sagen, ob sie überhaupt von dieser Impfung mittel- und langfristig profitieren.”

    Servus TV (Min. 7): “Einen massiven Strategiewechsel für den Schutz von Pflegeheimbewohnern fordert auch der Allgemeinmediziner Dr. Gunter Frank aus Heidelberg, aber ohne dass es dabei zu Einschränkungen bei den Besuchsrechten von Angehörigen kommt.”

    Dr. Gunter Frank: “Wir müssen zu einer verbesserten Situation in den Pflegeheimen kommen. Wir müssen dort versuchen, die Infektionen raus zu halten. Das bedeutet allerdings auch Geldmittel. Da muss ich eben dort das Pflegepersonal besser bezahlen, ich muss die Umstände verbessern. Man hat sich für eine völlig andere Strategie entschieden, jetzt hat man den Salat und glaubt jetzt durch eine unausgegorene Impfung aus der Nummer rauszukommen.”

    Clemens Arvay, Biologe (Min. 9): “Es vermischt sich das Anliegen und die Notwendigkeit, möglichst rasch einen Impfstoff gegen SARS-Cov-2 zu entwickeln, mit den kommerziellen Interessen der pharmazeutischen Industire, und dieses Wettrennen ist das, was wir jetzt im Ergebnis sehen. Ich weiß nicht, ob das unbedingt die beste Situation im Sinne der globalen Gesundheitsentwicklung ist.”

    Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig (Min. 11): “Wenn man sich vorstellt, dass Druck auf die EMA, die Europäische Arzneimittelagentur ausgeübt wurde, den Impfstoff schnell zuzulassen, und danach hatten wir auf einmal nur 30.000 Impfstoffdosen, also für 15.000 Menschen. Dann frage ich mich: Was ist wichtiger, gute gründliche Prüfung eines Impfstoffes oder Aktionismus, möglichst schnell mit einer Impfung zu beginnen?”

    Servus TV (Min. 27): “Dr. Gunter Frank […] versorgt als Hausarzt seine Patienten auch mit Impfstoffen, allerdings mit lang erprobten Präparaten. […] Ihn lassen Meldungen zu Nebenwirkungen zu den neuen Wirkstoffen aufhorchen. Die Beipackzettel der neuen Covid-19-Impfstoffe lassen bei ihm die Alarmglocken schrillen.”

    Dr. Gunter Frank: “Der Arzt ist nicht irgendein Rädchen im Getriebe, das mitfunktionieren muss, sondern er ist die zentrale Figur, die haftbar ist. Erst wenn ich [als Arzt] nachweisen könnte, dass ich die Information bekommen habe vom Hersteller, dass es zugelassen worden ist aufgrund ausreichender Informationen, aber dass man offenbar gelogen hat, dann wäre ich aus der Haftung raus. Aber es wird doch ganz offen kommuniziert, dass man die notwendigen Daten für die Langzeiteinschätzungen nicht hat. Und wenn ich das meinen Patienten verschweige, wenn ich meinen Patienten nicht klar sage: Passen Sie auf, ich impfe Ihnen jetzt einen Impfstoff, ich kann Ihnen aber nicht sagen, was der mit Ihnen in ein oder zwei Jahren macht. Wenn ich das nicht sage, bin ich haftbar und niemand anderes. Ich glaube das machen sich manche Kollegen auch nicht wirklich klar.”

    Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, Vakzinologin (Min. 29): “Ich bin gegen einen Impfzwang und das werde ich immer sein. Die Leute, die sich nicht überzeugen lassen wollen […], du trägst für dich das Risiko […]. Diese letzte Entscheidung des Risiko Tragens und sich dafür Entscheidens, kann einem niemand abnehmen.”

    Servus TV: Doch selbst Impfwillige sind unsicher, weil es noch keine ausreichenden Erfahrungen mit den neuen Vakzinen gibt.

    Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig: “Wir können nicht Leute ausschließen von Veranstaltungen, die für ihr Leben natürlich auch einen Stellenwert haben, nur weil sie derzeit skeptisch sind hinsichtlich der Impfstoffe und vielleicht auch aufgrund von Begleiterkrankungen sich nicht impfen lassen wollen. Ich halte das für keine gute Lösung. Wir sollten viel eher versuchen, die Impfbereitschaft zu erhöhen durch offene Kommunikation, durch gute Aufklärung.”

    Servus TV (Min. 25): “Ob eine Impfung auch verhindert, dass man andere Menschen ansteckt, ist bisher völlig unklar.”

