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Titel: Leserbriefe zu „Geheuchelte Diplomatie“

Datum: 3. Oktober 2026 um 16:00 Uhr
Rubrik: Leserbriefe
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Hier kommentiert Marcus Klöckner das Treffen des deutschen Außenministers Johann Wadephul mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am Rande der UN-Generaldebatte in New York. Vom Grundsatz her seien Gespräche mit Russland zu begrüßen. Wer allerdings sage, dass Russland „immer ein Feind für uns bleiben wird“, qualifiziere „sich für den diplomatischen Umgang mit Russland in etwa so wie ein Elefant für eine Tätigkeit im Porzellanladen“. Dieses Treffen sei keine Diplomatie gewesen. Es habe nur so vor Heuchelei getrieft, wie die gesamte deutsche Russlandpolitik. Wer wissen wolle, wie eine diplomatische Bankrotterklärung aussehe: „Hier ist sie!“.

Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten.

Wir bedanken uns sehr herzlich für die interessanten Zuschriften, die wir dazu erhalten haben. Die nun folgende Auswahl der Leserbriefe hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Lieber Herr Klöckner,

danke für die klaren Worte! “Dem habe ich nichts hinzuzufügen!”, war immer das höchste Lob meines Deutschlehrers.

Was das ganze sollte, ist inzwischen klar. Maria Sacharowa teilte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit:

“Wadephul hatte Gespräche mit Lawrow erbeten, um diplomatische Aktivität zu demonstrieren und Merz’ sinkende Beliebtheitswerte zu verbessern.”

Sie schreiben:

“Die deutsche Politik scheint das nicht begriffen zu haben. Die Betonung liegt auf „scheint“. So dumm kann kein Außenministerium und keine Regierung sein, dass eine Rechnung auf der Ebene 1 plus 1 nicht verstanden wird.”

Wadephul und Merz können und wollen keine Außenpolitik. Die sind hundertprozentig mit Innenpolitik beschäftigt. Und die lässt sich zusammenfassen in dem Satz: Wie können wir so lange wie möglich an unseren Sitzen kleben bleiben.

Wäre endlich Frieden in der Ukraine, würden sie den wichtigsten Punkt verlieren, mit dem sie von ihrem Totalversagen ablenken können.

Viele Grüße,
Rolf Henze


2. Leserbrief

Hallo,

“So dumm kann kein Außenministerium und keine Regierung sein, dass eine Rechnung auf der Ebene 1 plus 1 nicht verstanden wird.“

…ohh doch Herr Klöckner.

Gruß
T. Rath


3. Leserbrief

Ich vermute mal, dass Herr Lawrow, als er seinem Konterpart Wadephul gegenübertrat, folgendes dachte: „Ich würde mich ja gerne mit ihnen geistig duellieren, aber ich sehe, sie sind unbewaffnet.“

Sorry, aber anders lässt sich so eine Vorstellung nicht mehr ertragen.

Beste Grüß
Martina R.


4. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

das Auftreten und die kindlich dummen Äußerungen der damaligen Außenministerdarstellerin Baerbock haben mich schon vor Fremdscham im Boden versinken lassen. Rein äußerlich vermutet man bei Wadephul politische Erfahrung und diplomatisches Geschick. Diese Vermutung löste sich in Luft auf, als er das erste Mal seinen Mund aufmachte. Wozu leisten wir Steuerzahler uns ein Auswärtiges Amt, wenn solche Nichtleister da das Sagen haben? Diplomatie scheint für Wadephul ein Fremdwort zu sein, mit dem er nichts anfangen kann. (…).

Mit freundlichen Grüßen
R. Binde


5. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

zu ihrem Beitrag die folgenden Zitate:

Stalin: Ehrliche Diplomatie ist so unmöglich wie trockenes Wasser.

Thom Renzie: Diplomatie ist der Ausgehanzug von Halbwahrheit und Niedertracht.

Napoleon Bonaparte: Diplomatie ist die Polizei in Galauniform.

Bismarck: Diplomatie ist Dinge so zu verfassen, das andere fälschlicherweise die Wahrheit hineinlesen.

Will Rogers: Diplomaten sind Menschen, die den Krieg so lange hinauszögern bis die Soldaten bereit sind.

