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Titel: Leserbriefe zu „Gotteskrieger in der US-Armee: ‚Trump ist von Jesus gesalbt worden, um in Iran das Signalfeuer zu entzünden‘“

Datum: 12. März 2026 um 16:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich:


Zahlreiche Akteure im Oval Office, der US-Armee und der amerikanischen Medienlandschaft führen immer wieder einen angeblich religiösen Charakter des US-amerikanischen Angriffs gegen den Iran ins Feld. In seinem Kommentar vermutet Tobias Riegel, dass der geäußerte religiöse Extremismus der US-Regierung auch dazu dienen könnte, den eigentlichen Gründen „Geld, Macht, Geopolitik usw.“ für den Angriff auf den Iran „Spiritualität anzudichten“. Es gebe extremistische Christen in hohen Positionen wie US-Kriegsminister Hegseth, aber beispielsweise US-Präsident Donald Trump nutze die „mobilisierende, ablenkende und einlullende Kraft“ der Religion, obwohl er selber mutmaßlich „weitgehend ‚ungläubig‘“ sei. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken unseren Leserinnen und Lesern für die interessanten Zuschriften, die Ala Goldbrunner für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

vielen Dank für Ihre zutreffende Analyse. Ich erlaube mir, einige Gedanken hinzuzufügen.

Für jeden Menschen, der zumindest versucht, in der Nachfolge Jesu sein Leben zu gestalten, ist das, was in den fundamentalistisch-evangelikalen Kreisen der USA zum Thema zutage kommt, ein Greuel, um einen biblischen Ausdruck zu benutzen. Mit der Friedensbotschaft des Jesus von Nazareth hat das nichts zu tun.

Aber ich frage mich, ob diese “Gotteskrieger” nicht im Grunde genommen wissen, dass sie Unrechtes tun, sonst müssten Sie sich nicht auf diese Weise vergewissern.

Wie auch immer. Eigentlich müssten sie nur mal einen Blick in die Bibel werfen, dann könnten Sie sich die Gebetsshow sparen.

Z.B. hier: Proverbien, also Sprüche Salomos, Kapitel 6, um mal das Erste Testament zu zitieren:

16 Sechs ´Dinge` sind dem HERRN verhasst, und das siebte verabscheut er ganz besonders:
17 Augen voller Hochmut, eine falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen,
18 ein Herz, das heimtückische Pläne schmiedet, Füße, die eilig dem Bösen nachlaufen,
19 einen falschen Zeugen, der Lügen verbreitet, und einen Menschen, der Brüder gegeneinander aufhetzt.

Aber wahrscheinlich fühlen sich die Damen und Herren im Oval Office als Adressaten nicht gemeint.

Mit dankbaren Grüßen
J. Dierks, Pfarrer i.Unruhe


2. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

im Jahr 2012 wurde der Kabarettist Georg Schramm mit dem Erich-Fromm-Preis ausgezeichnet. In seiner Dankesrede sprach Georg Schramm auch über das Armageddon.

Auszug aus der Dankesrede:

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Komplette Dankesrede:

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Im Hinblick auf die Ereignisse im Nahen Osten findet die Vision des Armageddon offensichtlich für nicht religiös interessierte Menschen (und Medien?) keine Berücksichtigung, da sie sich wohl nicht vorstellen können, dass es Menschen gibt die genau dieses Armageddon anstreben.

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Glahn

P.S.: Ich glaube in der ersten Reihe der Zuschauer Herrn Albrecht Müller erkannt zu haben.


3. Leserbrief

Liebe NDS,

ihr helft mir, die Welt gerade noch zu ertragen und haltet meine Hoffnung am Leben, dass die Unvernunft nicht mächtig genug ist, die Weltherrschaft von Black Rock für die Ewigkeit zu zementieren oder gar alles in die Ewigkeit zu schicken.

Mir helft nicht nur ihr, sondern auch heftiger Sarkasmus, die Welt zu ertragen.