    Vier in der Reportage eingeblendete Zeitungsartikel: BR24: “Chefarzt: Bis zu zwei Drittel aller Covid-19-Toten in Heimen”, Pharmazeutische Zeitung: “Britische Behörden: Zunächst keine Covid-19-Impfung von starken Allergikern”, Kronen Zeitung: “Entzündung des Gehirns – Ärztin in Mexiko nach Impfung auf Intensivstation”, ORF: “Schweiz: Kein Zusammenhang zwischen Todesfall und Impfung”.

  3. phoenix persönlich mit Prof. Hendrik Streeck
    „Man darf nicht den Fehler machen, zu glauben, dass man Deutschland isoliert sehen kann”, sagt Virologe Hendrik Streeck, “Varianten entstehen nicht unbedingt bei uns, das passiert in Indien, Brasilien oder Amerika, wo gar keine Eindämmung stattfindet. Selbst, wenn wir es kurzfristig schaffen sollten, eine Variante fernzuhalten, wird uns das wahrscheinlich nicht dauerhaft gelingen.“
    In „phoenix persönlich“ spricht Michael Krons mit Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn, über die Fragen, wie gefährlich die Mutationen des Coronavirus sind, welche Maßnahmen die Bevölkerung wirksam schützen und wie die Impfstoffe zu bewerten sind.
    Quelle: phoenix, 16.01.2021

    Prof. Hendrik Streeck [transkribiert]: “Ich denke, dass ein Impfstoff ein wichtiger Baustein sein wird, um uns aus dieser Pandemie zu führen, aber wir dürfen uns nicht alleine auf den Impfstoff verlassen, wir wissen ja noch nicht mal ob der Impfstoff vor einer Infektion schützt oder nur vor einer schweren Erkrankung.”

    “Ich habe am Anfang der Pandemie bereits gesagt, dass wir anfangen müssen, zu lernen, mit dem Virus zu leben. Das ist keine Plattitüde. Das ist keine Floskel, wenn ich das sage. Wenn man das verinnerlicht, dass dieses Virus wahrscheinlich heimisch wird, dass wir es nicht eradizieren können, dass es uns unser Leben lang wahrscheinlich begleiten wird, dann ist das ein ganz anderer Umgang mit dem Virus. Dann sind die Infektionszahlen gar nicht mehr so zentral, sondern viel wichtiger ist die Frage: Werden die Menschen krank? Und kranke Menschen, das ist das, was einem als Arzt interessiert und was man verhindern will.”

  4. Marshallplan. Die USA retten sich selbst
    Geschehen, neu gesehen. – “Wahre Geschichte”
    Allgemein herrscht die Auffassung, der Marshallplan habe Europa aus dem kriegsbedingten Chaos und Elend befreit. Das stimmt teilweise, trug das Wirtschaftsprogramm doch zur materiellen und moralischen Wiederherstellung des alten Kontinents nach dem Zweiten Weltkrieg bei. Doch die scheinbare Hilfe erwies sich im Kalten Krieg als gefährliche Waffe des amerikanischen Imperialismus.
    Am 12. März 1947 schlug der US-amerikanische Präsident Truman Alarm: Der Kommunismus breite sich zunehmend aus – und für eine freie Welt gelte es, diese Geißel der Menschheit einzudämmen. In diesem neuen „Krieg nach dem Krieg“, der sich vor allem gegen die Sowjetunion wandte, waren ihm alle Mittel recht. Zu den unscheinbarsten Waffen gehörte der Marshallplan, benannt nach seinem damaligen US-Außenminister, der dem westlichen Europa einen wirtschaftlichen Neuanfang nach dem zerstörerischen Zweiten Weltkrieg ermöglichte – auch im großen Interesse der Vereinigten Staaten.
    Allgemein herrscht die Auffassung, der Marshallplan habe Europa aus dem kriegsbedingten Chaos und Elend befreit. Tatsächlich verstärkten die amerikanischen Hilfsgelder die von den europäischen Regierungen initiierten nationalen Konjunkturprogramme der Nachkriegszeit. Hinter dem Motiv der Philanthropie verbargen sich aber auch andere, weniger edle, dafür sehr gewichtige Gründe für die Wirtschaftshilfe. Der Marshallplan war kein selbstloser Akt, sondern das Ergebnis einer wohlkalkulierten politischen Strategie. Die USA wollten die Internationalisierung der Wirtschaft zu ihren Gunsten vorantreiben und den amerikanischen Traum als universelles Modell propagieren. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges erwies sich der Marshallplan als das passende Pendant zu Trumans Politik der Eindämmung des Kommunismus und der Schwächung der Sowjetunion. Eine Medaille mit zwei Seiten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
    Diese Folge der Dokumentarreihe beleuchtet beide gleichermaßen und ordnet sie neu in den Kontext ein.
    Quelle: arte, verfügbar vom 01/01/2021 bis 30/06/2021

