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Titel: Sonne, Strand, Luftalarm – Ein Reisebericht aus Sotschi
Datum: 13. Oktober 2026 um 10:00 Uhr
Rubrik: Außen- und Sicherheitspolitik, Militäreinsätze/Kriege
Verantwortlich: Redaktion
Die Ukraine ist das Opfer russischer Aggression und setzt sich dagegen zur Wehr. Die Ukraine greift dabei ausschließlich militärische Ziele an und verschont Zivilisten. Das ist die Erzählung in Deutschland, wie sie auch der Kanzler erzählt. Vor Ort sieht es natürlich anders aus. Ich bin gerade in Sotschi. Die Ukraine greift den Ort ständig an, dabei gibt es hier nichts von militärischer Relevanz. Die Ukraine nutzt klar erkennbar Terror als Mittel, der sich gegen Zivilisten richtet, und wird dabei von deutscher Politik unterstützt. Von Gert-Ewen Ungar.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat wiederholt behauptet, die Ukraine greife in Russland ausschließlich Ziele von militärischer Bedeutung an. Russland dagegen attackiere mit voller Absicht die Zivilbevölkerung. Natürlich weiß man inzwischen, dass die Aussagen von Friedrich Merz wenig belastbar sind. Das Misstrauen in den Kanzler ist groß, machen Umfragen zu seiner Beliebtheit deutlich – und natürlich gibt es dafür Gründe. Ein zentraler Punkt ist sicherlich, dass seine Aussagen mit der Welt der Fakten und Tatsachen nur selten deckungsgleich sind. Das gilt auch für seine Aussage, die Ukraine würde in Russland nur kriegsrelevante Ziele angreifen.
Moskau wird regelmäßig von Drohnen angegriffen, aber es ist natürlich schwierig, in Moskau den Beweis zu führen, dass die Angriffe gegen Zivilisten und zivile Infrastruktur gerichtet waren. Das gilt auch dann, wenn Wohngebäude getroffen wurden und Zivilisten zu Schaden kamen. Es kann sich um Fehlläufer gehandelt haben, oder der Schaden kann von herabfallenden Teilen nach Abschuss einer Drohne durch die Luftabwehr verursacht worden sein.
Nun aber bin ich gerade nicht in Moskau, sondern auf Urlaub in Sotschi an der russischen Schwarzmeerküste.
Am Tag vor unserer Anreise meldeten russische Medien, die Ukraine habe einen Öltanker vor Sotschi in Brand geschossen. Öl laufe aus, es sei eine Umweltkatastrophe zu erwarten. Ich ging davon aus, unser geplanter Badeurlaub würde ins Wasser fallen – der Kalauer sei erlaubt. Der sonst übliche Alarmismus deutscher Umweltverbände blieb dieses Mal aus. Es scheint gute und schlechte Umweltkatastrophen zu geben. Zur Umweltkatastrophe kam es dann allerdings nicht, denn der Tanker wurde abgeschleppt und gesichert.
Dass wir die Tage hier dennoch nicht ganz unbeschwert verbringen werden, wurde uns gleich am ersten Tag des Aufenthalts klar. Es gab Luftalarm. Man wurde via Lautsprecherdurchsage aufgefordert, den Strandbereich zu verlassen und einen sicheren Unterschlupf aufzusuchen. Zudem sollte man es unterlassen, die Aktivitäten der Flugabwehr zu fotografieren und sie dann anschließend ins Netz stellen. Der Gegner würde das Netz systematisch nach solchen Bildern durchsuchen und könne darüber die Position der Luftabwehr bestimmen und sie so unter Umständen ausschalten. Herabgefallenen Drohnenteilen solle man sich nicht nähern, von ihnen könnte immer noch Gefahr ausgehen. Man soll die Notfallnummer 112 anrufen und Bescheid geben. Auch wenn es Verletzte gibt, soll man über diese Nummer den Rettungsdienst verständigen. Spätestens hier wurde mir klar: Das wird ein bombastischer Urlaub.
Die Ukraine schickt sowohl auf dem Luftweg als auch übers Wasser nahezu jeden Tag Drohnen in die Touristenregion am Schwarzen Meer. Dabei gibt es hier kaum etwas von militärischer Relevanz. Die Strukturen, die es in und um Sotschi gibt, dienen dem Schutz vor Angriffen; sie sind defensiv. Der lokale Flughafen wird ausschließlich in diesem Zusammenhang militärisch genutzt. Bei Drohnenalarm steigen Hubschrauber auf. Das heißt, die Luftabwehr ist hier stationiert.
Zudem gibt es hier Residenzen hochrangiger russischer Politiker – darunter auch des Präsidenten –, die besonders gesichert sind. Für den Verlauf des Ukraine-Kriegs ist dies jedoch unbedeutend.
