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Titel: Leserbriefe zu „Nein, Frau Weidel: Hitler war kein Linker“

Datum: 28. September 2026 um 15:27 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
Verantwortlich:


Detlef Koch weist in diesem Kommentar darauf hin, dass die AfD-Vorsitzende Alice Weidel auf einer AfD-Pressekonferenz (bei Minute 1:04:26) Adolf Hitler wieder zum Linken erklärt habe. Sie habe ferner versichert, wer sich mit der Geschichte beschäftige, werde diese Behauptung bestätigt finden. Unser Autor hat die Herausforderung angenommen. Die Dokumente würden jedoch u.a zeigen, dass Hitler „Gleichheit bekämpfte, die Arbeiterbewegung verfolgen ließ und sich mit maßgeblichen Teilen der Großindustrie verband“. Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschafter habe Hitler als „Gegner mit tödlicher Präzision“ verfolgt. Abschließend appelliert unser Autor: „Frau Weidel, bitte verhöhnen Sie diese großartigen und mutigen Männer und Frauen nicht als Genossen von Adolf Hitler. Ich glaube, jetzt ist ein guter Zeitpunkt für eine Entschuldigung!“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die zahlreichen und interessanten Leserbriefe, die wir hierzu bekommen haben. Die nun folgende Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.

1. Leserbrief

Vielen Dank für den Hinweis auf diese Wiederholung einer Geschichtsfälschung.

klartext-blog.de hatte zu dem Thema im März 2025 eine Broschüre herausgegeben, auf die ich mir erlaube, hinzuweisen:

“Nationalsozialisten, wie das Wort schon sagt, waren Sozialisten”, sagte Alice Weidel am 9. Januar 2025 in ihrem Online-Gespräch mit dem Multimilliardär und AfD-Unterstützer Elon Musk auf dessen Plattform X. Und betonte ferner: Hitler sei nicht rechts gewesen; er „war ein Kommunist“. “Ich bin Ökonomin und für uns ist völlig klar, dass Adolf Hitler ein Linker war“, bekräftigte Weidel in einem RTL/ntv-Interview. Dazu Hitler selbst als Führer über die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. „Ihr Ziel heißt ganz kurz: Vernichtung und Ausrottung der marxistischen Weltanschauung.“ Weidel stellt also Hitler als „Kommunisten“ hin, der, wie er selbst sagte, die Weltanschauung ausrotten wollte, die den „Kommunismus“ zum Ziel hat. Das ist eine unglaubliche Geschichtfälschung. Bevor wir zu dem Schluss kommen, all das sei absurd, sollten wir uns zunächst zwei Fragen stellen. Erstens: Steht Weidel damit alleine? Zweitens: Was bedeuten– Kommunismus und Sozialismus nach der „marxistischen Weltanschauung“? Dann können wir weiterhin untersuchen, welche Interessen hinter solchen frechen Fakes stecken und was sie verdecken wollen.

Als pdf herunterzuladen:
https://klartext-info.de/hitler-ein-sozialist-und-kommunist/

Reinhard Frankl


2. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Koch,

danke für die Klarstellung!

Frau Weidel war zwar “nie mein Hauptproblem” (wie Georg Kreisler sich beliebte auszudrücken), aber so einen intellektuellen Tiefflug hätte ich der Dame nicht zugetraut. Sicher “nationalsozialistisch” klingt erst einmal nicht schlecht, für das Land (national) und für die Menschen (sozial). Könnte man meinen. Aber dafür müsste man Dornröschen sein und 100 Jahr geschlafen haben.

Jeder der mehr als 2 Falten im Gehirn hat kann inzwischen wissen, dass die Deutschen Nazis nicht nur Faschisten waren, sondern auch von der übelsten Sorte, 60 Millionen Tote in WK-II. Auf Details will ich gar nicht eingehen, das sollte jeder wissen der lesen und schreiben kann.

“Ich glaube, jetzt ist ein guter Zeitpunkt für eine Entschuldigung!”

Das wäre das Mindeste!

Was ist das für ein Land, wo die einen Rechten (AfD) sich mit Geschichtsfälschung weiß waschen wollen und die anderen Rechten (an der Macht, CDU/CSU/SPD/Grüne/Linke), die einen Rechten als Nazis diffamieren?

