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Titel: Leserbriefe zu „Gibt es unter NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern viele Menschen, die mit einem Autopiloten Auto fahren würden?“

Datum: 7. September 2021 um 12:30 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich:

In diesem Beitrag wurde nach der Einstellung der NDS-Leserschaft zur Nutzung von Autopiloten gefragt. Es wird auf einen Medienbericht über einen tödlichen Autounfall mit einem Tesla-Modell mit Assistenzsystem hingewiesen. Zahlreiche E-Mails haben uns erreicht. Die Meinungen gehen weit auseinander. Die vorgebrachten Argumente sind interessant und möglicherweise geeignet, die Position zu wechseln. Danke vielmals für die Positionsbeschreibungen. Hier nun die Leserbriefsammlung. Zusammengestellt von Christian Reimann.


1. Leserbrief

Sehr geehrte Nachdenkseiten

wenn sie schon so eine Frage stellen wäre es doch auch wichtig eine Antwortmöglichkeit in dem Artikel zu geben oder?

Ich würde mit einem Autopiloten Auto fahren, mache das auch gelegentlich. Natürlich kann es auch da zu Unfällen kommen. Niemand hat auch je behauptet, dass es so keine Unfälle mehr geben würde, oder?

Aber natürlich wird jeder Unfall mit einem Tesla in allen Medien neben die Dieselbetrüger-Werbung gesetzt. Bekanntlich gibt es ja mit Verbrennungsmotoren überhaupt keine Unfälle…

Hilfreich wären, meiner Meinung nach, statistische Auswertungen wie oft bzw. nach wie vielen km ein Tesla im Gegensatz zu einem Verbrennungsauto einen Unfall baut.

mfg
Rüdiger

Anmerkung Albrecht Müller zur Frage in der 1. Zeile: Wir haben schon oft begründet, warum wir nach reiflicher Überlegung kein Forum für Kommentare anbieten. Meist sind diese Foren angefüllt mit manchmal hunderten von Kommentaren. Aus unserer Sicht bringen Leserbriefzusammenstellungen wie diese hier unseren Leserinnen und Lesern mehr und sind übersichtlicher. Hinzu kommt, dass die Foren gepflegt werden müssten. Das würde zusätzliches Personal verlangen und dann zur Finanzierung letztlich auch Werbung auf den NachDenkSeiten notwendig machen. Darauf wollen wir aber auch künftig verzichten und bitten deshalb um Ihr Verständnis.


2. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller:

Also bis auf eine Möglichkeit mit einer Kamera hinten bin ich mit den bisherigen Fahrassistenten (ABS, Anti-Schlupf-Regelung) ganz zufrieden. Allerdings ist mein Auto schon 20 Jahre alt und hat noch Gangschaltung. Ansonsten verlasse ich mich eher auf meine Augen.

Gruß
R.K.


3. Leserbrief

Moin, moin ~
 
weder noch = Kein Interesse an ‘Auto-Piloten’, ‘Fahrerassistenzsystemen’ o.Ä. wie z.B. Navis (!).
Gründe:

  • Verlust von ‘eigenen’ Fähigkeiten
  • Kein Interesse an Überwachung
  • Verlust bzw. Einschränkung von persönlichen Handlungsmöglichkeiten wg. ‘möglichen’ eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten
  • unnötige & erhebliche Geld- & Ressourcenverschwendung
  • unnötiger & erheblicher Energieverbrauch für den Betrieb
  • unnötige & erhebliche ‘zusätzliche’ Verstrahlung

Herzlich-liebe Grüße aus Ostfriesland, Ulrich


4. Leserbrief

Lieber Herr Müller,

kurze Antwort: Ich nicht!

Es ist ein hirnverbrannter Blödsinn, was da von Tesla (*), gefördert von Politik und Medien, gemacht wird. Elektroautos mit hunderten kW Leistung und “autonomes Fahren”. Ein Auto ist schon autonom, deshalb heißt es ja so. Überflüssig und umweltschädlich. Wenn ich nicht selber lenken will, setzte ich mich in Bus oder Bahn. Leider macht die Politik diese Verkehrsinfrastruktur seit Jahrzehnten kaputt.

Es geht nur darum, Produkte zu erzeugen die niemand braucht. Um den Konsum anzukurbeln und die Agonie des Spätkapitalismus noch ein wenig zu verlängern. Und was den Umweltschutz betrifft, jeder der den 2. Hauptsatz der Thermodynamik (Entropie!) verstanden hat weiß, dass man die ökologischen Probleme der Technik nicht mit noch mehr Technik heilen kann. Man erzeugt den gegenteiligen Effekt.

Es ist zum verzweifeln. Ein “autonomes” Elektroauto will ich nicht und die Dieseltechnik, die in den letzten 40 Jahren phänomenale Fortschritte gemacht hat (besonders durch VW), wird mir mies gemacht. Ja, ich fahre gern Auto. Aber lieber lokal. Und für den Fernverkehr wünsche ich mir eine Hochgeschwindigkeitsbahn-Infrastruktur über ganz Europa.

Herzliche Grüße,
Rolf Henze

(*) Peinlich auch, wie der Name des genialen Erfinders Nikola Tesla durch Musk in den Dreck gezogen wird.


