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Titel: Trauerwoche im Iran – Millionen nehmen Abschied von Ali Khamenei

Datum: 7. Juli 2026 um 10:00 Uhr
Rubrik: Außen- und Sicherheitspolitik, einzelne Politiker/Personen der Zeitgeschichte, Länderberichte, Militäreinsätze/Kriege
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Millionen Menschen verabschieden sich seit dem vergangenen Freitag von Ali Khamenei, dem langjährigen geistlichen Führer der Islamischen Republik Iran. Khamenei wurde am 28. Februar 2026 zu Beginn des US-israelischen Angriffs auf Iran in seinem Wohn- und Amtssitz in Teheran getötet. Bei dem Angriff starben eine Tochter, eine Schwiegertochter, ein Schwiegersohn und eine Enkeltochter. Khamenei hatte an einem Treffen des Iranischen Verteidigungsrats teilgenommen, das für die frühen Morgenstunden einberufen worden war. 11 hochrangige Militärs und Sicherheitsberater starben mit Khamenei. Die eigentlich für März vorgesehenen Trauerfeierlichkeiten wurden aufgrund des anhaltenden Krieges verschoben. Von Karin Leukefeld.

Israel hatte späteren Berichten zufolge 30 Präzisionsbomben sowie weitere „intelligente“ Bomben der Marke Black Sparrow des israelischen Rüstungsunternehmens Rafael eingesetzt. Die Aufklärungsdaten hatte die US-amerikanische Central Intelligence Agency (CIA) geliefert, um sicherzustellen, dass so viele Offizielle wie möglich bei dem Angriff zusammen mit Ali Khamenei „ausgeschaltet“ werden konnten. Das O.K. für den Angriff kam aus dem Situation Room von Donald Trump in Mar-a-Lago, Palm Beach, Florida, von seinem privaten Landsitz.

Das Weiße Haus veröffentlichte Fotos, die Donald Trump mit USA-Kappe auf dem Kopf im Kreis von engsten Vertrauten zeigen. Nicht dabei waren die Mitglieder des offiziellen Nationalen Sicherheitsrates der USA, der in Washington zusammensaß. Führende Mitglieder dieses Gremiums, auch dessen Vorsitzende Tulsi Gabbard, hatten sich wiederholt gegen einen Angriff auf Iran ausgesprochen. Aufklärungsdaten hätten eine angebliche Atomwaffengefahr aus Iran, wie von Israel seit Jahrzehnten behauptet, nicht bestätigt.

In einer aufgezeichneten Rede warnte Trump am Morgen des Angriffs die Iraner, sich in Sicherheit zu bringen, weil „überall Bomben fallen werden“. Anschließend sollten sie die Regierung im Iran übernehmen. Jetzt sei der Moment zu handeln, so Trump, sie sollten ihn nicht (ungenutzt) verstreichen lassen. US-Israel-Strategen gaben dem Angriff den Namen „Epischer Zorn“, Epic Fury. Allein an diesem Tag sollten Hunderte Ziele im Iran angegriffen werden. Darunter war auch eine Grundschule in Minab, in der südiranischen Provinz Hormozgan. 165 Menschen wurden bei dem mehrfachen Angriff getötet, darunter mindestens 120 Schulkinder, Jungen und Mädchen, im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. 26 Lehrer und Lehrerinnen wurden getötet sowie Eltern und Rettungshelfer, die nach dem ersten Angriff versuchten, die verschütteten Kinder zu bergen und bei einem folgenden Angriff selber getötet wurden.

Die Zahl der Toten in dem 40 Tage dauernden Angriff wurde am 20. April von der offiziellen Iranischen Forensischen Behörde mit mehr als 3.300 angegeben. Mehr als 26.500 wurden nach Angaben des Gesundheitsministerium verletzt. Aufgrund der Schwere von Verletzungen wird die Zahl der Toten steigen.

Millionen Menschen trauern um Khamenei

Seit dem vergangenen Freitag waren die Särge von Ali Khamenei und seinen Angehörigen in der Großen Imam Khomeini Moschee Mosalla aufgebahrt, wo Millionen Menschen vom ersten Tag an den Märtyrern die letzte Ehre erwiesen. Luftaufnahmen zeigten Hunderttausende in der Moschee. Die Straßen um die Moschee herum waren von weiteren Hunderttausenden gefüllt, die geduldig darauf warteten, dass auch für sie der Zugang zur Moschee geöffnet würde.