Tobias Riegels Artikel über Gotteskrieger veranlasste mich zu diesem Leserbrief:

Liebe NDS-Redakteure,

als Atheist mühe ich mich intensiv, die unergründlichen Wege des Herrn zu erfassen. Mir scheint, eure von einer tiefen Friedenssehnsucht geprägte geistige Enge setzt eurem Erkenntnisgewinn die schon von den Klassikern des Marxismus erwähnten ideologischen Erkenntnisschranken.

Auch Gott ist in die Jahre gekommen und dürfte es nicht mehr schaffen, alles selbst zu machen. Und seine Unfehlbarkeit ist gewiss ein vatikanisches Narrativ. Aber Gott müht sich wenigstens um die Korrektur eigener Fehler. Sein päpstlicher Stellvertreter ist vermutlich nicht sein einziger irdischer Abgesandter zur Verwirklichung des göttlichen Planes zur Gestaltung einer optimalen Welt. Ich halte es deshalb für sehr wahrscheinlich, dass Donald T, Friedrich M, Flinten-Uschi und andere tatsächlich von ihm Auserwählte sind, die eine irdische Überbevölkerung verhindern oder gar die Eliminierung einer fehlkonstruierten Spezies bewerkstelligen sollen.

Gott könnte ja einfach auch mehr Hirn zu uns hinab werfen.

Aber auch dafür hat er Begnadete ausgewählt. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen weiß ich, dass die NachDenkSeiten an vorderster Stelle seiner Auserwählten stehen!

Das meint ein vor mehreren Jahren von Gott als euer Leser ausgewählter und über eure Aktivitäten begeisterter

Günter Mlinarsky


4. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

es ist erschütternd, was Sie da in Ihrem Artikel geschrieben haben.

Die größte Militärmacht der Welt wird von einem Psychopathen unter starkem Einfluss von von pseudoreligiösen Fanatikern regiert. Dazu muss man nicht viel sagen.

Im letzten Absatz schreiben Sie: “In Deutschland ist eine Vermischung aus Politik und Religion zumindest in dieser extremen Form noch nicht vorstellbar. Aber wenn die politische Irrationalität weiter so fortschreitet: Wie lange noch?” In Deutschland ist es leider schon so, dass die Religion, nein die Kirchenführung, der Politik folgt und den gutgläubigen Christen die Kriegstüchtigkeit schmackhaft machen will. Ich erinnere nur an das Gespräch zwischen Marcus Klöckner und dem Publizisten Peter Bürger (NDS vom 05.03.2026) über die Positionierung der EKG zum Thema Krieg. Hier ist die “offizielle” Kirche Steigbügelhalter der Politik.

Ulrich Kleinecke


5. Leserbrief

Sehr geehrte NachDenkSeiten,

schon zu Zeiten der Inquisition, ging es Kirchenoberhäuptern nur um die Rechtfertigungen, ihres Verhaltens und ihrer Taten gegenüber Andersdenkenden. Auch sie betrachteten sich “nur” als auserwählte Gottes, denen es auf Grund dieser Annahme grundsätzlich gestattet war, sich gegenüber Menschen selbst mit der Anwendung grausamster inquisitorischer Maßnahmen entsprechend zu rechtfertigen. Einzig die Idee, auserwählte Gottes zu sein, gab ihnen also quasi schon damals das Recht, nur der eigenen Selbstgerechtigkeit, als auserwählte Gottes wegen, Menschen zu quälen, zu foltern, zu verbrennen, zu ermorden. Auch das römische Imperium basierte schon auf einem solchen, gegenüber andersdenkenden Menschen stets und ständig nur Rechtfertigungen für ihre Bestrafung oder Beseitigung finden könnenden, Rechtsverständnis.