5. Leserbrief

Guten Tag Herr Müller,
 
ich würde eventuell (abhängig von technischer Ausgereiftheit) ein Fahrerassistenzsystem benutzen, aber auf keinen Fall einen Autopiloten.

Darüberhinaus bin ich dagegen, daß überhaupt jemand nur mit einem Autopiloten fahren darf.

Im April 2017 habe ich dazu einen Leserbrief an die FAZ geschrieben:
 
Umfrage Deutsche sehen selbstfahrende Autos skeptisch

Keinesfalls darf ein Mischverkehr (manuell/automatisch) zugelassen werden, wenn schon, dann müssen alle “Auto” fahren. Sonst kommt es zu Situationen, wie bei der Einführung der ABS-Bremse, als nur die Reichen sich die leisten konnten. Wie oft stand in den 80ern auf der Rennstrecke von DA nach FFM der gesamte Verkehr, weil ABSler es sich leisten konnten, die Luxuslimousine quer von der linken Überholspur über 4 Fahrbahnen hinweg in die Ausfahrt zur Bürostadt Niederrad hineinzubremsen. Ich habe damals den Wohnort gewechselt, nur um nicht mehr in eine solche ABS-Falle hineinzugeraten. Soweit die “Auto”-Fahrt derer, die sich das finanziell leisten können, überhaupt sicher(er) sein und allen möglichen Verkehrssituationen gerecht wird, wird sie der manuellen überlegen sein und die nicht lässig automatisiert Fahrenden benachteiligen. Kommt es zum Unfall, werden die Letzteren die schuldigen Deppen sein, weil sie “nicht aufgepasst” und “sich dem technischen Fortschritt fahr-lässig (!) verweigert” haben.
 
Das sehe ich auch heute noch so.

“Rennstrecke von DA nach FFM”: “Durch die lange gerade Strecke und die für damalige Verhältnisse relativ breite Fahrbahn erschien dieser Autobahnabschnitt geeignet für Geschwindigkeitsrekorde, die auch unter dem Zeichen der NS-Propaganda durchgeführt wurden.” WIKIPEDIA zu “Bundesautobahn 5”.

In den 80er wurde hier immer noch gerast – und plötzlich wuden alle 4 Fahrbahnen einer Richtung durch einen ABS-Fahrer ausgebremst.

Wie gesagt, nur wenige mit ABS-Bremssystem hatten einen technischen Vorteil, die große Mehrheit mußte das Bremspedal bis zum Anschlag durchtreten, um nicht auf einen ABS-Querabbieger aufzufahren.

B. Weber


6. Leserbrief

Guten Tag liebes Nachdenkseiten Team,

ich würde gerne ein Auto benutzen, in dem ich nicht mehr selber der Fahrer sein muß. Ich hätte mir in diesem Artikel eine etwas genauere Aufschlüsselung gewünscht, wie z.B.: Unfälle pro gefahrene Mio. Kilometer im sogenannten “Autopilot” vs. gefahren von “Menschenhand” Dadurch könnte man sich ein besseres Bild über die Sicherheit machen, denn der immer noch größte Unfallverursacher ist und bleibt der Mensch.

Von unserem Leser W.N.


7. Leserbrief

Solange es (insbesondere auf deutschen Straßen) WEIT mehr Irre* gibt, die ein Auto fahren dürfen, als Autopiloten, und solange die von Menschen** verursachten Unfälle (im Verhältnis zur Zahl der von Menschen gesteuerten Autos) deutlich höher ist, ist der Autopilot immer noch bzw. schon längst die sicherere Alternative. Mich als Nicht-Autofahrer würde eher die permanente Überwachung stören bzw.: Sie ist ein absolutes „No-Go“. Dabei hoffe ich seit Jahrzehnten darauf, endlich in ein Auto wie in einen Zug steigen zu können und von ihm ans gewünschte Ziel gebracht zu werden, ohne um mich dabei noch um irgendetwas kümmern zu müssen. Solange bleiben nur Taxis oder ggf. verlässliche Freunde als „Chauffeure”.

*Jedes Mal, wenn ich in Deutschland als Mitfahrer auf Autobahnen oder im innerstädtischen Verkehr von Großstädten wie Berlin unterwegs bin, packt mich buchstäblich das kalte Grausen und die schiere Todesangst: So oft, wie ich dort Zeuge und Beinahe-Opfer riskantester Fahrweisen werde, KÖNNEN Autopiloten gar nicht versagen.

** Manchmal fragt man sich, ob es wirklich kein Zufall ist, dass die Fahrerlaubnis in der BRD „FÜHRERschein“ heißt, denn anscheinend gehört ein gerüttelt’ Maß Selbstüberschätzung, Skrupellosigkeit und sogar (Mit-) Menschenverachtung dazu, in Deutschland ein Auto lenken zu dürfen …

Das soll ein bisschen wie Sarkasmus klingen, ist aber eigentlich gar keiner …

LG
Bernd Kulawik


8. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

ich würde nicht mit einem derartigen Auto fahren. Ich warte ab, so wie bei der Impfung.

Die vorschnellen Entscheidungn sind  schon oft schief gegangen.

