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Titel: Leserbriefe zu „Forderung: Wehrdienst bis 70 – ist das „Wehrkraftzersetzung“ aus dem Innern?“

Datum: 10. März 2026 um 15:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich:

In seiner Glosse beschäftigt sich Marcus Klöckner mit der in seinen Augen absurden Debatte über eine mögliche Erhöhung des Wehrdienstalters auf bis zu 70 Jahre. Unser Autor bezweifelt und verzweifelt auch daran, dass Deutschlands aktuelle Politik, die sich diplomatischen, friedensstiftenden Maßnahmen verweigert, die angestrebte „Kriegstüchtigkeit“ und militärische Stärke nun auch noch mit nicht mehr kriegstauglichem Personal erreichen will. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften, zusammengestellt von Ala Goldbrunner.


1. Leserbrief

Hallo Herr Klöckner,

da bin ich dafür und dabei !

Ich werde bald 70 und natürlich noch topfit um als Generalfeldmarschall mitzumachen.

Unter diesem Rang mache ich es nicht. Freue mich schon auf den Sold und die anschließende Pension.

Tagesablauf: 7 Uhr, Dienstautomobil bringt mich zur Kaserne, unterschreibe die Tageslosung und andere unwichtige Papiere.

8 Uhr Frühstück in der Offizierskantine mit geheimer Lagebesprechung ( Im Westen nichts neues )

11 Heimfahrt im Dienstautomobil

Der Rest des Tages vergeht mit putzen der Uniform und Orden. (Macht bestimmt meine Frau, die ich dafür zum Major, befördere.

Hoffe viele andere, neue Generalfeldmarschälle kennenzulernen.

Mit freundlichen Grüßen
Generalfeldmarschall in spe
Rudolf Jahn


2. Leserbrief

Lieber Herr Klöckner,

der Wahnsinn kennt keine Grenzen.

Während Offiziere der Bundeswehr nach $ 45 Soldatengesetz (ja nach Dienstgrad) bereits mit 56 Jahren in der Rente gehen können, sollen Menschen noch mit 70 Jahren einberufen werden können.

Soll hier der ukrainische Brauch übernommen werden, wonach beim Einsatz an der Front eine Überlebenszeit von ca. drei Stunden anzunehmen ist??

Übrigens: deutlicher kann die Situation, die Klöckner beschrieben hat, nicht dargestellt werden: „Wer noch mit dem Löffel den Milch im Kaffee umrühren kann, kann auch noch sein Gebiss nach dem Feind werfen.“ Das ist treffend.

Weiter so.

Joachim Groß


3. Leserbrief

Lieber Herr Klöckner!

Liebe Redaktion!

Vorab: herzlichen Dank für Ihre kritischen Beiträge, die den Standard-Medien-Alltag bereichern – und dass Sie Ihren Humor noch nicht ganz verloren haben!

Apropos Humor/Satire:

Ja, klar – warum nicht Wehrdienst für 70+

Damit schlüge Deutschland zwei Fliegen mit einer Klappe:

Denn wenn eine ausreichende Anzahl von RentnerInnen von der Front nicht mehr heimkehrt, spart das immense Summen im sozialen und Gesundheitsbereich:

weniger Pensionsleistungen, geringere Kranken- und Pflegekosten – und mit ein bisschen Glück spart man sich auch noch die Beerdigungskosten …

Mit herzlichen Grüßen aus Wien
Angela U.


4. Leserbrief

Guten Tag,

im günstigsten Fall ist es nur Schwätzerei und kann als diese gehändelt werden, nämlich ab in die Tonne.

Andererseits könnte es sich aber auch, um eine mittlerweile unter dem überwiegenden Teil in Politik und Medien um sich greifende Paranoia und Verdrehung von Realitäten handeln. Dann wäre das Ganze behandlungsbedürftig. Die Zeitgenossen, die solch einem Unsinn auf den Leim gehen, dürfte auf Grund der Dauerberieselung, der Kriegstreiberei und Propaganda nicht gering sein. Ansonsten ist diese Forderung, in Anbetracht der gesellschaftlichen Strukturen, in Bezug auf Leistungsfähigkeit und oft gesundheitlicher Einschränkungen der genannten Gruppe völliger Unsinn.

Gut beraten wären die fordernden Herrschaften, sich schnellstens wieder um Diplomatie und Völkerverständigung, nach allen Seiten zu bemühen. Gebt der Jugend die Chance auf eine friedvolle Zukunft und laßt die älteren Menschen in Ruhe, die ihnen noch verbleibende Zeit verbringen.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


5. Leserbrief

Ein Hinweis fehlt im Artikel: Ein toter (gefallener) 70jähriger Soldat braucht keine Rente mehr. Zu scharf formuliert? Wenn ich die Denkweise und Äußerungen so manches Politikers hierzulande zugrunde lege, eher nicht.