Nun ist es aus naturwissenschaftlicher Sicht allerdings so, dass der Mensch ein Produkt der Evolution ist. Ohne die Entstehung des Universums nebst aller weiteren in dessen Folge entstandenen Kettenreaktionen, würde bis heute kein einziger Mensch existieren. Wie kann es also überhaupt sein, dass die Menschheit, einzig und allein nur deshalb existiert, weil irgendwann auf der Erde einmal ein Rechtssystem geschaffen wurde, welches ziemlich offensichtlich, immer noch lediglich ein Rechtfertigungssystem, um Menschen die grausamsten Dinge antun zu dürfen, ist? Und das nun schon seit mehr als 2026 Jahren.

Mit freundlichen Grüßen
Irina Trappe-Hanel


6. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren, Herr Riegel,

sie tragen mit ihrem Text

  1. weder dem religiösen Aspekt der US-Kultur, noch
  2. der Tatsache, dass Trump Politiker ist,

genug Rechnung.

Die dominierende christiliche Denomination in USA sind die Evangelikalen.

Das, was bei uns die katholische + evangelische Kirche sind, sind in USA die Evangelikalen.

In USA gibt es die katholische Kirche auch, aber sie spielt in der Öffentlichkeit nicht so die Rolle, so wie es in Deutschland Evangelikale gibt, die hier keine Rolle spielen.

In USA gehört das Evangelikale dazu, und Politiker tun gut daran, immer wieder das Wort „Gott“ zu gebrauchen, wenn sie gut ankommen wollen.

Die Evangelikalen der USA sind eine konservative Macht, und ein US-Präsident sollte sich deren Unterstützung sichern, egal ob er selbst glaubt, was diese glauben.

Sie sind über das ganze Land verstreut, dominieren jedoch einige Bundesstaaten, „Bibelgürtel“ genannt.

Und gerade in USA sind viele Evangelikale sehr radikal: sie sehen sich in einem christlichen – jedoch meist gewaltfreien – Abwehr- und Siegeskampf gegen alles Böse auf der Welt, wozu auch alle anderen Religionen gehören, ausser der jüdischen (aus der ihre eigene hervorgegangen ist).

Wobei es auch extreme – gewaltbereite – Strömungen unter den Evangelikalen gibt.

Für einen solchen Christen kann es keine Toleranz geben, da ja nur die Erlösung durch Christus diejenige ist, die Erlösung bringt. Alle anderen Religionen – bzw. deren Angehörige – sind auf dem „Irrweg“ und müssen darum „bekehrt“ werden.

Zudem sind diese Evangelikalen konsequente Israel-Unterstützer, da sie die Juden als „Gottes Volk“ sehen (→ Bibel).

Insofern glauben diese Evangelikalen, was sie sagen, was für uns in D schwer nachvollziehbar ist: für viele US-Amerikaner ist das normal.

Und so tut Herr Trump gut daran, diese Evangelikalen „mit ins Boot“ zu holen, ob er selbst daran glaubt oder nicht.

Z.B. hatte auch G. W. Bush damals beim Irakkrieg von einem „Kreuzzug“ gesprochen.

Gruß
D.H.


7. Leserbrief

Hallo,

Christliche Religion, amerikanisch- evangelikal interpretiert und antidemokratische Machtpolitik, Big Tech assoziiert oder auch mittlerweile dahin faktisch übergegangen, konvergieren in den USA schon lange. – Vance hat sich taufen lassen, Thiel empfiehlt den Kirchgang. Und amerikanischer Christ zu sein bedeutet zunehmend, an einem Kulturkampf beteiligt zu sein. – Dazu ist die Kirche jetzt da, nicht für Nächstenliebe und Gerechtigkeit und so’n Kitsch…. Hat nicht Steve Bannon auch schon geäußert, dass Trump ein Werkzeug Gottes oder von selbigem gesandt sei? Und dass amerikanische Evangelikale das Ende der Welt durch Armageddon herbeisehnen, weil das die Wiederkehr des Messias beschleunigt, wissen wir auch schon länger…

Auch Rubio kam in München nicht ganz ohne Gott aus. – Der nämlich fehlte den anderen. Gottlose Kommunisten hätten dem Westen seine Stellung streitbar gemacht.