LG J.Deutsch


9. Leserbrief

Lieber Herr Müller,

in Ihrem Artikel vom 6. September stellen Sie die Frage, ob es unter den NachDenkSeiten-Lesern viele Menschen gibt, die mit einem Autopiloten Auto fahren würden?

Mich betreffend lautet die Antwort auf Ihre Frage: auf gar keinen Fall!

Zum Autofahren braucht es die real existierende, unkünstliche, natürliche Intelligenz (je mehr davon, desto besser), und die hat eine Maschine nicht. Die haben leider auch viele real existierende Menschen nicht in zum Autofahren ausreichendem Maße, deshalb die bockige, hirnlose Verweigerung eines Tempolimits auf Autobahnen, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Mit freundlichen Grüßen
Leserin SK


10. Leserbrief

zur Frage der selbstfahrenden Autos…

… würde mich v.a. das damit verbundene Datenschutzdesaster abschrecken. Selbstgesteuerte Automobile sind für mich eine tragende Säule zur Ermöglichung eines totalen Überwachungssystems (neben z.B. den elektronischen Zahlungsmitteln, Smartphones, Nutzung bestimmter Betriebssysteme und sozialer Netzwerke etc.)

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Wüstenhagen


11. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

nach nunmehr rund 30 Jahren Autofahren in den verschiedensten Fahrzeugen kann ich Ihre Frage klar beantworten: Nein, ich möchte kein Fahrzeug mit Autopilot benutzen.

Wer Reisen möchte, ohne für das Fahrzeug Verantwortung zu übernehmen, soll bitte in Bus oder Bahn einsteigen und die Fahrt genießen.

Ich finde es selbstverständlich, das Auto bewusst, aufmerksam und wach zu bedienen, einem Rechner würde ich nicht vertrauen, wenn ich dann während der Fahrt den Sitz nach hinten drehen und Medien konsumieren soll. Wenn ich weiterhin Lenkrad und Pedale überwachen soll, kann ich gleich selbst fahren ohne Rechner.

Unterstützende Systeme wie ABS oder Geschwindigkeitsregler für längere geschwindigkeitsbegrenzte Strecken (Baustellen) sind in Ordnung, letzterer soll aber abschaltbar oder übersteuerbar bleiben. Eine Bevormundung aufgrund mehr oder weniger zuverlässiger Schildererkennung möchte ich nicht akzeptieren.

Auch heute fahre ich mit Fahrzeugen aus den 80ern noch weite Strecken, etwa von Norddeutschland nach Italien. Das mag zwar nicht die bequemstmögliche Variante sein, ist aber sehr entschleunigend und ich nehme die Pässe und Hochstraßen ganz anders wahr als in einem von der Außenwelt völlig entkoppelten modernen Gerät. Servo, Klima, EFH, Automatik usw. sind nämlich nicht an Bord. Die Fahrzeiten unterscheiden sich bei weitem nicht so sehr wie man annimmt, da die unreglementierten Autobahnabschnitte doch recht selten geworden sind.

Mit freundlichen Grüßen
C. Ricken


12. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

ich halte autonomes Fahren für eine Möglichkeit der Verkehrswende zu begegnen.

Dieses Auto-on-demand könnte Fläche in Form von Parkplätzen, Garagen auch zusätzlichen Spuren einsparen.

Jeder Unfall ist eine Tragödie aber deswegen sollte die Technologie nicht per se abgelehnt werden.

Man könnte auch den Energieverbrauch (unabhängig vom Energiesystem) deutlich zentraler steuern wenn ab einem Zeitpunkt X% der Autos autonom und im besten Fall durch eine staatliche Taxi-Gesellschaft betrieben werden.

Nun zu meiner Vermutung wie es vermutlich werden wird:

Die autonomen Autos werden von privaten Gesellschaften betrieben, die die Preise pro gefahrenem Kilometer frei nach der Zahlungsbereitschaft des Kunden festlegen.

Darüber hinaus wird neben harter Wärung mit Daten bezahlt. Wohin man wann fährt und wann wieder zurück.

Um die Frage abschließend zu beantworten: Ich bin nicht gegen autonomes fahren wenn dies durch bessere KI wirklich so sicher ist, dass es von der Unfallwahrscheinlichkeit an manuelles Fahren heran kommt.

Wenn dies allerdings privat und mit Abfluss der Daten einhergeht, bleibe ich lieber bei meinem Benziner.

Mit freundlichen Grüßen
Dennis Zitelmann


13. Leserbrief

Hallo,
 
es gibt Leute die sind davon überzeugt, dass der Tesla Autopilot nicht nur Unfälle verursacht, sondern auch bereits tausende vermieden hat.
 
Dazu ein Videotipp wo jemand Autopilot Reaktionen auf brenzlige Situationen zusammengeschnitten hat.
 
Da sind einige Szenen dabei, wo ich mir beim Zuschauen schon einbilde, dass da ein Mensch wohl kaum eine Chance gehabt hätte noch etwas zu machen.
 
Und ja ich gehe davon aus, dass da auch insgesamt nichts zu machen sein wird.

Den menschlichen Augen überlegene Sensorik kombiniert mit immer krasseren Selbstlernalgorithmen wird da das Rennen machen.

Und wenn es wirtschaftlich darstellbar ist, dass LKW, Taxi oder Busfahrer durch selbstfahrende Transporter ersetzt werden können, dann werden die auch ersetzt werden.

