Verbreitet ist die Meinung, US-Präsident Donald Trump sei ein Friedensfreund, er wolle ja den Krieg in der Ukraine beenden. Doch die Trump-Truppe ist global aggressiv, konzentriert sich auf China – und aktuell auf Groß-Israel, mit Völkermord. Von Werner Rügemer.
Trump: Die Kapital-Fraktion der armen Multimilliardäre
Trump mit der Republikaner-Partei verkörpert eine neue, andere US-Kapital-Fraktion und eine neue, noch aggressivere Strategie der USA als „einzige Weltmacht“. Trumps Regierungsmannschaft und seine Berater sind Unternehmer und Investoren, die wie er selbst nur der (bisher) zweiten Liga der Kapitalisten angehören, die höchstens zehn Milliarden haben. Die einzige Ausnahme war Elon Musk von Tesla, der 50-mal mehr hat, aber, wie sich nach wenigen Monaten zeigte, doch nicht reinpasst.
Trump hat als New Yorker Immobilien-Tycoon bestenfalls vier Milliarden an Vermögen zusammengerafft, in den USA. Er hat zwar auch einen schönen großen Golfplatz in Irland, und noch zwei Golfclubs in Dubai, aber kein richtiges Unternehmen außerhalb der USA. Auch die 13 Mitglieder der Trump-Regierung, die ebenfalls Einfach-Milliardäre der zweiten Liga sind, haben ihr Vermögen nur in den USA gemacht.
Dagegen hat die bisher führende, mit der Demokraten-Partei der Clintons, Obamas und Bidens groß gewordene Kapital-Fraktion der Globalisten, vor allem die Silicon-Valley-Konzerne und ihre Großaktionäre, also die Gates von Microsoft, Bezos von Amazon, Zuckerberg von Facebook & Co., also die erste Liga, jeweils etwa hundertmal mehr US-Dollar an Vermögen und Unternehmenseigentum, 300 Milliarden, 400 Milliarden, 500 Milliarden, wie Musk, der im Ausland Fabriken hat und noch ungeklärt zwischen den beiden Ligen herumlaviert.
Trump & Co.: Am Ukraine-Krieg verdienen wir nichts
Deswegen können die Trumpisten mit voller Überzeugung sagen: Schluss mit dem Krieg in der Ukraine! Daran verdienen wir nichts! Das ist das Geschäft der großen Rüstungs-, Digital- und Energiekonzerne, da haben wir keine Aktien drin!
Und die Gates, Bezos, Zuckerberg und ihre Großaktionäre wie BlackRock und Vanguard sind zwar inzwischen, nach einigem Zögern, mit der zweiten Präsidentschaft Trumps von der Demokraten-Partei zu ihm übergelaufen, politisch, auch ideologisch: Ihre lange propagierten „neuen Werte“ wie Umwelt und Diversität werden jetzt flexibel abgebaut. Da bahnt sich auch eine kapitale Verbindung an, aber die geht nicht so schnell. Da wird noch gerangelt, hinter den Kulissen.
Deshalb will die Trump-Regierung für ihre Kapital-Fraktion zum einen neue Investitionen in den USA, wo sie selbst mitmischen und größer werden kann. Deshalb steigt die Trump-Regierung jetzt selbst als Aktionär in US-Konzerne ein, zum Beispiel in den schwächelnden Chip-Hersteller Intel: Der hat dafür seinen Plan aufgegeben, in Magdeburg/Sachsen-Anhalt eine große Chip-Fabrik zu bauen.
Deshalb auch die milliardenschweren Zoll-Einnahmen für den Staat, global, auch aus dem politisch besonders „befreundeten“ England, und die von Trump der EU ebenfalls mit leichter Hand aufgedrückten zusätzlichen Käufe von US-Frackinggas und von noch mehr US-Waffen, die die europäischen „Freunde“ für die von Trump verordneten, auf fünf Prozent erhöhten Militärbudgets kaufen sollen.
Global aggressiv, vor allem gegen Systemfeind China!
Was Obama mit der Feinderklärung gegen China (Pivot to Asia, ab 2010) begonnen hat, spitzen die Trumpisten jetzt zu: China als erfolgreichste Industriemacht, die zudem politisch und global aufsteigt – das ist der Systemfeind! Dagegen ist Russland zweitrangig.