Auch deutsche Rechte mit guten connections zur amerikanischen Elite versuchen hierzulande, den ideologischen Funken eines kämpferischen Christentums zu entzünden. – Beispielhaft hier Leonard Jäger, Influencer und – angeblich – Christ. youtube.com/channel/UCjvVn-oLzoY0aZhVvdQPSTQ

Dass solches hierzulande funktioniert, glaube ich weniger. Das Herrenmenschenchristentum mit seinen calvinistischen Anteilen wirkt in Europa eher befremdend. Möge es so bleiben.

„Der Westen“ ist halt nicht ein Kulturraum, wie mancher, dank endloser Wiederholungen, mittlerweile eher nacherzählt als überzeugt empfindet. – Man darf auf Hauke Ritz` unglaublich aufschlussreiches Buch verweisen: Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas: Er erläutert die unterschiedlichen ideologischen Grundlagen Europas und der Vereinigten Staaten seit den ersten Siedlern und ihrem religiös fundierten Sendungsbewusstsein.

Grüße, Cornelia Wimmer


8. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie liegen mit ihrem Beitrag zur religiösen Motivation des Krieges richtig.

Aber der Kreuzzug ist seit längerem geplant und Trump steckt mitten drin.

Als Erlöserfigur, als der er sich selbst auch sieht.

Zu tun hat dies auch mit dem missglückten Attentat auf ihn, dessen Ergebnis er als „Gottes Werk“ betrachtet, wie im Spiegel zitiert wurde. Seitdem sieht er sich wohl selber als von Gott ausgesandt.

Seitdem hat er sich immer weiter entfernt von Recht und Gesetz (er braucht das auch nicht) und seine Anhänge und Jünger folgen ihm ohnehin schon länger als eine Art Messias.

Er schart um sich schon eine treu ergebene „Gemeinde“, die heilige Familie (Kushner etc.), die er für allerlei diplomatische Aktionen einsetzt, sowie eben sein ihm treu ergebenen Gefolgsleute.

Er gründet seinen eigenen Friedensrat und ignoriert UN-Institutionen.

Dazu der Aufruf von Pete Hegseth an seine Krieger, in die Schlacht zu ziehen, zitiert nach Bild, keine Gefangenen, keine Demokratieexperimente, keine Gnade, Vernichtung, Armageddon und weiter:

„Möge der allmächtige Gott über euch wachen und seine schützenden Arme über euch erstrecken. Gottes Segen und viel Erfolg, Krieger – macht weiter“, an die US-Soldaten gerichtet.

Passend dazu die eingesetzten Hellfire-Raketen.

Mich erinnert die Rhetorik an Sportpalast und auch an : „Und wir werden in den Krieg ziehen wie in einen Gottesdienst“. Netanjahu wird es nur recht sein.

Sie selbst haben mich auch auf die Rede von Rubio auf der Münchener Sicherheitskonferenz aufmerksam gemacht, wo er die künftige Entwicklung schon einmal beschreibt:

„Fünf Jahrhunderte lang, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, expandierte der Westen – Missionare, Pilger, Soldaten und Entdecker strömten von seinen Küsten aus, um Ozeane zu überqueren, neue Kontinente zu besiedeln und gewaltige Reiche zu errichten, die sich über den Globus erstreckten.

Doch 1945, zum ersten Mal seit dem Zeitalter von Kolumbus, schrumpfte er. …

Die großen westlichen Imperien waren in ihren endgültigen Niedergang eingetreten, beschleunigt durch gottlose kommunistische Revolutionen und antikoloniale Aufstände ….

Alle Institutionen müssen erneuert werden …“ usw.

Da können wir mitmachen oder es bleiben lassen: Amerika wird es tun und hat gerade angefangen.

