Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)
Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.
Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
- Vorzeitiger abschlagsfreier Altersrentenbezug: Wie wäre es mit Ausnahmen für „Schwerarbeiter“? Von Österreich (nicht) lernen (können)
- München wird zur Hauptstadt der KI-Kriegsindustrie
- Vorkriegszustand: Wenn sich schon die Seele im Krieg befindet
- Die Proteste gegen die ukrainische Regierung reißen nicht ab
- Russland – das Einzige, was den Westen zusammenhält
- Wenn der Hinterhof zu militärischem Sperrgebiet wird
- Grenzen der Kontrolle
- Die Linke in den USA ist erneut auf Erfolgskurs
- Die USA verlieren im KI-Wettrennen mit China den Lead
- Frei und verbunden
- Vielfältiges Bündnis fordert Hitzegipfel
- Karlsruhe ermahnt Bundestag zu zeitnaher Wahlprüfung
- Putins Athleten stürzen Weltsport ins Chaos
- Rechts- oder Linksträger?
- Veranstaltungshinweise der Woche
Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.
- Vorzeitiger abschlagsfreier Altersrentenbezug: Wie wäre es mit Ausnahmen für „Schwerarbeiter“? Von Österreich (nicht) lernen (können)
Da haben die drei CDU-Ministerpräsidenten aus den ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aber einen schweren Stein in das Wasser des Geiseltalsees geworfen, als sie die von der Alterssicherungskommission der Bundesregierung empfohlene Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte nach 45 Versicherungsjahren in Frage gestellt haben (vgl. dazu ausführlicher die Darstellung in dem Beitrag Nur ein Sturm im ostdeutschen Wasserglas oder eine echte Bedrohung für das „Gesamtkunstwerk“ Rentenreform? Zur Diskussion über die nicht mehr existierende „Rente mit 63“. Und die vorläufig auf Eis gelegte „Pflegereform“ wird gleich mit aufgerufen vom 3. August 2026).
Zum einen hat das die Koalition aus CDU/CSU und SPD auf Bundesebene in unruhiges Fahrwasser bugsiert, denn deren Spitzenvertreter haben eine vollständige Umsetzung der 33 Empfehlungen der Kommission schon am Tag der offiziellen Veröffentlichung des Abschlussberichts als Ausdruck einer reformatorischen Handlungsfähigkeit angekündigt.
Quelle: Aktuelle Sozialpolitik
dazu: 14 % der Rentnerinnen und Rentner im Alter von 65 bis 74 Jahren sind erwerbstätig
Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten, obwohl sie bereits eine Altersrente beziehen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 mitteilt, waren 14 % der Rentnerinnen und Rentner im Alter von 65 bis 74 Jahren hierzulande erwerbstätig. Ein Jahr zuvor hatte ihr Anteil noch bei 13 % gelegen. Rentner (16 %) gingen zuletzt häufiger einer Arbeit nach als Rentnerinnen (11 %). (…)
Der Anteil der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner nimmt mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab. So arbeitete von den 65- und 66-jährigen Rentenbeziehenden knapp ein Fünftel (19 %), von den 73- und 74-jährigen Rentnerinnen und Rentnern gingen noch 8 % einer Arbeit nach. (…)
Auch zwischen dem Bildungsniveau und der Erwerbstätigkeit im höheren Alter gibt es einen Zusammenhang: Während 18 % der Rentenbeziehenden mit höherem Bildungsniveau erwerbstätig waren, lag der Anteil unter Rentnerinnen und Rentnern mit mittlerem oder niedrigerem Bildungsniveau bei 12 % beziehungsweise 10 %. Ein Grund dafür könnte sein, dass Rentnerinnen und Rentner mit höherem Bildungsniveau häufiger aufgrund der Freude an der Tätigkeit weiterarbeiten. (…)
Insgesamt arbeiteten 73 % der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner als abhängig Beschäftigte, 27 % waren selbstständig tätig. Knapp zwei Drittel (65 %) der abhängig beschäftigten Rentnerinnen und Rentner gaben an, geringfügig beschäftigt zu sein. Als geringfügig beschäftigt galten im Jahr 2025 Personen, die im Monat maximal 556 Euro verdienten (Minijob, “Ein-Euro-Job“) oder höchstens drei Monate beziehungsweise maximal 70 Arbeitstage im Jahr einer Beschäftigung nachgingen.
Quelle: Statistisches Bundesamt
dazu auch: Gesetzliche Rente? Viel besser als gedacht!