Die Linke in Deutschland hat kläglich versagt, die gibt’s nicht mehr. Nur noch eine bürgerliche Opposition (BSW) mit weniger als 5% Einfluss. Deutschlands Fluch ist, dass seit Bismarck die Eliten nie ausgetauscht wurden.

Gruß,

Rolf Henze


3. Leserbrief

Hallo NDS-Team,

ich habe Frau Weidel – trotz meiner Ablehnung der AfD – bisher für einen intelligenten Menschen gehalten. Eine Frau mit einer dynamischen, vieles umfassenden Intelligenz; ähnlich Frau Wagenknecht.

Diese knapp 2 Minuten am Schluss der Pressekonferenz zeigen mir jedoch, dass sie -genau wie Merz, Wadephul, Strack-Zimmermann und all die anderen Kriegstreiber und Kapitalprofiteure lediglich über eine mechanistische, gleichsam gesteuerte Intelligenz verfügt. Gesteuert von ihrer mehr als offensichtlichen Lust an der Macht, gesteuert von jenen die „…entscheiden, aber nicht gewählt sind.“ Frei nach Seehofer.

Eine Intelligenz, wenn auch eloquent, so doch von außen bestimmt und auf das minimale Ziel der Profitmaximierung und des Machterhalts reduziert. Dies ist keine Intelligenz im umfassenden politischen, sozialen und humanitären Sinne sondern eine, die dem kurzfristigen Bedienen der eigenen Bedürfnisse gilt.

Freundliche Grüße

Rainer Thomas


4. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Koch,

vielen Dank für ihren Artikel. Frau Weidel weiß wahrscheinlich, dass sie da völligen Unsinn von sich gibt. Wahrscheinlich will sie damit andere Leute ärgern, sich selbst in die Presse und in die Nachrichten bringen, um bekannter zu werden, und betreibt ihre Art von Geschichtsrevisionismus, mit dem sie bei “Rechten” punkten will.

Man muss aber nicht über jedes Stöckchen springen, dass diese Person einem hinhält. Beim nächsten Mal genügt es, wenn Sie melden: “Frau Weidel hat wieder völlig unqualifizierten und unterirdischen Unsinn von sich gegeben. Jeder Kommentar dazu ist überflüssig.”

Mit freundlichen Grüßen

Martin Blasczyk


5. Leserbrief

Frau Weidel u. Co benutzen letztlich Manipulations-Verwirr-Techniken, die sie in anderen Zusammenhängen anprangern. Siehe ihren Umgang mit dem Corona-Komplex. Mit Beginn des Virus-Theaters wollte sie noch mit autoritärem Gehabe punkten und ist dann “rechtzeitig” auf den Corona-Widerstandszug” aufgesprungen um die Regierungslügen zu entlarven.

Sobald eine AfD fest im sog. Regierungssattel sitzen wird, dürfte sich die Ernüchterung breit machen. Vielleicht nicht so offen wie beim einst so hochgejubelten Corona-Kritiker Kennedy, für den Geschäfte mit Pharma-Konzernen jetzt ganz sicher größere Bedeutung haben als die ständig propagierte Gesundheit der Menschen zur Coronazeit.

Die AfD-Einstellung zur Nato ist ja auch kein Geheimnis und wie darüber ihr “Frieden mit Russland” aussehen wird……?

Nun denn, wir werden sehen!

Friedenstüchtige Grüße

Ute Plass


6. Leserbrief

Nein, Herr Koch: Es ist nicht alles rechts oder links.

Die Diskussion, ob Hitler nun rechts oder links war, fand ich seinerzeit gar nicht so uninteressant. Allein, es ändert ja rein gar nichts. Ebenso kann man doch die Frage stellen, ob er konservativ oder progressiv war. Ersteres war er mit Sicherheit nicht. Zweiteres war er nach heutigen Maßstäben auch nicht. Aber wie war die Definition von Progressivität in den 1930er Jahren? Vieles unterliegt dem Zeitgeist und somit dem Wandel.

Hitler war nicht rechts, er war nicht links. Er war Nationalsozialist und ein Verbrecher.