Und wenn es soweit ist, wird es keine Rolle mehr spielen, wie viele Menschen mit einem Autopiloten fahren würden.
 
Gruss Stefan Becker
 
P.S.: Zitat von Joscha Bach (ungefähr aus meinem Gedächtnis)

“Alpha Zero konnte 2017 mit 6 Stunden Training gegen sich selbst zeigen, dass 2700 Jahre Go Geschichte die Menschheit lediglich in ein Lokales Optimum geführt hat.” (Aus dem sie ohne dieses neue Mittel offenbar auch nicht mehr herausgekommen wäre)
de.wikipedia.org/wiki/AlphaGo

P.P.S.: Ich habe, aus eigener Entscheidung, noch nie ein Auto besessen.


14. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

die Frage ist leicht zu beantworten: Wir werden bald müssen. Ich meine, uns von Autopiloten durch die Gegend fahren zu lassen. Zuerst wird das (schon aus Kostengründen) im Nahverkehr passieren. Es gibt weltweit bereits einige Bahnstrecken, wo führerlose Züge unterwegs sind. Auch Buslinien sind im Test und natürlich auch private Pkw wie der Tesla. Es ist zu vermuten, dass dieser Trend sich verstärkt. Und die Versicherungen werden eines Tages Leute, die SELBER fahren wollen, gehörig zur Kasse bitten.

Denn THEORETISCH ist ein Computer jedem menschlichen Fahrer überlegen, weil er sich 1. immer strikt an die Verkehrsregeln hält, 2. nie abgelenkt oder müde ist, 3. niemals betrunken oder gar auf Drogen durch die Gegend fährt und 4. viel schneller als jeder Mensch auf Gefahrensituationen reagieren und z. B. eine Notbremsung einleiten kann. PRAKTISCH können aber natürlich auch Computer ausfallen, Fehlfunktionen haben oder mit Situationen konfrontiert werden, für die es (noch) keine Routinen gibt. Auch die reale Gefahr durch Hacker sei erwähnt. Programme können nur so gut sein, wie die Menschen, die sie programmieren und testen.

Eben deshalb hätte ich momentan noch ein mulmiges Gefühl, wenn ich den Computer das Fahren vollkommen überlassen müsste. Aber in 10 oder spätestens 15 Jahren wird das vielleicht normal sein. Man muss sich vergegenwärtigen, dass große Passagierflugzeuge schon recht lange mit Autopiloten ausgestattet sind, die das Fliegen übernommen haben. Die Piloten sind quasi nur noch zur Überwachung da und um eventuell eingreifen zu können; und kaum einer dürfte deswegen auf die Idee kommen, nicht mehr fliegen wollen … Dass alle Computerprogramme Fehler enthalten, weiß jeder, der sie erstellt oder mit solchen Programmen zu tun hat.

Ein krasses Beispiel scheint ja die Unglücksmaschine Boeing 737 MAX zu sein, die gleich sehr viele Softwareprobleme hatte, von denen einige offensichtlich so schwer waren, dass sie das Flugzeug für die Piloten nicht mehr beherrschbar machten. Dort scheint man offenbar bei Simulationen und Testflügen mehr als nur ein Auge zugedrückt zu haben.

Die Gefahr besteht also, dass kapitalistischer Konkurrenz- und Zeitdruck auch bei der Sicherheit von Autopilotsystemen eine gefährliche Rolle spielt. Und wenn die Zulassungsbehörden schließlich genauso schlampig arbeiten wie bei der Messung zulässiger Abgashöchstwerte von gewissen Verbrennern, lässt das Schlimmes ahnen. Hier müssten ergo zusätzliche, nicht manipulierbare Sicherungen eingebaut werden, um solche Dinge wirkungsvoll zu verhindern.

Schöne neue Technikwelt! Sie ist nicht aufzuhalten, sondern höchstens von einem starken, unbestechlichen Staat einigermaßen menschenfreundlich zu gestalten. Hoffen wir es!

Danke für Ihre immer wieder interessanten Denkanstöße, Herr Müller!
R. B.


15. Leserbrief

Lieber Herr Müller,
 
verstehe ich es richtig, dass Sie der Ansicht sind, dass nicht viele Menschen einen Autopiloten im Auto nutzen würden?
 
Dem kann ich mich leider nicht anschließen. Ich befürchte, dass sehr viele Menschen dieses „Feature“ entzückt nutzen würden. Zumindest, wenn es nicht, wie der Einparkassistent behandelt wird, bei dem man gleich darauf hingewiesen wird, dass System sei nicht sicher und man müsse stets bereit sein ins Steuer zu greifen.
 
Wenn ich aber sehe, wie begeistert technische Spielereien von vielen Menschen aufgenommen werden… Versuchen Sie heutzutage mal ein Handy zu kaufen, mit dem man NUR telefonieren kann und beschweren Sie Sich mal bei Ihren Mitmenschen über den ganzen unnötigen Schnickschnack, den solche Teile heute haben…
 
Oder denken Sie an Alexa. Menschen werden scheinbar gern abgehört bzw. tun so, als würde das sicher nicht passieren, wenn es ansonsten einen Verlust an Bequemlichkeit bedeuten würde.
 