„Renten in Gefahr – die Last wird zu groß“ – keine aktuelle Schlagzeile, sondern der „Spiegel“-Titel der Ausgabe vom 4. März 1985. Alles abwiegelnde Gerede von den sicheren Renten könne nicht vernebeln, dass die Altensicherung in den Bankrott steuere, meinte damals die „Spiegel“-Redaktion. Die Arbeitnehmer würden zwangsläufig und ohne Ende immer höhere Beiträge zahlen, der Zuwachs der Renten werde gegen Null gehen.
Schon erstaunlich, dass angesichts dieser düsteren Prognose, die sich so oder in ähnlicher Form seit vielen Jahren durch die Medienwelt zieht, die gesetzliche Rentenversicherung keineswegs in die Pleite marschiert ist, sondern Stand Ende 2025 über Rücklagen von etwa 41 Milliarden Euro verfügte. Demografischer Wandel ist nichts Neues, sondern findet seit vielen Jahrzehnten statt.
Die demografischen Herausforderungen in der Vergangenheit waren teils noch größer als die in den kommenden 15 Jahren. Dennoch hat die gesetzliche Rentenversicherung die deutlich gestiegene demografische Belastung in der Vergangenheit ohne ausgeprägte Leistungseinbußen und ohne übermäßigen Beitragsanstieg gemeistert.
Die Stagnation der Rentenhöhe ist nicht nur ausgeblieben, vielmehr hat sich der aktuelle Rentenwert als wesentliche Größe für die Rentenhöhe von umgerechnet 16,82 Euro im März 1985 auf 42,52 Euro im Juli 2026 erhöht. Das ist ein sattes Plus von 153 Prozent.
Fehlanzeige auch bei der prognostizierten Explosion der Beitragshöhe. Der aktuelle Beitragssatz von 18,6 Prozent ist niedriger als vor 41 Jahren. Auch an der Höhe der Bundeszuschüsse hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sowohl bezogen auf die Wirtschaftsleistung als auch auf den Anteil an der Rentenfinanzierung nichts Wesentliches geändert.
Quelle: Christian Lindner in RND
und: Wer sie nutzt – und wer sich darum streitet
Immer mehr Rentner, immer weniger Beitragszahler, eine steigende Lebenserwartung und ein Rentensystem, dessen Finanzierung schon jetzt jährlich mit vielen Milliarden Euro vom Bund bezuschusst werden muss: Das ist die nicht wirklich neue Ausgangslage, die die Bundesregierung zum Handeln zwingt. Sie will die Rente nun reformieren und sich dabei an den Empfehlungen der von ihr eingesetzten Rentenkommission orientieren.
Quelle: tagesschau
Anmerkung unseres Lesers A.H.: Der Artikel zeigt, dass die Tagesschau hier kein neutraler Beobachter ist, sondern unkritisch das Regierungsnarrativ stützt. Wer die Milliardenzahlungen unkommentiert als ‚Zuschuss‘ bezeichnet, verdreht die Tatsachen. Der Bund stützt die Rente nicht, er belastet sie. Da die Bundesmittel die versicherungsfremden Leistungen nicht decken, missbraucht der Staat die Rentenkasse und bürdet den gesetzlich Versicherten eine ungerechtfertigte Sondersteuer für gesamtgesellschaftliche Aufgaben auf.
- München wird zur Hauptstadt der KI-Kriegsindustrie
Die Kriegsführung tritt in eine neue Epoche autonomer Waffen ein. Der deutsche Staat investiert massiv in militärische KI – und macht München zum Zentrum einer neuen Kriegsindustrie.
Das Bild der Münchner Rüstungsindustrie war lange Zeit geprägt vom Exportschlager Leopard 2. Das beliebte Modell aus der Münchner Panzerschmiede KNDS (vormals Krauss-Maffei Wegmann) war dabei, als die Bundeswehr nach Jahrzehnten der deutschen militärischen Zurückhaltung völkerrechtswidrig Jugoslawien angriff, es »verteidigte unsere Freiheit am Hindukusch« und kämpfte für Erdoğan gegen den demokratischen Konföderalismus in Nordsyrien. Auch im Krieg in der Ukraine sind die Leoparden im Einsatz.
Quelle: Jacobin
- Vorkriegszustand: Wenn sich schon die Seele im Krieg befindet
Dass die Militarisierung der deutschen Gesellschaft – und insgesamt in der EU – zunimmt, bleibt kaum jemandem verborgen. Viele billigen das, manche reiben sich die Hände, andere sind besorgt. Etliche regierungs-, parteien- und stiftungsunabhängige ungebundene Journalisten und unabhängige Beobachter der deutschen Außenpolitik der letzten Jahre sprechen von Kriegsvorbereitung, wenigstens aber von einem Vorkriegszustand. Was lässt sich da tun? Grundsätzliches steht an.