So oder so ist die Einteilung von Politik in rechts und links viel zu eindimensional. Die Welt ist aber dreidimensional. Wenn man die Zeit einbezieht, ist sie gar vierdimensional.

C. Meyer


7. Leserbrief

Liebes Nachdenkseiten-Team,

in diesem Artikel:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=156597

hat Detlef Koch der Aussage von Alice Weidel widersprochen, Hitler sei ein “Linker” gewesen.
Auch wenn ich in vielen Punkten dem Tenor des Textes an sich zustimme und nicht unbedingt von Frau Weidel überzeugt bin, ist doch festzuhalten, dass vor Alice Weidel bereits Sebastian Haffner zu dem gleichen Schluss kam.

Ja, DER Sebastian Haffner! Siehe/höre hier in seinem Originalton:
https://www.youtube.com/watch?v=f767vO0gJSA

Auch seine Argumentation ist durchaus in sich nachvollziehbar, mag man die Einordnung nun teilen oder nicht.

Es wäre die Debatte weiter zu führen, was genau unter politisch “links” bzw. “rechts” denn wirklich zu verstehen ist.

Mit besten Grüßen

Mathias Winkler


8. Leserbrief

Sehr geehrtes NDS- Team,

ich möchte dem o.g. Artikel nicht absprechen, dass die zugrundeliegenden Quellen richtig sind und er ein Beitrag zu einer objektiven Wahrheitsfindung sein könnte, sofern es diese überhaupt gibt.

In diesem Zusammenhang sei aber darauf hingewiesen, dass auch namhafte Historiker Hitler eher links eingeordnet haben, wobei ich hier insbesondere Sebastian Haffner nennen will, der wohl kaum als AFD- Sympathisant gelten kann.

https://youtu.be/f767vO0gJSA

Eine Entschuldigung von Frau Weidel zu fordern, halte ich auch daher für abwegig.

Insgesamt fällt mir immer wieder auf, dass die NDS sich an der AFD abarbeiten und in gewisser Weise für das BSW trommeln. Das mag legitim sein. Dabei sehe ich bei den NDS den selben strategischen Fehler wie beim BSW selbst.

Wenn man sich sowohl von den Altparteien als auch von der AFD abgrenzen will, bleibt wenig Raum für eigenes Wachstum.

Insofern würde ich ausdrücklich Koalitionsverhandlungen in Sachsen Anhalt zwischen beiden Parteien begrüßen.

Freundliche Grüße

Carsten Gunkel


9. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Koch,

herzlichen Dank für diese Klarstellung und den Mut das nochmals darzulegen bzw. eine berechtigte Entschuldigung einzufordern. Ihr Aufruf wird vermutlich verhallen wie beim ersten Mal. Obwohl damals schon viel Kritik gegeben hat und es auch nicht an Gegenbeweisen dazu gemangelt hat, zeugt es schon von Ignoranz bzw. Arroganz einfach weiterhin zu behaupten.

Das Fatale und Beängstigende ist für mich, dass dies unwidersprochen weiter behauptet werden darf und dass es immer noch Menschen gibt, die das auch noch glauben – zusammen mit dem ganzen anderen Blödsinn, der von diesen Menschen verbreitet wird.

Beispiel gefällig: “Wir holen uns unser Land zurück!” (Ulrich Siegmund und ein Leif-Erik Holm direkt jeweils am Wahlabend)

– Dann frage ich mich, von welchem Land reden die?

– Seit wann gehört Deutschland der AfD?

– Was passiert dann mit dem Land, in dem ich heute (sehr gerne) lebe?

– Wissen die Menschen, die diese Partei gewählt haben, dass ihnen ihr Land von genau denen dann gestohlen wird?

Mit freundlichen Grüßen

Gerold Winz


10. Leserbrief

Hallo,

Rot ist Blau, oben ist unten, rechts ist links, Dummheit ist Klugheit, Untugenden sind Tugenden,….dieser ganze Fake ist Real.

Was ich weiß ist : Hitler war ein Kriegstreiber und das haben heute alle führenden Politiker mit ihm gemeinsam.

