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Titel: Ein Nazi-Pantheon in Kiew – Die Ukraine als Mittel des deutschen Revanchismus
Datum: 2. Juli 2026 um 10:00 Uhr
Rubrik: Antisemitismus, Außen- und Sicherheitspolitik
Verantwortlich: Redaktion
Kiew plant ein nationales Pantheon – und will darin ausgerechnet Nazi-Kollaborateure wie Bandera und Melnyk ehren. Der Westen schaut weg, Polen reagiert empört, und Berlin schweigt. Doch das Projekt ist mehr als Geschichtspolitik: Es ist die geistige Mobilmachung für einen Revanchekrieg gegen Russland – mit deutscher Finanzierung und stiller Duldung. Von Sevim Dagdelen.
Von Heldenverehrung zur Nazi-Apotheose
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der Rada einen Gesetzesentwurf für ein „nationales Pantheon“ vorgelegt. Vordergründig geht es darum, alle herausragenden Persönlichkeiten der Ukraine zu ehren. Doch bereits jetzt ist klar, dass Faschisten und Nazi-Kollaborateure wie Stepan Bandera und Andrij Melnyk fest in diese Glorifizierung einbezogen werden sollen. In Deutschland würde ein vergleichbares Projekt die Protagonisten des Völkermords an den europäischen Juden und den Völkern der Sowjetunion, Reinhard Heydrich und Heinrich Himmler, in eine institutionalisierte nationale Verehrung miteinschließen. Kiews Projekt eines Nazi-Pantheons bildet den Abschluss einer Reihe von Ehrungen durch Straßenbenennungen nach Antisemiten und Kriegsverbrechern, die mit der deutschen Wehrmacht bei deren kolonialem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion kollaborierten.
Das geplante nationale Pantheon unter Einschluss der Nazi-Kollaborateure zeigt deutlich, dass die Führung der Ukraine von einer Revanche gegen Russland träumt. Doch nicht nur das: Die Ukrainische Aufständische Armee, in deren Tradition man sich mit der Personenauswahl des Pantheons stellt, ist auch für die Ermordung von 100.000 polnischen Zivilisten verantwortlich.
Der Westen stellt den Persilschein – Polen zieht die Notbremse
Vor diesem Hintergrund wachsen auch die Widersprüche im Westen, was die bedingungslose Unterstützung der Ukraine angeht. Während die EU-Kommission der Ukraine mit der Eröffnung von Beitrittsverhandlungen einen demokratischen Persilschein ausstellt, hat der polnische Präsident Karol Nawrocki dem ukrainischen Machthaber Selenskyj den polnischen Orden des Weißen Adlers entzogen, nachdem Selenskyj einer Spezialeinheit der ukrainischen Armee den Ehrennamen „Helden der UPA“ verliehen hatte. UPA – das ist die Abkürzung für die Ukrainische Aufständische Armee, die für antisemitische und antipolnische Massaker im Zweiten Weltkrieg steht.
Die Errichtung eines nationalen Pantheons in Kiew unter Einschluss der Nazi-Kollaborateure, die als eliminatorische Antisemiten auch für die Massaker an Polen verantwortlich zeichnen, dürfte die Spannungen weiter verschärfen. Immer deutlicher schält sich heraus, dass das, was einst als russisches Narrativ unter den Teppich gekehrt wurde, der prägende Teil der ukrainischen Geschichtspolitik ist: eine unheimliche Nazi-Apotheose. Die Idee des Pantheons ist es, die verstorbenen Kriegshelden der Vergangenheit für kommende Triumphzüge aufzuladen. Diese Idee macht sich die offizielle Geschichtspolitik nun zu eigen. Jede Kritik, wer denn da aufgenommen werde, wird brüsk als Einmischung in die inneren Angelegenheiten zurückgewiesen. Auch das Zerwürfnis mit Polen wird in Kauf genommen.
Kriegsrisiko als deutsche Staatsräson
Warum? Die Ukraine kann sich auch der künftigen finanziellen Unterstützung sicher sein. Deutschland ist zum Hauptfinanzier des Regimes in Kiew mutiert, das sich durch ein Verbot von Oppositionsparteien und die Diskriminierung von Minderheiten auszeichnet. Ob Absicht oder nicht, der US-Stellvertreterkrieg in der Ukraine droht zum Krieg der NATO und EU mit deutscher Hegemonie gegen Russland zu werden. Die Entfesselung von Revanchismus und Nazi-Gedenken mag aus Washingtoner Sicht bloßer Kollateralschaden sein beim Versuch, Russland zu zerschlagen, wie Frau Kallas es einst als Kriegsziel ausplauderte. Frau Baerbock, die ihr in puncto ‚Herr Lehrer, ich weiß was‘ in nichts nachstand, sprach vom Ziel, „Russland zu ruinieren“. Für Europa aber bedeutet die Entfesselung des deutschen Revanchismus gegen Russland, wie die geistige Mobilisierung ihrer ukrainischen Hilfswilligen mittels eines Nazi-Pantheons, höchste Gefahr.
Bertolt Brecht schrieb einst im Hinblick auf die deutsche Wiederbewaffnung: „Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.“ Die Regierung Merz scheint zielsicher den dritten Krieg riskieren zu wollen. Die Ukraine und die Ukrainer sind ihr dabei bloßes Mittel. Folgerichtig ist aus Berlin keine Kritik am geplanten Nazi-Pantheon in Kiew zu vernehmen. Eine Schande.
Titelbild: Mariana Serdynska / shutterstock.com
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