In einer gesonderten Gedenkzeremonie am Freitag hatten iranische Offizielle mit hochrangigen Delegationen aus Pakistan, Türkei, China, Saudi-Arabien und anderen Ländern in der Mosalla dem getöteten Ali Khamenei die letzte Ehre erwiesen. 70 Länder hatten Delegationen nach Teheran geschickt, teilte das iranische Außenministerium mit. Regierungsvertreter, Diplomaten und Geistliche waren aus Ländern der Region, Asien, Afrika, aus Südamerika und darüber hinausgekommen. Viele Delegationen zogen in ihrem lokalen, nationalen oder religiösen Ornat an den Särgen vorbei.

Offizielle Delegationen aus West-Europa waren nicht vertreten, aus einigen west-europäischen Staaten, auch aus Deutschland waren allerdings Delegationen der schiitischen Glaubensgemeinschaft gekommen. Russland war durch Dmitry Medvedev, den stellvertretenden Vorsitzenden des Russischen Sicherheitsrates, vertreten. Er kam im Auftrag und als Vertreter von Präsident Putin. Belarus war durch den Parlamentssprecher vertreten, Serbien hatte seinen Informationsminister geschickt. Aus Bulgarien nahm eine Parlamentarier-Delegation an den Feierlichkeiten teil.

Hochrangige Delegationen vertraten die Schanghai Organisation für Kooperation SCO, die Organisation für Islamische Kooperation OIC und die Entwicklungsorganisation D-8/ECO, in der Aserbaidschan, Bangladesch, Ägypten, Indonesien, Iran, Malaysia, Nigeria, Pakistan und die Türkei ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit koordinieren. Die internationale Teilnehmerliste zeigte deutlich die Bedeutung und Vernetzung des Iran unter und mit den Ländern und Organisationen des „Globalen Südens“ und der blockfreien Bewegung. Viele der internationalen Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, um mit iranischen Offiziellen am Rande der Feierlichkeiten über bilaterale Angelegenheiten zu sprechen.

Ein „Meer der Menschlichkeit“

Am Samstag und Sonntag wurden die offiziellen Gebete in Anwesenheit von Hunderttausenden Iranern durchgeführt. Die Gebete wurden von Großayatollah Ja’far Sobhani geleitet, einem führenden Theologen und Mitglied der Marja, dem höchsten religiösen und rechtlichen Gremium der iranischen Zwölfer Schiiten. Das erste Gebet galt dem ermordeten Ali Khamenei. Dann folgte das Gebet für Boshra Hosseini Khamenei, seine Tochter, für Mesbah al-Hoda Baqueri, den Schwiegersohn und Zahra Haddad Adel, die ebenfalls getötete Schwiegertochter. Ein drittes Gebet wurde schließlich für Zahra Mohammadi Golpayegani gesprochen, die getötete Enkeltochter von Ali Khamenei.

Am frühen Montagmorgen begann die Prozession durch Teheran. Die Särge von Ali Khamenei und seinen Familienangehörigen wurden von der Mosalla zum Freiheitsplatz mit dem markanten Burj Azadi, dem Freiheitsturm, gefahren. Eine dichte Menschenmenge säumte den etwa 10 Kilometer langen Weg, der quer durch die Stadt führte, und es dauerte bis in die Abendstunden an.

Vom Freiheitsplatz soll der Sarg von Ali Khamenei nach Qom gebracht werden, wo am Dienstag weitere Feierlichkeiten geplant sind. Anschließend soll der Sarg Khamenis’ nach Kerbala und Najaf im Irak gebracht werden, wo weitere Feiern vorgesehen sind. Beide Städte und die dort befindlichen Moscheen sind wichtige Heiligtümer für die Schiiten. Seine letzte Ruhe wird Ali Khamenei schließlich in seiner Geburtsstadt Mashhad finden, wo seine Beerdigung für Donnerstag vorgesehen ist.