Ludwig Däubler


6. Leserbrief

Guten Tag NDS!

Vor 20 Jahren fragte mich mein damals 17 jähriger Neffe:

Onkel, was hältst du davon wenn ich zur Bundeswehr gehe. Ich will mich als Berufssoldat 4 Jahre verpflichten. Was meinst du, muss ich dann auch nach Afghanistan?

Ich antworte:

Welche Antwort erwartest du von einem Kriegsdienstverweigerer? Klar muss du damit rechnen das du als Berufssoldat auch nach Afghanistan kommst.

Mache es nicht.

Er ging trotzdem und war auch in Afghanistan. Dort wurde er verletzt (war Fallschirmspringer), kam nach Deutschland zurück und wurde in der Bundeswehr entlassen. wegen seiner Verletzungen.

Wie naiv sind junge Menschen. Und das wurde schon immer von Militär ausgenutzt.

Im Dritten Reich hieß es: sie starben fürs Vaterland. NEIN

Sie starben für einen Terrorstaat.

Und heute sterben sie wieder für die Rüstungsindustrie und für völlig durchgeknallte Politiker (…).

Es hat sich nichts geändert in den letzten 5.000 Jahren.

Mit meinem Neffen habe ich keinen Kontakt mehr, weil ich ihn für doof erklärt habe.

Ja, doof sind alle Menschen, die zum Militär gehen.

Jetzt, wo es in Deutschland wieder um eine neue Wehrpflicht geht, warne ich alle Menschen, die theoretisch zur Bundeswehr gehen können, davor und fordere sie auf „NEIN“ zu sagen und immer wieder erzähle ich das Gespräch mit meinem Neffen.

MfG Dieter Klaucke


7. Leserbrief

Hallo Herr Klöckner,

einen ganz wesentlichen – und im Sinne der herrschenden Politik – maßgeblichen Aspekt haben Sie gar nicht erwähnt. Das leidige Rentenproblem der unnützen, nichtsnutzigen Rentner, die den Jungen gierig, maßlos und permanent ‘die Butter vom Brot’ wegessen (Politiker natürlich ausgenommen), würde sich so, im Dienste für’s fürsorgliche Vaterland, elegant und sinnvoll lösen lassen. Wahlweise als ‘Kanonenfutter’ – alternativ als ‘Kolateralschäden’ durch Herzinfarkt im Bombenhagel. Die Bestattungskosten hielten sich, dank Beisetzung in Massengräbern, auch in überschaubaren Grenzen. Bliebe nur noch die Frage der lästigen Witwenrenten. Aber für die wüssten unsere edlen politischen ‘Kreuzritter’ sicherlich auch eine sozial verträgliche Lösung auf Bürgergeldniveau. Man muss den Krieg – analog Russland-Ukraine – nur lange genug aufrecht erhalten und nicht mit ‘diplomatischem Gesülze’ vorzeitig und, für die Waffenschmieden und deren Aktien-Parasiten, ineffektiv beenden.

Starker Tobak? – Fragen Sie in ein paar Jahren einmal die KI danach, wo die Reise hingeht … .

Satire? – ich hoffe, die Realität verschont uns noch eine Weile.

Ulrich Herbst (auch ‘saufauler’ und ‘lumpenpazifistischer’ Rentner)


8. Leserbrief

Vielleicht hat der Herr Otte einfach nur das Datum verwechselt und gedacht, es ist 1.April. Immer wenn man denkt im Niveaulimbo der Politiker ist der Tiefpunkt erreicht, kommt einer daher und unterbietet es noch.

Aber vielleicht ist ja die Absicht dahinter, das der “Feind” wegen ständigen Hosenwechsel, die ja dann vor lauter Lachen immer voll sind, nicht zum Angreifen kommt. Das ist natürlich auch eine Strategie, wenn man sonst nicht viel zu bieten hat.

Ansonsten, herrliche Glosse, ich habe köstlich gelacht.

Vielen Dank und weiter so!


9. Leserbrief

Hallo,

reden wir offen :

Das ist formvollendete Komplettverblödung !

…weil es ja tatsächlich ernst gemeint ist…

…aber das überrascht nicht, es ist politisches Tagesgeschäft.

Grüße
T. Rath


10. Leserbrief

Lieber Herr Klöckner,

danke für diese kernige Glosse. Anders als mit beißendem Spott ist dieser tägliche Wahnsinn nicht zu ertragen.

“Könnte man nicht …, also könnte Deutschland nicht …, also könnte die Politik nicht …”

Da fällt mir Wolfgang Neuss ein, vor ca. 60 Jahren:

“Könnte man nicht die Todesstrafe einführen, für Leute, die sie vorschlagen?”

Gruß,
Rolf Henze


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