So wollen die Trumpisten in neuer Weise aufrüsten. Trump will das US-Militär zur tödlichsten Militärmacht der Welt machen. Das ist sie zwar schon, da waren auch die freundlicheren Demokraten-Regierungen mit Obama und Biden/Harris nicht zögerlich – aber der gegenwärtige Zustand dieser Militärmacht reicht Trump nicht. Die Möglichkeiten der direkten Brutalität sollen erhöht werden.
So geht Trump auch schon in den USA selbst vor: Einsatz von Militär gegen Gouverneure und Polizei einzelner Bundesstaaten, gegen demonstrierende Migranten, gegen inszenierte „Kriminelle“ und vor allem gegen Kritiker des israelischen Völkermords.
Und Trump hat das Kopfgeld für die Ergreifung des Regierungschefs von Venezuela, Nicolás Maduro, auf 50 Millionen Dollar erhöht und schickt drei Kriegsschiffe nach Venezuela unter dem Vorwand, den Drogenhandel zu bekämpfen.[1]
Taiwan: Zehn Prozent des BIP für Aufrüstung!
In Asien sind die USA zwar schon seit dem Zweiten Weltkrieg massiv vertreten, mit Militärstützpunkten und Vasallen. Aber auch das neue, von Obama zusätzlich aufgebaute indopazifische Militärbündnis AUKUS (Australien, England, USA) reicht jetzt nicht.
Deshalb also noch mehr US-Stützpunkte und noch mehr eigene Aufrüstung auch der asiatischen Vasallen, wie in der EU, noch mehr gemeinsame Manöver, in Indonesien, in Japan, in Südkorea. Das US-Militärpersonal auf der annektierten Pazifikinsel Guam soll zum Beispiel von jetzt 21.700 bis zum Jahr 2037 auf 44.000 erweitert werden.
Und der bisher schon hochgerüstete US-Stellvertreter-Krieger Taiwan soll sein Militärbudget mithilfe von US-Rüstungsgütern jetzt von drei Prozent auf zehn Prozent des BIP verdreifachen![2]
Palantir & Co.: Noch aggressiver gegen die Feinde, mit KI
Gleichzeitig wird technologisch aufgerüstet, mit KI. Zu Trumps Truppe gehört Alexander Karp, Chef von Palantir Technologies: Für „Amerikas Exzeptionalität“ brauche es eine größere „organisierte Gewaltausübung“ (organized violence). Die bisherigen US-Regierungen seien zu rücksichtsvoll gewesen, mahnt Karp.
Mit KI-gestützter Überwachungstechnologie im Regierungsauftrag – auch unter Präsident Biden – wurde Karp in kurzer Zeit zum Multimilliardär, immerhin zwölf Milliarden, bis jetzt. Der ideologisch flexible Karp, zunächst Anhänger der Demokraten-Partei, wurde groß mit den Chefs der jüngeren und aggressiveren Silicon-Valley-Generation, mit Peter Thiel (Paypal und Palantir-Investor), dem Hedgefonds-Investor Marc Andreessen und Trump-Vize J. D. Vance, der von Thiel gesponsert wurde.
Palantir arbeitet mit ähnlichen jungen, aggressiveren Tech- und KI-Aufsteigern wie Anduril, L3Harris und ShieldAI zusammen. Sie bekommen von der Trump-Regierung Milliarden-Aufträge. Karps Versprechen: Mithilfe von KI kann das Pentagon seine Feinde mit 20 Leuten angreifen statt wie bisher mit 2.000.[3]
Neue, noch aggressivere Welle der Globalisierung
Gleichzeitig wollen die Trumpisten nicht nur militärisch, sondern auch investiv globalisieren, auf ihre Weise, verbunden mit dem erweiterten und noch aggressiveren Militär. Sie suchen Lücken in der bisherigen Globalisierung.