Fahrassistenzsysteme sind der Traum für jeden Pendler! Ich schließe mich da bezüglich der Begehrlichkeit ganz eindeutig nicht aus, würde jedoch gern auf jedwede moderne Steuerung in Autos verzichten, da diese auch gehackt werden können. Diesbezüglich werden moderne Autos immer angreifbarer und ich kann mir gut vorstellen, dass es irgendwann Viren für Autos gibt, wie wir sie heute für Computer kennen. Ein unerfreulicher Gedanke.
 
Herzliche Grüße,
V. Weinand


16. Leserbrief

Guten Tag Albrecht Müller.

ihre Frage möchte ich mit einem klaren JA beantworten.

Ich bin etwas erstaunt über ihre Feststellung:

“Aus meiner Sicht stolpern wir hier in eine der typischen technischen Entwicklungen, bei denen man notieren muss: 
Es ist nicht alles sinnvoll, was technisch möglich ist.”

Bitte unterliegen sie nicht dem Irrglaube – Der Mensch oder gar sie selbst, sind vollkommen.

Die Statistiken der Verkehrstoten und noch viel mehr, der Verletzten, zeigen auf, dass dem nicht so ist.

Alle diese Beteiligten waren auch guten Glaubens, dass ihnen dieser Unfall nicht passiert, richtig?

Weshalb ist denn die Warmwestenplicht mit derartigem Nachdruck zur Pflicht geworden? Eben weil von Menschen andere Menschen übersehen werden. Hier leitet im Falle nicht irgend eine Verkehrssicherheitsbehörde, sondern der Staatsanwalt eine Untersuchung ein.

So eine typisch technische Entwicklung hat sich schon länger im globalen Flugverkehr etabliert.

Wenn wir täglich sehen, dass Autopiloten sogar den 3 dimensionalen Luftraum besser beherrschen, als der Mensch und selbst Landevorgänge von Großflugzeugen gerade deshalb davon übernommen werden – 

Hier geht es jeweils um mehrere hundert Menschen, denen der Autopilot anvertraut wird, dann ist es beim PKW wohl eher unangebracht von einem Stolpern zu schreiben.

Die Frage stellt sich doch ebenso: Wie lange darf das Risiko noch eingegangen werden, dass der fehlerbehaftete Mensch, bei diesen schrecklich hohen Unfallzahlen noch selbst fährt?

Sollten wir als Konsequenz hier nicht sofort auf generell unter 30 km/h auf allen Straßen reduzieren? 

Nein, hier stolpern wir Tag für Tag mit unserem Unvermögen in diese grausamen Ereignisse und müssen wollen mit dieser Verantwortung leben.

Also stellen sie bitte nicht fest: “Es ist nicht alles sinnvoll, was technisch möglich ist“.

Denn jeder vermieden Schwerverletzte oder gar Tote verlangt danach, wenn es technisch möglich ist, dieses Sinnvolle schnellstmöglich auch zu realisieren. 

Assistenzsysteme und Autopiloten bieten nicht nur die Chance, sondern sie belegen ein Sicherheitszugewinn.

Wer sich hier mit pauschalen Vorbehalten dem in Weg stellt und durch Zweifel schüren dies verzögert, sollte die resultierende Konsequenz immer auch vor den eignen Augen haben.

mit freundlichem Gruß
Wolfgang Wegmann


17. Leserbrief

Autonomes Autofahren

1971 gab es in der alten Bundesrepublik ( ohne DDR) 18.753 Verkehrstode.
Quelle: statista

1971 hatten die Autos kein ABS, ESP, Airbags( Mercedes Benz hat erst 1971 den Airbag zum Patent angemeldet)und andere Assistentsysteme und es gab keinen Euro NCAP Crashtest.

Im Jahre 2020 ab es in Deutschland 2.719 Verkehrstode mit dem Gebiet der ehemaligen DDR.

Obwohl der KfZ Bestand sich in Deutschland von 1971-2020 fast verdoppelt hat.

3 Ursachen sind verantwortlich für Verkehrstode in Deutschland.
Alkohol, Überhöhte Geschwindigkeit und Überholen in Überholverbot
Diese 3 Ursachen für Verkehrstode  beruhen auf Menschliches Versagen.

Wenn Sie heute in ein Verkehrsflugzeug von Airbus oder Boeing einsteigen. fliegt das Flugzeug wenn es auf Flughöhe ist mit Autopilot.

Die Angst vor Unfällen mit Selbstfahrenden Autos beruht auf irrationalen und paranoiden Vorstellungen.

Der Mensch ist die Hauptfehlerquelle beim Auto fahren.

In Deutschland gibt es mit Ausnahmen für gewerbliche LKW Fahrer keine gesetzliche Verpflichtung sich auf seinen Gesundheitszustand zu überprüfen lassen. Sie können 100 Jahre alt sein und 79 Jahre Ihren Führerschein besitzen und nicht gewerblich Auto fahren und es gibt keine Regelung die Ihren Gesundheitszustand überprüft. Ihr PKW muß alle 2 Jahre zum TÜV. Ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht sogar alle 12 Monate.

Der Mensch ist das Sicherheitsrisiko.
 