    Lesen Sie zur aktuellen Begriffsentlehnung durch Außenminister Maas auf den NachDenkSeiten von Tobias Riegel: “‘Marshallplan’ von Heiko Maas: Die Demokratie lebt nicht von Phrasen allein”

  5. „Lockdown verheerend” – MdB Dehm (Die Linke) rechnet mit extremer Insolvenzwelle
    Der Bundestagsabgeordnete Diether #Dehm ist nicht nur mittelstandspolitischer Sprecher der Linksfraktion, er ist auch selbst Unternehmer und Kulturschaffender. Dehm kritisiert, der Lockdown habe kein Augenmaß, die Auswirkungen seien verheerend. In den kommenden Monaten sei mit einer nie dagewesenen Insolvenzwelle in Deutschland zu rechnen.
    Im Gespräch mit SNA News-Politikchef Marcel Joppa rechnet der Linke-Abgeordnete Diether Dehm mit der Regierung und ihrer Corona-Politik ab.
    Mehr lesen.
    Quelle: SNA, 17.01.2021

  6. Marionetten der Geldlobby? – Punkt.PRERADOVIC mit Dr. Gerhard Schick
    Ist ein Steuerraub wie CumEx auch heute noch möglich? Ja, sagt der Vorstand der Bürgerbewegung Finanzwende, Dr. Gerhard Schick. Er sieht in Sachen Finanzkriminalität keinen großen Willen der Politik, zu agieren. Auch weil die deutsche Finanzpolitik zum großen Teil von der Finanzlobby bestimmt wird. In Berlin kreisen mindestens 1500 Lobbyisten um 41 Abgeordnete des Finanzausschusses. Interessenvertreter der Bürger haben da wenig Chancen und werden auch kaum gehört, so Schick. Ein Gespräch über das Versagen der Finanzaufsichtsbehörde Bafin, den grüngewaschenen Finanz-Multi Blackrock und seinen Beratervertrag mit der EU und über Menschen, die durch Corona in finanzielle Schieflage geraten sind und jetzt von Banken abgezockt werden.
    Bürgerbewegung “Finanzwende”
    Quelle: Punkt.PRERADOVIC, 20.01.2021

  7. The Trial of Julian Assange: Implications for Press Freedom
    Nils Melzer is the United Nations Special Rapporteur on Torture, Professor of International Law at the University of Glasgow, and holds the Human Rights Chair at the Geneva Academy of International Humanitarian Law and Human Rights. Ray McGovern is a former, longtime CIA Russia analyst, presidential daily briefer, and co-founder of Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS).
    Assange’s extradition trial ended at the Old Bailey in September. More than 30 witnesses for the defense included Daniel Ellsberg and Noam Chomsky; the prosecutors declared standard journalistic practices to be crimes; and the judge cut the feed to all monitoring NGOs on the first day. Judge Vanessa Baraitser on Jan. 4 blocked Assange’s extradition to the U.S. but two days later denied him bail and sent the WikiLeaks’ publisher to Belmarsh prison.
    Forum Host: Ann Batiza
    Organized by the First Unitarian Society of Milwaukee
    [Nils Melzer ist Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen über Folter, Professor für internationales Recht an der Universität Glasgow und Inhaber des Menschenrechtslehrstuhls an der Genfer Akademie für humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte.
    Ray McGovern ist ein ehemaliger, langjähriger CIA-Russland-Analyst, Presidential Daily Briefing und Mitbegründer der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS).
    Assanges Auslieferungsprozess endete im September im Old Bailey. Mehr als 30 Zeugen für die Verteidigung, darunter Daniel Ellsberg und Noam Chomsky; die Staatsanwälte erklärten übliche journalistische Praktiken zu Verbrechen; und die Richterin kappte am ersten Tag die Verbindung zu allen Überwachungs-NGOs. Richterin Vanessa Baraitser blockierte am 4. Januar Assanges Auslieferung an die USA, verweigerte ihm aber zwei Tage später die Kaution und schickte den WikiLeaks-Herausgeber ins Belmarsh-Gefängnis.
    Forum Gastgeber: Ann Batiza. Organisiert von der First Unitarian Society of Milwaukee]
    Quelle: Consortium News, Livestream 17.01.2021