So hat Trump seine ersten Projekte eingefädelt:
- Panama-Kanal: Der von der Demokraten-Partei übergelaufene Kapitalorganisator BlackRock hat jetzt die zwei Häfen des Panama-Kanals gekauft und drei Dutzend Häfen weltweit noch dazu, auf Trumps Wunsch. So kassieren die USA die Gebühren und können bestimmen, wer und zu welchen Bedingungen durchfahren darf und wer nicht.
- Grönland: Die USA betreiben da zwar schon seit 1941 den immer weiter erweiterten Militärstützpunkt Thule, mit Nebenanlagen, zunächst zur Ausspähung der Sowjetunion, dann Russlands und der Arktis und der Seewege. Aber als die wirtschaftlich unabhängige Regierung Grönlands mit chinesischer Hilfe ihre Infrastruktur ausbauen wollte (Häfen, Straßen, Flugplätze, Wohnungen, Industrie, Tourismus), hat das Trump in seiner ersten Präsidentschaft mithilfe der vasallischen Regierung Dänemarks verhindert.[4] Jetzt will Trump weitergehen, Grönland kaufen, zumindest dort einsteigen wegen der seltenen Erden: Dafür ist u.a. sein Handelsminister Howard Lutnick mit dem Unternehmen Critical Metals aktiv, begleitet von US-Geheimdiensten, die nach Mittätern für die Abspaltung der Insel von Dänemark suchen.[5]
- Eurasien: Trump hat die beiden verfeindeten Kleinstaaten Armenien und Aserbaidschan zusammengebracht und sich Bau und Betrieb des auf 99 Jahre geplanten Sangesur-Korridors zwischen den beiden Staaten gesichert. Das ist zugleich gegen Russland und den Iran gerichtet.[6]
- Kryptowährungen und Social Media: Der Trump-Clan selbst erweitert über seine Trump Media & Technology Group – bekannt ist Trumps Truth Social App – seine Krypto-Geschäfte, auch mit dem japanischen Software-Milliardär Mayayoshi Son.[7]
Vor allem: Mit Völkermord zu Groß-Israel
Das bei Weitem größte Globalisierungsprojekt der Trumpisten ist der Nahe Osten: mit Israel, Palästina, dem Libanon, Syrien, den Golfstaaten und in Perspektive auch mit dem Iran und nebenbei auch dem Jemen.
In seiner ersten Amtszeit hat Trump damit begonnen: Mit den Abraham Accords von 2020 hat er die beiden Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate (VAE) und Bahrain mit Israel zusammengebracht: Sie haben Friedensverträge abgeschlossen und wirtschaftliche Zusammenarbeit vereinbart, natürlich unter US-Führung.
Gleicher zionistischer Sponsor für Trump und Netanjahu
Die ungleich längere Vorbereitung läuft seit 40 Jahren: Als Benjamin Netanjahu von 1984 bis 1988 Vertreter Israels bei der UNO in New York war, freundete er sich mit dem aufsteigenden New Yorker Immobilien-Tycoon Donald Trump an. Seitdem sind die Clans befreundet und verschwägert, Trumps ständige Formel: „Bibi and I“.
Das hätte für den weiteren politischen Aufstieg nicht gereicht. Aber: Seit den 1990er-Jahren hatten die beiden Zionisten denselben Hauptsponsor, den wohl reichsten israelisch-amerikanischen Staatsbürger: Sheldon Adelson. Der machte mit Casinos und Resorts in Las Vegas, Singapur und Macao seine vielen Milliarden. So hatte er es bis zu seinem Tod 2021 auf Platz 28 der Forbes-Liste der reichsten Menschen dieser Erde gebracht.
Dieser reichste Zionist war Dauerspender sowohl für Trump wie für Netanjahu, gleichzeitig für deren jeweils unkonventionellen Aufstieg als Politiker. Für Netanjahu gründete er u.a. die größte Tageszeitung Israels: Israel Hayom, nach dem Vorbild von USA Today, der dortigen BILD-Zeitung. Adelson hat für Netanjahu und Trump mehrere Hundert Millionen Dollar gespendet, allein 100 Millionen für Trumps Wahlkampf 2016, auch 2024 wieder 100 Millionen.[8] Seit Adelsons Tod übernimmt die Adelson Foundation unter Leitung seiner Frau Miriam diese Aufgaben, z.B. als Herausgeberin von Israel Hayom.