Überleben in Umbrüchen

Der 1939 geborene Khamenei war auf Wunsch seines Vaters, einem schiitischen Geistlichen, zum Studium der Religion nach Qom gegangen. Der Ort war damals ein wichtiges Zentrum des schiitischen Islam, Khamenei traf dort erstmals mit Ruhollah Khomeini zusammen. In den 1950er-Jahren entwickelte sich in Qom ein akademisches Klima, in dem die theologischen Studien mit Philosophie, Ökonomie und Politik verbunden wurden. Khamenei war fünfzehn Jahre alt, als er 1953 den von der US-amerikanischen CIA und dem britischen Geheimdienst MI6 orchestrierten Putsch gegen den gewählten iranischen Premierminister Mohammad Mosaddegh erlebte. Mosaddegh bewunderte den ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser und dessen Linie der nationalen Entwicklung. Der Putsch sollte die Verstaatlichung des iranischen Öls stoppen, die Mosaddegh nach Amtsantritt 1951 angeordnet hatte. USA und Großbritannien installierten Schah Reza Pahlavi, der die US-amerikanischen und britischen Firmen einlud, auf die iranischen Ölfelder zurückzukehren.

Khamenei war seitdem aktiv in der vielschichtigen revolutionären Bewegung gegen den Schah. Sechs Mal wurde er verhaftet, 1977 wurde er in die Verbannung in die Stadt Iranshar im äußersten Südosten des Iran geschickt, in die Provinz Baluchistan. Nach der Flucht des Schah im Januar 1979 und dem Sieg der Revolution kehrte Khomeini aus dem französischen Exil in den Iran zurück. Ali Khamenei wurde Mitglied im Revolutionsrat.

Die erfolgreiche Revolutionsbewegung zerfiel rasch. Die islamische Führung setzte sich gegen Kräfte der säkularen, zumeist kommunistischen Bewegung durch. Viele wurden verhaftet, getötet, viele verließen das Land. Nur ein Jahr später begann der vom Westen und arabischen Golfstaaten befeuerte Iran-Irak-Krieg (1980-1988), der beide Länder wirtschaftlich verwüstete.

1989 starb Khomeini und Ali Khamenei wurde vom Expertenrat ins Amt des Obersten Revolutionsführers gewählt. Er stellte das Konzept der „Unterstützung der Unterdrückten“ gegen Arroganz und Hegemonie als religiöses und ethisches Prinzip in den Mittelpunkt des Handelns, was auch in die Verfassung aufgenommen wurde.

Eines seiner Lieblingsbücher, über das er immer wieder auch sprach, war das vierbändige Werk „Der Stille Don“ von Michail Scholochow. Darauf weist der iranische Historiker und Professor für internationale Beziehungen an der Universität Teheran, Arash Reisinezhad, hin. Der Protagonist des Buches, Grigori Meluchow, durchlebe den Ersten Weltkrieg, die Russische Revolution und den Bürgerkrieg und halte dabei an seinem tiefen Ehrgefühl und seiner Widerstandsfähigkeit fest. Der Roman feiere keinen Sieg, sondern handele vom Überleben inmitten von Umbrüchen. Ali Khamenei habe sich nicht zu distanzierten Beobachtern der Revolution hingezogen gefühlt, sondern zu Schriftstellern, die aus ihr hervorgegangen seien, so Reisinezhad. Ein Leben im Widerstand und „Treue zu sich selbst“ sei für Khamenei in der Politik entscheidend gewesen. Die Millionen Trauernden dieser Tage danken Khamenei dafür, dass er immer klar war.

Frieden in der Persischen Golf-Region

Für westliche Beobachter in Politik und Medien gilt der Iran nach wie vor als „bösartig“ oder „verflucht“, wie nicht zuletzt der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu seit Jahren auf den Jahresversammlungen der Vereinten Nationen vorträgt. Doch die aktuellen Bilder und der demonstrative Zusammenschluss der Iraner bei der Verabschiedung von Ali Khamenei zeigen einen anderen, selbstbewussten Iran.

Weder Israel noch die USA noch westliche Politiker und deren Geheimdienste kennen und verstehen den Iran, den sie mit immer neuen Anschuldigungen und Bergen von Sanktionen seit mehr als 47 Jahren versucht haben, zu isolieren und zu verleumden. Mit zwei völkerrechtswidrigen Angriffen auf Iran 2025 und 2026 haben Israel, die USA und ihre westlichen und europäischen Partner ihre Kriegsziele nicht erreicht: Sie haben „den Sturz des Regimes“ nicht erreicht, keinen Volksaufstand ausgelöst, sondern das Gegenteil, und der Iran ist nicht zerfallen. Stattdessen liegen die US-Militärbasen in den arabischen Golfstaaten in Trümmern, Israel ist innenpolitisch zerstritten und die USA haben ihre letzten Verbündeten unter den arabischen Golfstaaten verloren.