Grüße

T. Rath


11. Leserbrief

Hallo,

Kurze Anmerkung zum Beitrag: „Nein, Frau Weidel: Hitler war kein Linker“

Mein Sohn schrieb in seiner Bachelor-Arbeit zum Thema „Faschismus und Medizin. Am Beispiel Karl Brandts und dessen Mitverantwortung bei der Durchführung der Euthanasie“ eine Kurzfassung zur NSDAP:

„Der Faschismus in Deutschland, der sich selbst die blasphemische Selbstbezeichnung: Nationalsozialismus gab und die Behauptung aufstellte, eine Arbeiterpartei zu sein, war weder national, auf das Wohl des Landes gerichtet, sondern nationalistisch, sich über andere Nationen erhebend. Ebenso wenig war der deutsche Faschismus sozialistisch, denn der Hauptgegner des deutschen Faschismus war die gut organisierte deutsche Arbeiterbewegung, besonders die KPD, welche nachweislich beim späteren Widerstand gegen die Hitler-Diktatur die meisten Opfer erbrachte.“

Der Jenaer Historiker und Faschismus-Experte Manfred Weißbecker schrieb über diese Kurzbeschreibung der NSDAP: „Wie Ihr Sohn mein Thema ‚Fünf Worte – fünf Lügen‘ darstellt, gefällt mir sehr gut. Danke für die Information dazu!“

Das Geschichtsbild der Weidel ist dermaßen verquer, daß man sich schon fragen muß, woran diese Frau wirklich leidet.

Die KPD war 1933 die größte kommunistische Partei außerhalb der Sowjetunion. Die Mehrheit der Mitglieder hat die Nazizeit nicht überlebt. Keine Tatsache, die im Geschichtsunterricht der BRD vermittelt wurde, genauso wenig wie der Fakt, daß die Kommunisten fast den einzigen organisierten Widerstand gegen die Naziherrschaft leisteten. An diesem Punkt wurde die Geschichte schon seit Konrad Adenauer falsch erzählt; das ist nicht die persönliche Schuld Weidels, aber diejenigen, die damals Deutschlands Ehre gerettet haben, werden nach wie vor nicht entsprechend gewürdigt. Was etwa im Umgang mit dem Gedenken an Ernst Thälmann immer wieder sichtbar wird.

Was die bizarre Idee betrifft, irgendetwas an den Nazis sei sozialistisch oder gar kommunistisch gewesen – die Weidel mit der Behauptung krönte, unter Hitler sei die Industrie verstaatlicht worden –, so gibt es ein entscheidendes Gegenargument, das Frau Weidel (absichtlich?) nicht zu kennen scheint: die Nürnberger Prozesse gegen Flick, Krupp und die IG Farben. Da gibt es Prozeßakten, in denen belegt ist, wie sehr diese Konzerne aus der Naziherrschaft und dem Krieg Nutzen zogen. Es gibt inzwischen auch zahllose Studien über den Einsatz von Zwangsarbeitern in Industriebetrieben. Nichts davon war verstaatlicht, im Gegenteil, auch für die deutsche Industrie galt Benito Mussolinis Beschreibung: „Der Faschismus sollte Korporatismus heißen, weil er die perfekte Verschmelzung der Macht von Regierung und Konzernen ist.“

Ich will gar nicht davon reden, daß Weidel in einem Interview sagte, mit Russen könne sie nie Freundschaft schließen, und daß für sie der 8. Mai kein Tag der Befreiung war:

„Die Niederlage meiner Heimat mit einer ehemaligen Besatzungsmacht zu feiern, ist nicht mein Ding. Zudem passen solche Gedenkfeiern ganz zum Schuldkult der Deutschen.“ (NZZ-Interview, Januar 2025)

Dieser Satz ist nicht weit entfernt von dem Satz eines Wadephul: „Rußland wird für uns immer der Feind sein“, so seine freimütige Aussage im Gespräch mit den russischen Prankstern Vovan und Lexus. (Wadephul glaubte, mit dem damaligen Chef der ukrainischen Präsidialverwaltung, Jermak, zu sprechen.)

Es ist auch nicht verwunderlich, die Nachdenkseiten veröffentlichten diese Aussage auf ihrer Website, daß Weidel meint, von einer aktuellen „linken“ Politik der aktuellen Bundesregierung sprechen zu müssen. Also wenn Aufrüstung und Schleifen des Sozialstaates „linke“ Politik sein soll, was erst wird dann rechte Politik sein? Etwa der Garten Eden à la Josep Borrell, der ebenfalls Aufrüstung und Schleifen alles Sozialen forderte?