Zionisten beherrschen die Trump-Regierung
Zionist Trumps meiste Minister, Berater, oberste Behördenchefs sind militante Zionisten, zum Beispiel:
- Pete Hegseth, „Verteidigungs“minister, bezeichnet sich selbst, wahrheitsgemäß, als Kriegsminister. Er versteht sich als „Agent des Wechsels“: Das US-Militär muss „tödlicher werden“ und eine „Krieger-Kultur“ entwickeln. In seinem Buch „American Crusade“ (2020) verkündet er: Heiliger Krieg gegen China, die Linke, den Islam! Den Iran bombardieren! Hegseth will die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem zerstören und dort auf dem Tempelberg den Dritten Tempel Zion errichten. Er zeigt auf seiner Brust ein großes Tattoo: Neben der US-Flagge das Große Jerusalem-Kreuz, das Wappen des im Jahre 1099 von Kreuzfahrern gegen den Islam errichteten christlichen Königreichs Israel. Ein weiteres Tattoo zeigt das Schwert im christlichen Kreuz mit „Jesus“ im hebräischen Schriftzug: „Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert“. Das wird in deutschen Staatsräson- und Leitmedien ohne Kritik berichtet.[9]
- Howard Lutnick, Handelsminister, wurde als Chef der US-Staatsanleihen-Brokerfirma Cantor Fitzgerald Multimilliardär. Seine Tochterfirma Tether mit Sitz auf den Virgin Islands betreibt die Kryptowährung Tether. Lutnick ist wie Trump Anhänger von Rabbi Menachem Schneerson, der als Messias verehrt wird.
- Steve Witkoff, Sonderbeauftragter für den Nahen Osten und die Ukraine, US-Immobilienmilliardär, hat enge Geschäftsverbindungen in die Golfstaaten, arbeitet mit Trumps orthodox-jüdischem Schwiegersohn Jared Kushner zusammen, der auch Immobilien in israelischen Siedlungen im Westjordanland betreibt.
Trump arbeitet aber auch eng mit Evangelikal-Fundi-Christen und mit „christlichen Zionisten“ zusammen. So ist Mike Huckabee, US-Botschafter in Israel, der Erste, der nicht selbst jüdischer Herkunft ist, sondern christlicher Zionist, Mitglied bei den Christians United for Israel (CUFI). Das Westjordanland heißt bei ihnen „Judäa und Samaria“. Die Prophetie lautet: Jesus wird wiederkehren, ihn werden dann auch die Juden als ihren Messias anerkennen; bis dahin ist Israel das endzeitliche Schlachtfeld Armageddon – nach dem Sieg wird Israel der Sitz der einzigen Weltregierung.
Trump: Israels Völkermord ganz offen – und ganz cool
Nach einem Jahr des israelischen Völkermords in Gaza veröffentlichte Trump das Video „Gaza 2025 What’s Next“: Da sitzen Trump und Netanjahu und damals noch Musk in Badehosen am Strand von Gaza und schlürfen Cocktails. Denn nach Trumps Vorschlag haben die USA Gaza übernommen, nachdem Netanjahu „seinen Job gemacht“ hat, die Palästinenser vertrieben und Gaza zur neuen Riviera gemacht hat, verschönt durch Trump-Immobilien.
Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump die jahrzehntelange US-Staatsräson der fundamentalistischen Unterstützung Israels verschärft: Er brach das bisher von den anderen Unterstützern Israels noch eingehaltene Tabu, Jerusalem nicht als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Aber Trump verlegte die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.
Und vor allem: Trump belieferte Israel nicht nur weiter mit Waffen, sondern errichtete zum ersten Mal einen US-Militärstützpunkt in Israel. Er untersteht dem US 10th Army Air and Missile Defense Command (AAMDC): Mit anderen Worten: Wenn Israel angegriffen wird, werden die USA angegriffen.[10]
Besatzung und Völkermord als Geschäftsmodell
In der ersten Amtszeit Trumps errichtete BlackRock eine Filiale in Israel, berät bei der Erweiterung der Börse Tel Aviv und verwaltet die Gewinne der vielen neureichen Multimillionäre des von den USA und der EU hochsubventionierten Staates.