MfG Dieter Klaucke


18. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

da haben Sie mich überrascht, dass ausgerechnet Sie dieses Thema ansprechen. Und vorneweg die Beantwortung der Frage:

Nein, ich persönlich würde mich eher nicht in ein autopilot-gesteuertes Auto setzen.

Allerdings ist das wohl ganz entscheidend eine Generationenfrage: Sie und ich (mein Jahrgang: 1959) sind noch mit der Vorstellung aufgewachsen, dass das (eigene) Auto einen gehörigen Freiheitsgewinn bedeute. Und auch Jahrzehnte mit Stauerfahrungen, kleineren Unfällen, unangenehmen Fahrten bei schlechter Witterung etc. haben diesen Glauben nicht grundsätzlich erschüttern können.

Aber bei jüngeren Menschen sieht das wohl anders aus. Ich erinnere mich noch, wie ungläubig ich auf einem Markenforum schon vor ca. 7 Jahren Einträge in dieser Art las: “So’n Autopilot – doch, das wäre prima, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit noch ein bisschen auf dem Smartphone spielen könnte.” Und das waren Leute, die ausweislich ihrer sonstigen Forums-Beiträge stunden- oder tagelang an ihren betagten Citroens herumschraubten, um sie noch lauffähig zu halten. Aber eben – vermutlich – viel jünger und anders “auto-sozialisiert”.

Bei der Vermarktung des “autonomen Fahrens” fällt mir noch auf, dass vor vielen Jahren bei der Vorstellung des “Google-Autos” noch ein Demo-Fahrzeug gänzlich ohne Lenkrad oder Pedale vorgestellt wurde – die 4 Insassen sassen sogar in vis-a-vis-Position gegenüber. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass alle zukünftigen autonomen Fahrzeuge mindestens noch ein (Not?-) Lenkrad und ein (Not?-)Bremspedal haben werden, ganz einfach aus Haftungsgründen. So kann der Hersteller bei allen Unfall-Szenarien daruf verweisen, dass der/die Fahrer/in ja laut Bedienungsanleitung verpflichtet war, die Strasse im Auge zu behalten und ggf. mit Lenkrad oder Bremspedal einzugreifen.

Cui bono? Natürlich der Autoindustrie, zunächst einmal direkt, weil das “autopilot-package” i.d.R. zunächst eine teure Aufpreisposition sein wird. Langfristig geht es, vor allem in den USA, darum, den Privat-Pkw als Massenverkehrsmittel zu erhalten. Eine Autobahn voller “Autonom”-Pkw verträgt einfach eine höhere Verkehrsdichte und wird weniger häufig durch Staus blockiert als bisher. Und wo sich bisher der Fahrer über Stau und Stop-and-Go grün und blau ärgerte, verweist man auf die Möglichkeit, nun endlich während der Fahrt zu daddeln oder zu “whats-appen” etc. pp. – siehe die Forums-Beiträge von oben. Das konnte er zwar bisher schon in Bahn oder Bus, aber eben nicht umschmeichelt von den cremefarbenen Ledersitzen, der individuell einstellbaren Klimaanlage und dem Dolby-Surround-Sound des “Multimedia”-Systems seines Pkws.

Übrigens sorgen e-Auto und Autopilot-System dafür, dass kaum noch eine Fahrt unkontrolliert wird angetreten werden können. Der Autopilot braucht ja zwingend die Angabe des Fahrtzieles, und mindestens beim Tesla ist es ja so, dass das liebe Gefährt pausenlos in elektronischer Verbindung zum Mutterkonzern steht. Inwieweit man das bei “Brot- und Butter-eAutos” wie dem ZOE abschalten kann, weiss ich nicht.

Auch ein unangenehmer Aspekt der eAuto-Umsetzung: Meines Wissens kann man nirgendwo das Aufladen bar bezahlen, man muss immer mit irgendeiner Kundenkarte “zahlen”. Wenn dann wegen irgendeiner “Verletzung der Community-Regeln” die Karte gesperrt wird, sitzt man womöglich strom- und hilflos in der Pampa fest.

Wieso schrieb ich “eher nicht”? Weil uns diese Technik vermutlich wie so viele andere Entmündigungs-Strategien durch stetiges Wegfallen der Alternativen aufgezwungen werden wird. Wenigstens besteht die Hoffnung, dass die Technik an sich mit jedem Kilometer, den die unfreiwilligen Testfahrer abspulen, sicherer wird.

Solange es geht, werde ich versuchen, mit meinem “voll-manualik”-Auto Baujahr 2004 weiter zu fahren – und an der Tankstelle bar bezahlen.

Beste Grüsse an Sie und das Nachdenkseiten-Team von
peter a. schulz


19. Leserbrief

Guten Abend,
 
ein ganz klares NEIN dazu.

Aber viele junge Kollegen finden das super, dass sie zukünftig während der Autofahrt ein schläfchen machen können.
 
Mir wird Angst bei dem Gedanken !!
 
MfG
Müller


20. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

ob es viele oder wenige Leser sind, vermag ich nicht einzuschätzen. Wenn es irgendwann tatsächlich voll autonom fahrende Fahrzeuge geben sollte, die nicht nur in wohl definierten Gebieten verkehren können wie derzeit Waymo mit seinen Robo-Taxis in Phoenix sondern überall, ich persönlich würde sie nutzen.