Unmittelbar südlich von Sotschi liegt Abchasien bzw. Georgien – je nach Lesart. Sotschi ist Grenzregion, der südlichste Ausläufer Russlands am Schwarzen Meer. Aufgrund dieser Lage hat die Region für den Ukraine-Krieg kaum Relevanz. Von hier aus werden keine Waffen ins Kriegsgebiet transportiert, denn sie müssten erstmal nach Südrussland kommen, also einen großen Umweg nehmen. Auch Personal wird hier aus dem gleichen Grund nicht in Richtung Front transportiert. Hier gibt es auch keine Rüstungsindustrie. Die Region lebt vom Tourismus, Sotschi ist ein Touristenmagnet. Das Klima am Meer ist subtropisch, die Temperaturen sind auch im Oktober noch sommerlich. Die Vegetation ist entsprechend. Der Kaukasus bietet zudem die Möglichkeit für Wintersport. Sotschi offeriert seinen Besuchern in den Wintermonaten die einmalige Möglichkeit, unter Palmen zu frühstücken und anschließend zum Skifahren in die Berge aufzubrechen.
Trotz des Fehlens einer strategischen Bedeutung für den Ukraine-Krieg attackiert die Ukraine diese Region beinahe täglich, an manchen Tagen sogar mehrfach. In der Nacht auf den 10. Oktober beispielsweise hörten wir die Luftabwehr nahezu ununterbrochen. Raketenstart mit lautem Knall, dann noch eine Explosion, die anzeigt, dass die Drohne getroffen wurde. Hört man die Flakgeschütze, dann war die entsprechende Drohne wohl schon ein bisschen näher, nehme ich an. Ich bin kein Militärexperte, ob meine Interpretation des Gehörten richtig ist, vermag ich nicht zu sagen. In dieser Nacht wurde der Flughafen durch herabfallende Drohnenfragmente beschädigt. Das Erlebnis war in jedem Fall eindrucksvoll.
Auch mit Seedrohnen greift die Ukraine regelmäßig an, die Frage ist allerdings: Was genau? Es gibt hier lediglich einen Jachthafen, ebenfalls ohne militärische Relevanz. Die Angriffe sind unter militärischen Gesichtspunkten vollkommen sinnlos. Sie sind nicht in der Lage, der Ukraine einen Vorteil zu verschaffen oder gar das Blatt zugunsten der Ukraine zu wenden. Sie sind reiner Terror. Sie sollen Angst machen und verunsichern. Der Flugverkehr wird unterbrochen, das mobile Internet zeitweilig abgeschaltet, die Strände und öffentlichen Märkte werden geschlossen, das Leben wird für einen Moment eingeschränkt.
Die Behauptung von Bundeskanzler Friedrich Merz, die Ukraine greife nur militärisch relevante Ziele an, ist jedenfalls klar erkennbar falsch. Hier in Sotschi bin ich Zeuge der Terrorstrategie der Ukraine geworden, denn ich habe sie selbst erlebt. Die Menschen in den russischen Grenzregionen, in Belgorod und Kursk erleben diesen Terror täglich. Dort greift die Ukraine gezielt zivile Infrastruktur an: Schulen, Wohnhäuser, Ziele von nichtmilitärischer Bedeutung. Die großen deutschen Medien berichten regelmäßig nicht darüber, oder wenn, dann in Konjunktive gekleidet. „Russland behauptet …“ Ich kann inzwischen aus gemachter Erfahrung versichern, diese Terroranschläge der Ukraine auf Zivilisten und ziviles Leben sind absolut real. Sie werden von den westlichen Verbündeten der Ukraine nicht nur geduldet, sondern unterstützt – auch von Deutschland. Sie liefern das technische Know-how sowie Aufklärungsdaten, kooperieren bei der Rüstungsproduktion und sorgen dafür, dass die Ukraine Terror in immer größerem Ausmaß als Mittel einsetzen kann.
Hier vor Ort nimmt man den ukrainischen Terror hin. Die Luftabwehr funktioniert. Panik bricht hier keine aus – zumindest noch nicht. Hier in Sotschi halten sich die Schäden in Grenzen, zivile Opfer sind selten zu beklagen. Der Weg der Drohnen übers Schwarze Meer ist weit und für die russische Abwehr transparent. In den russischen Grenzregionen ist das jedoch anders. Dort gehören Tod und Zerstörung durch Terrorangriffe der Ukraine zum Alltag.
Daher werden die Forderungen nach Konsequenzen nicht nur für die Ukraine, sondern auch für die Länder, die den Terror der Ukraine fördern, lauter. Für die Deutschen ist es wichtig, zu verstehen, dass sie von höchster Stelle belogen werden. Die Ukraine attackiert gezielt und mit westlicher Unterstützung zivile Infrastruktur und Zivilisten. Deutsche Politik unterstützt Terror in all seinen Facetten. Es ist wichtig, das zu verstehen, um dagegen zivilgesellschaftlich angehen zu können. Deutschland bringt Terror, Tod und Zerstörung. Der Kanzler muss sich ehrlich machen. Er muss benennen, was er mit der Unterstützung von Terror erreichen will. Und er muss aufzeigen, warum er glaubt, dass Deutschland vor einer Antwort Russlands auf den von deutscher Politik unterstützten und geförderten Terror sicher ist.
Titelbild: soniahirita / Shutterstock
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