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NachDenkSeiten – Die kritische Website
Titel: Hinweise der Woche
Datum: 25. Oktober 2026 um 9:00 Uhr
Rubrik: Hinweise des Tages
Verantwortlich: Redaktion
Am Wochenende präsentieren wir Ihnen einen Überblick über die lesenswertesten Beiträge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages für Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werktägliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)
Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.
Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
Vorbemerkung: Ursprünglich hatten wir geplant, in unserer Wochenübersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beiträge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine dafür nötige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beiträge vorzuenthalten. Daher möchten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beiträge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.
dazu: Macron steht mit dem Rücken zur Wand
Die Regierung habe die Kontrolle verloren, hieß es nach den Krawallen und Plünderungen am Wochenende in Paris. Doch was ist mit Präsident Macron?
Hat er das Heft des Handels noch in der Hand? Und kann er noch über Krieg und Frieden in der Ukraine und in EUropa entscheiden (als Chef der “Koalition der Willigen”), während in seiner Heimat fast schon Bürgerkrieg herrscht?
Die Krawalle hätten Macron “in politische Handlungsunfähigkeit” gestürzt, schreibt Reuters. “Sie offenbaren die politische Ohnmacht eines Staatschefs, der im Umgang mit dem gesellschaftlichen Unmut kaum noch finanziellen Spielraum oder politischen Rückhalt besitzt.”
Die Kassen sind leer, die Schulden explodieren, die Umfragewerte stecken im Keller – rund sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl steht Macron mit dem Rücken zur Wand.
Quelle: Lost in Europe
dazu auch: Die Jugend rebelliert – und die Eliten verstehen die Welt nicht mehr
Quelle: NachDenkSeiten
und: Der „Macronismsus“ ist am Ende – Das französische Volk begehrt auf
Quelle: NachDenkSeiten
dazu: Wird Friedrich Merz zum großen Versager vor der Geschichte?
Die Ukraine steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Das Verhalten Deutschlands kann entscheiden, ob das Land zerfällt. Wo steckt eigentlich Friedrich Merz?
Bei den Verhandlungen Wolodymyr Selenskyjs mit dem Norweger Jonas Støre und dem Finnen Alexander Stubb am Dienstag in Oslo war die Stimmung offenkundig besser als sonst. Es ging um Vorschläge, die gemeinsam mit der Ukraine und europäischen Partnern vorbereitet wurden. Die Vorschläge wurden umgehend in Moskau präsentiert.
Auffallend war, dass die Großen aus Europa fehlten: Die Skandinavier haben Großbritannien, Frankreich und vor allem Deutschland die Show gestohlen.
Quelle: World News Monitor
dazu auch: Merz und die Bedrohungslüge: Kanzler kritisiert Deutsche, weil sie Propaganda nicht auf den Leim gehen
Quelle: NachDenkSeiten
und: Eine neue Strategie der Spannung? Gefährliche Zeiten für Europa
Quelle: NachDenkSeiten
dazu: Jeffrey Sachs: Vier-Punkte-Plan für sofortigen Frieden in der Ukraine
In Oslo wird über die Ukraine verhandelt. Unter dem Titel „Ein Rahmen für Frieden in der Ukraine“ legt der Ökonom und Spitzendiplomat Jeffrey D. Sachs einen konkreten Vorschlag zum Ende des Kriegs in Europa vor.
Quelle: World News Monitor
dazu auch: Trump, Selenskyj, die Realität eines russischen Sieges.
US-Präsident Donald Trump schwatzt mal so, mal so. Unser Kolumnist aus den USA, Patrick Lawrence, meint allerdings, in gewissen Aussagen seine echten Absichten zu erkennen.
Die Präsidenten Trump und Selenskyj liegen erneut im Clinch. Dieser jüngste Ausbruch in der zerrütteten Fehde zwischen dem ignoranten Amerikaner und dem machtlosen Ukrainer begann, als Präsident Trump am Freitag, dem 9. Oktober, ein langes Telefongespräch mit Wladimir Putin beendete und eine Vereinbarung über den Import von fast 5 Millionen Tonnen russischem Dieselkraftstoff ankündigte. Genau in diesem Moment betrat Selenskyj gerade den Verhandlungsraum, um mit Trumps „Sonderbeauftragten“ darüber zu sprechen, wie der Krieg mit Russland beendet werden könne. Wenn es um diplomatisches Fingerspitzengefühl und feines Gespür für den richtigen Zeitpunkt geht, ist Donald Trump unübertroffen…
Quelle: Globalbridge
und: US-Sondergesandter Steve Witkoff in Oslo und Sankt Petersburg: Wer profitiert vom Krieg und wer will ihn beenden?