  8. Bahnbrechendes Urteil zur Wikipedia: 8000,- Euro Schmerzensgeld! | Nr. 48 Wikihausen
    Groteskes und Postfaktisches präsentiert von Dirk Pohlmann und Markus Fiedler.
    Heute zu Gast: Der Komponist, Informatiker und Publizist Elias Davidsson.
    Der Wikipediaautor “Feliks” wurde verurteilt, 8000,- Euro Schadensersatz an Elias Davidsson zu zahlen. Der Öffentlichkeit ist “Feliks” nach seiner Enttarnung durch das Team von Wikihausen.de inzwischen bekannt als Jörg Mathias Claudius Grünewald.
    Im Gerichtsurteil des LG Koblenz wurde unter anderem folgender Passus aus dem Urteil des LG Hamburgs (Grünewald ./. Fiedler, Pohlmann, Jebsen) zitiert: „Indes kommt zugunsten der Antragsgegner zum Tragen, dass prozessual davon auszugehen ist, dass der Antragsteller zumindest hinsichtlich einiger der von ihm editierten Artikel in der Wikipedia den Maßstab der Objektivität in relevanter Weise verlassen und Beiträge zu einzelnen Personen mit kritischen Passagen in erheblicher, das öffentliche Interesse steigernder Weise beeinflusst hat. Ein derartiges Verhalten ist im Grundsatz geeignet, die der Wikipedia von Seiten der Öffentlichkeit zugeschriebene Objektivität und Unabhängigkeit, mit der die Inanspruchnahme erheblichen Vertrauens auf die Korrektheit der dort nachlesbaren Informationen verbunden ist, zu erschüttern. Entsprechend entzündet sich an einer solchen Beeinflussung ein ganz erhebliches Interesse der Öffentlichkeit.“
    Das und noch vieles mehr an wegweisenden Aussagen aus dem LG Koblenz in dieser Sendung.
    Und die Manipulationen hören nicht auf. Der Wikipediaartikel zu Elias Davidsson wurde am Aufzeichnungstag dieser Sendung (18.01.21) prompt erneut negativ gestaltet indem ein Versuch der Versachlichung revidiert wurde.
    Wer das war, erfahren Sie im zweiten Teil der Sendung.
    Quelle: wikihausen, 19.01.2021

  9. DOC Uli 1/21 …es kann nur besser werden
    Dr. Kirkmann
    Quelle: DOC Uli tv, 16.01.2021

  10. “Danke, Herr Spahn“ – Einzelhändler verbittert über Ladenschließungen ohne Hilfen
    “Wir Kleinunternehmer sind keine Menschen 2. Klasse!”
    Einzelhändler in den Innenstädten haben die Nase langsam voll. Das unendliche Verlängern der Lockdowns zerrt an ihren Nerven, ihrer Geduld und ihren Geldbeuteln. Um die Regierung darauf aufmerksam zu machen, dass sie ohne ein Lebenseinkommen immer tiefer in den finanziellen und damit existenziellen Abgrund fallen, schließen sich viele, neben der Kampagne “Wir machen Auf“ auch einer neuen Aktion an. Sie heisst, “Wir machen Auf….merksam“ und wurde im sächsischen Pirna am Montag gestartet.
    Quelle: RT DE, 12.01.2021

    Kelly Beier, Parfümerie Einzelhändlerin: “Wir hoffen, dass unsere Kunden treu bleiben und nicht zum Onlinehandel wechseln – was natürlich momentan der Hype ist – wir haben ja gar keine Chance. Jeder große Drogeriemarkt darf unsere Düfte verkaufen, unsere Pflegeprodukte verkaufen und wir dürfen es nicht. Das ist für uns unverständlich und für viele andere auch.”

  11. RTV Talk: Linzer “Wut-Wirtin” Alexandra Pervulesko im Gespräch mit Michael Obrist
    Wir haben die Linzer “Wut-Wirtin” Alexandra Pervolesko, die ihr Lokal trotz Lockdown aufsperrte, zum Gespräch geladen
    Quelle: RTV Regionalfernsehen

    Alexandra Pervulesko: “Ich bin keine Aufrührerin. Wenn der Staat mir nicht hilft mit dem was mir zusteht, dann muss ich mir selber helfen. Ich bin nicht feiern gegangen, sondern ich möchte arbeiten, Geld verdienen. Die Leute haben nicht regulär gezahlt, sondern gespendet. […] Ich habe jetzt Betretungsverbot für mein Lokal, ich weiß nicht wie es weitergeht.”