Und es muss schnell gehen …

Mit freundlichem Gruß,
Ailt Ladwig


9. Leserbrief

Guten Tag,

zurück ins Mittelalter, von gefährlichen Wahnsinnigen soll ein Teil der Welt, wie der Iran, in die Steinzeit zurück gebombt werden. Jedes Mittel der Vernichtung, fern ab von jeder Ethik, Moral, Menschenrechten und dem scheinbar ausser Kraft gesetzten Völkerrecht, wird hier gegen Menschen und Kulturen barbarisch gewütet.

Die Dimensionen an Tod, Leid, Zerstörung ziviler Infrastruktur, ökologischer Umweltverschmutzung und weltwirtschftlichen Verwerfungen ist einfach nach normalem, menschlichem Ermessen nicht mehr zu begreifen.

Demaskierend und rein gar nichts Gutes ist nun übrig geblieben, von dem Image der beiden ,, Guten “. Die stattfinden Taten, mit unermesslichem Leid und Zerstörung sind unleugbar. Besonders verwerflich und zum nachdenken anregend, auch der Sprachgebrauch, von dem absolut enttäuschenden Präsidenten der USA und seinem Verteidigungsmister. Tod, töten, vernichten und auslöschen. Braucht es denn noch mehr ? Wann verstehen hier denn die letzten Tatsachenverdreher, Manipulierer und Täuscher endlich, dass es Zeit wird, wenigstens ein Hauch von Ehrlichkeit und Selbstreflexion den Menschen entgegen zu bringen.

Fasst euch endlich an die Nasen, ihr Politiker, Medienschaffende, publike Persönlichkeiten, Kirchen, weitere und Gesellschaft.

Es wird allerhöchste Zeit, dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten und Zeichen zu setzen, für Frieden und Menschlichkeit über alle

Grenzen und Kulturen hinaus.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


10. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel, sehr geehrte Redaktion,

danke für diesen wichtigen Artikel und die zahlreichen darin enthaltenden Links. Tobias Riegel scheint noch einige Zweifel zu haben, ob die das wirklich ernst meinen oder es sich nur um spirituelles Theater handelt. Ich befürchte, dass es vielen einflussreichen US-Amerikanern damit tatsächlich todernst ist und möchte im Folgenden einige ergänzende Hinweise dafür geben.

US-Präsident George W. Bush berief sich im Jahr 2003 ausdrücklich auf Gott, als er erklärte:

“Ich habe einen Auftrag von Gott. Gott sagte zu mir: >George, geh und bekämpfe diese Terroristen in Afghanistan.< Und das tat ich. Und dann sagte Gott zu mir: >George, geh und beende die Tyrannei im Irak.< Und das tat ich.”

(Guardian vom 07.10.2005; online unter: theguardian.com/world/2005/oct/07/iraq.usa; zitiert nach Rainer Mausfeld, Hybris und Nemesis, S. 160)

Nach einem Bericht des US-Magazins “GQ” habe der damalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seine streng geheimen Lageberichte für den Präsidenten zum Verlauf des Militäreinsatzes im Irak auf den Titelseiten mit Bibelzitaten versehen. Durch die Gestaltung der Berichte, die Bibelverse mit kriegerischen Bildern kombinierte, habe sich Rumsfeld offenbar besondere Überzeugungskraft für den streng religiösen Bush erhofft.

n-tv.de/politik/Bibel-Verse-fuer-Bush-article290040.html

Jürgen Todenhöfer schrieb auf Facebook: “Auch George W. Bush führte seinen kriminellen Irakkrieg im Namen der Bibel. In Telefonaten brachte er den französischen Präsidenten Chirac mit seinen Prophezeiungen aus der Bibel völlig durcheinander. Der evangelische Fundamentalist Bush sah sich als Werkzeug Gottes, um den Mittleren Osten und Israel vor den biblischen Schreckensgestalten ‘Gog und Magog’ zu retten. Chirac war verzweifelt. Weil er die zwei apokalyptischen Ungeheuer gar nicht kannte.”

facebook.com/JuergenTodenhoefer/photos/a.10150173554135838.304529.12084075837/10153911852990838/?type=3&theater

