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Titel: Leserbriefe zu „Wenn die Argumente fehlen, bleibt nur der Rückzug – Süddeutsche Zeitung streicht auf der Plattform „X“ die Segel“

Datum: 19. März 2026 um 16:50 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
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Als einst seriöses Vorzeigeblatt der Nation wendet sich die Süddeutsche Zeitung (SZ) seit Jahren einem „Journalismus [zu], der zumindest im politischen Bereich oftmals kaum noch zu ertragen ist“. Stichwort: Die SZ fordert während der Coronazeit eine härtere Gangart gegen Maßnahmenkritiker; sie leistet mangelnde Berichterstattung über folgenschwere Bilderberg-Konferenzen; sie ist Speerspitze der „Kriegsertüchtigung“ usw. In Folge hagelt es Kritik auf Tweets der SZ auf X. Und wie reagiert der „publizistische Leuchtturm der Demokratie“ darauf? Der SZ fehlen offenbar Argumente, Rückgrat oder Sachverstand: Wie eine „beleidigte Leberwurst“ zieht sie sich vom Portal X bis auf weiteres zurück, öffentlicher Dialog sieht anders aus. Marcus Klöckner meint, „die SZ scheitert nicht am „bösen“ Außen – sie scheitert an sich selbst und ihrem eigenen Diskussionsverständnis. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften, zusammengestellt von Ala Goldbrunner.


1. Leserbrief

Liebes Team, Lieber Herr Klöckner,

die Süddeutsche sucht schon seit langem keinen Dialog mehr.

Ich wurde vor Jahren wegen angeblicher Verstöße gegen die „Netiquette“ gesperrt. Für mich kein Verlust, da die SZ nicht dialogfähig ist.

Und zu Ihrem Artikel hat M.L. Grok befragt.

Korrekterweise weist Grok darauf hin, dass zu einem Dialog mindestens eine Replik des Gegenüber gehört.

Bei der SZ: Fehlanzeige.

x.com/heisenbergs696/status/2031341850204782760

Hier der Screenshot:

Schönen Gruß und weiter so!
Ingo Hofmann


2. Leserbrief

Erst wurden bei vielen Zeitungen die Kommentarspalten der Online-Ausgaben geschlossen, weil sich angeblich die Leser nicht mehr zu benehmen wissen, nun zieht man sich aus den sozialen Medien zurück. Die Zeitungs- oder besser gesagt Meinungsproduzenten im Staatsauftrag sind nicht nur beleidigt, sie werden nicht mehr ernst genommen und das ist für Journalisten viel schlimmer als Drohbriefe an die Redaktion. Der Familie Schaub ist und war es egal, was die Leser ihrer Gazetten über sie denken. Wichtig ist nur, dass die Zahl der Abonnenten nicht weiter abnimmt und die Anzeigenkunden nicht davon laufen.

Die Aufgabe einer Zeitung sollte sich auf die Bekanntgabe von Ereignissen, deren objektive Schilderung und dem Leitartikel beschränken, der einen Kommentar einer kompetenten Person enthält. Dieser Kommentar darf die persönliche Meinung des Autors wiedergeben. Im Feuilleton darf dem Leser auch eine persönliche Theater- oder Konzertkritik und die Rezension eines Buches zugemutet werden. Der dazugehörende Anzeigenteil vervollständigt eine gute Zeitung. Das ist alles. In den Reaktionen wird die falsche Frage seit etlichen Jahren gestellt. Man fragt sich, was muss der Leser wissen, damit das erwünschte Weltbild kein Risse bekommt, sondern ungehindert mit seinem Glanz das Volk begeistert? Die Frage muss in Wirklichkeit lauten: Wie erfüllen wir unsere Verpflichtung den Lesern umfassende Informationen aus verschiedenen Blickwinkeln zukommen zu lassen, damit sie sich eine eigene Meinung bilden können, um entsprechend zu handeln?