Momentan stellt sich Ihre Frage (bei Tesla) noch nicht, da es derzeit immer noch Sache von Fahrer bzw. Fahrerin ist, das Fahrassistenzsystem aufmerksam genug zu überwachen. Statistisch erscheint selbst der aktuell primitive Tesla-„Autopilot“ (Autonomie-Level 2 von 5) ein großer Sicherheitsgewinn zu sein, zumindest bei amerikanischen Verhältnissen, vgl. en.wikipedia.org/wiki/Tesla_Autopilot#Notable_crashes. Die etwa 6 Toten jährlich, die durch einen noch besseren Tesla-Autopiloten zusätzlich vermeidbar gewesen wären, bei in den USA knapp 40000 Verkehrstoten jährlich, scheinen mir daher nur begrenzt nachdenkenswert.

Schauen wir noch in die Zukunft, wenn Ihre Frage wirklich relevant wird. In den Youtube-Videos von Testern der (derzeit nicht öffentlichen) Tesla Full Self Driving Beta Software, welche sich an Autonomie-Level 5 versucht, z. B. im Kanal von AI DRIVR, fährt das Fahrzeug immer noch sehr defensiv und es gibt oft genug schwierige Situationen, die es ohne Eingriff nicht (oder nicht schnell genug, um Menschen nicht zu irritieren) meistert – aber solche Situationen werden weniger. Tesla hangelt sich langsam von lokalem Optimum zu lokalem Optimum vorwärts. In wie viele solcher Sackgassen sie noch gelangen werden und neuronales Netz und Lernparameter daraufhin werden anpassen müssen, bis irgendwann ein alltagstauglicher Autopilot Level 5 herauskommt, ist nicht vorherzusagen. Wir Menschen entwerfen eben nur die Form der neuronalen Netze und bestimmen wie und woran sie lernen können, nicht jedoch, was genau sie dabei lernen werden. Ob es genügt und sicher ist, zeigen am Ende die Unfallstatistiken. Und wenn die Antwort nach Statistik ja lautet, ist zumindest Sicherheit kein Grund mehr, selbst fahren zu wollen.

Mit freundlichen Grüßen,
Mark Doll

P.S.:

Hier noch ein Video zu Waymos Robo-Taxis.


21. Leserbrief

Ja, mich zum Beispiel.

Der Artikel ist, natürlich auch auf Grund seiner Länge, etwas zu flach.

Aber: Stellen wir uns doch einfache mal vor: Ich will von Rangsdorf nach Freiburg. Gebe das in meine Navi ein. Mein Navi führt mich bis zur nächsten Autobahn-Treff-Stelle Dort warte ich so 10 Minuten. Bis der nächste Trail vorbeikommt. Mein Assistenzsystem reiht mich in den Trail ein, und schon fahren 50 Autos mit 20 cm Abstand automatisch weiter. Gigantische Treibstoffersparnis. Und da alle Autos über ein Funkprototokoll verbunden sind, wäre es auch definitiv sicherer als wenn alle Teilnehmer, sogar mit normalem Abstand fahren würden.

Bis dahin auf den Autobahnen immer mit Tempomat mit Abstands Automatik. Viel Entspannter als ohne Assistenzsystem. Wenn es Fehler macht…. Die mache ich auch.

Ich hab jetzt den Spiegel-Artikel gelesen. Dürftig, wie üblich. Ich weiß nichts über die Situation beim Unfall. Und ob ich, z.B. bei Gegenverkehr, eher den Reifenwechsler oder mich und den Gegenverkehr opfern würde.

Jedes System macht Fehler. Autopiloten bestimmt auch. Doch schon jetzt sollte die Frage erlaubt sein: Wer macht mehr Fehler?

Ist natürlich ein Problem für den Haufen überflüssiger Juristen und BWLer: Wer haftet, wenn der Rechner Mist baut. Der Programmierer, Der Hersteller der Sensoren, Der Hersteller der Hardware, der Besitzer von det janze? Läuft irgendwie auf die Systemfrage raus. Lassen wir jetzt.
 
Übrigens, ich bin Softwareentwickler und gehöre somit zur Spezies, die genau weiß, wie fehleranfällig solche Systeme sein können. Ich weiss aber auch, wie viele Kriterien ein Computer in seine Entscheidung einfließen lassen kann und wie wenig ich in der selben Zeit, zumal bewusst, entscheiden kann
 
So zur „Erheiterung“ im Roman „Quality-Land“ philosophiert ein autonomes Fahrzeug lange darüber, wen man im Bedarfsfall überfahren soll: Die Horde junger Kinder, die unsachgemäß auf die Straße rennen, oder den Rentner mit Rollator am Straßenrand, den man beim Ausweichmanöver überfahren müsste.

Übrigens, ich bin Softwareentwickler und gehöre somit zur Spezies, die genau weiß, wie fehleranfällig solche Systeme sein können. Ich weiss aber auch, wie viele Kriterien ein Computer in seine Entscheidung einfließen lassen kann und wie wenig ich in der selben Zeit, zumal bewusst, entscheiden kann
 
von unserem Leser T.B.
 