Ob es etwas bringt, wenn sich Frau Weidel auf die Couch eines Psychiaters begeben würde?

Mit freundlichen Grüßen

kwf


12. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Koch, sehr geehrte Redaktion,

vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, die Aussage von Frau Weidel historisch zu widerlegen. Aber ich befürchte, dass Teile der AfD gar nicht an der historischen Wahrheit interessiert sind, sondern diese mit ihrer eigenen Propaganda überkleistern wollen.

Ich beobachte seit einiger Zeit einen AfD-nahen Nachrichten-Kommentator auf YouTube, und mir ist aufgefallen, dass er grundsätzlich alles außerhalb der AfD als “links” bezeichnet. Und “links” wird dabei als Synonym für “schlecht” gebraucht. Also “rechts” (= AfD) ist gut und “links” (= alle anderen Parteien und Ideologien) ist schlecht. Nach diesem Schema muss Hitler ein Linker sein, wenn man sich von ihm distanzieren will.
Das Überkleistern der historischen Wahrheit mit der eigenen Propaganda erinnert mich leider sehr an Donald Trump und leider auch an die Nationalsozialisten, die einfach, weil es ihnen gepasst hat, den Bolschewismus als jüdisch propagiert haben.

Die Frage, ob Hitler rechts oder links war, hat vor kurzem auch Hauke Ritz bei einem Vortrag beantwortet und dabei auch eine schöne Definition von “links” und “rechts” gegeben (ab Minute 1:58:55):
https://www.youtube.com/watch?v=Al3p1G49d-k

Über die Begriffsverwirrung von “links” und “rechts” beklagt sich auch Oskar Lafontaine in diesem Beitrag:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=152714

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Böhm


13. Leserbrief

Liebes NDS-Team, lieber Herr Koch,

als Kommentar mag das durchgehen, allerdings hätte ich von den NDS diese Einseitigkeit nicht erwartet. Nur Experten zu zitieren, die unter die meisten Experten fallen, erinnert stark an die meisten Experten bei Covid19 und beim Klimawandel und vor ca. 200 Jahren an die Evolutionstheorie. Arnulf Baring z.B. wäre jemand von der anderen Seite gewesen.

Da doch eigentlich der Kapitalismus der größte Feind der Linken sein sollte, müsste das doch politisch eher der Liberalismus sein. Da ist die AfD zwar nahe dran, aber die Nazis? Auch beim besten Willen nicht!

Wie auch immer, ich frage mich dann, was heutzutage Xi Jinping ist? Er ist Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas (ein Linker?), er ist der Staatspräsident sowie „Überragender Führer“ Chinas. Sein Kommunismus (Parteiname) oder eher Sozialismus ist absolut national ausgerichtet, er lässt Konzerne wie Sinopec oder Alibaba entstehen und es gibt Masseninternierungen der Uiguren (ein Rechter?).

Ich glaube daher auch, dass sich Alice Weidel nicht bei den Hinterbliebenen der Opfer der Nationalsozialisten entschuldigen muss.

Mit freundlichen Grüßen,

Axel Köhlmoos


14. Leserbrief

Liebe Redaktion, lieber Herr Koch,

Hitler links??

Den wichtigen Beitrag von Detlef Koch möchte ich noch etwas ergänzen. Vielleicht weisen auch diese Punkte auf Hitler als Rechten (Faschisten).

Man sollte sich verschiedener Ereignisse erinnern:

  • Reichstagsbrand – Entfachen der Hatz auf Kommunisten
  • Bücherverbrennung – Bücher rechter Autoren?
  • Harzburg Front – Zusammenschluss der Rechten (NSDAP/DNVP/Hugenberg/Reichsbankpräsident Schacht/Stahlhelm…)
  • Ford (USA) unterstützt Hitler von Anfang an
  • Rede vor dem Düsseldorfer Industrieclub (ca. 600 Teilnehmer: u.a. Quandt/August v. Finck/Thyssen). „Den Marxismus bis zu letzten Wurzel ausrotten“ – Folge: Massive finanzielle Unterstützung. Industrielle unterstützen Linke?? (Vielleicht wenn außen rot und innen braun.)
  • Nach der Machtübergabe werden alle 96 Reichstagsmandate der Kommunisten annulliert! (SPD protestiert nicht. Allerdings, das Verhältnis SPD / KPD war zerstört.)