Die Trauerfeierlichkeiten für Khamenei zeigen eine tief verletzte und gleichwohl selbstbewusste iranische Bevölkerung und einen Staat, der sich gegen die beiden Atommächte USA und Israel militärisch behauptet hat. Weder die USA noch Israel und auch die sogenannten E3-Staaten in Europa – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – scheinen verstanden zu haben, wie stark der Iran und die Iraner wirklich sind. Anstatt die eigenen Fehler und die Niederlage zu reflektieren, arbeiten sie alle schon daran, das Memorandum of Understanding MoU, die von den USA und Iran unterzeichnete Absichtserklärung, aus den Angeln zu heben.

Während die Prozession mit den Särgen von Ali Khamenei und seinen Verwandten sich einen Weg durch die iranische Hauptstadt vorbei an Millionen von Menschen bahnt, meldet sich der israelische Verteidigungsminister Israel Katz zu Wort und droht dem Iran. Im israelischen Sender Kanal 13 heißt es, Khamenei sei ermordet worden, weil er angeblich geplant habe, „Israel zu zerstören“. Jeder iranische Führer werde „eliminiert“, wenn er solche Aktionen plane, kommentierte Katz die Trauerprozession in Teheran. Auch der Sohn von Ali Khamenei, Mojtaba Khamenei, der Anfang März zum Nachfolger seines ermordeten Vaters ernannt worden war, stehe „auf der Todesliste“, hatte Katz bereits Anfang Juli erklärt. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi hatte umgehend reagiert und erinnerte US-Präsident Trump daran, dass „die US-Administration sich verpflichtet hat, ihre Handlanger in Tel Aviv zum Schweigen zu bringen“. Abbas weiter: „Jede Drohung gegen unser Volk und unsere Führung wird eine sofortige, entschlossene Reaktion nach sich ziehen.“

Doch nicht nur Israel provoziert. Auch die E-3-Staaten drängeln, mit eigenen Minenräumbooten, die auch Minen legen können, in die Straße von Hormuz einzufahren, und beschuldigen Iran, die „freie Seefahrt“ zu behindern. Großbritannien und Frankreich bedrängen den Oman – der als Anrainerstaat bereits mit dem Iran die Sicherheitsfragen für die Straße von Hormuz berät –, eine Fahrtrinne nahe der Küste von Oman zu öffnen, die dann von britischen und französischen Schiffen „bewacht“ werden soll. Der deutsche Außenminister denkt sogar öffentlich darüber nach, dass der Iran die Dienste der E-3-Minenräumboote bezahlen müsse. Allerdings hat Iran gar nicht vor, diese E-3-Dienste in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil hat der Iran bereits Großbritannien und Frankreich davor gewarnt, abseits der offiziellen Routen Schiffe durch die Meerenge zu lotsen.

In der US-iranischen Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) steht deutlich in Artikel 5, dass die Handelsschifffahrt sofort wieder aufgenommen werden soll. Iran werde innerhalb von 30 Tagen (nach Unterzeichnung) beginnen, die „technischen und militärischen Hindernisse (….) zu beseitigen“, einschließlich Minen räumen. Iran und Oman werden darüber beraten, wie die zukünftige Verwaltung und maritimen Dienste (für die Seefahrt durch die Straße von Hormuz) gestaltet werden. Mit anderen Golfstaaten sollen weitere Fragen gemäß dem internationalen Recht und dem souveränen Recht der Küstenstaaten an der Straße von Hormuz besprochen werden. Nur innerhalb der ersten 60 Tage (nach Unterzeichnung) werden keine Gebühren für den Transit zwischen dem Persischen Golf und dem Meer von Oman durch die Straße von Hormuz fällig.