Quelle: pressenza
- Die Proteste gegen die ukrainische Regierung reißen nicht ab
Den Forderungen der Straße nachzugeben und Fedorow wieder als Verteidigungsminister einzusetzen, käme für Präsident Selenskyj einer politischen Niederlage gleich, sagt Politologe Wolodymyr Fesenko
Seit mehr als drei Wochen gehen in der Ukraine Tausende Menschen auf die Straße. Mit selbst bemalten Pappschildern, blau-gelben Flaggen und Sprechchören fordern sie die Rückkehr des kürzlich zurückgetretenen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow ins Amt. Allein in der Hauptstadt Kyjiw seien am vergangenen Freitag mehr als 10.000 Menschen zusammengekommen, schätzt Organisator und Kriegsveteran Dmytro Koziatynskyj. Dennoch bleibe eine Reaktion der politischen Führung bislang aus.
“Ich weiß nicht, wie es möglich ist, eine so große Menschenmenge zu ignorieren”, sagt der 31-Jährige. Die Regierung unterschätze, was sich derzeit in der Gesellschaft zusammenbraue. “Wut und Unzufriedenheit verschwinden nicht einfach. Sie sammeln sich an und entladen sich irgendwann.”
Quelle: der Standard
- Russland – das Einzige, was den Westen zusammenhält
Die militärische Konfrontation mit Russland ist ein wesentlicher Bestandteil des westlichen, insbesondere des westeuropäischen Modells. Ohne sie beginnt die politische Logik, die Westeuropa zusammenhält, zu bröckeln. Daher soll am Status quo aus Ukraine-Stellvertreterkrieg, Aufrüstung und transatlantischer Abhängigkeit nicht gerüttelt werden. (…)
Starke transatlantische Beziehungen erhalten auch Amerikas Fähigkeit, Westeuropa zu beeinflussen und es, wenn nötig, in die größere Konfrontation mit Washingtons Hauptrivalen China einzubeziehen. Zumindest tragen sie dazu bei, dass Brüssel und London sich nicht Peking annähern.
Diese Konstellation ist instabil, doch es ist wenig sinnvoll, eine dauerhafte Struktur zu erwarten, da die Welt in eine Phase eingetreten ist, in der fast alles vergänglich ist.
Die militärische Konfrontation mit Russland ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Modells. Ohne sie beginnt die politische Logik, die Westeuropa zusammenhält, zu bröckeln. Daher werden die Regierungen versuchen, den Status quo so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.
Quelle: RT DE
- Wenn der Hinterhof zu militärischem Sperrgebiet wird
Im Dorf Umm al-Khair lassen sich israelische Siedler:innen nieder, direkt neben einer palästinensischen Familie. Die darf nun ihre eigene Toilette nicht mehr nutzen.
Seit drei Wochen kreisen die Gedanken von Familie Hathaleen aus dem Dorf Umm al-Khair im südlichen Westjordanland nur um eines: das Klo. Es sind nicht so sehr die nächtlichen Geräusche der Nachbarn, die die palästinensische Familie wach liegen lassen. Oder die israelische Fahne, die nun auf dem Flachdach ihres Hauses thront. Sondern die Frage, wie ihre vierzehn Mitglieder – Vater, zwei Ehefrauen, elf Kinder – im Notfall ein Badezimmer erreichen sollen. „In den vergangenen 20 Tagen hatten wir keinen Zugang zu unserer Toilette mehr“, sagt Mutter Ikhlas verzweifelt.
Quelle: taz
- Grenzen der Kontrolle
Warum Ceuta weit mehr als eine Migrationskrise ist – und was Europa daraus lernen sollte.
Die Ankunft von rund 70 000 Menschen innerhalb weniger Tage in Ceuta – überwiegend junge Marokkanerinnen und Marokkaner – war die größte irreguläre Grenzüberschreitung, die dieser Abschnitt der europäischen Südgrenze je erlebt hat. Dutzende Menschen kamen bei dem Versuch ums Leben, die spanische Exklave zu erreichen. Das Ausmaß der Ereignisse verleitet dazu, nach einer einzigen Erklärung zu suchen. Doch kein Faktor alleine greift für sich genommen. Ceuta hat zweifellos eine Migrationskrise erlebt. Zugleich handelt es sich aber auch um eine politische und geopolitische Krise mit vielen Ursachen, an der zahlreiche Akteure mit unterschiedlichen Interessen und einem bis heute schwer zu bestimmenden Maß an Verantwortung beteiligt waren.