Karl Kraus: Diplomatie ist ein Schachspiel, bei dem die Völker matt gesetzt werden.

Dieter Hallervorden: Manche Politiker muss man behandeln wie rohe Eier. Wie behandelt man rohe Eier? Man haut sie in die Pfanne.

Kennedy: Politik ist wie Mathematik, alles was nicht ganz richtig ist, ist falsch.

Mit freundlichem Gruß
Patrick Janssens


6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

ist es nicht eigentlich zu viel der Ehre, aber ein Zeichen extrem guten Willens, wenn jemand mit einem spricht und ihm sogar die Hand reicht, der ihn als seinen ewig bleibenden Feind bezeichnet hat? Man selbst hätte so einem jedenfalls nicht die Hand gegeben. Übrigens, dieser Außenminister vertritt die gesamte Nation der Deutschen, und deshalb ist es übergriffig da von „unserem“ Feind zu sprechen; denn „mein“ Feind ist Russland nicht. Meine Feinde sind die, welche mir und meiner Nation Schaden zufügen, und die werden ganz wo anders verortet, z. B. in den USA und der Ukraine. NorthStream sei als Beispiel genannt. Man musste sich da mal wieder im Einvernehmen mit Schopenhauer in Grund und Boden schämen Deutscher zu sein. Man sollte den Russen, vormals Sowjetunion, immer noch dankbar sein, dass sie allesamt mit ihrer Armee – im Gegensatz zum Yankee – aus Deutschland abgezogen sind und eine Wiedervereinigung ermöglicht haben, trotz all der Gräuel die wir, die Deutschen, einst in der Sowjetunion, also auch in Russland, angerichtet haben, was von den Revisionisten hier und Leuten wie Wadephul stets totgeschwiegen wird bzw. der kollektiven Amnesie anheim gefallen ist. Denn wir waren mit dem Unternehmen Barbarossa trotz eines Nichtangriffspaktes der Feind Russlands und nicht umgekehrt, was doch historisch über jeden Zweifel erhaben ist. Es ist zutreffend, daß dieser Wadephul (englische Sprechweise: what a fool) in dieser im Hinblick auf die fragwürdige Korrektheit der Wähler-Stimmen mit hoher Wahrscheinlichkeit illegitimen Regierung nie hätte Minister geschweige Außen- hätte werden dürfen. Dieser Text ist eher weniger geeignet zu einer Veröffentlich mit Namensnennung; denn das Risiko ist zu groß, von Unseredemokratie unter Ausschaltung der Dritten Gewalt für vogelfrei erklärt und enteignet (debanking) zu werden und damit die Existenz vernichtet zu bekommen.

Bester Gruß
C. W.


7. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner sehr geehrtes NachDenkSeiten-Team

Geheuchelte Diplomatie – so empfand ich das ganz spontan auch, als ich die Nachrichten dazu gehört habe.

Offenbar hat sich in der Bundesregierung die Haltung insbesondere nach den für sie desaströsen Landtagswahlen im Osten insofern verändert, dass man den Wünschen der Mehrheit der Bevölkerung nun mehr nachkommen will, aber natürlich nicht wirklich sondern nur der Form nach. Das betrifft auch den Umgang mit Russland hinsichtlich des Ukraine-Krieges, zu dem von Deutschland ausgehend bislang keine nennenswerten diplomatischen Maßnahmen zur Beendigung des Krieges erfolgt sind. Es scheint so zu sein, dass die Bundesregierung den Eindruck erwecken will, dass hinsichtlich der bislang fehlenden Bereitschaft zu diplomatischen Gesprächen mit Russland bezüglich des Ukraine-Krieges ein Umdenken stattfände, um Wähler die dies wünschen, wieder mehr an sich zu binden, ohne aber wirkliche Gespräche führen zu wollen. So ist es nicht verwunderlich dass genau dies stattgefunden hat.