Wussten Sie, dass ein US-Waffenhersteller mit einem Bibelvers auf seinem Sturmgewehr Typ Crusader (zu deutsch: Kreuzritter) muslimische Terroristen vom Gebrauch der Waffe abhalten will, falls diese in ihre Hände fallen sollte? Als Bibelvers wurde Psalm 144,1 gewählt: “Gepriesen sei der Herr, mein Fels, der meine Hände unterweist zum Kampf, meine Finger zum Krieg.”

welt.de/politik/ausland/article146066717/Eine-Waffen-Inschrift-soll-Islamisten-fernhalten.html

Während unsere Medien seit 9/11 den Menschen vor religiösen Fundamentalisten mit islamischem Hintergrund Angst machten, saßen die gefährlichsten religiösen Fundamentalisten im Weißen Haus und gaben vor, “christlich” zu sein.

Man sollte Werner Rügemer ernst nehmen, auch wenn er unglaubliches berichtet. Über Pete Hegseth schrieb er am 31. August 2025:

“Pete Hegseth, „Verteidigungs“minister, bezeichnet sich selbst, wahrheitsgemäß, als Kriegsminister. Er versteht sich als „Agent des Wechsels“: Das US-Militär muss „tödlicher werden“ und eine „Krieger-Kultur“ entwickeln. In seinem Buch „American Crusade [Amerikanischer Kreuzzug]“ (2020) verkündet er: Heiliger Krieg gegen China, die Linke, den Islam! Den Iran bombardieren! Hegseth will die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zerstören und dort auf dem Tempelberg den Dritten Tempel Zion errichten. Er zeigt auf seiner Brust ein großes Tattoo: Neben der US-Flagge das Große Jerusalem-Kreuz, das Wappen des im Jahre 1099 von Kreuzfahrern gegen den Islam errichteten christlichen Königreichs Israel. Ein weiteres Tattoo zeigt das Schwert im christlichen Kreuz mit „Jesus“ im hebräischen Schriftzug: „Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert“.

Donald Trump: Der Völkermord-Organisator als Friedensfreund?

Anmerkungen:

Die Geschichte der Kreuzzüge ist wohl eines der grausamsten Beispiele dafür, wie die katholische Kirche die Lehre Jesu aus machtpolitischen Gründen in ihr Gegenteil verkehrt hat und diese falsche Lehre dann als Gottes Willen ausgegeben hat. Die im Glauben an diese Lüge von den Kreuzrittern verübten Gräueltaten und Massaker haben das Verhältnis zwischen der “christlichen” und der “muslimischen” Welt auf lange Zeit vergiftet. Wer heute die Kreuzzüge glorifiziert oder sogar von einer Neuauflage träumt, ist ein Fall für die forensische Psychiatrie. Wenn solch ein Mensch zum Verteidigungs- bzw. sogar Kriegsminister des Landes mit dem weltweit größten Militärbudget ernannt wird, ist die Katastrophe vorprogrammiert.

Warum tätowieren sich religiöse Fanatiker wie Pete Hegseth nicht Aussagen von Jesus aus der Bergpredigt auf ihren Körper, oder das Gebot “Du sollst nicht töten”?

Zu dem Begriff “Fundamentalismus” findet man auf Wikipedia (de.wikipedia.org/wiki/Fundamentalismus) folgende Aussage: “In einem ursprünglichen Sinne bezeichnet Fundamentalismus Richtungen bzw. Bewegungen des amerikanischen Protestantismus, die davon ausgehen, dass die Bibel als unmittelbares Wort Gottes irrtums- und fehlerfrei sei.” Den Fundamentalisten geht es offensichtlich darum, dass auch die vielen düsteren Stellen in der Bibel als zweifelsfrei göttlich gelten, in denen angeblich Gott zu Krieg und Völkermord aufruft. Denn dann können sie sich bei ihren eigenen Kriegen und Völkermorden auf die Bibel bzw. einen göttlichen Auftrag berufen.

