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Titel: „Das wird Russland nicht abschrecken“

Datum: 8. September 2026 um 12:00 Uhr
Rubrik: Außen- und Sicherheitspolitik, Innere Sicherheit, Kampagnen/Tarnworte/Neusprech
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Den Vorfall mit einer Drohne am Flughafen Leipzig/Halle am 4. August hat die Bundesregierung zum Anlass für neue Sanktionen gegen Russland gemacht. Dabei sind die „Beweise“ dafür, dass hinter dem Vorfall russische Geheimdienste stehen würden, nach Ansicht vieler Beobachter äußerst vage. Der Verdacht liegt nahe, dass die Unionspolitiker diesen Skandal ausgerechnet jetzt angesichts der dramatischen Lage der CDU im Vorfeld der Landtagswahlen in Ostdeutschland brauchten. Eine neue Ausgabe der O-Töne. Zusammenfassung von Valeri Schiller.


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Süddeutsche Zeitung am 1. September 2026

Russland soll hinter dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle stecken. Laut Welt und Spiegel geht die Bundesregierung von einem russischen Geheimdienst als Urheber aus. Die präparierte Drohne war Anfang August zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung)


Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am 1. September 2026

„Die Gesamtbetrachtung des versuchten Anschlags vom 4. August am Flughafen Leipzig fügt sich in das bekannte Muster russischer hybrider Operationen in Europa ein. Erkenntnisse aus nachrichtendienstlichen Aufkommen belegen dieses Ergebnis. (…)

Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung.“

(Quelle: phoenix, ab Minute 4:13 und ab Minute 6:44)


Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am 1. September 2026

„Das russische Generalkonsulat in Bonn wird zum 18. September geschlossen. Der Vertrag über das Russische Haus in Berlin wird gekündigt. Wir werden in der Europäischen Union neue Listungen von Personen aus Russland im Kontext hybrider Angriffe vorschlagen. Wir verschärfen die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige. Wir erhöhen den Druck auf die russische Schattenflotte.“

(Quelle: phoenix, ab Minute 9:20)


Sicherheitspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) am 1. September 2026

„Ukraine weiter unterstützen, Assets nutzen, Russen aus dem Land werfen, das Geld sperren und vor allen Dingen auch die Unternehmen, die nach wie vor Russland beliefern, da sind auch deutsche Unternehmen dabei. Das heißt, nochmal genau hinschauen, was darf exportiert werden. Es betrifft auch den Lebensmittelbereich. Es gibt immer noch eine Menge Unternehmen, die Geld immer noch machen in Russland, indem sie sie mit Süßigkeiten unter anderem versorgen.“

(Quelle: WELT, ab Minute 2:38


Maria Sacharowa, Sprecherin des Außenministeriums Russlands, am 4. September 2026

„All diese Schritte waren im Vorfeld genau geplant; man benötigte einen Anlass und dessen zeitliche Abstimmung. In Deutschland finden Wahlen statt, und an Zuspruch gewinnen Kandidaten, die keine russophobe Rhetorik vertreten, sondern eine Alternative zu dem endlos wiedergekäuten deutschen Mainstream bieten.“

Quelle: izvestia, ab Minute 0:17)


Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter (CDU) am 3. September 2026

„Deshalb ist es auch wichtig, unserer Bevölkerung zu sagen, mit den sehr milden Maßnahmen, die Deutschland jetzt getroffen hat – es wurde ja nicht die Taurus-Ausbildung entschieden, es wurde nicht Rosatom sanktioniert – da haben wir 80 russische Techniker, Nukleartechniker in Deutschland, also enge Kooperation mit Russland in nuklearem Umfeld. Das schreckt ja Russland nicht ab, und das sind sehr maßvolle Maßnahmen, der Minister hat ja selbst extrem bedauert, dass die russisch-deutschen Verhältnisse so sind, wie sie sind. Das wird Russland nicht abschrecken, sondern eher zeigen, dass man noch weiter eskalieren kann, weil wir immer noch diese gewisse Russland-Romantik haben.“

(Quelle: @RKiesewetter, ab Minute 0:50)


Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew, Vizechef des nationalen Sicherheitsrates, am 3. September 2026

„All dies wird äußerst bedauerliche Folgen sowohl für die deutsche Wirtschaft als auch für die Menschen haben, da diese durch den Verzicht auf eine Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation bereits erhebliche Verluste erlitten haben. Sollte sich diese Entwicklung jedoch fortsetzen, könnten die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und den deutschen Staat insgesamt noch weitaus gravierender ausfallen – ein Szenario, vor dem seinerzeit sowohl das Verteidigungsministerium als auch andere Amtsträger gewarnt hatten.“

(Quelle: Telegram-Kanal Dmitri Medwedew, ab Minute 1:19)


Ex-Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) am 2. September 2026

„Ich fand die Bemerkung, die vorhin kam, man muss aufpassen, dass man jemand, der in der in der Ecke steckt, nicht zu irrationalen Handlungen bewegt – das finde ich gar nicht so falsch, diese Bemerkung. Man muss auch immer überlegen, wir haben es halt mit jemand zu tun, der auch in der Lage ist, notfalls in der Ukraine auch taktische Atomwaffen einzusetzen. (…)“

(Quelle: Tagesschau, ab Minute 3:20)


Russlands Präsident Wladimir Putin am 1. September 2026

„Es lässt sich nur so erklären: Man muss dem ‚aggressiven Russland‘ die Stirn bieten. Doch wo sind die Beweise? Nun, man hat Beweise nachgeschoben. (…)

Angesichts sinkender Umfragewerte und anstehender Wahlkämpfe stellt sich die Frage nach der politischen Zukunft der deutschen Führungselite. Ich glaube, dass dies vor allem damit zusammenhängt. Meiner Ansicht nach ist dies ein weiterer Fehler – ein schwerwiegender Fehler –, der den Interessen des deutschen Volkes eindeutig zuwiderläuft.“

(Quelle: kp.ru, ab Minute 18:32 und ab Minute 19:25)


Titelbild: Screenshots Süddeutsche Zeitung, phoenix, WELT, izvestia, @ RKiesewetter auf X, Dmitri Medwedew auf Telegram, Tagesschau, kp.ru


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