So wichtig es auch ist, diesen Krieg möglichst schnell diplomatisch zu beenden, so unwahrscheinlich ist es aber auch, dass dies schnell gelingen kann, weil die verfolgten Ziele zu weit auseinander liegen. Der Westen will die Ukraine mit territorialer Integrität und Souveränität in NATO und EU integrieren, ohne jegliche Zugeständnisse und nebenbei Russland ruinieren, ähnlich wie seinerzeit die Sowjetunion, und Russland will seine Sicherheitsinteressen gewahrt sehen, die wesentlich durch Neutralität und Demilitarisierung der Ukraine sichergestellt werden sollen und die annektierten Gebiete behalten bzw. zugesprochen bekommen. Dabei kann die Ruinierung Russlands nur durch einen lang andauernden Abnutzungskrieg mit harten Wirtschaftssanktionen und durch ein Wettrüsten möglich gemacht werden, wenn überhaupt.

Es könnte aber auch sein, dass Washington die Europäer überhaupt nicht eigenständig am Verhandlungstisch sehen will und Russland sie sowieso als Verhandlungspartner nicht ernst nimmt, weil sie nicht mehr als die abhängigen Vasallen und Befehlsempfänger der USA sind.

Fritz Gerhard


8. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

es ist nicht nur peinlich wie dieser Außenminister Wadepuhl auftritt, es ist aus meiner Sicht einfach nur lächerlich. Im Hinblick auf seine damalige Äußerung “Russland wird immer unser Feind bleiben”, zeigt sich durchaus die Größe des russischen Außenministers Lawrow, der sich dazu bereit erklärt hat diesen Undiplomaten überhaupt zu empfangen. Wie erbärmlich muss jemand sein, der erst das Land dem er den Dialog verweigert und dieses Land als “unseren Feind” bezeichnet bzw. beleidigt, um später dann um ein Gespräch zu bitten um darin auch noch Bedingungen zu stellen? Hat er sich denn wenigsten für seine damalige Äußerung bei Herrn Lawrow entschuldigt? Ich vermute mal, dass er das nicht getan hat.

Wahrscheinlich wurde Herr Wadepuhl von wem auch immer vorausgeschickt um am Ende behaupten zu können Russland würde den Dialog verweigern. Es war wohl eher eine Alibiveranstaltung für den deutschen Michel und kein ernsthaftes Anliegen um den Krieg zu beenden. Wenn es stimmt, was man in anderen Medien lesen kann, dann hat Herr Wadepuhl vor dem Gespräch darum gebeten, dass keine Pressevertreter an diesem Gespräch teilnehmen. Des weiteren soll er sein Anliegen von einem Zettel abgelesen haben. Das allein zeigt schon welche Qualitäten dieser Außenminister für dieses Amt mitgebracht hat. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass unser Feind nicht in Russland sitzt und dass unsere Eliten völlig andere Interessen vertreten als die der eigenen Bevölkerung.

Es grüßt Sie
Ralf Glahn


9. Leserbrief

Moin,

“Geheuchelte Diplomatie ist keine Diplomatie.”

Das wissen auch die Russen.

Das weiß vor allem auch Lawrow, der mittlerweile wie lange im Amt ist? Ich komme nicht umhin, mir zu wünschen, daß er unser Außenminister wäre, denn seine Worte sind klug, bedacht und vor allem Eines nicht: offensichtlich gelogen. Ein echter Diplomat vom alten Schlage eben.

Das kann ich von Wadephul wahrlich nicht behaupten — leider.

Aber was will man von US-Vasallen erwarten? Rückgrat ist ohnehin nicht vorhanden, und erst recht keine Fertigkeiten wie Fingerspitzengefühl, Mitgefühl, Empathievermögen sowie, was ganz wichtig ist, einen leichten Hang zur Demut, was dem Gegenüber signalisiert: “Ich will Dir auf Augenhöhe begegnen und Dich nicht unterordnen” (so wie einst Willy Brandt gegenüber Gorbatschow: “Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein”).