Und weil Israel die völkerrechtswidrige Besetzung und Überwachung Palästinas – Gaza und Westjordanland – seit drei Jahrzehnten als Geschäftsmodell betreibt und dabei am lebenden Objekt der Palästinenser die weltweit führende Überwachungstechnologie entwickelte –, auch durch Start-ups, die von jung ausscheidenden Offizieren der Streitkräfte gegründet wurden – deshalb wurde Israel zum weltweit führenden Standort und Exporteur für Überwachungstechnologie. Bekannt wurde die in Handys eingeschmuggelte Software Pegasus, mit deren Hilfe Israel die von ihm selbst erklärten Feinde tötete. Die US-Digitalkonzerne sind mit vor Ort, auch US-Hedgefonds, die erfolgreiche Start-ups mit Krediten versehen.[11]
So ist auch jetzt der Völkermord ein lukratives Geschäft, wie der lang dauernde Stellvertreter-Krieg der Ukraine: Die UNO-Beauftragte Francesca Albanese hat dokumentiert, wie Amazon, Google, Hewlett Packard, Intel, Microsoft, Caterpillar (gepanzerte Bulldozer im Dienst des Militärs) & Co. mit Vorbereitung und Durchführung des Völkermords ihre Extragewinne machen: „Von der Ökonomie der Besatzungswirtschaft zur Ökonomie des Völkermords“.[12]
„Humanität“ als Instrument des Völkermords
Perverser geht’s nicht: Trump setzt mit Netanjahu ein zusätzliches Völkermord-Instrument ein, die Gaza Humanitarian Foundation (GHF): Sie pervertiert das Humanitäre, ersetzt nach US- und Israel-Diktat die völkerrechtlich etablierten humanitären Organisationen der UNO, die mit Nahrung an der Grenze zu Gaza bereitstehen, aber ausgesperrt bleiben.
Die GHF schafft mit ihren gefährlichen und weitaus viel zu geringen Lebensmittellieferungen gezielt Hunger und Unterernährung, wird von israelischem Militär begleitet, das täglich gezielt und kalkuliert zwischen drei und fünf Dutzend um Nahrung bettelnde Palästinenser ermordet, auch Kinder.
Die GHF begleitet die militärische Zerstörung von Krankenhäusern, Schulen, Wohnungen, Küchen, provisorischen Zeltunterkünften, Universitäten, Kirchen und Moscheen.
Auch die Wahrheit töten!
Israel tötet gezielt und schrittweise Zehntausende Zivilisten, und gezielt auch die Wahrheit: Die braven westlichen Medien wie ARD und ZDF berichten diffus über Gaza und das Westjordanland aus Tel Aviv/Israel, unter israelischer Militär-Zensur.
Israel lässt keine ausländischen Journalisten nach Gaza herein und hat bisher 278 einheimische Journalisten, die digital präzise erfasst waren, ermordet. Sie hatten vor allem für Al Jazeera (mit Sitz in Doha, Emirat Katar) berichtet, auch für Reuters und Associated Press.[13]
Groß-Israel mit Palästina, Libanon, Syrien, den Golfstaaten
Mit Trump verschärfen die USA die Operationen ihres jahrzehntelangen Stellvertreter-Kriegers Israel und erweitern sie territorial. Die USA liefern noch mehr Waffen und militärische Dienstleistungen als bisher, auch über den neuen US-Militärstützpunkt in der Wüste Negev.
- Nicht nur das Militär geht gegen die Palästinenser in Gaza vor: Gleichzeitig morden und enteignen israelische Siedler im Westjordanland Palästinenser, mit Militärunterstützung.
- Auch die israelische Regierung hat hier ein neues Großsiedlungsprojekt begonnen, zur Trennung des Westjordanlands in zwei Hälften, nach dem Vorbild in Gaza.
