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Titel: Leserbriefe zu „Angriff auf den Iran: Dem Faustrecht zujubeln“

Datum: 5. März 2026 um 16:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
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In diesem Kommentar hinterfragt Marcus Klöckner, ob der Angriff auf den Iran moralisch gerechtfertigt werden könne. Die „Guten“ würden Krieg immer nur für Freiheit und Frieden führen. Wie immer gehe es um den Kampf gegen das Unrecht. Wenn jedoch der Maßstab für Kriege das Unrecht in einem Land sei, „dann schaffen wir das Völkerrecht ab“. Denn mit hehren Motiven habe dieser Angriffskrieg so viel zu tun wie ein Panzer mit Nächstenliebe: Nichts! Wer unter diesen Umständen den Angriffskrieg rechtfertige, rechtfertige das Faustrecht. Von unseren Lesern haben wir dazu interessante Zuschriften bekommen und danken dafür. Die nun folgende Auswahl der Leserbriefe hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner, eine gute, eine richtige Analyse Ihrerseits.

Nur lassen Sie aus, daß die deutsche Regierung und also Deutschland diesen völkerrechtswidrigen Angriff nicht nur relativiert, sondern auch goutiert. Dann ist es auch nur noch ein kleiner Schritt zum aktiven Mitmachen…

Und Deutschland kollaboriert mit einem mutmaßlichen und vom EuGH gesuchten Völkermörder und nennt ihn gar seinen unverbrüchlichen Freund! Wenn dem so ist und das so bleibt, dann (frei nach Angela Merkel) ist das nicht mehr mein Land.

Mein Gott, in diesen Tagen erinnere ich mich wieder an den geächteten Ex-Kanzler Schröder, der sich damals sehr unbeliebt gemacht hatte, als er Deutschland aus dem Irak-Krieg rausgehalten hatte.

Die Welt ist aus den Fugen und Deutschland vorneweg.

Marcus Boshkow


2. Leserbrief

Ich kann dem Artikel voll und ganz zustimmen, wenn da nicht ein Satz wäre, der mich stört:

“Richtig ist: Im Iran gibt es Unrecht. Im Iran gibt es grausame Verhältnisse – beides gibt es allerdings in vielen Ländern, unter anderem auch in China.”

Wer sich mal intensiv mit China befaßt hat, der erkennt, dass das Uiguren-Problem auch so eine negativ-Propaganda unserer Standard-Medien ist. Und was Meinungsfreiheit betrifft, so glaube ich inzwischen, dass die in China und auch in Rußland weniger eingeschränkt ist, als hierzulande.

Eine chinesische Mitarbeiterin der Deutschen Welle ist vor Jahren wieder nach China zurückgekehrt, weil sie es nicht mehr ertragen konnte, was hier in Deutschland noch als Meinungsfreiheit bezeichnet wird.

E.J.A.


3. Leserbrief

Guten Tag,

barbarisch und mittelalterlich, der mit äusserster Brutalität geführte Enthauptungsschlag und Kriegsbeginn, der sogenannten  ,, Guten “. Ein Staatsoberhaupt, samt seiner Familie mit Enkelkindern weg zu bomben. Ebenso weitere militärische und politische  Führer eines souveränen Staates. Kollataralschäden, wie Schulen und Krankenhäuser, ob mit Absicht oder ohne, aber eher mit, inbegriffen. Sämtliches international geltende Recht, samt Völkerrecht mit Füßen getreten. Einen weiteren Krieg angefacht, den die Welt nicht braucht. Ankläger, welcher Anklage auch immer, Richter und Vollstrecker, dass sind die ,, Beiden ” und ihre Versallen. 

Wieviel Elend, Tod, Zerstörung, politsche und wirtschftliche Verwerfungen diese Barbarei bringen wird, ist noch nicht abzusehen. 

Nein, es gibt keinerlei Rechtfertigung für diese Widerwärtigkeit. Auch die durch Sanktionen, man könnte es auch aushungern nennen, brutale Niederschlagung von inneriranischen Aufständen, der unzufriedenen Bevölkerung nicht. Die Genfer Verhndlungen waren noch nicht beendet, als der Bomben- und Raketenhagel begann. Welch ein abschreckendes Beispiel, für alle Zivilgesellschaften und die Völkergemeinschaft.

