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Titel: Mit eliminatorischem Russenhass in den NATO-Krieg
Datum: 12. August 2026 um 11:00 Uhr
Rubrik: Außen- und Sicherheitspolitik, Medienkritik
Verantwortlich: Redaktion
Ein FAZ-Korrespondent fragt in Belgrad den ukrainischen Präsidenten, was man tun könne, um noch mehr Russen zu töten – und findet damit den ideologischen Kern des Krieges. Von Sevim Dagdelen.
Man muss dem FAZ-Korrespondenten Michael Martens dankbar sein. Mit seiner Frage auf einer Pressekonferenz in Belgrad an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj – „Was können wir Europäer konkret tun, um noch mehr Russen zu töten – russische Soldaten natürlich?“ – hat Martens den ideologischen Kern des NATO-Krieges in der Ukraine herausgeschält. Es geht darum, noch mehr Russen zu töten.
Der Nachsatz mit dem Verweis, dass es um das Töten von noch mehr russischen Soldaten gehe, scheint nicht mehr als eine wohlkalkulierte Zweideutigkeit. Martens ist schließlich kein Praktikant bei der FAZ und sollte als langjähriger Beschäftigter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Fragen präzise formulieren können. Man kann diesen Satz in seiner offenbar gewollten Doppeldeutigkeit nicht anders lesen als ein Bekenntnis zu einem eliminatorischen Rassismus gegen Russen.
Martens spricht zudem nicht in einen leeren Raum hinein. Die Geschichte des deutschen kolonialen Vernichtungs- und Raubkrieges gegen die Sowjetunion wie auch der Völkermord an den Völkern der Sowjetunion einschließlich der Russen sind der Resonanzboden, der der Frage der Vernichtung von Russen im Jahr 2026 ihre Wucht verleiht.
Bemerkenswert, dass die FAZ die eliminatorische Frage ihres Korrespondenten nicht wirklich kritisierte. Eine Welle der Empörung in den Mainstreammedien ist nicht bekannt. Diese Kumpanei bezeichnet den Grad an geistiger Mobilmachung, den es zurzeit in Deutschland gibt. Wie es scheint, treibt die Sache auf einen neuen Höhepunkt zu, bei dem man sich nicht scheut, die historischen Anleihen beim NS und seinen Völkermordprojekten zu nehmen.
Der NATO-Mann fürs Grobe
Der Korrespondent Martens erfüllt zudem eine Art Scharnierfunktion. Er ist nicht nur derjenige, der faktisch fragend zur Vernichtung von noch mehr Angehörigen einer bestimmten Ethnie auffordert, sondern ein gern gesehener Gast auf NATO-Tagungen – erst jüngst im Mai 2026 – und Referent am NATO Defense College in Rom.
Man muss fragen, ob sich Martens für die NATO neben seiner Balkanexpertise und der Rechtfertigung des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs auf Jugoslawien gerade in der jetzigen Zeit als Stichwortgeber einer Vernichtungsdrohung gegen Russen interessant gemacht hat, denn es ist bei weitem nicht seine erste Entgleisung. Ja, Martens scheint der NATO-Mann fürs Grobe zu sein.
Allein schon diese Episode zeigt nicht nur, wie gefährlich der Militärpakt NATO durch seinen Kriegseintritt gegen Russland ist, sondern zugleich, wie dumm und geblendet von seinen eigenen totalitären Machtphantasien. Denn kaum einer wird daran zweifeln, dass diejenigen, die der NATO-Mann Martens fragend mit Vernichtung bedroht, alle Kräfte mobilisieren werden, um einem neuen Überfall aus dem Westen und der NATO zu begegnen. Martens ist denn auch der Zauberlehrling der NATO, im Grunde einer, der dem erklärten Feind hilft, indem er noch die letzten Warnungen aus Russland zu bestätigen scheint.
Titelbild: Cineberg / Shutterstock
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