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Titel: „Wir müssen uns überlegen: Wie vergelten wir?“

Datum: 20. August 2026 um 9:00 Uhr
Rubrik: Außen- und Sicherheitspolitik, Kampagnen/Tarnworte/Neusprech
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Während der Westen das Völkerrecht mit Füßen tritt, fordert ein NATO-Knappe Vergeltung und verdeckte Operationen gegen Russland – und treibt damit die Eskalation voran. Von Sevim Dagdelen.

Prof. R. Neumann ist ein gerne gesehener Gast am NATO Defense College und regelmäßig an Konferenzen, Vorträgen und Seminaren mit Institutionen wie der NATO Defense College Foundation beteiligt.

Neumann arbeitet seit Jahren auf eine Eskalation des NATO-Stellvertreterkrieges gegen Russland hin. Beachtenswert ist seine jüngste Einlassung im ZDF, sogenannte Vergeltungsmaßnahmen gegen Russland als Reaktion etwa auf den Drohnenfund am Leipziger Flughafen in Deutschland verüben zu wollen.

„Wir müssen uns überlegen: Wie vergelten wir?“, so Neumann, der sich in diesem Zusammenhang auch für „verdeckte Operationen“ gegen Russland aussprach. Die Argumentationsfigur, eigene Angriffe als Vergeltung darstellen zu wollen, weckt Assoziationen an deutsche Legitimationsfiguren zum Beginn des Zweiten Weltkriegs und des Überfalls auf die Sowjetunion, sicherlich unfreiwillig.

Unbestreitbar dürfte sein, dass Neumann mit seinem Ruf nach Vergeltung etwaigen „false flag“-Operationen argumentativ Tür und Tor öffnet.

Neumann, von den Mainstreammedien als „renommierter Experte“ gehandelt, ist mit seinem Ruf nach einer weiteren Zuspitzung gegenüber Russland nichts weiter als ein NATO-Sprecher, der darauf drängt, endlich einen offenen Krieg mit Russland zu riskieren, wenn nicht gar heraufzubeschwören.

Je radikaler das Völkerrecht gebrochen wird, desto lauter der Ruf nach Krieg gegen Russland

Die Beschwörungen des Völkerrechts aus den Reihen der NATO-Apologeten klingen denn immer hohler, droht doch US-Präsident Donald Trump, den Oman in „Schutt und Asche“ legen und die Straße von Hormuz zu einem Teil des US-Territoriums machen zu wollen. Der NATO-Verbündete Israel lässt zudem durch seinen Polizeiminister Itamar Ben-Gvir ausrichten, was er vom internationalen Recht hält:

Ich denke, dass man gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 (Menschen) entfernen.“

Es gebe im Gazastreifen Menschen, die es nicht verdient hätten zu leben und die „nicht einmal Menschen“ seien. Derweil sanktionieren die USA die Präsidentin des Internationalen Gerichtshofs wegen des Haftbefehls gegen Benjamin Netanyahu. Der Mythos der Wertegemeinschaft des Westens zerbröselt vor den Augen der Weltöffentlichkeit.

Je radikaler aber der Westen und seine Verbündeten das Völkerrecht mit Füßen treten, umso intensiver scheinen sich die NATO-Influencer um einen Krieg mit Russland zu bemühen. Großbritannien greift Russland über die Ukraine mit britischen Drohnen an, berichten britische Zeitungen. Die EU will ihr Vorgehen gegen russische Ölexporte verstärken und stellt eine weitere Intensivierung des Wirtschaftskriegs in Aussicht.

Der Westen wirkt wie ein Spieler, der versucht, seine Verluste durch die Erhöhung des Einsatzes am Roulettetisch auszugleichen, und dem am Ende nur ein Va-banque-Spiel – sprich: der offene Krieg – bleibt. NATO-Knappen wie Neumann tragen dafür die Chips zum Spieltisch, mehr nicht – aber brandgefährlich.

Titelbild: OnePixelStudio / Shutterstock


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