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Titel: „Unser Land steht mitten in tiefem Umbruch“

Datum: 22. September 2026 um 12:00 Uhr
Rubrik: Innen- und Gesellschaftspolitik, Wahlen
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Nach dem verblüffenden Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt haben auch die Wahlresultate in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin eine deutliche Tendenz vor Augen geführt: Die Dominanz der „Volksparteien“ CDU und SPD scheint nun langsam vorbei zu sein. Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD, hat am Sonntag ihre Partei voller Stolz als „die neue Volkspartei“ bezeichnet und einen radikalen Politikwechsel in der Bundesrepublik verkündet. Immer mehr Politiker und Kommentatoren sprechen auch von einem nahenden Kanzler-Wechsel. Eine neue Ausgabe der O-Töne. Zusammenfassung von Valeri Schiller.

„Tagesthemen“ am 6. September 2026 zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt

„Wir haben gegenüber dem Anfang der Sendung keine Verschiebung bei den Prozenten. Es sind hier 5,1 beim BSW, bei der 44 der AfD muss man nochmal sagen, dass keine Partei bei irgendeiner Landtagswahl in den letzten zehn Jahren ein solches Ergebnis geholt hat.“

(Quelle: Tagesschau, ab Minute 5:42:15)


ZDF am 20. September 2026 zum Wahlergebnis in Berlin

„Hier ist die Hochrechnung für Berlin, für das Abgeordnetenhaus in Berlin. Danach kommt die CDU mit Verlusten auf 19,7 Prozent, die SPD – ebenso Verluste – 11,8, die Grünen erreichen 15,3. Die Linke legt enorm zu, ihr bestes Ergebnis jemals in Berlin – 25,6 Prozent, die AfD steigert sich auf 15,1, das BSW sehen wir bei 5,2 und die Anderen bei 7,3.“

(Quelle: ZDFheute Nachrichten, ab Minute 2:11:04)


„Tagesschau“ am 20. September 2026 zum Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern

„Das ist der aktuelle Stand der Hochrechnung: Die SPD fällt zurück auf 35,7, die AfD deutlich stärkste Partei – 37,9. Die CDU muss zittern – 5,0, die Linke 6,7 – deutliche Verluste, leichte Verluste bei den Grünen, die FDP ist draußen, das BSW nur bei 4,9 und die anderen Parteien bei 3,4 Prozent.“

(Quelle: Tagesschau, ab Minute 0:07)


Bundeskanzler Friedrich Merz am 20. September 2026

„Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt war ein tiefer Einschnitt und die schwerste Wahlniederlage für uns seit vielen Jahren. (…)

Das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern können wir nicht schönreden. Es ist ein Desaster. Die CDU hat gekämpft, aber es ist am Ende die CDU zerrieben worden in der Zuspitzung zwischen SPD und AfD. In unserer Hauptstadt, hier in Berlin, hat Stefan Ebers in einer sehr schwierigen Situation den Staffelstab als Spitzenkandidat übernommen und ist direkt in den Wahlkampf eingestiegen. Mit vollem Einsatz und großem Engagement hat er die CDU zu einem ordentlichen Ergebnis geführt. (…)

Bei aller Unterschiedlichkeit der Wahlergebnisse: Wir alle sorgen uns um die Zukunft unseres Landes. Wir erleben einen Staat, der zu kompliziert geworden ist. Unsere Wirtschaft steht mitten in einem tiefen Umbruch. Und der Ton im Miteinander in unserer Gesellschaft ist rauer und unversöhnlicher geworden. Schließlich – das Vertrauen in die Institutionen unseres Landes sinkt und wird von radikalen Parteien links und rechts aktiv untergraben. (…)

Was jetzt zu tun ist, erfordert Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld. Ich werde das aufbringen als Parteivorsitzender der CDU und vor allem als Bundeskanzler unseres Landes.“

(Quelle: Tagesschau, ab Minute 0:23 und ab Minute 0:43 und ab Minute 1:30 und ab Minute 4:21)


Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD, am 20. September 2026

„Ich glaube nicht, dass sich Friedrich Merz sich wird halten können mit irgendwelchen Floskeln. Er verspricht ja schon seit fast zwei Jahren irgendwelche Reformen, und es ist ja bisher nichts gekommen. Es kann ja auch nichts kommen, wenn man sich der SPD unterwirft. Dementsprechend ist Friedrich Merz der falsche Kanzler für die CDU und reißt die CDU mit ein. Also die CDU muss sich jetzt vor allen Dingen überlegen: Will sie mit diesem Kanzler und will sie mit dieser linken Politik weiter machen? Denn sie wird es so nicht weitermachen können.“

(Quelle: Tagesschau, ab Minute 2:11)


Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, am 20. September 2026

„Ich denke, heute Abend sollten sich alle Parteien damit auseinandersetzen, alle Demokraten, warum die AfD so große Ergebnisse einfahren kann. Und ich denke auch, dass gerade die CDU, wo ihr Bundeskanzler in unserem Bundesland nur noch über die fünf Prozent Vertrauen verfügt, selbstkritisch mit sich umgehen muss. Das einzige Programm, immer mit dem Finger auf Manuela Schwesig zu zeigen – ich glaube, das wird der CDU nicht weiterhelfen.“

(Quelle: ZDF heute, ab Minute 1:46)


Felix Banaszak, Vorsitzender B’90/Grüne, am 14. September 2026

„Und genauso muss man jetzt auch die Äußerungen von Sahra Wagenknecht mit Blick auf die Wahl von Mecklenburg-Vorpommern interpretieren. Sahra Wagenknecht ruft ja aktiv dazu auf, dafür zu sorgen, dass es keine rot-rot-grüne Mehrheit gibt, also die Grünen aus dem Landtag in Schwerin fallen. Und das tut sie aus ihrer Perspektive mit gutem Grund, weil sie weiß, dass einzig eine stabile rot-rot-grüne Regierung verhindert, dass ähnliches Chaos entstehen kann, wie jetzt in Sachsen-Anhalt seit der letzten Woche der Fall ist.“

(Quelle: phoenix, ab Minute 0:34)


BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht am 18. September 2026

„Und den dicksten Steigbügel [für die AfD. – Anm. der Red.], den hält wirklich Herr Merz persönlich, der unsere Wirtschaft vor die Wand fährt und Gefahr läuft, unser Land in einen großen Krieg hineinzuführen. Und deswegen muss man diesen Mann stoppen. Und ich verspreche Ihnen: Wenn das BSW stark ins Abgeordnetenhaus einzieht – das ist ein Baustein darin, diese Bundesregierung und diesen Merz loszuwerden.“

(Quelle: BSW Bund, ab Minute 4:55)

Titelbild: Screenshots ARD, ZDF, BSW Bund, phoenix


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