Dieser bescheidene historische Rückblick zeigt deutlich, Hitler war kein Linker. Geht es um Enteignung, so handelte sich (fast) stets um jüdisches Eigentum! Z.B. bereits 1934 die Warenhauskette Hermann Tietz (Hertie) mit 10.000 Mitarbeitern.

Mir scheint, die Rechten behaupten, Hitler sei ein Linker, um sich von Hitler distanzieren zu können.

Joachim Groß


15. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Koch,

kein seriöser und ehrlicher Historiker wird Ihre fundierten Ausführungen bestreiten. Ich gehe davon aus, dass auch Alice Weidel weiß, dass Adolf Hitler weder ein “Linker” noch ein “Kommunist” war. Unwahre Behauptungen sind politisch in Deutschland allerdings nicht strafbar, es sei denn, ein Politiker würde behaupten, den Holocaust hätte es nicht gegeben. Das hat Frau Weidel aber nicht getan und das wird sie sicherlich auch nicht tun. Das gilt auch für die Aussage ihres Parteikollegen Alexander Gauland, wenn der Ehrenvorsitzende der AfD das Dritte Reich von 1933 bis 1945 als “Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte” bezeichnet. Das ist historisch sicherlich eine extreme Verharmlosung, aber es ist letztlich in juristischer Hinsicht ein Werturteil, das nicht strafbewehrt ist. Er hätte auch einfach sagen können: Das ist Vergangenheit und interessiert mich nicht.

Letzteres könnte auch Frau Weidel sagen: Adolf Hitler und die Zeit von 1933 bis 1945 sind Vergangenheit. Warum framt sie dann Adolf Hitler als “Kommunisten” bzw. “Linken”? Was will sie ggf. damit erreichen? Hilfreich ist nachstehende kleine Fallunterscheidung.

GRUPPE A:
Zu dieser Gruppe gehören die aktuellen AfD-Wähler bestehend aus:
A1: AfD-Wähler, die das Thema “War Adolf Hitler Kommunist?” nicht interessiert.
A2: AfD-Wähler, die wissen, dass das nicht stimmt, was Frau Weidel über Adolf Hitler sagt, die aber weiterhin die AfD wählen.
A3: AfD-Wähler, die aufgrund der historisch falschen Aussage von Frau Weidel die AfD nicht mehr wählen.

GRUPPE B:
Zur Gruppe B gehören alle Wähler, die niemals AfD wählen würden und werden und zwar unabhängig davon, ob Frau Weidel Adolf Hitler als “Kommunisten” bzw. “Linken” bezeichnet oder nicht.

GRUPPE C:

Zu dieser Gruppe gehören die potentiellen Wähler, die sich 2026 nicht für Geschichte interessieren, nichts oder wenig über die Demokratie der Weimarer Republik von 1918 bis 1933, der politischen Karriere des gescheiterten österreichischen Kunstmalers Adolf Hitler und das totalitäre rechtsextreme NS-Regime von 1933 bis 1945 wissen. Aber sie lehnen alles kategorisch ab, was mit “Kommunismus” und “links” zu tun hat. Und auf diese Gruppe zielt Frau Weidel ganz offensichtlich ab, denn Frau Weidel will Wahlen gewinnen. Das Potential der Gruppe C ist wahrscheinlich größer als viele denken und größer als die Stimmenverluste durch die Gruppe A3 (siehe oben).

Mit der Behauptung, Adolf Hitler wäre ein “Kommunist” bzw. “Linker” gewesen, distanziert Frau Weidel ihre Partei 2026 außerdem formal von der historisch rechtsextremen Politik Adolf Hitlers und der rechtsextremen NSDAP. Man kann darüber streiten, ob die AfD 2026 “gesichert rechtsextrem” ist, aber die AfD ist zweifelsohne eine extrem neoliberale und extrem rechte Partei, vor allem wenn es um Steuern, Migration, Arbeitslosigkeit, bezahlbare Wohnungen/Mieten, Rente, Wirtschafts- und Sozialpolitik geht. Für viele AfD-Wähler und AfD-Sympathisanten sind auch die sogenannten “Altparteien” (= CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne) “linke” Parteien. Für die Parteien “DIE LINKE” und das BSW gilt dies ohnehin.

