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NachDenkSeiten – Die kritische Website
Titel: Videohinweise am Mittwoch
Datum: 5. April 2023 um 16:30 Uhr
Rubrik: Videohinweise
Verantwortlich: Redaktion
Hier finden Sie in der Regel am Mittwoch und am Samstag einen Überblick über interessante Videobeiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie anschauen wollen. Die Videohinweise sind auch auf unserer YouTube-Seite als spezielle Playlist verfügbar. Auch für die Rubrik „Musik trifft Politik“ gibt es eine eigene Playlist (CG: Christian Goldbrunner)
Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Beiträge einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Aussagen sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Sie können uns bei der Zusammenstellung der Videohinweise unterstützen, indem Sie interessante Fundstücke an die Adresse [email protected] schicken. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.
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Oskar Lafontaine [Auszüge transkribiert, CG]: “Wir sind wirklich in einer Zeitenwende, aber in einem anderen Sinn. Die Vorherrschaft der USA geht zu Ende in der Welt. Immer mehr Länder wehren sich gegen diese Vorherrschaft und wollen eine multipolare Welt. An der Spitze: China und Russland, in dieser Reihenfolge, aber auch Indien, Brasilien, also die ganzen BRICS-Staaten, sind nicht mehr bereit, eine monopolare Welt zu akzeptieren. In der jetzigen Situation ist Europa ja noch – und das ist eben eine falsche Entwicklung – völlig im Fahrwasser der USA. Ich bin der Auffassung, dass es höchste Zeit ist, dass in dieser multipolaren Welt – die sich bildet, ob die USA das wollen oder nicht – […] Europa seine eigene Rolle, losgelöst von den USA findet, und dass es in dieser multipolaren Welt dazu beiträgt, Konflikte zu entschärfen und eben den Frieden zu finden. Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir uns dieser Problematik bewusst sind. Spätestens […] seitdem die USA eine wichtige Energieleitung Europas gesprengt haben, also praktisch einen Terrorakt durchgeführt haben – obwohl es jetzt Klimmzüge überall gibt, das zu verheimlichen oder das zu verbergen – ist es an der Zeit, dass wir Europäer begreifen, dass wir andere Interessen haben. Wir haben andere Interessen, wir wollen dem Frieden dienen – und das dient letztendlich auch der Bevölkerung der Vereinigten Staaten […]. Also Europa treibt im Moment in die falsche Richtung. Die richtige Richtung wäre nach meiner Auffassung, eine eigenständige Rolle zu spielen und zum Frieden in der Welt beizutragen.”
Ulrike Guérot: “Ich frage mich tatsächlich auch in stillen Momenten, was ich eigentlich mein ganzes Leben lang gemacht habe. Dreißig Jahre wirken für Europa, unzählige Bücher, Clips, Engagements, gefühlt tausende von Vorträgen, in den Schulklassen und bei der Bundeszentrale politische Bildung. Wo wir eine Bundesrepublik hatten, in der das Thema Europa eigentlich unverhandelbar war: Artikel 23, der Auftrag der Arbeit an Europa. Für mich ist das alles abgeräumt. Insofern habe ich leider keine präzise Antwort auf die Frage, wohin Europa treibt, außer dass ich mich freuen würde, wenn wir ernsthaft mal wieder darüber diskutieren würden.”
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Hans-Georg Maaßen [Auszüge transkribiert, CG]: “Es ist eine Zeitenwende, nur aus meiner Sicht begann sie schon vorher. Also die Erosion […] der friedensschaffenden Einrichtungen, von Vereinten Nationen über Europarat, EU, OSZE. Diese Erosion hat aus meiner Sicht schon viel früher begonnen. Etwa, man kann sagen, nach Ende des Kalten Krieges, als es die absolute Dominanz der USA gab und sie es mit aller Macht auch versucht haben, im Sicherheitsrat durchzusetzen. Ich denke da einfach an die Entscheidung, die man übergangen hat in Sachen Irakkrieg. Als die USA einfach gesagt haben, wir machen das jetzt, egal was die Vereinten Nationen machen. Und wir Deutschen haben letztendlich auch die USA dabei unterstützt, dass im Grunde genommen der internationale Friedenssicherungsmechanismus unterlaufen worden ist. Und jetzt sehen wir, dass die Russen das für sich auch in Anspruch nehmen. Das ist aus meiner Sicht eine Katastrophe, weil das ist mühsam aufgebaut worden, was wir nach dem Zweiten Weltkrieg über Jahrzehnte hatten. Nämlich dieser Friedensicherheitsmechanismus und jetzt ist dieses zerstört worden. […] Aus meiner