US-Präsident Donald Trump hat für die Trauerwoche zugesagt, dass keine Angriffe stattfinden sollen. Das US-CentCom führte am 2. Juli in Bahrain mit 12 Staaten eine Konferenz für den Militärischen Strategischen Partner Dialog durch. Untertitel: Einheit, regionale Stabilität, Bekämpfung bösartiger Bedrohungen. Aus der CentCom-Erklärung geht hervor, dass an dem Treffen unter Leitung von Admiral Brad Cooper hochrangige Militärs aus Bahrain, Ägypten, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jemen teilnahmen. Man stehe weiterhin „Schulter an Schulter“ mit den regionalen Partnern, so Cooper. Gemeinsam sei man der „regionalen Sicherheit und Stabilität verpflichtet“. Zum ersten Mal hätten Libanon und Syrien gemeinsam an einer US-geführten Verteidigungskonferenz teilgenommen.

Syrien wird aktuell von den USA gedrängt, militärisch im Norden Libanons gegen die Hisbollah vorzugehen und so die libanesische Armee bei der Entwaffnung der Hisbollah zu unterstützen. Vom Süden her soll diese „Unterstützung“ durch die israelischen Besatzungstruppen vorgenommen werden, wie es in dem trilateralen Abkommen zwischen den USA, Israel und Libanon zu lesen ist.

Syriens Machthaber Al Sharaa lehnt bisher ein militärisches Eingreifen gegen die Hisbollah im Libanon ab. Doch auf dem bevorstehenden NATO-Gipfel in der Türkei könnte sich das auch ändern, denn US-Präsident Donald Trump will sich dort mit Al Sharaa treffen. Beobachter verweisen auf einen „Plan B“, der in US-israelischen Kreisen kursiert, um die US-Iran-Vereinbarung doch noch zu torpedieren. Danach könnten regionale Konflikte im Jemen, Libanon, Syrien und Irak neu angefacht werden, um Israel „freie Hand“ für weitere militärische Angriffe auf die Verbündeten des Iran – die Achse des Widerstandes – in diesen Ländern zu geben.

Der iranische Außenminister Abbas Aragchi reagierte auf das CentCom-Treffen scharf mit einem knappen Kommentar auf X, vormals Twitter. „Hat CENTCOM Sicherheit oder Unsicherheit in unsere Region gebracht“, fragte Aragchi. Die Antwort sei klar, und ebenso klar sei: „Unsere starken bewaffneten Kräfte haben bewiesen, dass Außenstehende nicht einmal sich selbst schützen können.“ Aragchi betonte weiter: „Frieden in unserer Region kann nur dann aufrechterhalten werden, wenn er umfassend und inklusiv ist und keine Einmischung von außen stattfindet.“

Als Wegweiser für den Iran sei ein Buch des langjährigen Journalisten und Korrespondenten Ulrich Tilgner empfohlen, das unter dem Titel „Umbruch im Iran“ (rororo aktuell 444, März 1979) heute nur noch antiquarisch erhältlich sein dürfte. Darin fasst Tilgner Augenzeugenberichte, Analysen und Dokumente zusammen, die Aufschluss über die starke Streikbewegung geben, die den Schah zum Rückzug zwang und zur Entwicklung der revolutionären Bewegung in eine Islamische Republik führte.

„Das Urteil über die islamische Republik (sei) schon fertig, bevor sie sich etablieren konnte“, heißt es im Vorwort des Buches. „Rückfall ins Mittelalter“, Abfall von der Moderne“. Persien habe einen „einmaligen, viele Monate dauernden Volksaufstand erlebt“ und suche nun „unter der Führung des Schiitenführers Khomeini einen eigenen, weder von Moskau noch von Washington bestimmten, islamischen Weg in die Zukunft.“ Khomeini zwinge den Westen, „Persien nicht nur als Ölquelle zu sehen und zu behandeln“.

47 Jahre später und nach zwei völkerrechtswidrigen US-israelischen Kriegen gegen das Land zwingt Iran erneut den Westen, seine Rechte auf souveräne Entwicklung und territoriale Integrität zu respektieren. 47 Jahre lang hat Iran, haben die Iraner – und mit ihnen die ganze Persische Golfregion – für das Recht auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit einen hohen Preis bezahlt.

Titelbild: © Office of Information Preservation and Publication of the Relics of Imam Mujahid Martyr Hazrat Ayatollah Ali Khamenei


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