Quelle: IPG Journal
- Die Linke in den USA ist erneut auf Erfolgskurs
Abdul El-Sayed gewinnt die Senatsvorwahl der Demokraten in Michigan, obwohl seine Gegnerin dank AIPAC-Millionen neunmal so viel Geld zur Verfügung hatte. Der Sieg zeigt: Selbst der teuerste Wahlkampf der Bundesstaatsgeschichte kann die Linke nicht mehr aufhalten.
In der Wählerschaft der Demokratischen Partei hat sich Einiges verschoben.
Das wurde bereits durch Zohran Mamdanis deutlichen Sieg über den Establishment-Vertreter Andrew Cuomo bei der New Yorker Bürgermeisterwahl 2025 deutlich; ebenso sieben Monate später bei einer Reihe sozialistischer Siege über Amtsinhaber. Es zeigte sich jüngst auch bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei in Maine, wo die Wählerinnen und Wähler einen von Skandalen umwitterten Linkenspopulisten, der noch nie ein politisches Amt bekleidet hatte, gegenüber der amtierenden Gouverneurin von der eigenen Partei präferierten.
Quelle: Jacobin
- Die USA verlieren im KI-Wettrennen mit China den Lead
Günstige chinesische Open-Source-Modelle und ein Sicherheitsvorfall in den USA decken die Schwächen der US-Strategie auf.
Geschockt von jüngsten Ereignissen rücken in den USA Open-Source-Modelle ins Zentrum und markieren eine Wende. Im bisherigen KI-Wettlauf ging es um eine Artificial General Intelligence, AGI. Auf dieses Ziel ausgerichtet waren die proprietären US-KI-Modelle und die enormen Investitionen. Jetzt verschiebt sich der Wettlauf in Richtung kostengünstiger Open-Source-Modelle, die sich auf den Bedarf von Unternehmen anpassen lassen. Zentral wird die Frage, wer weltweit gültige Standards für die Sicherheit durchsetzen kann.
Quelle: Infosperber
- Frei und verbunden
Zwischen Kollektivismus und Individualismus gibt es einen dritten Weg — nur auf diesem lässt sich das Zusammenleben erträglich gestalten.
Im Hinblick auf die Uneinigkeiten innerhalb der EU, etwa bei Themen wie Energiewende und «Klimaschutz», den Hilfen für die Ukraine oder die Verurteilung des Vorgehens Israels, wird oft kritisiert, dass die meisten Menschen und Regierungen nicht willens seien, ihr egoistisches Verhalten zugunsten einer funktionierenden Gemeinschaft zu ändern. Wir befinden uns, so die Schlussfolgerung, auf dem Weg zurück in die Kleinstaaterei. Aus solchen Kommentaren geht natürlich vieles hervor, das mehr über die Geisteshaltung desjenigen, der sich so äussert, verrät, als über die tatsächliche Wirklichkeit.
Quelle: Zeitpunkt
- Vielfältiges Bündnis fordert Hitzegipfel
Angesichts der bereits über 10.000 Hitzetoten in diesem Sommer fordert ein breites Bündnis die Bundesregierung auf, einen Hitzegipfel einzuberufen. Außerdem solle sie einen bundesweiten Hitzeschutzplan aufstellen, Klimaanpassung ausreichend finanzieren und die Abkehr von fossilen Brennstoffen fördern.
„Auf jede schlaflose Nacht eines Autokonzerns wird mit einem Autogipfel reagiert“, sagt Luisa Neubauer, Sprecherin von Fridays for Future (FFF). Die gleiche Reaktion wünscht sich das Bündnis auf die anhaltende Hitze: „Man muss kein Ökogewissen haben, um die Dringlichkeit zu verstehen. Man muss sich nur die Zahlen anschauen“, sagt Neubauer.
Quelle: taz
Anmerkung Christian Reimann: Das ist mal wieder typisch deutsch – es müsse ein “Hitzegipfel her. Von “über 10.000 Hitzetoten” ist die Rede. Wie die ermittelt worden sind, wird nicht genannt. Interessant dazu ist z.B. dieses Interview mit Tom Lausen über Fragwürdige Statistiken über Hitzetote. Gegen Bäume pflanzen und Trinkwasserstationen ist nichts einzuwenden, aber in München hat der grüne Oberbürgermeister einen Wassernotstand erfunden, um die Wassernutzung der Bürgerinnen und Bürger “rigide einzuschränken”. Kühlende Brunnen sind in der Landeshauptstadt abgestellt worden. Das ist bei Hitze kontraproduktiv.