Wie man es NICHT macht, das hat eine Journalistin, die ich in die selbe Klasse wie Politiker verordne, mit extrem schlechtem Beispiel gerade vorgemacht (Amann „unframed“ mit Jasmin Kosubek: Wenn Journalismus zum Verhör wird). Politiker, die andere Staaten öffentlich zu unseren Feinden erklären, sind Feinde der Bevölkerung, die sie repräsentieren sollten. Ich beantrage hiermit U-Haft und Sicherheitsverwahrung für Herrn Wadephul. Vor allem muss er vor jeglichem US-Einfluss hermetisch abgeschirmt werden. Denn die interessiert nicht, ob dem 23-jährigen Sergej aus Odessa ein Bein amputiert werden musste und der 28-jährige Vucov aus Doneszk bei einem Drohnenattentat ums Leben kam. Für Frau Albright war sogar der Tod von etlichen Kindern, gestorben durch US-Kriegsgerät, ein “guter Preis”. Ich müsste sehr lange nachdenken, welche Haltung noch menschenverachtender wäre…obwohl: Messenger-modRNS-“Impfungen”…das hat jetzt nicht lange gedauert…

Moral hat in einer von Dollar und Euro getriebenen, sprichwörtlich wertebasierten Gesellschaft so viel Platz wie ein Höhenparameter in einer zweidimensionalen Welt.

(…) denn Russland steht den offiziell unabhängigen Oblasten Doneszk & Lugansk militärisch bei, die sich mittlerweile in Volksabstimmungen Rußland angeschlossen haben — das nennt man Sezession, im Gegensatz zur gewaltsamen Aneignung fremden Territoriums, die sich “Annexion” nennt, wie das etwa Israel aktuell im Gazastreifen und im Westjordanland, aber auch in Syrien und im Jemen macht. Verurteilt Herr Wadephul etwa Israels Außenpolitik? Mitnichten. Wer greift hier, genau betrachtet, also wen an? Russland handelt de facto im Einklang mit dem Völkerrecht. Genau das müßte ein kluger Außenminister wissen.

(…)

“Verräterisch ist die letzte Aussage in dem Tweet: Deutschland werde demnach also dann Diplomatie verfolgen, wenn Russland zu ernsthaften Verhandlungen bereit sei.”

Diplomatie ist das politische Werkzeug, überhaupt erst in Verhandlungen zu treten, treten zu können. Wenn ein Politiker, noch dazu ein Außenminister, es ablehnt, mit einem anderen Land zu sprechen, dann hat diese Gesellschaft den Bock zum Gärtner gemacht. Solche Außenminister müßten von Hof gejagt werden.

Auf der anderen Seite: Für wen hält sich Wadephul? Captain America? Ein Allmächtiger, der dank seines Könnens und seiner Kraft Anderen bedingungslos diktieren darf, was sie zu tun oder zu lassen haben? Selbst wenn er allmächtig wäre, so wäre dies ein schäbiges, rücksichtsloses und autoritäres Verhalten, eines Mitgliedes einer demokratischen Gesellschaft unwürdig. So wird permanent das US-Militär in Fernsehsendungen dargestellt. Das, jedoch, kriegt gerade im Irankrieg kräftig auf die Mütze, ist also de facto auch nicht unverwundbar.

Spielen wir dieses Spiel doch einmal weiter:

Deutschland braucht überhaupt keine Diplomatie, weder mit Russland noch mit der Ukraine!

Das Einzige, was Deutschland tun muss, ist — nichts!

Keine Waffen liefern, nirgendwo hin.

Null militärische Hilfe außerhalb bundesdeutscher Grenzen.

Keine Soldaten anderer Länder ausbilden.

Kein Geld liefern, schon gar nicht an die Ukraine.

Mal schauen, wie lange es dann bräuchte, bis der Ukrainekrieg endgültig vorbei und das korrupte Selensky-Regime pleite wäre. Ein Wadephul-GAU: Russland könnte der sich bedingungslos ergebenden Ukraine die Parameter diktieren. Oder wäre es gar ein Merz-GAU? Ein BlackRock-GAU? Immerhin soll doch BlackRock milliardenschwer im “Wiederaufbau” bereits jetzt geplant sein; oder habe ich mich da verlesen? Soweit mir bekannt ist, wird eine befriedete Ukraine (auf die eine oder andere Weise) nichts mehr sein als ein weiterer kapitalistischer Markt, der vom “Westen” auszubeuten vorgesehen ist — genauso, wie das damalige Deutsche Reich nach seiner Transformation zur Bundesrepublik Deutschland zu einem kapitalistischen Markt gemacht wurde und bis heute ist. Da kriegt ein BlackRock-Bundeskanzler doch eine ganz andere Farbe, in dessen Dienst der Außenminister steht. Eines darf ich verraten: ein politisches Schwarz ist es nicht.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schauberger


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