Sicht ist es nicht unser Krieg. Es ist ein Stellvertreterkrieg der USA gegen Russland. Die USA, Biden, auch der amerikanische Außenminister und der Verteidigungsminister haben es immer wieder gesagt: deren Kriegsziel ist eigentlich, Russland niederzuwerfen. Das heißt, einen Systemwechsel in Moskau zu erreichen. Putin soll weg, es soll jemand anderes da hinkommen, eine andere Regierung. Dieses Kriegsziel ist das Kriegsziel der Amerikaner. Wir Deutschen haben kein Kriegsziel, das ist mein Eindruck. Selensky und sein Regime haben ein Kriegsziel, nämlich die Integrität der Ukraine wieder herzustellen. Ob sie das schaffen werden, ich glaube es nicht. Ich glaube, die Ukraine wird den Krieg in irgendeiner Weise verlieren. Bestenfalls, dass diese Ukraine als souveräner Staat bestehen bleibt, aber ich glaube, Territorien werden abgegeben werden. […] Es geht letztendlich weniger um die Ukraine, als viel mehr um Russland. Und da wird natürlich China sehr interessant werden, wie sich China gegenüber Russland verhält. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Chinesen in Russland eine amerikanische Dominanz akzeptieren werden. […] Das habe ich von Anfang an gesagt: Wir haben ein Interesse an Waffenstillstand und einem Frieden in der Ukraine. Was wir in dem letzten Jahr gemacht haben [ist], wir haben genau das Gegenteil gemacht, als uns dafür einzusetzen, dass es einen Waffenstillstand und Frieden gibt. Wir haben immer weiter Öl ins Feuer geschüttet und da sehe ich die große Gefahr einer weiteren Eskalation dieses Konflikts. Bis hin, wie Selenskyj gesagt hat: dann wird es einen dritten Weltkrieg geben. Und Deutschland war schon zweimal ‘Gastgeber’ eines Weltkrieges gewesen, das müssen wir nicht noch einmal machen. […] Entscheidend ist, dass wir einen Waffenstillstand bekommen und dann einen Frieden. Wir müssen auch daran denken, wer noch dämonisierter war als Putin, das waren die Taliban. Die Taliban waren das ‘Übelste’, was es überhaupt auf der Welt gab, und trotzdem war der Westen in der Lage, waren die Amerikaner in der Lage gewesen, mit den Taliban zu verhandeln und einen Vertrag zu machen. Meine Erwartung an die Deutschen und an die westlichen Diplomaten ist, dass sie ihren Job erfüllen, nämlich mit den Russen reden. Ich habe den Eindruck, es liegt nicht an den Russen, sondern es liegt am Westen, der überhaupt nicht verhandeln will. […] Die Chinesen haben ein Zehnpunkte-Papier vorgelegt, eine Art Roadmap, einen Plan, wie es zu Verhandlungen kommen kann. Wenn man sich diese zehn Punkte anschaut, das sind alles Punkte, [bei denen] man sagen kann, das basiert auf der Grundlage der regelbasierten Weltordnung, der Charta der Vereinten Nationen. Da sind keine Punkte drin, wo der Westen sagen könnte: auf der Grundlage können wir keine Verhandlung mit Russland führen. Russland hat gesagt, wir sind bereit zu verhandeln. Frau Baerbock hat glaube ich noch nicht mal die zehn Punkte gelesen und schon gesagt, wir verhandeln auf dieser Grundlage nicht. Jetzt sehe ich, dass das eine unglaublich schwierige Situation ist für uns und auch für die Situation in der Ukraine. Wenn China sich aus der bisherigen passiven Rolle rausgewagt hat und die Rolle übernehmen wollte, als Makler in diesem Konflikt, der eigentlich China nicht direkt berührt. Man muss sehen, China im eigenen Selbstverständnis, ist bislang nie als großer Makler in Erscheinung getreten, oder hat die Rolle der Schweiz angenommen, einzuladen zu Verhandlungen. […] China [wird es] gemacht haben, nach sorgfältiger Überlegung. Diese sorgfältige Überlegung könnte sein, wenn der Westen nicht bereit ist, aufgrund dieser zehn simplen Punkte zu verhandeln mit Russland, und Russland ist dazu bereit. Dann könnte es sein, dass China sagt, wir unterstützen jetzt die Russen. […] Der Westen hat gesagt, wir verhandeln nicht mit Russland, nicht auf der Basis dieser zehn simplen Punkte. […] Ich sehe darin eine brandgefährliche Situation für den Weltfrieden, nämlich wenn China jetzt sagt, wenn kein Frieden machbar ist mit dem Westen, unterstützen wir Russland. Wir wollen nicht, dass die Amerikaner Russland niederwerfen. ‘Wir’ spielen hier gerade das große Endspiel USA gegen China und wir möchten nicht, dass an der Nordgrenze Chinas irgendwann wieder amerikanische Unternehmen oder GIs stehen, jetzt unterstützen wir Russland. Das könnte zu einer brandgefährlichen Situation für uns in Europa werden.”