Zum Fundamentalismus gehört für mich auch der Glaube an eine ewige Verdammnis. Fundamentalisten haben kein Problem damit, die unendliche Liebe Gottes zu preisen und im nächsten Satz anzumerken, dass genau derselbe Gott mit gewissen Menschen unendlich grausam verfährt, indem er sie in der ewigen Hölle schmoren lässt. Warum sollte ein Glaubender, der diese Höllen-Lehre ernst nimmt, einem Fremden anderen Glaubens wohlwollend begegnen, wenn nach dieser Lehre selbst der unendlich gütige und barmherzige Gott diesen angeblich als minderwertig und ewig verdammenswert ansieht? Und die Geschichte belegt es tatsächlich vielfach, dass Kirchen und Kirchenmitglieder aus dieser Lehre die Legitimation abgeleitet haben, ihren andersgläubigen Mitmenschen schon im Diesseits das Leben zur Hölle zu machen. (Die Lehre von der ewigen Verdammnis für Andersgläubige findet man bis heute auch in der katholischen und der evangelischen Kirche.)

Die Lehre Jesu in ihr Gegenteil zu verkehren und als Gottes Willen auszugeben, ist kein Alleinstellungsmerkmal der katholischen Kirche. Seit der Entstehung der USA haben auch die sogenannten Pilgerväter und deren Nachkommen reichlich davon Gebrauch gemacht. Die Ureinwohner Amerikas und später auch die importierten Sklaven können ein trauriges Lied davon singen.

Anstatt diese gigantische Schuld historisch aufzuarbeiten, wollen wohl die meisten US-Amerikaner bis heute glauben, dass alles nach Gottes Willen geschehen wäre. Die Schuld wird nicht nur verdrängt, sondern anscheinend sogar zu einer gloriosen Heldentat im Auftrag Gottes umgedeutet, was sich offenbar zusammen mit weiteren Faktoren in einer Art und Weise auf das Selbstverständnis der US-Amerikaner ausgewirkt hat, dass sie bis heute glauben, die USA seien das von Gott auserwählte Land, das dem Rest der Welt den Weg zum Heil zeigen müsse.

Werner Rügemer schreibt in seinem Buch “Verhängnisvolle Freundschaft”:

“Dazu gehört die seit Staatsgründung bei wichtigen Anlässen eingesetzte Formel: Wir sind »God´s own Country« – Gottes eigenes Land. Eine andere Formel dafür aus der Bibel, mit Bezug auf die Bergpredigt des Jesus Christus: Die USA sind »Die Stadt auf dem Hügel« (city upon the hill). Das ist das modernisierte Gottes Gnadentum des feudal-»christlichen« Mittelalters.

Der besonders aufgeklärt auftretende Präsident Barack Obama zum Beispiel rief den zukünftigen Offizieren der Militärakademie West Point am 28.5.2014 während der US-geführten Kriege im Irak und in Afghanistan zu: »Gott möge Sie segnen. Gott segne unsere Männer und Frauen, die die Uniform tragen. Und Gott segne die Vereinigten Staaten von Amerika.«

Dabei bezeichnete Obama wie andere Präsidenten die USA als »die außergewöhnliche Nation«. Sie steht über allen anderen Nationen (exceptionalism). Wie der Papst der katholischen Kirche als Vertreter Gottes auf Erden und deshalb als unfehlbar gilt, so verstehen sich auch die US-Führungen als Stellvertreter Gottes und als unfehlbar, wenn sie ihrer Aufgabe nachgehen, als einzige Supermacht die Welt führen und ordnen zu müssen – auch wenn dazu Raub, Militäreinsätze, Kriege, Massaker und Versklavung nötig sind oder sich als Kollateralschäden »ereignen«. Das ist alles erlaubt, denn: Wir handeln im Auftrag Gottes.“

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Böhm

Unbedingt anschauen:

Armageddon – Evangelikale und die letzte Schlacht

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