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Titel: USA und NATO: verhandeln, aufrüsten, eskalieren
Datum: 14. Oktober 2026 um 13:00 Uhr
Rubrik: Außen- und Sicherheitspolitik, Audio-Podcast
Verantwortlich: Redaktion
Der Dieseldeal und die gleichzeitige Vorstellung einer NATO-Siegesstrategie werfen die Frage auf, wie sich die US-Verhandlungsbereitschaft zu den militärischen Planungen gegenüber Russland verhält. Der sichtbare Gegensatz zu den Europäern erscheint dabei weniger als grundlegender Dissens denn als Teil einer gemeinsamen Linie. Von Sevim Dagdelen.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
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Oft erscheinen die USA in der aktuellen Auseinandersetzung mit Russland als die vernünftige Kraft, da sie auf Verhandlungen setzen, während die Europäer und allen voran die deutsche Bundesregierung sich als die Geisterfahrer der Eskalation gegenüber Moskau präsentieren. Der jüngste Einkauf russischen Diesels durch US-Präsident Donald Trump sowie die weiteren Waffenzusagen von Friedrich Merz an die Ukraine scheinen diesen Eindruck zu bestätigen. Doch wer sich davon leiten lässt, hat die US- und NATO-Strategie gegenüber Russland schlicht nicht verstanden.
Die Siegesstrategie aus Warschau
Fast zeitgleich zum Dieseldeal hat der US-amerikanische General Alexus Grynkewich, Oberkommandierender der NATO in Europa, in Warschau die NATO-Strategie für den Sieg gegen Russland vorgestellt. Eine Strategie, die die Kriegsgefahr zwischen dem Westen und Moskau erneut steigert und auch das Risiko eines Atomkrieges massiv erhöht, obwohl sie sich als Verteidigungsstrategie präsentiert.
Allein schon die Erwägung, bei einem Grenzkonflikt direkt Atomwaffen einsetzen zu wollen, wie auch tief in Russland zuschlagen zu wollen, dürfte in Moskau als weiterer Aggressionspunkt wahrgenommen werden. Man muss davon ausgehen, dass Grynkewich seine Siegesstrategie bis zum letzten Komma mit der US-Administration abgestimmt hat. Ja, die NATO-Strategie zur Eskalation ist nichts anderes als das Werk von Donald Trump und seinen Getreuen.
Verhandlungen als Kriegsführung
Auch aufgrund der Tatsache, dass der Dieseldeal die Preise in den USA nicht senken wird, liegt nahe, dass es sich sowohl bei der US-Verhandlungsbereitschaft als auch bei einem kurzfristigen Aussetzen der Sanktionen um eine Strategie der Kriegsvorbereitung handelt. Wie jüngst gegenüber dem Iran müssen die US-Verhandlungen als Teil der Kriegsführung eingestuft werden. Was Russland angeht, gibt es eine lange Geschichte der Scheinverhandlungen und gebrochenen Versprechen. Vom Ausschließen der NATO-Osterweiterung über die Minsker Abkommen, die nur geschlossen wurden, so die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel, um der Ukraine Zeit für die Aufrüstung zu verschaffen, bis hin zu den Verhandlungen in Istanbul, die die USA und ihre Verbündeten dann wieder kassierten, als es ihnen opportun erschien.
Die NATO-3.0-Konzeption schreibt die Geschichte des Tarnens, Täuschens und Tricksens fort. Im Rahmen von NATO 3.0 treten die USA in Europa in den Hintergrund, da sie ihre Ressourcen auf Ost- und Westasien ausrichten, während die Europäer ihren Krieg gegen Russland weiterführen sollen. Und auch die globale Ausweitung der Kampfhandlungen gegen Russland ist Teil der US-Konzeption. Die USA stehen im Zentrum der Aktionen gegen russische Schiffe, als Teil eines Schattenkrieges gegen Moskau. Dass sie dabei auch die Schützenhilfe der Europäer haben können, versteht sich von selbst. Man muss davon ausgehen, dass auch das Aufbringen eines Tankers durch die Franzosen im südlichen Indischen Ozean dieser gemeinsamen Verabredung zur Eskalation folgt.
Die Zeichen stehen auf Sturm
Nur Simpel lassen sich vom Theaterdonner zwischen den USA und den Europäern um die Diesellieferungen beeindrucken. Die Zeichen stehen auf Sturm. Wer wirklich sagen will, was ist, und verändern will, der muss auch von den USA und der NATO sprechen oder für immer schweigen.
Titelbild: OnePixelStudio / Shutterstock
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