Meine Kolleginnen und Kollegen haben sich selbst erhoben über das gemeine Volk, in dem sie die „Spiegel – Arroganz“ nachahmten und in wichtigtuerischer Art dem Leser die „Welt erklären“ wollen. Das ist nicht nur peinlich, wenn durch unpassende lateinische Zitate oder falsche Fremdwörter die Unbildung des Schreibers enttarnt wird, sondern zeugt im ständigen Wiederholen von ausgelatschten Redensarten, abgegriffenen Vergleichen und schlechtem Deutsch körperliches Unwohlsein beim Leser. Mir ist es fäkaläquivalent, was mir ein Kommentator, der zuvor bei einem Gossenblatt arbeitete, nun gewichtiges vom Hofe des Bundeskanzlers berichtet. Schon die Schlagzeilen sind hinreißend: „Warum wir die Steuerreform gerade jetzt brauchen“, Wie kam es zum Schenkelklopfer von Trump bei unserem Kanzler?“ Die Krönung sind dann die Rundfunkjournalisten. Herr M., Moderator im Deutschlandfunk, zischt, als ob er den Bösewicht im Radiokrimi gibt und dem Opfer die Pistole an den Kopf setzt, wenn er einen unwichtigen Vertreter der Linken interviewt. Die Abscheu gegenüber diesem „Gesindel“ muss hörbar sein. Die Moderatorin vom WDR 3 bedankt sich bei dem Korrespondenten in Warschau, der von dort aus über die Ereignisse in Kiew aus nächster Nähe spricht: „Vielen Dank, dass Sie das einmal für uns richtig eingeordnet haben.“ Bei diesen Dampfplauderern fehlt die Ehrlichkeit zu sagen: „Danke für den Bericht, der mir am Gesäß vorbei geht, weil mir Politik egal und mir sowieso das alles viel zu hoch ist.“ Die deutsche Ständegesellschaft hat die Schicht der Medienfuzzis hervorgebracht. Sie werden von den Mächtigen bezahlt, dass sie sich zu den Oberlehrern der Nation aufschwingen und papageienhaft die ihnen vorgegebenen Meinungen nachplappern. Sie sind Treibriemen in der „schönen Maschine“, die den Kapitalismus am Laufen erhält und das Volk mittels der unsichtbaren Hand der Medien in die gewünschte Richtung zwingt.

Diese Papageien wollen wie alle Kreaturen eine Belohnung, wenn sie ihre Sache gut machen. Die finden sie in sozialen Medien natürlich nicht. Sollten diese Vögel so naiv sein und glauben, dass viele „likes“ die echten Körner ersetzen könnten? Bei manchen dieser Zeitgenossen möchte man dagegen gern glauben, dass sie etwas zu viele Körner genossen haben.

Stephan Ebers


3. Leserbrief

Sehr geehrte Leserbriefredaktion, sehr geehrter Herr Klöckner,

der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Jürgen Roth nannte die SZ einmal sehr treffend “die Tageszeitung aus München für betreutes Als-ob-Denken und Bevormundung”. Das stand vor Jahren in der ‘jungen Welt’, schöner kann man es kaum sagen. Allein Ihre jetzt aufgeführten Zitate aus der SZ zeigen, dass die SZ-Redaktion alles tat und tut, um dieser Charakterisierung gerecht zu werden. Ich lese die SZ schon seit über zehn Jahren nicht mehr. Gut, dass es die NachDenkSeiten gibt, bitte weiter so!

Freundliche Grüße
Emmo Frey


4. Leserbrief

Fakten, statt Geschimpfe !

Statt über die süddt. Zeitung zu meckern, listen Sie doch Positionen (Meinungen) auf, die dort vertreten werden.

Noch besser; listen Sie Falschmeldungen, falsche Berichte auf und enttarnen Sie diese.

Schreiben Sie über die Leute dort und ihre Verhaberung

und die Leute im Hintergrund, die Eigentümer.

GCL


5. Leserbrief

Marcus Klöckner konstatiert:

“Bei einer Auseinandersetzung mit der SZ darf beachtet werden: Der „Ressortleiter Politik“, Stefan Kornelius, wechselte von der Zeitung zur Politik und übernahm 2025 als Chef das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.”

Nun denn, das ist letztlich nichts anderes als “eine Hand wäscht die andere”. SZ & Co  sind in den Niederungen angekommen in denen sie dann leichten Sinnes propagieren:  “Mehr Diktatur wagen”. Da sich diesem Diktat viele Menschen verweigern,  zerschellt die SZ an ihrem diktatorischen Anspruch, verdreht das ins Gegenteil und  versteckt ihn im Vorwurf vom fehlenden „konstruktiven öffentlichen Dialog“.

Doch wer weiß, vielleicht geht nun die  SZ-Redaktion in Klausur und befragt sich nach dem eigenen Zutun fehlender konstruktiver Debattenkultur?!

Darüber hinaus  “könnten wir auch ganz pauschal in Frage stellen, ob öffentliche Debatten überhaupt irgendeinen positiven Wert für uns haben? Ob sie überhaupt etwas Nützliches für uns leisten? (…)

L.G.
Ute Plass


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