    Trotz Lockdown: Wut-Wirtin sperrt wieder auf
    Quelle: OE24.TV, 11.01.2021

    Alexandra Pervulesko: “Wahrscheinlich ist es in der Tat so, dass es von oben befehligt ist, dass man die einzige Wirtin, die aufsteht, erstmal ‘köpfen’ muss. […] Ich finde es traurig, dass man die Dinge, die von oben so befehligt werden, ohne zu hinterfragen einfach durchboxt. Das macht mich traurig für unser ganzes Österreich. […] Man merkt am Ansturm der Leute, dass es den Leuten reicht, dass sie wieder raus wollen, dass sie ihre Freiheit zurück haben wollen. Wir sind ja alle keine dummen Kinder, wir wissen sehr wohl was wir zu tun haben. Es gab keinen einzigen Cluster in der Gastronomie, die gab es in der Kirche, bei den Chören. Das alles ist erlaubt, wir dürfen nicht. Wir werden verhungern, wenn das so weiter geht. Mir ist das Essen ausgegangen, ich musste meine Freunde und meine Familie fragen und deshalb hab ich mich entschieden, den Laden aufzumachen. Ich bin überhaupt keine Wut-Wirtin. […] Ich bin so wütend darüber, dass die Regierung mir das Recht auf die Versorgung des Kindes nimmt, mir zeitgleich keinerlei Gelder zur Verfügung stellt, dass ich es mit Hilfe der Regierung schaffe, mir aber zeitgleich verbietet, es auf meine eigene Art und Weise zu tun.”

    Reporterin: “Haben Sie Förderungen bekommen?”

    Alexandra Pervulesko: “Genau so viel, dass ich meine Rechnungen nicht bezahlen konnte. […] Es kann sein, dass wir nächste Woche obdachlos sind und gar nichts mehr haben.”

    Reporterin: “Was ist Ihr Wunsch jetzt an die Regierung?”

    Alexandra Pervulesko: “Sie sollen endlich die Augen aufmachen und sollen endlich sehen, was das Volk möchte. Das Volk möchte in Selbstverantwortung [leben] und mit sehr viel Verantwortung – denn als wir im Sommer auf hatten, waren die Leute sehr sehr verantwortungsvoll, und das müssen sie den Menschen zurückgeben. […]”

    Reporterin: “Glauben Sie werden Ihren Beispiel jetzt viele folgen?”

    Alexandra Pervulesko: “Das weiß ich nicht, das ist auch gar nicht mein Wunsch. Das war ja auch gar nicht mein Tenor. Ich habe nicht gesagt, ihr sollt alle aufmachen, sondern dass ich heute auf gemacht habe, war eine ganz persönliche und private Entscheidung gegen eine Hungersnot, Punkt.”

  12. Junger Einzelhändler aus Kreuzberg zu Lockdown: “Wenn die durchziehen, ist Feierabend”
    Der neue Lockdown hat Deutschland fest im Griff. Durch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht droht 2021 zum Jahr der großen Pleitewelle zu werden. Davon wird auch der Einzelhandel stark getroffen. RT DE hat im Berliner Stadtteil Kreuzberg mit einem Einzelhändler gesprochen.
    Kurz vor dem zweiten Lockdown ergab eine Trendumfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter mehr als 700 Händlern, dass sich knapp zwei Drittel der Innenstadthändler in Existenzgefahr sehen.
    Nach HDE-Informationen drohe das Aus für bis zu 50.000 Geschäfte mit über 250.000 Mitarbeitern. Zudem drohe eine “Verödung der Innenstädte”.
    Der 23-Jährige Oskar Fleer betreibt als Solo-Selbstständiger in der Kreuzberger Körtestraße einen Laden für Wohnaccessoirs aus verschiedenen Ländern Asiens. Im Podcast-Gespräch mit dem RT DE-Redakteur Kani Tuyala sagt er, dass staatliche Unterstützung zwar bei ihm angekommen sei, doch diese reiche vorne und hinten nicht. “Wenn die jetzt noch ein paar Wochen länger durchziehen, ohne Hilfen, oder die Hilfen die nicht ankommen, (…) dann ist Feierabend hier.”
    Mehr schlecht als recht manövriert er seinen Einzelhandel durch die Pandemie-Zeit und die nunmehr ineinander übergehenden Lockdowns.
    Für die unter dem Hashtag #WirMachenAuf in den sozialen Medien laufende Protestaktion deutscher Einzelhändler hat er großes Verständnis. “Wenn es mir so gehen würde – ich würde das auch machen”.
    Doch irgendwie schafft er es noch, seinen Laden über Wasser zu halten. Seinen Optimismus will sich der junge Händler nicht nehmen lassen.
    Quelle: RT DE, 14.01.2021


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