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Titel: Die USA waren während eines ganzen Drittels ihrer Existenz Besatzungsmacht in Deutschland

Datum: 6. Juli 2026 um 17:05 Uhr
Rubrik: Außen- und Sicherheitspolitik, Gedenktage/Jahrestage, Innen- und Gesellschaftspolitik
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Zurzeit feiern die US-Amerikaner und mit ihnen eine große Zahl von Gefolgsleuten überall auf der Welt 250 Jahre USA. Am 4. Juli 1776 hatten Vertreter der britischen Kolonien in Amerika die Unabhängigkeit von Großbritannien erklärt. Ende 1941 sind die USA in den Zweiten Weltkrieg eingetreten und haben so geholfen, uns von den Nationalsozialisten zu befreien. Das war eine bemerkenswerte Tat. Wir haben allen Grund, dafür dankbar zu sein. Albrecht Müller.

Dass die USA immer noch hier sind, ist allerdings kein Grund zur Freude, sondern eher ein Grund zur Sorge. Zunächst einige Hinweise und Informationen zur US-Präsenz: Das Folgende ist eine Übersicht über US-amerikanische Stützpunkte in Deutschland.

Dabei geht es nicht um Belangloses. Zum Beispiel: Im bayerischen Grafenwöhr gibt es einen großen Truppenübungsplatz, im rheinland-pfälzischen Büchel lagern Atomwaffen, über das pfälzische Ramstein werden Drohnen zum Einsatz in Europa und in Afrika koordiniert, im pfälzischen Landstuhl befindet sich das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der Vereinigten Staaten, in Stuttgart und Wiesbaden arbeiten wichtige US-amerikanische Kommandostationen. Übrigens: Der Gründungsort der NachDenkSeiten, Pleisweiler zwischen Karlsruhe und Pirmasens, ist umzingelt von US-Stützpunkten.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden über meiner Heimatstadt Heidelberg Flugblätter abgeworfen. Darauf hieß es:

Heidelberg wollen wir schonen,
denn darin wollen wir wohnen.

So war’s dann auch. Die US-Streitkräfte verließen Heidelberg erst in den Jahren 2012 und 2013.

Die Tatsache, dass die US-Streitkräfte in Deutschland und darüber hinaus vielfältig stationiert sind, macht uns zum Komplizen militärischer Einsätze der USA in Europa, im Nahen Osten und in Afrika. Das ist eine gefährliche Situation. Deshalb gibt es für uns keinen Grund, die Gründung und damit die Existenz der USA zu feiern.

P. S.: Über die historischen Abläufe und über die unglückliche und verhängnisvolle Rolle des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer habe ich auf den NachDenkSeiten vor einiger Zeit schon berichtet. Siehe hier: Rede des späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann vom 23. Januar 1958.

Titelbild: Beowulf Tomek / commons.wikimedia.org / Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International


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