PS: Mit solchen Artikel bitte aufpassen. Er erinnert mich in seiner Flachheit ein wenig an den Bericht über die IT-Gefahren durch RT gestern (Mo) Abend in 3sat Kulturzeit

PS2. Tesla mag ich auch nicht. Nicht wegen dem Assistenzsystem sondern wegen der Batterien (statt z.B. Wasserstoff)


22. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

in Ihrem Artikel verknüpfen Sie den Autopiloten mit der Firma Tesla. Dabei arbeiten neben der gesamten Automobilindustrie auch Google, Apple und diverse andere Firmen an der Technologie, teilweise schon mit sehr großem Erfolg. Ihre Frage empfinde ich zudem zutiefst technologiefeindlich. Hätten Sie sich vor über 100 Jahren in ein Gefährt gesetzt, das stinkt, laut ist, rumpelig fährt, zudem gefährlich ist und wo es immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt? Wo Sie lediglich in der Apotheke Benzin kaufen können? Wahrscheinlich nicht, aber dennoch kann man sich das Automobil in unserem Leben heute nicht mehr wegdenken.

Würden Sie sich von einem Autopiloten fliegen lassen? Auch da gab es zu Beginn Probleme. Würden Sie eine Kamera kaufen, die 8 Minuten braucht, um ein digitales Bild auf einem Bildschirm darzustellen? Das war übrigens eine Erfindung von Kodak, die in den USA 90% des (analogen) Fotomarktes dominierten! Und trotzdem sind sie verschwunden, weil sie das Potential der Technik, die sie selbst erfunden haben, nicht erkannt haben.

So wird es auch beim autonomen Fahren sein. Auch ich bin skeptisch, dass das im urbanen Umfeld funktioniert, aber es wird etliche Anwendungsfälle für diese Technologie geben.

Herzliche Grüße
S.P.


23. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Albrecht Müller, geschätztes NDS Team,

auf die Frage: Gibt es unter NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern viele Menschen, die mit einem Autopiloten Auto fahren würden? hier meine klare Antwort.

Ich würde mich niemals einem solchen System anvertrauen, denn meine persönlichen Erfahrungen mit Soft- bzw. Hardware der Digitalindustrie sind nicht die besten.

Einiges funktioniert ganz gut, aber die Technik versagt auch oft, wenn es darauf ankommt und man verbringt Stunden damit um die Fehler zu beheben.

Ich möchte an dieser Stelle an die Fehlfunktion des Autopiloten bei Boeing 737 MAX erinnern, der hunderten von Menschen das Leben kostete, als nur ein Beispiel von abertausenden Technikversagen in unserer glorreichen Geschichte.

Ich bin auch kein Anhänger kritikloser, ja fast schon religiös anmutender Fortschrittsgläubigkeit.

Das Credo dieser Technikhörigkeit ist doch, dass von Menschen gemachte Technik über der Natur steht, also besser sei als diese.

Die Frage sollte dann erlaubt sein, wie es dieser fehlerhaften Natur gelungen ist, Menschen zu schaffen, die sich nun anmaßen über ihr zu stehen?

Die Hybris der Menschheit zeigt sich in dem Glauben, dass Probleme die durch die Anwendung seiner Technik entstanden sind, erneut mit weiterer Technik zu lösen sind.

Wie heißt es so zutreffend: “Der Computer hilft uns, Probleme zu lösen, die wir ohne ihn gar nicht hätten.”

Politisch gesehen bin ich ein Gegner davon, unser Leben immer abhängiger von digitalen Steuerungen zu machen, da mit den daraus gewonnenen Daten die Digitalkonzerne, als Herren über diese Technik, immer mächtiger gegenüber bürgerlicher Politik werden.

Wer ist denn wirklich Herr über seinen Rechner und weiß, was uns die Konzerne als “Updates” auf unsere Rechner spielen?

Unsere Politiker sind in dieser Hinsicht “Dummies” und sollten sich mal der Lektüre von “Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus” von Shoshana Zuboff widmen, damit sie eine Ahnung von der ihnen zugedachten Statistenrolle in einer digitalen Zukunft bekommen.
 
MfG JD


24. Leserbrief

Sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,

Ja, ich würde es nutzen.

Sicher wird es noch einige Zeit dauern bis das System auch wirklich sicher ist. Vielleicht sollten solche Autos auch nur auf speziellen Spuren fahren. Aber sie tragen dazu bei allen Mobilität zu ermöglichen, die aus den unterschiedlichsten Gründen sonst nicht mit dem Auto fahren könnten. Wer zu schlecht sieht, blind ist, wer körperliche Gebrechen hat, die nur mit teuern Umbauten zu realisieren sind. Für alle diese Menschen ist der Autopilot eine Chance. Auch in ländlichen Regionen, wo der Bus nur mit 1 Person fahren würde. Für Menschen, die im Auto arbeiten wollen.

Alle genannten Unfälle passieren auch bei ganz normalen Autos. Fahren Sie Bus, fliegen Sie mit dem Flugzeug, fahren Sie mit der Bahn? In allen diesen Fällen verursachen Fahrfehler Unfälle. Natürlich sollte ein Autopilot auch sicher sein, aber 100%ige Sicherheit wird es nicht geben. Es ist viel entspannte mit einem Auto mitzufahren als selbst zu fahren und selbst, wenn sie nur im Auto die Landschaft beobachten, telefonieren oder lesen wollen.

Viele Grüße
S. Bernstein


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