- Israel hat die seit Jahrzehnten annektierte Besatzungszone im Libanon während des Gaza-Krieges noch weiter vorgeschoben und baut Militärstützpunkte in Syrien aus.[14]
- So bombardiert Israel nicht nur Gaza, sondern auch den Libanon und Syrien, bekämpft als feindlich eingestufte islamistische Organisationen, bombardiert auch christliche Kirchen – katholische und orthodoxe –, unterstützt aber wie in Syrien auch islamistische, prowestliche Terroristen – so, wie es die US-Lügenweltmeister seit Langem vormachen.
- Israel baut dauerhafte Militärstützpunkte in Syrien aus.
- Israels Atommacht ist mit US-Unterstützung von der Kontrolle durch die IAEA ausgenommen – im Unterschied zum Todfeind Iran, der vernichtet werden soll. Israel hat jetzt im Iran Wohnungen bombardiert und mehrere Hundert Menschen getötet, wie in Gaza. Die Trump-Regierung hat das mit einem Bombardement der angeblichen Atombomben Irans begleitet.
Zionistisches Groß-Israel, ohne festgelegte Grenzen
Der Trump-Netanjahu-Plan: Israel errichtet ein zionistisches Groß-Israel bis hinein nach Ägypten, also ein Staatsgebilde wie seit der Gründung Israels: ohne festgelegte und mit ständig schrittweise weiter vorgeschobenen Grenzen, mit Besatzung, Enteignungen, Vertreibungen.
Gleichzeitig werden US-Investoren der Trump-Kapital-Fraktion in ausgewählten Golfstaaten aktiv: Immobilien, Digital- und Rüstungstechnologie, Infrastruktur. Und diese Staaten sollen und wollen neben ihrem bisherigen Öl- und Gasgeschäft neue Wirtschaftsbereiche aufbauen, auch noch mehr Tourismus und Luxus-Immobilien für Superreiche aller Länder.
Auch mit den Golfstaaten, die noch nicht direkt mitmachen, wird verhandelt: Sie sollen in den USA investieren, hoch subventioniert.
Aber wenigstens doch Frieden mit Russland?
Trump will keinen Frieden mit Russland, sondern Ruhe an dieser Front, erst mal, vordergründig – und dabei verdienen.
So hat es Trump mit den untertänigen EU-Oberen, den Vasallen-Führern Merz, Macron, Starmer und von der Leyen erreicht: Ihr führt den Krieg weiter, die USA liefern weiter Waffen an die Ukraine – aber die EU muss sie jetzt bezahlen! Und welche Waffen ihr dafür kriegt, das bestimmen wir! Trumps Befehl an Bundeskanzler Merz: Halt dich etwas zurück! Taurus-Raketen: Nein, dürft ihr nicht!
Und die Führung des Krieges mit eurer vornedran kaputten Medien-Marionette Selenskyj – die Führung bleibt weiter in US-Hand, wie bisher, bei der U.S. Army Europe and Africa (USAREUR-AF), genauer beim Kommando der NATO Security Assistance and Training for Ukraine (NSATU), in Wiesbaden! Insofern ist auch Trumps Zusage, die Ukraine solle kein NATO-Mitglied werden, relativ unwichtig.
So will Trump den Krieg gegen Russland durchaus weiterführen, aber auch begrenzen. Denn mit Russland sollen, durchaus unter Druck, Geschäfte ausgehandelt werden, auch als Gegenleistung für die zumindest vorläufige Anerkennung der Republiken in der Ostukraine, die vom russischen Militär gesichert sind. Diese Anweisung hat auch schon der besonders Trump-untertänige, neue NATO-Generalsekretär Mark Rutte übernommen, mit der Formel „De-facto“-Anerkennung, nicht „de jure“, also eben die militärisch geschaffenen Fakten anerkennen, erstmal.
So soll es nach Trumps Absicht zu Abkommen mit Russland für eventuell gemeinsame Erschließung von Rohstoffen in der Ukraine kommen, auch seltener Erden: Sie sind für die von Trump erhoffte Re-Industrialisierung der USA wichtig, auch für die Chip-Industrie, nachdem China seine Lieferungen einschränkt hat und noch weiter einschränken würde, wenn die Trump-Truppe die Aggression gegen China in Asien weitertreibt. Und Russland hätte eine gewisse Sicherheit durch eine solche Kooperation, zumindest, solange das „de facto“ gilt, erstmal, vorläufig.
