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Titel: Die Klagen darüber, die NachDenkSeiten würden die Medien zu hart kritisieren, erweisen sich immer mehr als Lachnummern. Jetzt sichtbar am Märchen über russische U-Boote und Schweden.

Datum: 16. Juni 2016 um 17:14 Uhr
Rubrik: Außen- und Sicherheitspolitik, Medienkritik, Strategien der Meinungsmache
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Dirk Pohlmann, Drehbuchautor und Filmregisseur, vielen bekannt von seiner ARTE-Dokumentation „Täuschung – Die Methode Reagan“ weist jetzt darauf hin, dass die schwedische Regierung zugegeben hat, dass es sich bei U-Booten in schwedischen Gewässern, die von Schweden und vom Westen Russland untergeschoben worden waren, um ein schwedisches und vermutlich um ein deutsches U-Boot handelte. Die deutschen Medien schweigen. Sie sind offensichtlich am Gängelband der westlichen Militärs, machen Kriegstreiberei mit und verschweigen die Wahrheit. Dirk Pohlmann hat einen kurzen Beitrag für die NachDenkSeiten geschrieben und verweist auf zwei einschlägige Interviews.

Dirk Pohlmann:

Geschichte wiederholt sich doch. Wie in den 80er Jahren wird jetzt erneut mit Hilfe von Falschmeldungen über russische U-Boote in den schwedischen Schären Außenpolitik gemacht. Damals wie heute wird dabei über den Umweg des öffentlichen Diskurses unter Zuhilfenahme der Medien eine Konfrontationspolitik mit Russland durchgesetzt. Damals wie heute wird dabei mit der Gefahr eines 3. Weltkrieges gespielt.

Damals, um die “Gemeinsame Sicherheitspolitik” von Olof Palme, Egon Bahr, Willy Brandt und später Michail Gorbatschow zu verhindern. Mit dem Amtsantritt von Gorbatschow war die “Gefahr” eines Erfolges der sozialdemokratischen Entspannungspolitik massiv angewachsen. Denn Gorbatschow war bereit, diese Ideen auch zur sowjetischen Sache zu machen. Der Mord an Olof Palme 1986 beendete die Möglichkeit einer neuen Weltordnung, die sich auf einer Herrschaft des Rechts in einer blockfreien Welt statt auf imperialer Machtpolitik einer einzigen Hegemonialmacht gründen sollte.

Olof Palme war bereits in den 70er Jahren durch den Gegenspionagechef der CIA, James Jesus Angleton als KGB Agent denunziert worden. Sein eigener, rechtsgestrickter Sicherheitsapparat verachtete ihn als Verräter. Dass Palme angeblich dem Treiben der U-Boote seiner sowjetischen Freunde teilnahmslos zusah und sie mehrfach sogar entkommen ließ, verschärfte die Situation und den Hass auf ihn derart, dass der Mord an ihm möglich wurde.

Jetzt wird erneut versucht, mit sowjetischen U-Booten Politik zu machen. Und wieder sind es PsyOps, Operationen der psychologischen Kriegführung. Der schwedische Verteidigungsminister hat offiziell mitgeteilt, dass es sich bei den U-Boot Sichtungen nicht um russische U-Boote handelte, sondern um ein schwedisches und ein deutsches.

Die deutschen Medien schweigen dazu, obwohl spätestens jetzt klar ist, mit welchen Mitteln gearbeitet wird, wenn es darum geht, Russland und personalisiert Putin zu dämonisieren. Sie erinnern doch sehr an die Desinformationskampagnen, die den Vietnamkrieg, den ersten Golfkrieg oder die Invasion des Irak möglich machten.

Damit steht zwei Fragen im Raum:

  1. Welche Rolle spielen die deutschen Medien?  Eines ist sicher: keine gute. Denn sie haben auf jeden Fall nicht die Nachrichtenlage wahrheitsgemäß korrigiert, nachdem sie massiv über die angeblich russischen U-Boote berichtet hatten.
  2. Welche Rolle spielt das deutsche Verteidigungsministerium und die Bundeswehr? Haben sie an solchen Operationen teilgenommen, die die Spannungen mit Russland verschärfen und letztlich die Kriegsgefahr in Europa erhöhen?

Zwei wichtige Interviews in diesem Zusammenhang, die einen Überblick über die Sachlage bieten:


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