Da wird hoffentlich auf Dauer auch die Propaganda der hiesigen Scheinmoralisten aus Politik und Medien nichts daran ändern.

Mit freundlichen Grüßen 
Thomas Stöbe


4. Leserbrief

Guten Tag Herr Klöckner,

Sie schreiben:

„Im Iran gibt es Unrecht. Im Iran gibt es grausame Verhältnisse – beides gibt es allerdings in vielen Ländern, unter anderem auch in China.“

Also ehrlich gesagt, China wäre mir da jetzt nicht als Zweites eingefallen. Im Iran ist der Fall aber grundsätzlich anders gelagert. Der Iran hat wirtschaftliche Probleme, was endlose westliche Sanktionen maßgeblich verursachen. Nicht zu vergessen, der Irak-Iran Krieg usw. Unter anderem darum ist die iranische Regierung zwangsläufig nicht gerade liberal eingestellt. Also soll mir doch mal jemand aufzeigen, wie man in einer solchen Situation ein Land reformiert.

Die deutsche Polizei würde auch nicht mit dem Gummiknüppel zur Schießerei kommen.

Nun will Israel wieder einen Schah installiert wissen. Die Jubelperser drehen bereits rund um den Globus durch. Muss man sich auch mal überlegen. Der Westen will im 21.Jahrhundert einen Monarchen installieren, an der Berichterstattung zweifelsfrei erkennbar, doch dieses Drehbuch ist… besser ohne Worte.

Die Zeit mit Schah war damals für die Iraner auch ohne Sanktionen schon eher suboptimal. Da gibt es doch im „Erfolgsfall“ eher einen „schönen“ Bürgerkrieg. Iran ist ein Vielvölkerstaat, da kann sich jedes westliche Land ein Volk zum Unterstützen aussuchen. Damit es richtig schön lange dauert.

Dann kommen aus einem 90 Millionen Staat die Flüchtlinge. Dagegen war Syrien ein Witz. Mal schauen, wie sich dies aufs Stadtbild auswirken wird. Man sieht also, Wahlen werden in Deutschland offensichtlich auch bald abgeschafft werden müssen.

Ferner wäre noch interessant, gegen wen überhaupt noch § 130 Abs.5 StGB angewendet werden soll. Wo solche Aussagen das Normalste von der Welt sind und quasi bei jeder Gelegenheit Anwendung finden. Kann ich mich dann im Zweifel darauf berufen von der deutschen Regierung radikalisiert worden zu sein? Denen passiert doch auch nichts und die treten ungestraft vor einem Millionenpublikum auf.

Man brüstet sich sogar mit den begangenen Kriegsverbrechen. Sollte dieses Völkerrechtsverfahren wegen Gaza wirklich stattfinden, kann man sich jedenfalls nicht damit herausreden dies wäre ein Versehen, oder der Angriff der Hamas an allem schuld gewesen. Man ist offensichtlich ein notorischer Serientäter.

Nebenbei kratzt man schon arg an Artikel 26 GG, oder wie ist dieses Zitat zu verstehen?

„Wir werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Interessen und die unserer Verbündeten in der Region zu verteidigen. Dies kann potenziell auch, falls notwendig, das Ermöglichen von verhältnismäßigen militärischen Defensivmaßnahmen einschließen, um die Fähigkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, an der Quelle zu zerstören.“

An der Quelle zerstören… hört sich in der Tat sehr defensiv an. Und das ist keine Kleinigkeit. Den erklärten Feind Russland defensiv anzugreifen ist durchaus (noch) als unrealistisch zu bezeichnen. Irgendwelche „Quellen“ in sonst wo sind da wesentlich realistischere Ziele. Im Zweifel muss diesen Quellen nicht einmal zuvor etwas „entspringen“. Schon kann man 24/7 rund um den Globus „verteidigen“.

Nebenbei ein guter Rat an die Deutschen, da solche Sprüche einfach so durchgehen: Werft das GG endlich in die Tonne. Es taugt zu nichts und passt bestenfalls zum imaginären Puppenhaus-Traumwelt-Deutschland verwirrter Wertekünstler und Möchtegerndemokraten.

Mit freundlichen Grüßen
Kai P.


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