Quelle: NachDenkSeiten
und: Tamedia: So fragt kein Journalist, sondern ein Zudiener
Ein Ukraine-Waffenstillstand bedeute «unvermeidlich» Krieg in Europa, warnt ein «Kremlkenner». «Auch die Schweiz wäre betroffen.»
Nato-Korrespondent Dominique Eigenmann verbreitete das fast zweiseitige Interview mit Keir Giles in Tamedia-Zeitungen der halben Schweiz. Über zehn Zeitungsspalten prangte am 15. Oktober der riesige Titel: «Kommt es zum Waffenstillstand, wird es für Europa gefährlich».
Nur dank der Ukraine würde Russland noch keine Ziele in Europa angreifen. Nach diesem Krieg sei «ein Konflikt unvermeidlich». Giles warnt: «Die Schweiz sollte nicht glauben, das sie sich von dem, was um sie herum passiert, abkapseln kann.»
Quelle: Infosperber
dazu auch: 30.10 Hafenarbeiter*innen streiken weltweit gegen Krieg und Genozid
Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 15.10. kündigten Hafengewerkschaften auf der gesamten Welt Streiks und weitere Aktionen gegen Krieg, Genozid und Sozialabbau für den 30. Oktober an. 100 Häfen auf vier Kontinenten haben ihre Beteiligung zugesagt. Nach ihren Angaben habe der angekündigte Streik das Potenzial, 40.000 Container im Mittelmeer aufzuhalten, was einem Handelsvolumen von 2 Milliarden US-Dollar entspricht.
Gewerkschaftsvertreter*innen aus Italien, Griechenland, Marokko, der Türkei und Indien informierten am Donnerstag über ihre Pläne, am 30. Oktober den Schiffsverkehr im Mittelmeerraum und darüber hinaus zu unterbrechen. Laut Angaben der Organisator*innen wollen sich 100 Häfen auf vier Kontinenten beteiligen. Auch Gewerkschaften aus anderen Sektoren seien beim Aktionstag dabei.
Quelle: etos.media
Anmerkung unseres Lesers J.A.: Sehr gut, dass Butterwegge noch einmal drauf hinweist, dass es nicht nur die Union, sondern auch SPD und Grüne waren, die 2016 (in Bundestag und Bundesrat) der “Verschonungsbedarfsprüfung” (schon das Wort ist ein sarkastischer Witz – Multimillionäre und -milliardäre werden “verschont”) zugestimmt haben. Also die Parteien, die heute die Verschonungsbedarfsprüfung lauthals beklagen und zurückdrehen wollen, weil sie (das stimmt zumindest) sozial ungerecht ist und den Staat viel zu viel Geld kostet. Das alles, wie Butterwegge ebenfalls erwähnt, *ohne dass jemals eine vererbte Firma wegen der Erbschaftsteuerzahlung insolvent geworden wäre*. Ein reines Lobbygesetz, und “die demokratischen Parteien der Mitte” (meiner Meinung nach die konservativen neoliberalen Parteien weit rechts) haben den Wunsch der Familienunternehmen u.a. brav abgenickt.
dazu auch: Friedrich Merz’ Investitionsgipfel: Stromberg lässt grüßen
Mit dem „Invest in Germany Summit“ will die Bundesregierung das Großkapital anlocken. Hinter verschlossenen Türen und ohne Gewerkschaften, versteht sich.
Die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung ist eine einzige, riesige Shitshow. Wer noch ernsthaft Zweifel daran hat, wird dieser Tage eines Besseren belehrt. Wieder einmal! Versprochen! Denn der „Federal Chancellor“ Friedrich Merz und sein Team laden am Montag und Dienstag zum „Invest in Germany Summit“ nach Berlin. Wäre die Angelegenheit nicht so ernst, würde die Bundesregierung mit ihrem Investitionsgipfel Guinnessbuch-verdächtige Mengen an Fremdscham produzieren.
Allein schon der dazugehörige Internetauftritt ist der Regierung der größten Volkswirtschaft Europas eigentlich unwürdig. „Meine Kabinettsmitglieder und ich heißen Sie in Deutschland willkommen, um Geschäftsmöglichkeiten für Ihr Unternehmen zu erörtern und darzulegen, wie wir unser Land reformieren, um Ihre Investitionen zu erleichtern“, blickt einem da Merz persönlich mit ernstem Blick und verschränkten Armen tief in die Augen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) geben gequält lächelnd ähnlich anbiedernde Sätze von sich.
Natürlich ist die gesamte Präsentation auf Englisch. Schließlich will die Bundesregierung mit ihrer Einladung zum Investitionsgipfel zeigen, dass sie das internationale Großkapital und Big Business verstanden haben. Dabei strahlen sie den Charme von Versicherungsvertretern aus der Provinz aus. Stromberg lässt grüßen.