Eine fundierte Analyse der ökonomischen, sozialen, gesellschaftlichen und politischen Ursachen für den Niedergang der demokratischen Weimarer Republik und den Aufstieg Adolf Hitlers zum Führer aller Deutschen wird man bei der AfD nicht finden. Eine Kritik am Kapitalismus und der neoliberalen Politik (Deregulierung, Lohnsenkungen, Privatisierung öffentlicher Güter, Senkung der direkten Steuern und Erhöhung der indirekten Steuern, Sozialabbau, Rentenkürzungen, Aganda 2010, Hartz IV usw.) der vergangenen Jahrzehnte sucht man bei der AfD vergeblich. Die sogenannten “Altparteien”, deren neoliberale Politik die AfD zu dem gemacht hat, was die AfD heute ist, müssten ihre eigene Politik hinterfragen. Das tun CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne aber nicht und sie wollen es auch nicht. Sie zeigen nur mit dem konservativ-bürgerlich-liberalen Stinkefinger auf die AfD und sagen: Liebe Wählerinnen und Wähler, wählt nicht diese “Nazis”. Wie man sieht, funktioniert das aber nicht.

1939 wenige Monate nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges schrieb der 1973 verstorbene deutsche Soziologe und Philosoph Max Horkheimer, Sohn einer jüdischen Fabrikantenfamilie, im Exil in New York in dem kleinen Aufsatz “Die Juden und Europa” den zwar scharfen, aber bemerkenswerten und treffenden Satz: “Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen”. 1939 war die Demokratie der Weimarer Republik aber schon in den rechtsextremen braunen Brunnen gefallen.

Mit freundlichen Grüßen

Detlef Schmiedel


16. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Koch,

sehr geehrte Damen und Herren der Nachdenkseiten.

Will ich erreichen, dass nie wieder jetzt ist, muss ich verstehen, wie X – Sozialismus funktioniert, und worin seine Verführerische Gefahr liegt.

Am Anfang liegt die Erkenntnis, im Team kann ich Dinge erreichen, die größer sind, als die Summe der Einzelleistungen.

Daraus kommt, für mich absolut verständlich, der Wunsch, das ganze immer größer zu skalieren.

Das Manko hierbei ist, größer skalieren, bedeutet auch immer, dass man mit dem größeren Team, komplexere Aufgaben erledigen will.

Und hier steckt der Teufel im Detail. Größere Aufgaben bedeutet irgendwann, dass es mehr als einen Lösungsweg gibt. Jeder Lösungsweg hat für sich dann betrachtet, vor und Nachteile. Wichtig ist es hier, wenn man Lösen will, muss man sich auf einen Weg einigen, und das kann in komplexen Situationen müßig, und daraus frustrierend werden. Und bei dem einen, oder anderen Menschen führt dass dazu; dass man für sich überzeugt ist, den richtigen Weg zu gehen, und die anderen Stören.

Menschen die den Hang haben richtig groß zu denken, identifizieren dann auch große Störfaktoren, die dem der eigenen Überzeugung, doch als gruppe großes zu erlangen, im Wege stehen.

Was mich an der Diskussion heute stört; ist. Würde ich Adolf Hitler unterstellen, er kommt aus einer Nationalistischen Ebene, mit einem Kranken Nationalbild. Dann komme ich nicht an den Punkt, dass ich mir vorstellen kann; dass ihm so viele Menschen folgen. Denn eine große Gefolgschaft bekomme ich genau dann, wenn ich bei einem bekannten Problem vorne an gehe.

Für mich ist Mein Kampf eine Hetzschrift, Die genau damit spielt. Legitime Wünsche von einem Volk, einer Gruppe zu verwenden, und darüber, dann die Barbarischen Mittel zu rechtfertigen, nun diesen harten Kurs zu gehen.

Erfolgsversprechend ist aber immer, der Weg über den Sozialismus.