- Karlsruhe ermahnt Bundestag zu zeitnaher Wahlprüfung
Wer eine Bundestagswahl überprüfen lassen will, muss sich ans Parlament wenden. Das Bundesverfassungsgericht hat den Bundestag nun an seine Pflicht zur schnelleren Prüfung von Einsprüchen erinnert. […]
Der Bundestag ist für die Wahlprüfung an erster Stelle zuständig – und hat bisher nur 450 Einsprüche erledigt. Warum, das erschließe sich nicht, so Karlsruhe. Der Vorgänger-Bundestag hatte in ähnlicher Zeit schon über etwa 2.000 Einsprüche entschieden.
Die Wahlprüfung dürfe ihren Zweck nicht verfehlen, nämlich die Legitimation des Parlaments abzusichern, so das Gericht. Das geschieht, indem geprüft wird, ob bei der Wahl alles korrekt abgelaufen ist und ob damit das Parlament ordnungsgemäß zusammengesetzt ist. Der Bundestag sei in der Pflicht, dieser Aufgabe zeitnah und sachgerecht nachzukommen.
Quelle: tagesschau
- Putins Athleten stürzen Weltsport ins Chaos
Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus starten bei der WM in Frankfurt am Main offenbar wieder unter neutraler Flagge.
Wie umgehen mit Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus? Das fragen sich in der Sportwelt derzeit viele Funktionäre. Das jüngste Beispiel liefern die Turner. Sie stehen vor der schwierigen Entscheidung, ob Putins Sportler bei den Weltmeisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik in Frankfurt am Main (12. bis 16. August) mit oder ohne ihre jeweiligen Nationalflaggen und Nationalhymnen antreten dürfen.
Quelle: t-online
Anmerkung unseres Lesers G.R.: Offensichtlich geht es immer noch ein wenig dümmer. Ich frage mich, wann im internationalen Sport “Trumps und Netanjahus Athleten” ausgeschlossen werden wegen des Angriffskrieges, den ihre Länder gerade gegen den Iran führen. Aber über so etwas denkt man bei der Journalismus-Simulation t-online sicherlich nicht im Entferntesten nach.
- Rechts- oder Linksträger?
Sie haben Polohemden im Schrank? Werfen Sie sie schnell weg, wenn Sie politisch nicht falsch verortet werden wollen. Eine Glosse.
Die positive Nachricht vorneweg: Das Folgende ereignete sich im benachbarten Österreich – es hätte ganz genau so auch bei uns stattfinden können. Tröstlich ist an der Causa jedoch, dass nicht nur hierzulande ein übergeschnapptes Klima herrscht, sondern eben auch bei den Nachbarn. Alles andere daran ist beklemmend – und teuer. Den österreichischen Steuerzahler hat die Erkenntnis der Professorin und Modeforscherin Elke Gaugele aus Wien um die 400.000 Euro gekostet. Ihr wissenschaftliches Forschungsergebnis ist bahnbrechend: Blümchenkleider, Polohemden und Hoodies seien der gewandete Ausdruck von Rechtsextremismus. Wer derlei Kleidungsstücke trage, könnte mit erhöhter Wahrscheinlichkeit jemand sein, der »rechts« stehe – was genau mit dem Begriff des Rechten gemeint sein könnte, wird nach guter alter Meinungskorridormanier selbstverständlich nicht gelüftet.
Quelle: Roberto De Lapuente auf Overton Magazin
- Veranstaltungshinweise der Woche
-
Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg! Krankenhäuser statt Kasernen
Einladung zum Antimilitaristischen Aktionstag
22.08. 2026 von 11-15 Uhr Mainz, Vorplatz der Gedenkkirche St. Christoph
Die Gefahr eines neuen Weltkriegs unter Einsatz von Atomwaffen wächst. Wir erleben derzeit eine
gigantische Militarisierung. Die Bundesregierung will kriegstüchtig werden. Die immensen
Summen, die für Soldaten, Waffen und Infrastruktur benötigt werden, werden den Sozialausgaben,
der Bildung und der Gesundheitsversorgung entrissen.
Quelle: Antimilitaristischer Aktionstag
Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie auf eine interessante Veranstaltung hinweisen wollen, dann schicken Sie uns bitte die nötigen Informationen mit dem Betreff „Veranstaltungshinweise“ an [email protected]. Die Veranstaltungshinweise erscheinen wöchentlich am Freitag im Rahmen der Hinweise des Tages II.