Anmerkung CG: Ein bemerkenswertes Gespräch, eine Diskussion, die von den Teilnehmern ohne Schaum vor dem Mund geführt wird. Auch wenn man nicht mit allen Ansichten einverstanden sein muss, so ist dies ein vorbildlicher, zivilisierter Gedankenaustausch, den man sich auch in den Leitmedien (wieder) wünschen würde.
Listen to “Kontrafunk aktuell vom 22. März 2023” on Spreaker.
Prof. Dr. Michael Klundt [ab Min. 3; Auszüge transkribiert, CG]: “[Was] rhetorisch eingesetzt wird von Seiten der Regierenden, auch von Herrn Lauterbach, ist dieses: ‘Wir wussten es ja nicht besser. Jetzt wissen wir es besser.’ Insofern seien wir jetzt schlauer und wer jetzt noch kritisch nachfrage, der wolle ja eigentlich nur nachtreten. Das ist eine sehr geschickte rhetorische Figur, die darauf aufbaut, dass Menschen kein Gedächtnis haben. Denn tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Es gab die ganze Zeit – ich zähle mich auch dazu – Kritik an den verschiedenen Maßnahmen [und] Corona-Narrativen. Nur – und auch das gehört zur Aufarbeitung dazu: fast alle Kritiker der vorherrschenden Haltungs- und Handlungsweisen wurden politisch, medial und wissenschaftlich systematisch ins Abseits gestellt*. Auch das muss aufgearbeitet werden. Menschen sind sogar in existenzielle Not gebracht worden, sie sind entlassen worden usw., wenn sie Widerspruch brachten in Schulen und Gesundheitsämtern usw. Es ist nicht so, dass alle – das sage ich jetzt mal so platt an der Person festgemacht – so gedacht haben, wie Karl Lauterbach. Und dass auf einmal alle, wie Karl Lauterbach entdecken, dass es tatsächlich problematische Folgen der Maßnahmen, des Lockdowns usw. gab. Nein, es gab tatsächlich viele Kritiker seit 2020. Diese sind aber systematisch ins Abseits gestellt worden und insofern ist auch das aus meiner Sicht eine wichtige Aufarbeitung, die es kritisch zu tätigen [gilt].”
Ergänzende Anmerkung CG: *Dazu gehören im Übrigen auch manche Journalisten und freie Medien, die diffamiert, zensiert und mit Hilfe gewisser Journalisten, Portale und mit Bundesmitteln geförderter ‘ThinkTanks’, in Schubladen gesteckt und abgestempelt worden waren. Dies alles, obwohl sie, wie beispielsweise die NachDenkSeiten, weder eine Krankheit, noch ein Virus geleugnet und niemals Begriffe wie ‘Plandemie’ oder ähnliche in diesem Zusammenhang verwendet hatten und trotz der sichtbaren medialen Schieflage im Mainstream, auch ebendiesen abgebildet hatten (Drosten-Podcast, Kekulé-Podcast) und zu würdigen wussten, wenn dort Früchte von regierungskritischem Denken das Tageslicht erblickten.
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Dialog statt Waffen – Konferenz des OKV vom 27. März 2023 – Teil 2
Dialog statt Waffen – überparteilich gegen den Krieg / Konferenz des OKV vom 27. März 2023 – Teil 2
Am 27.03.2023 trafen sich in Berlin hochrangige Persönlichkeiten aus Ost und West aus Militär, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft, um sich weit über den eigenen Kreis der Mitglieder der Verbände des OKV hinaus den unterschiedlichen Standpunkten zu den einenden Fragen Frieden mit Russland – Dialog statt Waffen – im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu stellen.
00:30 Helga Zepp-LaRouche – Bundesvorsitzende Bürgerbewegung Solidarität (BüSo) 13:14 Prof. Dr. Wilfried Schreiber – Oberst a.D., Förderverein Darmstädter Signal 30:35 Hans Bauer – Vizepräsident des OKV, Vorsitzender der GRH 41:41 Gerhard Fuchs-Kittowski – Vorsitzender des Deutschen Friedensrates e. V. und Mitglied des Bundesvorstandes des Bundes Religiöser Sozialisten (BRSD) 01:07:56 Rainer Rupp – Publizist, ehem. Kundschafter im NATO-Hauptquartier 01:11:38 Prof. Dr. Wilfried Schreiber – Oberst a.D., Förderverein Darmstädter Signal 01:13:47 Wolfgang Effenberger – Autor
Quelle: OKV – Ostdeutsches Kuratorium von Verbänden e. V.
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Lesen Sie hierzu auch auf den NachDenkSeiten den Bericht von Tilo Gräser „Nur mit Russland wird es Frieden in Europa geben“.
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Die Artikel von Karin Leukefeld auf den NachDenkSeiten finden Sie hier.
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