Denn wenn man einer Luisa Neugebauer zuhört, die sagt, es sei keine Zeit mehr für Demokratien. Nun ja, wir müssen die Natur bewahren. Keine Frage. Aber über diese Frage, die Demokratien abschaffen; halte ich für verwerflich. Und schauen Sie, wie viele Menschen da eine breite Zustimmung haben.

Die Klimakleber. Man lässt sie gewähren, obwohl sie merklich gegen die Freiheitsrechte der Bürger agieren.

Frau Faeser; und Frau Paus, begründen wieder, entgegen Art 3 Abs 3 GG, art 5 GG, Meinungen unterhalb der Strafbarkeit mit Repressionen ausstatten. Und zwar Repressionen in die Grundrechte. Und der Aufschrei?

Da wird ein AfD Parteiverbotsantrag gestellt. In einem Rechtsstaat. Vieles in der Begründung, ist Gerichtlich widerlegt. Achtung der Justiz, bitte nur situativ, wenn man sie auf der eigenen Seite hat.

Alles Mechaniken, wie wir sie schon hatten.

Aber, und das ist der Perfide Trick. Wenn wir heute oft genug behaupten, es sei rechts, ja dann wird keiner mehr so genau hinschauen, wenn die Gefahr wieder von Links kommt.

Haltet den Dieb, sagte der Dieb.

In diesem Sinne.

Florian Bosse


17. Leserbrief

Doch, Hitler WAR ein Linker und die Nazis waren Sozialisten!

Ich zitiere

https://de.wikipedia.org/wiki/Hitlerjugend#Funktion

„Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen, und dort oft zum ersten Mal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitler-Jugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre. Und dann geben wir sie erst recht nicht wieder zurück in die Hände unserer alten KLASSEN- und STANDESerzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter. Und wenn sie dort zwei Jahre oder anderthalb Jahre sind und noch nicht ganze Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen … Und was dann … an KLASSENbewusstsein oder STANDESdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre (Beifall), und wenn sie … zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben! (Beifall).“

(HERVORHEBUNGEN von mir!)

Fakt ist: die Nazis wollten eindeutig eine „klassenlose Gesellschaft“, was sie zu LINKEN macht. Der Unterschied zu den „klassischen“ Sozialisten war lediglich folgender: die „klassischen“ Sozialisten wollten Besitz-, Eigentums-, Klassen- und Standesordnungen ZERSCHLAGEN, um DANN den NEUEN, den „sozialistischen“ Menschen zu erschaffen.

Die Nazis wollten ERST den NEUEN, „nazionalsozialistischen“ Menschen (aka „Volksgenosse“) erschaffen, um DADURCH Eigentums-, Besitz-, Standes- und Klassenunterschiede AUFZUHEBEN.

Denn: In dem Moment, wo die Kinder der Unternehmer neben den Kindern ihrer Arbeiter neben den Kindern der Akademiker neben den Kindern des Adels neben den Kindern des Klerus alle auf der gleichen Bank um den gleichen Tisch sitzen und aus den gleichen Näpfen den gleichen Eintopf essen und sich alle als gleiche „Volksgenossen“ fühlen, fallen Klassen- oder Standesunterschiede einfach WEG. Sie machen keinen Sinn mehr.

Man könnte böserweise auch sagen: die Nazis waren intelligenter, als die „klassischen“ Sozialisten – die haben die Unternehmer enteignet. Die Nazis haben die Unternehmer nicht enteignet, die haben ihnen gesagt, WAS sie produzieren sollen…“Volksempfänger“, „Volkswagen“, Waffen, Panzer usw., um sie dann mit „Geld“ zu „bezahlen“, das sie selber gedruckt haben. Offensichtlich weitaus effektiver als der „klassische“ Sozialismus.

Und das ganze Drumherum? Die Hetze gegen Vermieter war doch die gleiche Rhetorik, wie sie die Linken und Grünen heute noch betreiben. Und, sorry: die SA war das, was heute die „Antifa“ ist. Organisierte politische Gewalt ist ein typisch LINKES Phänomen – das gibt es bei Konservativen nicht. Weil IDEOLOGIE ebenfalls ein typisch LINKES Phänomen ist – so etwas wie eine „konservative Ideologie“ gibt es nicht.

Vergleiche auch

https://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Frontkämpferbund


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