Quelle: taz
und: Keine Überraschung. Die „Bürgergeld“-Abwicklung spart keine Milliarden Euro-Beträge. Sie könnte sogar mehr Geld kosten
Was für ein (neuer) „Skandal“: Bürgergeld-Reform spart nicht einmal 100 Millionen Euro! So titelt die Zeitung mit den großen Buchstaben und schiebt sogleich hinterher: »Dabei hatte Merz vor Kurzem noch Ersparnisse von 5 Milliarden versprochen.« Seien wir an dieser Stelle genau: Der Bundeskanzler hat das, was man beim Bürgergeld einsparen könnte, bereits heruntergeschraubt. Im Bundestagswahlkampf war von zehn Milliarden die Rede und noch Anfang Oktober 2025 wurde der übereifrige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mit Blick auf die zu erwartenden Einsparungen vom ZDF mit diesen Worten zitiert: „Es sind sehr viele Milliarden, da bin ich mir ganz sicher“.
Quelle: Aktuelle Sozialpolitik
dazu: Rot-Grün-Rot könnte die Weichen für eine neue Wohnpolitik in ganz Deutschland stellen
Das rot-grün-rote Sondierungspapier sorgt für Hysterie aus der Mitte und Kritik von weit links. Doch zumindest in der Wohnpolitik verspricht es, ein neues Kapitel für Berlins Mieterinnen und Mieter einzuleiten. […]
Wohnraumversorgung und Mieterschutz sollen zu öffentlichen Aufgaben werden, wobei der Staat nicht mehr nur stärker regulierend eingreifen, sondern durch Vergesellschaftung und das größte Neubauprogramm für bezahlbares Wohnen seit der Wiedervereinigung, den kommunalen Wohnungsbestand deutlich ausweiten soll. Das ist nicht weniger als ein fundamentaler Bruch mit neoliberalen Vorstellungen in der Wohnungspolitik – und ein Fundament, auf dem weitere linke Reformprojekte in Berlin und bundesweit aufbauen können.
Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird die Anwendung von Artikel 15 des Grundgesetzes politisch vereinbart und die Vergesellschaftung als »Beitrag zum Ausbau des kommunalen Wohnungsbestands und zur Überwindung der Krise auf dem Wohnungsmarkt« anerkannt. Allein dieses Bekenntnis ist ein echter Durchbruch.
Quelle: Jacobin
dazu auch: Das rot-grün-rote Sondierungsergebnis: Arm, aber sexy 2.0
Quelle: NachDenkSeiten
Anmerkung unseres Lesers J.A.: Sehr wohltuend, mal so etwas beim ÖRR zu lesen, der sonst auch groß und breit selber die gesetzliche Umlagerente schlecht macht, “Reformen” (weitere Kürzungen) fordert und private Altersvorsorge anpreist. Und die “fondsgebundene[…] Rentenversicherung”, vor der die Verbraucherzentrale Hamburg zu Recht warnt, und auch vor den hohen Kosten, werden gerade massiv von der Bundesregierung beworben und mit dem “Vorsorgedepot” demnächst staatlich gefördert. Union und SPD sind ja auch Versicherungsdrücker und Lobbyisten.
dazu: Rente für Blackrock
Bundesregierung rollt Großinvestoren in Berlin roten Teppich aus. Privatisierung der Infrastruktur soll Profite von Banken und Fonds garantieren
Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, dürfen sich Großinvestoren an der Grundversorgung in Deutschland bedienen. Am Montag und Dienstag lud das Kabinett um Kanzler Merz 200 Vertreter von Banken, Fonds und Großkonzernen zum »Invest in Germany«-Gipfel nach Berlin.
Damit die Finanzmärkte bedient werden können, rollt die Regierung den Investoren den roten Teppich aus. »Um langfristig Innovation zu finanzieren und Wachstum zu generieren, muss vor allem privates Kapital mobilisiert werden«, teilte die Bundesregierung zu Beginn des Gipfels mit. Dafür schaffe sie die Rahmenbedingungen. »So sollen etwa mit dem Deutschlandfonds mit rund 30 Milliarden Euro öffentlicher Mittel Investitionen von mehr als 130 Milliarden Euro angestoßen werden.«
Für die Öffentlichkeit sind die Ergebnisse des Gipfels nicht bestimmt. Der Großteil der Veranstaltung findet unter Ausschluss der Presse statt. Auf Wunsch stehen Kanzler, Minister und Staatssekretäre für Manager zum Vieraugengespräch bereit.
Quelle: junge Welt
dazu auch: „Das ist Stoff für Science-Fiction, aber keine Altersvorsorge.“
Quelle: NachDenkSeiten
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