Dass Trump keinen Frieden will, geht auch aus Folgendem hervor:
- Die europäischen NATO-Staaten dürfen laut Trump in einem „Nachkriegs-Sicherheitsplan“ Soldaten in der Ukraine stationieren – natürlich kommen keine US-Soldaten dorthin, die werden geschont. Aber die USA werden der Ukraine und den europäischen NATO-Staaten auch dafür weiter „strategische Wegbereiter“ (strategic enablers) bereitstellen, also geheimdienstliche Erkennung und Überwachung über die US-Satelliten, Flugzeuge und Luftverteidigungskapazitäten, Logistik und Radar, also insgesamt Führung und Kontrolle durch die USA.[15]
- Trump geht in keiner Weise von der Forderung ab, dass die europäischen NATO-Staaten ihre Militärbudgets auf fünf Prozent erhöhen müssen.
- Trump deutet nicht mal an, ob die beim NATO-Gipfel 2024 in Washington beschlossene Aufstellung von drei weitreichenden Raketensystemen in Deutschland – Tomahawk-Marschflugkörper, ballistische Raketen SM-6, Hyperschall-Raketen – eventuell doch nicht stattfindet.
- Trump macht auch keine Andeutung über eine langfristige Sicherheitsarchitektur in Europa, die die NATO, Russland, die Ukraine und weitere Staaten in Osteuropa umfasst.
Diese Strategie gilt also wie im Nahen Osten, der Situation in Europa angepasst: Der Konflikt wird offengehalten, auch offen auf Erweiterung und Verschärfung. Das muss auch der Friedensbewegung klar sein, auch den erstarkenden, notwendigen Bewegungen, die Europa von den USA endlich abkoppeln, befreien wollen – militärisch, wirtschaftlich, politisch, kulturell. Übrigens: Auch in den USA organisieren sich solche Kräfte!
Anmerkung Jens Berger: Dieser Artikel gibt – wie alle Gastartikel der NachDenkSeiten – die Position des Autors, aber nicht die Position der NachDenkSeiten wieder.
Titelbild: noamgalai/shutterstock.com
[«1] US offers $50m reward for arrest of Venezuelan leader Nicolas Maduro, bbc.com/news, 8. August 2025
[«2] Taiwan needs to hike defense spending to 10 % of GDP, reuters.com, 4. März 2025
[«3] Palantir CEO signs off year with nod to West’s „organized violence“, thestack.technology/palantir, 4. Februar 2025
[«4] Werner Rügemer: Grönland: US-Militär gegen chinesischen Ausbau der Infrastruktur, nachdenkseiten.de, 16. Oktober 2018
[«5] U.S. Orders Intelligence Agencies to Step Up Spying on Greenland, Wall Street Journal, 6. Mai 2025
[«6] U.S. secures strategic transit corridor in Armenia-Azerbaijan peace deal, reuters.com/world, 7. August 2025
[«7] Ties between SoftBank’s Son and Trump are double-edged sword, Financial Times, 27. August 2025
[«8] Sheldon Adelson backs Trump trip to Israel after $100m pledge, sources say, The Guardian, 20. Mai 2016; Miriam Adelson gives $100m to Trump campaign, The Times of Israel, 17. Oktober 2024
[«9] Trumps Kreuzritter, FAZ 14. November 2024, BILD, 14. November 2024; Abstreiten wie der Präsident. FAZ, 22. August 2025
[«10] Christian Müller: Jetzt auch eine neue US-Militärbasis in Israel, infosperber.ch, 3. Oktober 2017
[«11] Werner Rügemer: Israel – globaler Hotspot der digitalen Überwachungsindustrie, mit US-Hilfe, Die Krähe (Wien, Januar), 2024
[«12] Francesca Albanese: From Economy of Occupation to Economy of Genocide, www.un.org, 16. Juni 2025
[«13] At least 278 Journalists and media workers, mostly Palestinians, have been killed in Israel’s war in Gaza, aljazeera.com/news, 25. August 2025
[«14] Israel says its troops will remain in Syria, Financial Times, 27. August 2025
[«15] US offers air and command back-up for Ukraine force, Financial Times, 27. August 2025